Überblick
Agile Methoden und Innovationsmanagement sind in modernen Unternehmen zwei Seiten derselben Medaille: Neue Ideen entstehen in einem Umfeld, das schnelle Iteration, nutzerorientiertes Denken und bereichsübergreifende Zusammenarbeit fördert — und genau das leistet Scrum als Rahmenwerk. Dieser Kurs verbindet das Scrum-Framework mit Methoden des strukturierten Innovationsmanagements, insbesondere Design Thinking, und führt über beide Stränge zur PSM-I-Zertifizierung. Wer diesen Kurs abschließt, kann agile Projekte nach Scrum-Prinzipien führen, Innovationsprozesse strukturiert begleiten und produktbasierte Ideen iterativ zu marktfähigen Lösungen entwickeln.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die methodische Basis im Innovationsmanagement. Innovations-Projekte unterscheiden sich fundamental von reinen Umsetzungsprojekten — sie beginnen mit Unsicherheit, und diese Unsicherheit ist kein Fehler, sondern der Ausgangspunkt. Methodisch adressiert Design Thinking genau diesen Ausgangspunkt: radikal nutzerzentriert, iterativ und offen für unerwartete Erkenntnisse.
- Innovationsmanagement als Disziplin: Typen von Innovationen (inkrementell, disruptiv, radikal)
- Innovationskultur in Organisationen: psychologische Sicherheit, Fehlertoleranz, Experimentierfreude
- Design-Thinking-Grundprinzipien: Empathize, Define, Ideate, Prototype, Test
- Nutzerforschungsmethoden: Interviews, Beobachtung, Personas und Empathy Maps
- Kreativitätstechniken für strukturierte Ideenfindung: Brainstorming, Crazy 8, SCAMPER
- Prototyping-Ansätze: Paper Prototyping, digitale Mockups, Wizard-of-Oz-Tests
Das zweite Modul vermittelt das Scrum-Framework in seiner Tiefe. Scrum ist im Innovationskontext besonders wertvoll, weil es Feedback-Schleifen erzwingt — nach jedem Sprint wird geprüft, ob das Increment noch dem entspricht, was der Markt braucht. Das ist der strukturelle Unterschied zu klassischem Wasserfall-Projektmanagement.
- Scrum-Rollen: Product Owner als Verbindung zwischen Markt und Entwicklungsteam; Scrum Master als Prozessbegleiter
- Product Backlog: Aufbau, Pflege und Priorisierung — in Innovationsprojekten dynamischer als in Routineprojekten
- Sprint Planning: Wie Innovationsideen in umsetzbare Sprints heruntergebrochen werden
- Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospektive: Feedbackmechanismen, die Innovationsqualität sichern
- Definition of Done in Innovationsprojekten: Was bedeutet „fertig" für ein Experiment oder einen Prototyp?
- Agile Schätzmethoden in unsicheren Projektkontexten: Story Points, Planning Poker, Rapid Estimation
Das dritte Modul verbindet Innovationsmanagement und Scrum im gemeinsamen Anwendungskontext. Hier wird sichtbar, wie Design Thinking und Scrum zusammenwirken: Design Thinking liefert die richtigen Fragen, Scrum die Struktur für ihre Beantwortung.
- Von der Design-Thinking-Erkenntnis zum Product Backlog Item: der Übersetzungsschritt
- Hypothesenformulierung für agile Experimente: Was soll getestet werden, und wie?
- Priorisierungsmethoden für Innovation: MoSCoW, Impact-Effort-Matrix, Business-Value-Scoring
- Innovationsportfolio-Management: parallele Experimente steuern, ohne Fokus zu verlieren
- Agile Stakeholder-Kommunikation: wie Innovationsergebnisse an interne und externe Auftraggeber kommuniziert werden
Praxisblock: Innovationsprojekt mit Scrum von der Idee bis zum Increment. Im Praxisteil arbeiten Teilnehmende an einem fiktiven Innovationsprojekt, das alle Phasen von der Entdeckung über die Priorisierung bis zur Sprint-Ausführung durchläuft.
- Design-Thinking-Workshop simulieren: Personas entwickeln, Problemdefinition schärfen
- Erste Ideen zu User Stories übersetzen und im Product Backlog strukturieren
- Sprint Planning für ein innovatives Produktincrement durchführen
- Daily-Scrum-Formate für Innovationsteams erproben
- Sprint Review mit Stakeholder-Feedback simulieren und Erkenntnisse sichern
- Sprint Retrospektive auf den Innovationsprozess anwenden
- PSM-I-Übungsfragen zu Scrum-Rollen, Artefakten und Events bearbeiten
- Typische Missverständnisse im Scrum Guide identifizieren und richtig einordnen
- Prüfungssimulation für PSM I mit vollständiger Auswertung
- Präsentation des Projektincrements: Was wurde entwickelt, was hat sich verändert?
Am Ende des Kurses verfügen Teilnehmende über ein praktisches Verständnis dafür, wie Innovations- und Scrum-Methoden gemeinsam eingesetzt werden — und sind für die PSM-I-Prüfung fundiert vorbereitet.
Lernziele:
- Das Scrum-Framework mit allen Rollen, Artefakten und Events vollständig verstehen und anwenden
- Innovationsmanagement als eigenständige Disziplin einordnen: Innovationsarten, Innovationskultur und strategische Bedeutung
- Design-Thinking-Phasen kennen und in Workshops zur Ideenfindung einsetzen
- Nutzerbedürfnisse systematisch erfassen und in Produktanforderungen überführen
- Product Backlogs aufbauen, strukturieren und nach Innovationspotenzial priorisieren
- User Stories für innovative Produktideen formulieren und mit Akzeptanzkriterien versehen
- Sprint-Zyklen in innovationsorientierten Teams planen und moderieren
- Methoden zur Ideenbewertung und Priorisierung (MoSCoW, Business-Value-Scoring) einsetzen
- Agile Produktentwicklung vom ersten Prototyp bis zum marktfähigen Increment denken
- Stakeholder in Innovationsprojekten einbinden und deren Feedback in den Product Backlog überführen
- Die PSM-I-Prüfungsinhalte auf Basis des aktuellen Scrum Guide beherrschen
- Scrum in innovationsorientierten Kontexten anpassen, ohne die Kernprinzipien zu verlassen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit beruflichem Hintergrund in IT, Wirtschaft, Geistes- oder Naturwissenschaften, die agiles Projektmanagement mit methodischem Innovationsverständnis verbinden wollen.
- Projektmitarbeitende, die in Innovationsrollen oder als Product Owner tätig werden möchten
- Fachkräfte aus Produktmanagement, Unternehmensberatung oder Marketing mit Interesse an agilen Methoden
- Personen, die in Unternehmen Innovationsprozesse strukturieren oder begleiten wollen
- Interessenten an der PSM-I-Zertifizierung mit Wunsch nach inhaltlichem Rahmen
- Quereinsteiger mit analytischem Hintergrund, die strukturiertes Innovationsmanagement erlernen wollen
Wirtschaftliches Grundverständnis und Englischkenntnisse auf B2-Niveau werden erwartet. Englisch ist für den Umgang mit dem Scrum Guide und für die PSM-I-Prüfung wichtig. Vorkenntnisse im Projektmanagement sind hilfreich, aber nicht vorausgesetzt — Scrum wird von Grund auf eingeführt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet mit einer Mischung aus Lehrsequenzen, Workshop-Formaten und simulierten Sprint-Phasen. Design-Thinking-Übungen erfordern kreative Zusammenarbeit im Team, Scrum-Elemente werden in Rollenspielen durchgeführt. Diese Abwechslung aus Theorie und Anwendung spiegelt die Realität von Innovationsprojekten wider. Der Kurs ist in Vollzeit und in Teilzeit verfügbar.
Die Weiterbildung dauert mehrere Wochen. Das Vollzeitformat ermöglicht ein intensives Durcharbeiten beider inhaltlicher Stränge; im Teilzeitformat lässt sich der Kurs mit laufender Beschäftigung verbinden. Die PSM-I-Vorbereitung ist in beiden Varianten vollständig enthalten.
Nach Kursabschluss wird ein trägerinternes Zertifikat über die abgeschlossene Weiterbildung ausgestellt. Teilnehmende, die die externe PSM-I-Prüfung bei Scrum.org ablegen und bestehen, erhalten das Zertifikat Professional Scrum Master I — weltweit anerkannt, zeitlich unbefristet, ohne Rezertifizierungspflicht.
Nutzen & Perspektiven
Unternehmen suchen zunehmend nach Personen, die nicht nur Projekte managen, sondern auch Innovationsimpulse aufnehmen, strukturieren und in umsetzbare Produktinkremente überführen können. Wer Scrum und Design Thinking beherrscht, deckt genau diese Schnittmenge ab: methodische Präzision kombiniert mit der Offenheit und Nutzerorientierung, die Innovationsprojekte brauchen. Die PSM-I-Zertifizierung ist ein klares Qualifikationssignal auf dem Arbeitsmarkt. Scrum.org-Zertifikate werden ohne Kursanwesenheitspflicht, rein auf Basis des Prüfungsergebnisses vergeben — das macht sie inhaltlich besonders glaubwürdig und auf dem Arbeitsmarkt gut einschätzbar. Wer diesen Kurs abschließt, hat nicht nur ein Framework gelernt, sondern zwei sich ergänzende Denkweisen internalisiert: die erkundende Haltung des Design Thinkers und die strukturierende Disziplin des Scrum-Praktizierenden. Diese Kombination ist in innovationsgetriebenen Unternehmen und Startups gleichermaßen gefragt. Ein praktischer Hinweis zur Prüfung: PSM I prüft das Verständnis des Scrum Guide auf einem Niveau, das oberflächliches Büffeln nicht besteht. Wer die Fragen zur Sprint-Planung oder zur Rolle des Product Owners souverän beantwortet, tut das, weil er die Logik dahinter verstanden hat — nicht, weil er Definitionen auswendig gelernt hat. Dieser Kurs legt genau dieses Verständnis an, indem er Scrum nicht isoliert, sondern im Kontext von Innovationsprojekten und nutzerorientiertem Denken vermittelt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen diesem Kurs und einem reinen Scrum-Kurs?
Dieser Kurs verbindet das Scrum-Framework mit Innovationsmanagement-Methoden, insbesondere Design Thinking. Neben der agilen Methodik lernen Teilnehmende, wie Innovationsideen entstehen, strukturiert werden und über Sprint-Zyklen zu marktfähigen Produkten entwickelt werden.
Was ist Design Thinking und warum gehört es in diesen Kurs?
Design Thinking ist ein nutzerzentrierter Ansatz zur Problemlösung und Ideenfindung, der in fünf Phasen strukturiert ist: Empathize, Define, Ideate, Prototype, Test. In Kombination mit Scrum liefert es den kreativen Input für agile Produktentwicklung.
Welches Zertifikat erhalte ich?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat ab. Wer zusätzlich die externe PSM-I-Prüfung bei Scrum.org ablegt und besteht, erhält das Professional Scrum Master I-Zertifikat, das weltweit anerkannt und zeitlich unbefristet gültig ist.
Brauche ich Vorkenntnisse im Projektmanagement?
Nein. Scrum wird in diesem Kurs von Grund auf eingeführt. Wirtschaftliches Grundverständnis und Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind hilfreich, aber spezifische PM-Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Für welche Berufsbilder bereitet dieser Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf Rollen wie Product Owner, Scrum Master, Innovationsmanager oder agiler Projektkoordinator vor — in Unternehmen, die neue Produkte und Services iterativ und nutzerzentriert entwickeln.
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