Überblick
Der Professional Scrum Master I (PSM I) ist die international anerkannte Einstiegszertifizierung von Scrum.org für Scrum Master und alle, die das Scrum-Framework fundiert beherrschen möchten. Dieser Kurs bereitet systematisch auf die Scrum.org-Prüfung vor — nicht durch Musterlösungen, sondern durch tiefes Verständnis des Scrum Guide als einziger normativer Quelle. Der Scrum Guide definiert Scrum vollständig; alle PSM-I-Fragen leiten sich direkt aus diesem Dokument ab. Wer den Guide kennt, den Geist hinter jedem Satz versteht und mit offenen Fragen zum Scrum-Framework umgehen kann, besteht das Assessment sicher. Entsprechend arbeitet dieser Kurs intensiv mit dem Scrum Guide, nicht an ihm vorbei.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Empirismus und das Scrum-Fundament Scrum basiert nicht auf Planung, sondern auf empirischer Prozesssteuerung. Dieser Einstiegsblock macht den Unterschied zwischen prädiktivem und empirischem Vorgehen greifbar und erklärt, warum Scrum genau drei Säulen braucht. Das Scrum-Framework wird in seiner Vollständigkeit eingeführt — mit dem Fokus, den der Scrum Guide setzt: wenige, aber bindende Regeln.
- Empirismus vs. definierter Prozess
- Transparenz als Voraussetzung für Überprüfung und Anpassung
- Komplexität und Unvorhersehbarkeit in Projekten
- Scrum als leichtgewichtiges Framework (nicht Methode, nicht Prozess)
- Scrum-Werte (Offenheit, Mut, Fokus, Respekt, Commitment) und ihre Bedeutung im Alltag
- Abgrenzung zu verwandten Frameworks (Kanban, SAFe, LeSS) auf PSM-I-Niveau
Modul 2 — Rollen, Events und Artefakte im Prüfungsfokus Dieser Block bildet den inhaltlichen Schwerpunkt der PSM-I-Prüfung. Jede Rolle, jedes Event und jedes Artefakt wird nicht nur beschrieben, sondern in seiner prüfungsrelevanten Logik durchdacht. Typische Fragen des Scrum.org-Assessments kreisen um Verantwortlichkeiten, Timeboxen und Commitments — genau das wird hier vertieft.
- Scrum Master: Servant Leadership, Coaching, Organisationshindernis vs. Teamhindernis
- Product Owner: Produktvision, Backlog-Pflege, Priorisierungsprinzipien, Stakeholder-Kommunikation
- Developer: Cross-Funktionalität, Selbstorganisation, Sprint Backlog-Eigentümerschaft
- Sprint als Herzschlag — Zweck, Länge, Abbruchbedingungen
- Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospective im Detail
- Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und deren Commitments
- Definition of Done: Herkunft, Durchsetzung, Konsequenzen bei fehlender DoD
Modul 3 — Offene Fragen trainieren: PSM-I-Assessment-Stil Das Scrum.org-Assessment unterscheidet sich grundlegend von Multiple-Choice-Tests mit klaren Richtig/Falsch-Optionen. Viele Fragen haben mehrere scheinbar richtige Antworten und erfordern das Abwägen nach Scrum-Prinzipien. Dieser Block trainiert genau diese Art des Denkens anhand realer Aufgabentypen.
- Typische Aufgabenkategorien im PSM-I-Assessment
- Bearbeitung von Fallszenarien: "Was würde ein guter Scrum Master tun?"
- Englische Terminologie sicher zuordnen (Artefakt-Commitment-Paare, Event-Zweck)
- Häufige Fallen und Missverständnisse im Assessment
- Analyse von Antwortoptionen nach dem Scrum Guide
- Selbsteinschätzung des eigenen Wissenstands vor dem Prüfungsantritt
Praxis-Block — Anwendung und Vertiefung Das erworbene Wissen wird im Praxisteil an konkreten Szenarien geprüft und vertieft. Die Teilnehmenden arbeiten an Fallbeispielen aus dem Projektalltag, die typische Scrum-Implementierungsfehler zeigen und korrekte Reaktionen erfordern.
- Szenario: Sprint muss abgebrochen werden — wer entscheidet, wie wird kommuniziert?
- Szenario: Product Owner gibt dem Developer direkte Aufgaben — Regelverstoß oder akzeptabel?
- Szenario: Definition of Done ist nicht erfüllt — was geschieht mit dem Increment?
- Szenario: Daily Scrum wird zu einem Statusmeeting — wie reagiert der Scrum Master?
- Szenario: Stakeholder möchte den Sprint-Scope nachträglich ändern
- Szenario: Team möchte den Sprint auf vier Wochen verlängern, weil das Ziel nicht erreichbar scheint
- Szenario: Product Backlog enthält keine klaren Akzeptanzkriterien
- Szenario: Retrospektive wird als unnötig empfunden und soll gestrichen werden
- Szenario: Scrum Master übernimmt Aufgaben aus dem Sprint Backlog — zulässig?
- Szenario: Mehrere Teams arbeiten am selben Product Backlog — wie koordinieren?
- Vergleich: Wann ist Scrum das richtige Framework, wann nicht?
- Individuelle Lückenanalyse und gezielte Wiederholung schwacher Themenbereiche
Nach dem Praxis-Block kennen die Teilnehmenden nicht nur die Regeln des Scrum Guide auswendig, sondern können sie im Kontext anwenden und erklären — das ist der entscheidende Unterschied zwischen Bestehen und echtem Verständnis.
Lernziele:
- Den Scrum Guide vollständig verstehen und die Bedeutung jedes Satzes im Prüfungskontext erklären können
- Die drei Scrum-Rollen (Scrum Master, Product Owner, Developer) und ihre Verantwortlichkeiten klar voneinander abgrenzen
- Die fünf Scrum-Events (Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective) sowie Zweck, Timebox und Teilnehmer jedes Events sicher benennen
- Die drei Scrum-Artefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Increment) und ihre jeweiligen Commitments (Product Goal, Sprint Goal, Definition of Done) erläutern
- Die drei Säulen der empirischen Prozesssteuerung (Transparenz, Überprüfung, Anpassung) auf reale Praxisfälle anwenden
- Offene Prüfungsfragen, die Verständnis statt Faktenwissen abfragen, selbständig beantworten
- Impediments erkennen, klassifizieren und den Unterschied zwischen strukturellen und teaminternen Hindernissen erklären
- Das Konzept "Done" und die Bedeutung der Definition of Done für Qualität und Transparenz verinnerlicht haben
- Fehlverständnisse rund um Scrum (z. B. "Scrum = nur IT", "Sprint = Task-Liste") argumentativ widerlegen
- Englischsprachige Scrum-Terminologie sicher und korrekt verwenden, da das Assessment auf Englisch gestellt wird
- Typische Prüfungssituationen, in denen mehrere Antworten teilweise richtig wirken, durch fundiertes Scrum-Wissen auflösen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die die PSM-I-Zertifizierung von Scrum.org erwerben möchten und Scrum dabei wirklich verstehen wollen — nicht als Checkliste, sondern als Denkweise.
- Projektmanager und Projektleiter, die von klassischen zu agilen Methoden wechseln
- Angehende Scrum Master, die ihre Rolle fundiert ausfüllen wollen
- Entwickler und Teamleads, die das Scrum-Framework in ihrer täglichen Arbeit verankern möchten
- Product Owner, die die Wechselwirkungen zwischen Produktvision und Scrum besser verstehen wollen
- Quereinsteiger ohne IT-Hintergrund, da Scrum seit dem Scrum Guide 2020 ausdrücklich nicht auf Softwareentwicklung beschränkt ist
Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Das Scrum-Framework setzt selbst keine Branchenerfahrung voraus, und der Kurs startet bei null. Hilfreich — aber keinesfalls Pflicht — sind eigene Projekterfahrungen, auch aus klassisch geführten Projekten; sie geben den Scrum-Konzepten einen konkreten Ankerpunkt. Da das Scrum.org-Assessment auf Englisch gestellt wird, sollten die Teilnehmenden über Englischkenntnisse auf Niveau B2 verfügen. Technische Vorkenntnisse sind nicht nötig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Hybrid-Learning-Format statt: Live-Unterricht mit ausgebildeten Scrum-Trainern wechselt mit selbstgesteuerten Lernphasen. Die Live-Sessions konzentrieren sich auf die Analyse des Scrum Guide, die gemeinsame Bearbeitung von Szenarien und offene Fragen. In den Selbststudienphasen lesen die Teilnehmenden den Scrum Guide eigenständig und bearbeiten Aufgaben, die auf den Assessment-Stil von Scrum.org ausgerichtet sind. Das Vollzeit-Format sorgt dafür, dass Querbezüge zwischen Rollen, Events und Artefakten schnell klar werden — Scrum ist ein integriertes System, das als Ganzes verstanden werden muss.
Der Kurs wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Kursdauer richtet sich nach dem Anbieter und dem gewählten Termin. Das Assessment selbst (PSM I) wird separat über die Plattform Scrum.org abgelegt; die Prüfung ist nicht in der Kursgebühr inbegriffen und muss eigenständig gebucht werden. Das Assessment dauert 60 Minuten und umfasst 80 Fragen in englischer Sprache; die Bestehensgrenze liegt bei 85 Prozent.
Wer das Scrum.org-Assessment mit mindestens 85 Prozent besteht, erhält das Zertifikat Professional Scrum Master I (PSM I). Das Zertifikat ist weltweit anerkannt, nicht an einen Bildungsträger gebunden und unbefristet gültig — es verfällt nicht und muss nicht verlängert werden. Ergänzend stellt der Bildungsträger eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung für den Kurs aus.
Nutzen & Perspektiven
Das PSM-I-Zertifikat von Scrum.org gilt in der agilen Community als solider Nachweis echten Scrum-Verständnisses. Anders als einige trägereigene Zertifikate ist PSM I direkt mit einer Prüfung verbunden, die wirkliches Verständnis des Scrum Guide testet — es gibt keine Pflichtteilnahme an einem zertifizierten Kurs, und jeder kann ohne Kursbesuch zur Prüfung antreten. Ein bestandenes Assessment zeigt daher, dass der Inhaber den Scrum Guide kennt und anwenden kann. Für Scrum Master bedeutet PSM I vor allem eine Positionierung gegenüber Kollegen und Stakeholdern: Die Rolle des Scrum Master ist im Scrum Guide klar definiert und unterscheidet sich grundlegend von der eines klassischen Projektleiters oder Team-Koordinators. Wer das Framework aus dem Effeff kennt, kann diese Unterschiede erklären und konsequent vertreten — auch gegenüber Führungskräften oder Auftraggebern, die Scrum als "schlankes Projektmanagement" missverstehen. Mittelfristig öffnet PSM I den Weg zu weiterführenden Scrum.org-Zertifizierungen wie PSM II (Vertiefung) und PSM III (Mastery) sowie zu verwandten Abschlüssen wie Professional Scrum Product Owner (PSPO) oder Professional Scrum with Kanban (PSK). Wer in agilen Umgebungen arbeitet, wird feststellen, dass ein fundiertes Scrum-Fundament auch beim Einstieg in skalierte Frameworks wie SAFe oder LeSS hilfreich ist — das Framework-Verständnis überträgt sich.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist das Assessment im Kurs inbegriffen?
Nein. Das PSM-I-Assessment von Scrum.org wird separat gebucht und bezahlt. Der Kurs bereitet auf die Prüfung vor; die Anmeldung erfolgt direkt über scrum.org. Die Prüfungsgebühr richtet sich nach dem Preis, den Scrum.org aktuell verlangt.
Muss ich den Kurs besucht haben, um zur PSM-I-Prüfung zugelassen zu werden?
Nein. Scrum.org stellt keine Pflicht-Kursbesuche vor dem Assessment auf. Jeder kann direkt prüfen gehen. Der Kurs gibt jedoch strukturierte Vorbereitung und erhöht nachweislich die Bestehensquote, insbesondere bei offenen Szenariofragen.
In welcher Sprache findet das Assessment statt?
Das Assessment ist ausschließlich auf Englisch verfügbar. Der Kursunterricht findet auf Deutsch statt; die Fachbegriffe werden durchgehend auf Englisch eingeführt, da sie im Assessment exakt so abgefragt werden. Englischkenntnisse auf B2-Niveau werden deshalb empfohlen.
Wie lange ist PSM I gültig?
Das Zertifikat Professional Scrum Master I ist unbefristet gültig und muss nicht verlängert werden. Es ist an die Person, nicht an den Bildungsträger gebunden und bleibt auch bei einem Jobwechsel vollständig anerkannt.
Welche Unterschiede gibt es zwischen diesem Kurs und einem allgemeinen Scrum-Einführungskurs?
Dieser Kurs ist explizit auf das Scrum.org-Assessment ausgerichtet: offene Szenariofragen, Assessment-Stil, englische Terminologie und der Scrum Guide als Primärquelle stehen im Mittelpunkt. Ein allgemeiner Scrum-Einführungskurs vermittelt Grundlagen für die Praxisanwendung, nicht notwendigerweise die Prüfungsfähigkeit.
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