Überblick
Dieser Kurs verknüpft zwei Bereiche, die in der Praxis häufig voneinander getrennt gelehrt werden: die technische Befähigung zur KI-gesteuerten Prozessautomatisierung und die PRINCE2-Practitioner-Zertifizierung als professionelles Projektmanagement-Werkzeug. Im Automatisierungsteil dieses Programms steht das Zusammenspiel von KI-gestützter Entscheidungsunterstützung mit strukturiertem Change-Management im Vordergrund — wie werden Automatisierungsvorhaben in laufende Betriebsumgebungen eingeführt, welche Rückkopplungsschleifen braucht man, und wie sichert man den Übergang von Pilot zu Produktion ab. Im PRINCE2-Teil wird das Axelos-Framework in seiner aktuellen Version erarbeitet: sieben Prinzipien, sieben Themen, sieben Prozesse. PRINCE2 Practitioner setzt das Foundation-Zertifikat voraus und verlangt nach drei Jahren Rezertifizierung. Combined Learning, Vollzeit, ein bis drei Monate.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: KI-gestützte Entscheidungsautomatisierung und prozessnahe Intelligenz In diesem ersten Kursblock steht ein spezifischer Anwendungsschwerpunkt der KI-Automatisierung im Mittelpunkt: die Integration von KI-Entscheidungsmodellen in operative Unternehmensabläufe. Es geht nicht primär um die Entwicklung von Algorithmen, sondern um die Frage, wie bereits trainierte Modelle als Entscheidungsunterstützung in Prozesse eingebettet werden, wie ihre Ausgaben weiterverarbeitet werden und wie Verantwortlichkeiten zwischen menschlicher Kontrolle und automatisierter Verarbeitung aufgeteilt werden.
- Typen von Entscheidungsautomatisierung: regelbasiert, score-basiert, ML-gestützt
- Human-in-the-Loop vs. vollautomatisierte Entscheidungen: Abgrenzungskriterien
- Einbettung von KI-Scoring-Modellen in Prozessabläufe
- Audit-Anforderungen bei automatisierten Entscheidungen
- Monitoring von Modellqualität und Drift im laufenden Betrieb
- Grundlagen von Robotic Process Automation (RPA) im Unternehmenskontext
Modul 2: Change-Management und Rollout-Steuerung für Automatisierungsvorhaben Neue Automatisierungssysteme verändern Rollen und Abläufe. Dieser Abschnitt behandelt, wie man die Einführung eines KI-Automatisierungssystems so gestaltet, dass Akzeptanz entsteht, Rückschritte vermieden werden und der Betrieb nach der Übergabe stabil läuft.
- Stakeholder-Analyse bei der Einführung von Automatisierungslösungen
- Pilotierung und kontrollierte Ausweitung von Automatisierungskomponenten
- Übergabeprotokolle zwischen Projektteam und Operations
- Schulungs- und Begleitkonzepte für betroffene Fachabteilungen
- Rückmeldeschleifen und Nachsteuerung in der Post-Launch-Phase
- Dokumentationsstandards für automatisierte Prozesse
Modul 3: PRINCE2 Practitioner — Prinzipien, Themen, Prozesse PRINCE2 ist das weltweit am weitesten verbreitete strukturierte Projektmanagement-Framework. Der Practitioner-Level setzt PRINCE2 Foundation voraus und befähigt zur angepassten Anwendung des Frameworks in realen Projektumgebungen. Die Prüfung wird durch Axelos administriert; nach dem Erwerb ist das Zertifikat drei Jahre gültig, danach ist eine Rezertifizierung erforderlich.
- Sieben Prinzipien: fortlaufende geschäftliche Begründung, Erfahrungen nutzen, definierte Rollen, phasenorientiertes Management, Ausnahmen, Fokus auf Produkte, Anpassung
- Sieben Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiko, Änderungen, Fortschritt
- Sieben Prozesse: Auftraggeber/Auftragnehmer, Steuerung, Initiierung, Lenkung, Steuern einer Phase, Managen der Produktlieferung, Abschluss
- Anpassung des Frameworks an unterschiedliche Projektgrößen und -kontexte
- Produktbasiertes Planen und Produktbeschreibungen
- Prüfungsformat Practitioner: Szenario-basierte Multiple-Choice-Fragen; Vorbereitung und Zeitmanagement
Modul 4: PRINCE2-Praktische Anwendung auf Automatisierungsprojekte In diesem abschließenden Modul wird PRINCE2 konkret auf den Kontext der KI-Automatisierung angewendet. Anhand von Fallszenarien wird durchgespielt, wie ein PRINCE2-Projekt für die Einführung einer Automatisierungslösung aussieht: von der Initiierungsdokumentation bis zur Phase-End-Review.
- Erstellung eines Business Case für ein KI-Automatisierungsprojekt
- Projektorganisation und Rollen in Automatisierungsvorhaben nach PRINCE2
- Risikomanagement: typische Risiken bei KI-Automatisierung und ihre PRINCE2-Behandlung
- Exceptions und Issues in der Delivery-Phase eines Automatisierungsprojekts
- Lessons-Learned-Prozess und Wissenstransfer nach Projektabschluss
- Rückblick auf das Framework: wo PRINCE2 stark ist und wo es ergänzt werden muss
Lernziele:
- Automatisierungsprojekte nach PRINCE2-Struktur aufsetzen und steuern
- KI-Entscheidungsmodelle als Unterstützungsinstrument für operative Prozesse konzipieren
- Change-Control-Verfahren nach PRINCE2 auf Automatisierungsvorhaben anwenden
- Rollen im PRINCE2-Projektmodell (Project Board, PM, Team Manager) in Automatisierungsprojekten besetzen
- Ausnahmen, Issues und Risiken nach PRINCE2-Eskalationsprinzip behandeln
- Businesspaket und Produktbeschreibungen für automatisierte Prozesskomponenten formulieren
- KI-gestützte Prozessüberwachung und Outcome-Messung mit PRINCE2-Fortschrittsthema verknüpfen
- PRINCE2-Practitioner-Anforderungen kennen und die Prüfungsvorbereitung strukturieren
- Typische Automatisierungsarchitekturen (RPA, ML-Workflows, Hybrid-Ansätze) beschreiben
- Qualitätskriterien für automatisierte Prozesse messbar definieren
- Übergaben zwischen Projektphasen in Automatisierungsprojekten sauber gestalten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die Automatisierungsvorhaben verantwortungsvoll steuern möchten — technisch wie methodisch.
- IT-Projektkoordinatoren, die ihr PM-Wissen zertifizieren möchten
- Fachleute aus Prozessoptimierung und Digitalisierung
- Angehende Projektmanager, die PRINCE2 Foundation bereits haben und den Practitioner-Level anstreben
- Automatisierungstechniker, die Führungsverantwortung im Projektkontext übernehmen wollen
- Berufseinsteiger mit technischem Hintergrund und Interesse an strukturierten Methodenrahmen
Für den PRINCE2-Practitioner-Anteil ist PRINCE2 Foundation formale Voraussetzung (von Axelos). Im Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird geprüft, ob Foundation-Kenntnisse vorhanden sind oder ob eine vorgelagerte Foundation-Vorbereitung eingeplant werden muss. Grundlegende IT- oder Prozess-Kenntnisse erleichtern den Einstieg in den Automatisierungsteil.
Ablauf & Abschluss
Die Verbindung aus virtuellem Live-Unterricht und Fallstudienarbeit ist für diesen Kurs besonders sinnvoll, weil PRINCE2-Practitioner-Prüfungen szenariobasiert sind: das Denken in Projektfallstudien wird systematisch geübt. Praxiserfahrene Trainer führen durch beide Kurstteile; Theorie-Inputs wechseln sich mit strukturierten Übungen ab. Die Lerneinheiten sind abwechslungsreich gestaltet — von Konzeptvermittlung über Gruppenübungen bis zu prüfungsorientierten Probeaufgaben.
Vollzeitformat in Combined Learning über mehr als einen Monat bis maximal drei Monate. Individuelle Startermine und Modulanpassungen nach Vorkenntnislage sind nach vorherigem Beratungsgespräch möglich.
Trägerinternes Zertifikat bzw. qualifizierte Teilnahmebescheinigung nach Kursabschluss. Der Kurs bereitet auf die PRINCE2-Practitioner-Prüfung von Axelos vor; diese wird extern abgelegt. Das PRINCE2-Practitioner-Zertifikat wird von Axelos ausgestellt und ist drei Jahre gültig, danach ist eine Rezertifizierung erforderlich. PRINCE2 Foundation bleibt unbefristet gültig.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus Automatisierungskompetenz und PRINCE2 Practitioner macht Fachleute zu begehrten Kandidaten in Transformations- und Digitalisierungsprojekten. Unternehmen suchen zunehmend Personen, die nicht nur wissen, wie man einen Automatisierungsbot baut, sondern auch, wie man das zugehörige Projekt strukturiert, budgetiert, risikogesteuert führt und sauber übergibt. PRINCE2 ist besonders in britisch geprägten, europäischen und internationalen Unternehmenskontexten stark verbreitet — vor allem im öffentlichen Sektor, in Beratungsunternehmen und bei Großprojekten mit mehreren Auftraggebern. Die Practitioner-Zertifizierung zeigt, dass der Inhaber das Framework nicht nur kennt, sondern anpassungsfähig einsetzen kann, was in Prüfung und Praxis gefordert wird. Aus Karriereperspektive eröffnet diese Kombination Wege in die Projektleitung technischer Vorhaben: als IT-Projektmanager, als Transformation Lead oder als Berater für digitale Prozessoptimierung. Wer KI-Automatisierung und strukturiertes Projektmanagement beide beherrscht, kann zwischen technischer und koordinierender Rolle wechseln — und damit auf wachsende Organisationsbedarfe reagieren. Ein weiterer Aspekt ist die Kommunikationsfähigkeit: PRINCE2 liefert eine gemeinsame Sprache für Auftraggeber und Projektteam. Wer als KI-Automatisierungsspezialist auch PRINCE2-Terminologie beherrscht, kann mit Entscheiderebene und technischem Team gleichermaßen sicher kommunizieren. Das macht Zusammenarbeit in Matrixorganisationen effizienter und reduziert typische Missverständnisse bei der Anforderungsübergabe. Darüber hinaus schafft die PRINCE2-Practitioner-Zertifizierung eine Basis für internationales Arbeiten: Das Framework ist in der EU, in Großbritannien und in vielen asiatischen und afrikanischen Ländern weit verbreitet, besonders in öffentlichen Projekten und bei Auftraggebern aus dem Finanz- und Versicherungsbereich. Wer Automatisierungsvorhaben in solchen Umgebungen begleiten möchte, ist mit PRINCE2 methodisch gut aufgestellt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet PRINCE2 Foundation von PRINCE2 Practitioner?
Foundation vermittelt die Grundkonzepte und Terminologie des Frameworks und ist ohne Vorkenntnisse erlernbar; das Zertifikat ist unbefristet gültig. Practitioner setzt Foundation voraus und testet die Fähigkeit zur angepassten Anwendung von PRINCE2 in realen Projektszenarien; das Zertifikat muss nach drei Jahren erneuert werden.
Muss ich PRINCE2 Foundation bereits vor dem Kurs haben?
Ja, PRINCE2 Foundation ist formale Voraussetzung für die Practitioner-Prüfung. Das Beratungsgespräch klärt, ob Foundation bereits vorhanden ist oder ob eine vorgelagerte Vorbereitung eingeplant werden muss.
Wie lange ist das PRINCE2-Practitioner-Zertifikat gültig?
PRINCE2 Practitioner muss nach drei Jahren rezertifiziert werden; die Rezertifizierung erfolgt durch eine vereinfachte Prüfung oder über akkumulierte CPD-Punkte. PRINCE2 Foundation hingegen bleibt unbefristet gültig.
Ist der Kurs auch für Personen ohne Vorkenntnisse in Automatisierung geeignet?
Grundlegende IT- oder Prozesskenntnisse erleichtern den Einstieg in den Automatisierungsteil erheblich. Das Beratungsgespräch vor Kursbeginn gibt Auskunft, ob der Kurs ohne weiteren Vorlauf passt.
Welche Berufsperspektiven eröffnet diese Kombination?
Typische Zielrollen sind IT-Projektmanager, Digitalisierungsmanager, Automatisierungsberater und Transformation Lead in Unternehmen, die digitale Prozesse strukturiert einführen. PRINCE2 ist besonders in europäischen und internationalen Projektkontexten gefragt.
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