Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei unterschiedliche, aber komplementäre Technologiebereiche: KI-gestützte Robotik auf der Seite physischer Automatisierung und Microsoft Power Platform Developer auf der Seite digitaler Unternehmensanwendungen. Während der Robotik-Schwerpunkt zeigt, wie KI-Systeme für Wahrnehmung, Entscheidung und autonomes Handeln in Roboterumgebungen entwickelt und integriert werden, bereitet der zweite Teil gezielt auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung PL-400 vor — Power Platform Developer auf Professional-Niveau. Die Verbindung beider Bereiche ist besonders wertvoll, wenn Maschinen- und Prozessdaten direkt in Power-Platform-Applikationen einfließen sollen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI in der Robotik Dieser Schwerpunkt nähert sich künstlicher Intelligenz in der Robotik aus der Perspektive des Software-Entwicklers und IT-Architekten. Im Vordergrund stehen nicht Mechanik oder Elektrotechnik, sondern die Frage: Wie werden KI-Algorithmen so in Robotiksysteme integriert, dass Maschinen in dynamischen, unstrukturierten Umgebungen autonom handeln können? Dieser Fokus unterscheidet das Modul klar von Ansätzen, die Robotik primär aus der Qualitätsperspektive betrachten. Der Einstieg befasst sich mit Wahrnehmung und sensorischer Informationsverarbeitung. Roboter nehmen ihre Umgebung über heterogene Sensorik wahr, und die KI-Seite dieser Wahrnehmung bildet den Ausgangspunkt des Moduls.
- Sensormodalitäten im Vergleich: RGB-D-Kameras, Lidar, Ultraschall und taktile Sensoren
- Datenfusion: wie Sensorströme aus verschiedenen Quellen zu einem kohärenten Weltmodell zusammengeführt werden
- Bildverarbeitung mit neuronalen Netzen: Convolutional Neural Networks für Objekt- und Posenerkennung
- Point-Cloud-Verarbeitung für dreidimensionales Greif- und Hindernisverständnis
Der zweite Themenblock behandelt Planung und Entscheidung — also den Weg von der Wahrnehmung zur konkreten Roboter-Aktion.
- Bahnplanung in dynamischen Umgebungen: RRT, A* und lernbasierte Ansätze im Vergleich
- Reinforcement Learning für robotische Manipulation: Belohnungsdesign und Trainingsumgebungen
- Kollisionsfreie Trajektorienplanung für kollaborative Roboterarme in menschennahen Arbeitsbereichen
- Kontextbewusste Entscheidungslogik: wie KI-Modelle zwischen Handlungsalternativen abwägen
Der dritte Themenblock widmet sich Integration und Deployment — dem produktiven Einsatz trainierter Modelle in realen Roboterplattformen.
- ROS 2 als Middleware für KI-Komponenten: Topic-Struktur, Node-Konzept und Service-Kommunikation
- Deployment von ML-Modellen auf Edge-Devices in der Robotik (ONNX, TensorRT-Grundkonzepte)
- Sicherheitsarchitektur für KI-gesteuerte Systeme: ISO 10218 und kollaborative Robotik im Überblick
Modul 2 — Microsoft Power Platform Developer (PL-400) Die Microsoft-Zertifizierungsprüfung PL-400 ist auf Developer-Niveau ausgelegt und setzt fortgeschrittene Kenntnisse in der Entwicklung komplexer Power-Platform-Lösungen voraus. Der Kurs geht deutlich über Low-Code-Anwendungsbau hinaus und behandelt die programmatischen Erweiterungen, die Unternehmensanwendungen auf Enterprise-Niveau ermöglichen.
- Power Apps in der Tiefe: Canvas-Apps mit Formeln, Delegation und responsivem Design; Model-Driven Apps mit Views, Formularen und Geschäftsregeln
- Power Automate Developer-Perspektive: Cloud-Flows mit HTTP-Triggern, Fehlerbehandlung und Schleifen; Desktop-Flows (RPA) für UI-basierte Prozessautomatisierung
- Microsoft Dataverse: relationales Datenmodell, Sicherheitsrollen-Hierarchie, Lösungsverwaltung und ALM-Grundlagen
- Custom Connectors: OpenAPI-Definition, Authentifizierungsflows (OAuth, API-Key) und Debugging im Connector-Test
- Plug-in-Entwicklung in C#: Pre- und Post-Operation-Plug-ins, IPlugin-Interface, Shared Variables und Tracing
- Power Platform ALM: Lösungspakete (managed/unmanaged), CI/CD-Pipelines mit Azure DevOps und Umgebungsmanagement
Modul 3 — Integration: Robotikdaten in Power-Platform-Lösungen einbinden Ein eigener Modulblock behandelt die konkrete Verbindung beider Kurshälften: wie Betriebsdaten aus Robotiksystemen über Cloud-Schichten in Power-Platform-Anwendungen einfließen und dort für Entscheider aufbereitet werden.
- Anbindung von Roboter-Telemetriedaten an Azure IoT Hub: Device Twins, Routing und Event-Grid
- Visualisierung von Maschinenbetriebsdaten in Power BI-Dashboards, eingebettet in Canvas-Apps
- Power-Automate-Flows für automatisierte Wartungsbenachrichtigungen bei Anomalie-Erkennung
- Entwicklung einer Wartungsmanagement-App für Robotiksysteme mit Dataverse-Backend
- Sicherheitskonzepte für robotikbezogene Betriebsdaten: Datensouveränität, Rollen und Zugriffslogik
- Praxisszenario: Produktionslinie mit Roboterdaten, die über eine Power-App in Echtzeit überwacht wird
Modul 4 — Praxisprojekte und PL-400-Vorbereitung Die abschließende Praxisphase verbindet beide Kursteile in konkreten Projektszenarien und bereitet gezielt auf die PL-400-Prüfungsstruktur vor. PL-400 enthält neben Multiple-Choice-Fragen auch Case-Study-Szenarien, die Architekturentscheidungen und Entwicklerurteile verlangen.
- Entwicklung einer vollständigen Canvas-App mit Dataverse-Backend, Custom Connector und Formularvalidierung
- Power-Automate-Workflow zur Verarbeitung eingehender Robotersignale und Eskalation bei Grenzwertüberschreitung
- Plug-in in C# für ein Dataverse-Szenario mit Vor- und Nach-Operation-Logik und integriertem Tracing
- Deployment-Übung: Lösungspaket in eine Zielumgebung transportieren und Konfigurationstransformationen anwenden
- ALM-Pipeline: einfache Azure-DevOps-Pipeline für Export, Versionierung und Import einer Power-Platform-Lösung
- PL-400-Probeprüfung: Multiple-Choice- und Case-Study-Fragen aus dem Prüfungspool mit Auswertung
- Kombiniertes Abschlussprojekt: Roboter-Telemetriedaten in eine Power-Apps-Lösung integrieren und als Demo vorstellen
- Peer-Review: gegenseitige Überprüfung der Projektlösungen anhand definierter Qualitätskriterien
- Analyse typischer PL-400-Stolperfallen: Delegation in Canvas-Apps, Plug-in-Registrierung, ALM-Abhängigkeiten
- Überblick zur Prüfungsanmeldung und zum Microsoft-Zertifizierungsprozess für PL-400
- Karriereperspektiven: wie Power Platform Developer und KI-Robotik-Kompetenz in Stellenprofilen zusammenwirken
- Abschlussdiskussion mit Trainern zu individuellem Prüfungsbereitschaftsstand und nächsten Lernschritten
Der Unterricht findet live im virtuellen Klassenzimmer statt, ergänzt durch strukturierte Entwicklungsübungen in Microsoft-Testumgebungen. In den Trainingszentren stehen moderne PC-Arbeitsplätze zur Verfügung; eine HomeOffice-Teilnahme ist möglich.
Lernziele:
- KI-Architekturen für robotische Wahrnehmung, Entscheidungslogik und Steuerung verstehen und einordnen
- Sensordatenströme aus Robotiksystemen erfassen, vorverarbeiten und für ML-Modelle nutzen
- Computer-Vision-Konzepte für Objekterkennung und Greifplanung in Roboterumgebungen anwenden
- Sichere Mensch-Roboter-Interaktion mit KI-basierten Sicherheitsmechanismen planen
- Microsoft Power Apps Canvas-Apps und modellgetriebene Apps mit Dataverse entwickeln
- Automatisierte Workflows mit Power Automate entwerfen, testen und in Unternehmensanwendungen einbinden
- Microsoft Dataverse konfigurieren: Tabellen, Beziehungen, Sicherheitsrollen und Lösungsverwaltung
- Custom Connectors für externe APIs und Dienste innerhalb der Power Platform entwickeln
- Plug-ins in C# für serverseitige Dataverse-Geschäftslogik erstellen und deployen
- Power Platform ALM (Application Lifecycle Management) mit Pipelines und Lösungspaketen umsetzen
- Sicherheitskonzepte und Umgebungsverwaltung in der Power Platform implementieren
- Robotik-Telemetriedaten über Azure IoT Hub in Power-Platform-Lösungen einbinden und visualisieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte, die digitale Unternehmensanwendungen und physische Automatisierungssysteme an der Schnittstelle von IT und Operational Technology verbinden wollen.
- IT-Entwickler mit Microsoft-Hintergrund, die sich auf PL-400-Niveau qualifizieren und Robotikdaten integrieren möchten
- Automatisierungstechniker und Robotikfachleute, die digitale Workflows und Apps für ihre Anlagen entwickeln wollen
- Power-Platform-Anwender mit Programmiererfahrung, die von Low-Code auf Developer-Niveau aufsteigen
- IT-Architekten in Unternehmen mit paralleler Microsoft-365- und Robotik-Infrastruktur
- Fachkräfte aus der Fertigungs-IT, die IoT-Daten in Power-Platform-Lösungen nutzbar machen wollen
Für den Power-Platform-Entwicklerteil sind Grundkenntnisse in der Softwareentwicklung sowie Erfahrung mit Microsoft-365-Diensten empfehlenswert. Kenntnisse in C# sind für die Plug-in-Entwicklung von Vorteil; erste Power-Apps-Erfahrung erleichtert den Einstieg. Für den Robotik-Teil genügen IT-Grundkenntnisse und Interesse an KI-Systemen. Ein individuelles Beratungsgespräch vor Kursbeginn stellt sicher, dass der Lernplan auf vorhandene Kenntnisse zugeschnitten wird.
Ablauf & Abschluss
Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer bildet das Rückgrat des Programms. Praxiserfahrene Trainerinnen und Trainer aus Power-Platform-Entwicklungsprojekten und Robotik-IT gestalten den Unterricht mit abwechselnden Theorie-Blöcken, direkten Entwicklungsaufgaben und Fallstudien. Microsoft-Testmandanten und Simulationsszenarien für Robotiksysteme ermöglichen unmittelbare Anwendung des Gelernten. Teilnehmende können aus dem HomeOffice oder von einem der Trainingszentren teilnehmen.
Das Programm ist in Vollzeit konzipiert und läuft über mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Da die Module individuell kombinierbar sind, kann bei bereits vorhandenen Teilkenntnissen die Laufzeit entsprechend angepasst werden. Teilzeitmodelle sind nach Absprache verfügbar.
Der Power-Platform-Anteil bereitet auf die Microsoft-Zertifizierungsprüfung PL-400 (Microsoft Power Platform Developer) vor. PL-400 ist eine Professional-Level-Prüfung von Microsoft und wird bei einem autorisierten Microsoft-Testzentrum oder online abgelegt. Sie ist die anerkannte Referenz für Entwicklerinnen und Entwickler, die komplexe Power-Platform-Lösungen bauen. Ergänzend erhalten Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein Lehrgangszertifikat des Bildungsanbieters.
Nutzen & Perspektiven
Die Verbindung von KI in der Robotik und Microsoft Power Platform Developer ist auf dem Weiterbildungsmarkt selten und deckt eine wachsende Nachfrage ab: Unternehmen, die Robotiksysteme einführen, suchen Fachkräfte, die nicht nur die physische Automation verstehen, sondern auch digitale Anwendungen entwickeln können, über die Betriebsdaten sichtbar und steuerbar werden. Dieses Kursformat schließt genau diese Lücke und positioniert Absolventinnen und Absolventen an der Schnittstelle von Operational Technology und Enterprise-IT. Der PL-400-Abschluss ist das stärkste öffentliche Signal für Microsoft-Power-Platform-Entwicklerkompetenz. Unternehmen mit Microsoft-365-Umgebungen — und das ist die Mehrheit der deutschen Unternehmenslandschaft — suchen aktiv nach PL-400-zertifizierten Profilen, da Low-Code-Ansätze allein für komplexe Unternehmensanwendungen nicht ausreichen. Wer zusätzlich versteht, wie Sensordaten aus Robotiksystemen per Azure IoT Hub und Power Automate in Applikationen einfließen, kann end-to-end-Lösungen entwickeln, die vom physischen Sensor bis zur mobilen Management-App reichen. Das kombinierte Profil stärkt die Marktposition für Rollen wie Power Platform Developer, IT Automation Architect oder Digitalisierungsberater in Unternehmen mit Robotik-Infrastruktur. Wer bereits Erfahrung in Fertigungs-IT oder Microsoft-Projekten mitbringt und auf PL-400-Niveau aufsteigen möchte, findet hier einen direkten Qualifizierungsweg, der technische Tiefe und Zertifizierungsgewicht vereint.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist die PL-400-Prüfung und was setzt sie voraus?
PL-400 (Microsoft Power Platform Developer) ist eine Professional-Level-Zertifizierung von Microsoft für Entwicklerinnen und Entwickler, die komplexe Lösungen auf Basis der Power Platform bauen. Der Kurs bereitet gezielt auf PL-400 vor. Empfohlen werden Grundkenntnisse in C# und Erfahrung mit Microsoft-365-Diensten; erste Power-Apps-Kenntnisse sind ein Vorteil.
Worin unterscheidet sich das Robotik-Modul dieses Kurses von ähnlichen Angeboten?
Das Robotik-Modul dieses Kurses betrachtet KI in der Robotik aus der IT-Entwicklerperspektive: Sensorintegration, ROS 2, ML-Deployment auf Edge-Devices und Sicherheitsarchitektur. Es unterscheidet sich damit klar von Kursen, die Robotik mit Qualitätsmethoden wie Six Sigma verbinden und dort primär auf Fertigungsoptimierung und DMAIC-Prozessanalyse ausgerichtet sind.
Wie werden Robotikdaten mit Power Platform verbunden?
Ein eigenes Integrationsmodul zeigt, wie Roboter-Telemetriedaten über Azure IoT Hub in Power-Platform-Anwendungen einfließen: Echtzeit-Dashboards in Power BI, automatisierte Wartungsbenachrichtigungen per Power Automate und Wartungsmanagement-Apps mit Dataverse-Backend. Diese Szenarien verbinden beide Kurshälften zu einer Gesamtlösung.
Welche Programmiersprache wird im Kurs für Plug-ins verwendet?
Dataverse-Plug-ins werden in C# entwickelt. Der Kurs behandelt das IPlugin-Interface, Pre- und Post-Operation-Callbacks, Tracing für die Fehlersuche und die Registrierung im Power Platform Plugin Registration Tool. Grundlegende C#-Kenntnisse erleichtern diesen Teil erheblich.
Kann ich nur den Power-Platform-Anteil belegen?
Ja, die Module sind individuell kombinierbar. Wer bereits Robotik-Kenntnisse mitbringt, kann den Schwerpunkt auf den PL-400-Vorbereitungsteil legen. Beim Beratungsgespräch vor Kursbeginn wird ein auf die vorhandenen Kenntnisse abgestimmter Lernplan erstellt.
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