Überblick
Dieser Kurs verbindet ein tiefes Eintauchen in die Welt der KI-basierten Robotik mit der Vorbereitung auf die Project Management Professional (PMP)-Zertifizierung des Project Management Institute. Der Robotik-Teil konzentriert sich auf KI-gesteuerte Wahrnehmungs- und Planungssysteme, auf Frameworks wie ROS (Robot Operating System) sowie auf maschinelle Lernverfahren, die autonome Systeme antreiben. Der PMP-Teil bereitet auf eine der weltweit angesehensten Projektmanagement-Zertifizierungen vor — auf Basis des PMBOK 7. Auflage und der Agile Practice Guide-Grundlagen, die PMI in der aktuellen PMP-Prüfung integriert hat.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Wahrnehmung und Sensorik in KI-gestützten Robotik-Systemen Robotik-Systeme beginnen mit der Wahrnehmung der Umgebung. Kameras, LiDAR, Ultraschall-Sensoren und IMUs liefern Rohdatenströme, die verarbeitet, kalibriert und für höhere Interpretationsschichten aufbereitet werden müssen. Dieser Modulblock vermittelt, wie KI-Modelle auf Sensordaten aufsetzen und welche vorverarbeitenden Schritte über die Qualität der nachgelagerten Entscheidungsfindung entscheiden.
- Überblick über Sensortypen in der Robotik: Kameras (RGB, Tiefe, Stereo), LiDAR, IMU, Kraftsensoren
- Kamerakalibrierung und Verzerrungskorrektur
- Punktwolken-Verarbeitung und 3D-Kartierung aus LiDAR-Daten
- Computer Vision Grundlagen: Kantendetektierung, Segmentierung, Objekterkennung mit CNNs
- Sensorfusion: Kombination heterogener Sensordaten für robuste Umgebungsschätzungen
- Einführung in SLAM (Simultaneous Localization and Mapping)
Modul 2: KI-basierte Entscheidung und autonome Steuerung Nachdem das System seine Umgebung wahrnimmt, muss es Entscheidungen treffen — und handeln. Dieser Block behandelt die algorithmischen Grundlagen von Planung und Steuerung: klassische Pfadfindungsverfahren, deren Grenzen in dynamischen Umgebungen und wie Reinforcement Learning diese Grenzen verschieben kann. Der Schwerpunkt liegt auf dem konzeptionellen Verständnis, nicht auf dem Reproduzieren von Implementierungsdetails.
- Pfadfindungsalgorithmen: Dijkstra, A*, RRT und Varianten
- Kinematik und Dynamik: Freiheitsgrade, Vorwärts- und inverse Kinematik
- Regelungstechnik-Grundlagen: PID-Regler und ihre Grenzen bei nichtlinearen Systemen
- Reinforcement Learning im Robotik-Kontext: Q-Learning, Policy Gradient-Methoden
- Simulationsumgebungen: Gazebo, Isaac Sim als Testbett für Steuerungsalgorithmen
- Sicherheitsanforderungen an autonome Systeme: Fail-Safe-Konzepte und Redundanz
Modul 3: ROS-Grundlagen und Systemarchitektur Das Robot Operating System (ROS/ROS 2) ist das de-facto-Middleware-Framework für die Robotik-Entwicklung. Dieser Modulblock führt in die Kernkonzepte ein und zeigt, wie ein ROS-basiertes System aus Nodes, Topics und Services aufgebaut ist — sowie wie KI-Komponenten als ROS-Nodes integriert werden. Ziel ist ein belastbares konzeptionelles Verständnis, das Teilnehmende in die Lage versetzt, ROS-Architekturen zu lesen, zu diskutieren und einfache Anpassungen vorzunehmen.
- ROS 2-Architektur: Nodes, Topics, Services, Actions, Parameter
- Launch-Systeme und Konfigurationsmanagement in ROS
- Integration von ML-Modellen als ROS-Nodes
- Debugging und Introspektionstools: RViz, rqt, ros2 topic echo
- Paketstruktur und Build-System (colcon, ament)
- Einführung in Navigation2 (Nav2) für mobile Roboter
Modul 4: PMP-Zertifizierung — Projektmanagement für technische Projekte nach PMBOK 7 Der PMP (Project Management Professional) ist die fortgeschrittene Projektmanagement-Zertifizierung des PMI und setzt — anders als der CAPM — dokumentierte Projektleitungserfahrung voraus. Die aktuelle PMP-Prüfung basiert auf dem PMBOK 7. Auflage, das sich von prozessorientierten Leitfäden zu einem prinzipienbasierten Rahmen gewandelt hat, und integriert stark agile und hybride Ansätze. Dieser Kursteil bereitet systematisch auf die Prüfung vor und stellt den Bezug zu Robotik- und Automatisierungsprojekten her.
- Die zwölf Projektmanagement-Prinzipien nach PMBOK 7
- Die acht Leistungsdomänen: Stakeholder, Team, Entwicklungsansatz, Planung, Projektarbeit, Lieferung, Messung, Unsicherheit
- Predictive, agile und hybride Entwicklungsansätze kombinieren
- Earned Value Management und Projektkennzahlen
- Risikomanagement in KI- und Robotik-Projekten: technische Ungewissheiten, Regulierungsänderungen
- PMP-Prüfungsanforderungen: Zulassungsvoraussetzungen, Prüfungsaufbau, Domänengewichtungen
Lernziele:
Die Weiterbildung befähigt Teilnehmende zu folgenden Kompetenzen —
- die Architektur typischer KI-gestützter Robotik-Systeme beschreiben: Wahrnehmung, Interpretation, Entscheidung, Aktion
- Sensordatenströme (LiDAR, Kamera, IMU) vorverarbeiten und für ML-Modelle aufbereiten
- grundlegende Algorithmen für Bewegungsplanung und Pfadfindung (A*, RRT) erläutern und einordnen
- Methoden des Reinforcement Learning im Kontext autonomer Steuerung beschreiben
- ROS-Konzepte (Nodes, Topics, Services, Actions) in ihrer Funktion erklären
- die PMP-Prüfungsanforderungen auf Basis des PMBOK 7 und der PMI Agile Practice Guide-Inhalte erfüllen
- Predictive und adaptive (agile) Projektansätze kombinieren und hybrid einsetzen
- Technologieprojekte in Robotik und Automatisierung nach PM-Standards strukturieren und steuern
- Stakeholder in technisch komplexen Projekten managen und kommunizieren
- Risiken in KI- und Robotik-Projekten systematisch erfassen und bewerten
- Änderungsmanagement in iterativen Entwicklungszyklen anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Ingenieurinnen und Ingenieure sowie technische Fachkräfte mit Berührungspunkten zu Robotik und Automatisierung, die ihre technischen Kenntnisse mit strategischer PM-Kompetenz verbinden möchten. Folgende Profile passen besonders gut —
- Software- und Robotik-Ingenieure, die in Projektleitungsverantwortung aufsteigen wollen
- Technische Projektleiter ohne formale PM-Zertifizierung
- Maschinenbau- und Elektrotechnikfachkräfte mit Bezug zu Automatisierungssystemen
- IT-Fachleute, die in Robotik- oder Industrie-4.0-Projekte einsteigen
- Personen, die die PMP-Prüfung gezielt ablegen und dabei ihren Robotik-Kontext einbringen möchten
Für die PMP-Zertifizierung gelten verbindliche PMI-Voraussetzungen: Personen mit Hochschulabschluss benötigen 36 Monate Erfahrung als Projektleitung sowie 35 Stunden PM-Ausbildung; Personen mit weiterführendem Schulabschluss benötigen 60 Monate Projekterfahrung und 35 Stunden Ausbildung. Die im Kurs absolvierten PM-Stunden zählen als Ausbildungsnachweis. Für den Robotik-Teil sind Grundkenntnisse in Programmierung (Python oder C++) und Mathematik (lineare Algebra, Analysis) empfehlenswert.
Ablauf & Abschluss
Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer bildet das Rückgrat der Weiterbildung. Technische Robotik-Inhalte werden durch demonstrationsbasiertes Lernen vermittelt: Trainer zeigen Konzepte live in Simulationsumgebungen, Teilnehmende probieren eigenständig in Sandboxes. Der PMP-Teil kombiniert strukturierte Inhalts-Sessions mit prüfungsnahen Fallszenarien und Gruppen-Diskussionen typischer PM-Situationen aus der Robotik-Praxis.
Die Vollzeit-Weiterbildung dauert mehr als einen bis zu drei Monate. Die Modulauswahl und das Vorwissen beeinflussen die individuelle Laufzeit.
Der Kursanbieter stellt eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus. Das PMP-Zertifikat erfordert eine separate externe Prüfung bei PMI sowie den Nachweis der Zulassungsvoraussetzungen. PMP-Zertifizierte müssen alle drei Jahre 60 PDUs (Professional Development Units) nachweisen, um die Zertifizierung aufrechtzuerhalten.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination von KI-Robotik-Kenntnissen und PMP-Zertifizierung ist ungewöhnlich — und genau deshalb wertvoll. Robotik-Projekte scheitern selten an fehlendem technischen Know-how, sondern häufiger an unklaren Anforderungen, eskalierenden Scopes, fehlender Stakeholder-Kommunikation oder unrealistischen Zeitplänen. Wer beides kann — Systeme verstehen und Projekte strukturieren — ist in der Lage, technische Teams zu führen, ohne an technischer Glaubwürdigkeit einzubüßen. Der PMP ist international eine der am häufigsten geforderten Projektmanagement-Zertifizierungen in Stellenausschreibungen für Senior-Rollen. In Verbindung mit nachgewiesener Robotik-Kompetenz entsteht ein Profil, das für Projektleitungsrollen in Automatisierungsunternehmen, Maschinenbaukonzernen und Industrie-4.0-Projekten passt — Segmente, in denen der Bedarf an Fachkräften mit diesem Doppelprofil stetig wächst. Für Ingenieure, die bisher rein technisch gearbeitet haben und einen Karriereschritt in Richtung technische Projektleitung anstreben, liefert dieser Kurs genau das, was fehlt: das strukturelle PM-Denken, das Unternehmen voraussetzen, kombiniert mit dem Branchenwissen, das Glaubwürdigkeit gegenüber Entwicklungsteams schafft.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen muss ich für die PMP-Prüfung mitbringen?
PMI verlangt für die PMP-Prüfung entweder einen Hochschulabschluss plus 36 Monate dokumentierte Projekterfahrung als Projektleitung plus 35 Stunden PM-Ausbildung, oder einen weiterführenden Schulabschluss plus 60 Monate Erfahrung plus 35 Stunden Ausbildung. Die 35 PM-Ausbildungsstunden werden durch den Kurs erfüllt. Der Antrag muss vor der Prüfung beim PMI eingereicht und genehmigt werden.
Was unterscheidet PMBOK 7 von PMBOK 6?
PMBOK 7 stellt einen paradigmatischen Wechsel dar: Statt 49 Prozessen in zehn Wissensgebieten formuliert es zwölf Projektmanagement-Prinzipien und acht Leistungsdomänen. Gleichzeitig integriert die aktuelle PMP-Prüfung stark agile und hybride Ansätze, die in PMBOK 6 weniger prominent waren. Der Kurs bereitet explizit auf die aktuelle Prüfungsversion vor.
Muss das PMP-Zertifikat erneuert werden?
Ja, PMP-Zertifizierte müssen alle drei Jahre 60 PDUs (Professional Development Units) nachweisen: 35 PDUs in den Kategorien Education und 25 PDUs in der Kategorie Giving Back to the Profession. Das Zertifikat läuft ohne Renewal-Nachweis ab.
Wie tief geht der Robotik-Teil des Kurses in Programmierung?
Der Robotik-Teil vermittelt konzeptionelles Verständnis von Systemarchitekturen, Algorithmen und Frameworks wie ROS 2 — der Fokus liegt auf Verständnis und Einordnung, nicht auf tiefgreifender Implementierung. Grundkenntnisse in Python oder C++ helfen, sind aber keine formale Voraussetzung für die Teilnahme.
Gibt es eine Kombination aus PMP und CAPM — welche sollte ich wählen?
CAPM ist die Einstiegszertifizierung für Personen ohne PM-Leitungserfahrung; PMP richtet sich an erfahrene Projektleitende mit nachweisbarer Erfahrung. Wenn Sie bereits Projekterfahrung in Leitungsverantwortung gesammelt haben, ist PMP die stärkere und international sichtbarere Zertifizierung.
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