Überblick
Dieser Kombikurs verbindet den Einsatz von KI in der industriellen Robotik mit den Kernthemen des Red Hat Certified Engineer (RHCE) — einem der renommiertesten Linux-Zertifikate, das heute primär auf Ansible-basierte Systemautomatisierung ausgerichtet ist. Die Verbindung ist praxislogisch: Robotiksysteme laufen überwiegend auf Linux-Betriebssystemen, und die Automatisierung von Konfiguration, Deployment und Pflege dieser Systeme durch Ansible-Playbooks ist in produktiven Roboterflotten Stand der Technik. Der RHCE (EX294) prüft genau diese Ansible-Automatisierungsexpertise auf Red-Hat-Enterprise-Linux-Systemen. Wer KI-Robotiksysteme betreibt und gleichzeitig die Linux-Infrastruktur souverän beherrscht, vereint damit zwei Kompetenzen, die in der industriellen Automatisierung in einer Person selten zu finden sind.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — KI-Methoden für autonome Robotik auf Linux-Plattformen Dieser Einstieg verbindet die algorithmischen Grundlagen der KI-gestützten Robotik mit dem Systemumfeld, in dem diese Algorithmen in der Praxis laufen. Robotiksoftware — ob ROS 2, Python-basierte Inferenz-Stacks oder CUDA-beschleunigte Modellausführung — läuft auf Linux, und dieses Modul macht den Zusammenhang zwischen Softwarearchitektur und Betriebssystemebene sichtbar.
- Überblick: KI-Algorithmen für Bewegungsplanung, Hinderniserkennung und Greifen
- ROS 2 (Robot Operating System): Nodes, Topics, Services und Actions in der Übersicht
- Python-Inferenzstacks: TensorFlow Serving, ONNX Runtime und TorchServe auf Linux
- Treiberverwaltung für Kamera- und GPU-Hardware unter RHEL
- Prozesspriorität und Echtzeit-Scheduling für zeitkritische Robotersteuerungsprozesse
- Logging mit systemd-journal und eigenem Python-Logging für KI-Prozesse
Modul 2 — Red Hat Enterprise Linux: Administration und Systemkonzepte Die RHCE-Zertifizierung baut auf dem RHCSA auf und setzt solide RHEL-Grundkenntnisse voraus. Dieses Modul bringt alle Teilnehmenden auf den nötigen Stand — von Dateisystemverwaltung und Rechteverwaltung bis zu Netzwerkkonfiguration und Service-Management mit systemd.
- RHEL-Dateisystemhierarchie, LVM und Storage-Management
- Benutzerverwaltung, sudo-Rechte und ACLs
- Netzwerkkonfiguration mit nmcli und NetworkManager
- Service-Management mit systemd: Units, Targets, Dependency-Graphen
- SELinux: Modi, Policies, Boolean-Werte und Troubleshooting
- Firewalld: Zonen, Dienste, Rich-Rules und Port-Freigaben
Modul 3 — Ansible-Automatisierung: Playbooks, Roles und Collections Der Kern des RHCE-Examen EX294 ist die praktische Ansible-Automatisierung. Dieses Modul ist das umfangreichste des Kurses und bereitet direkt auf die praxisbasierte Prüfung vor, die keine Multiple-Choice-Fragen, sondern echte Konfigurationsaufgaben auf bereitgestellten Systemen enthält.
- Ansible-Architektur: Control Node, Managed Nodes, Inventory, Verbindungsmethoden
- Ad-hoc-Kommandos und ihre Grenzen gegenüber Playbooks
- Playbook-Struktur: Plays, Tasks, Handler, Variablen, Templates (Jinja2)
- Fehlerbehandlung: ignore_errors, rescue, always, failed_when
- Roles anlegen, strukturieren und mit ansible-galaxy verwalten
- Ansible Collections installieren und in Playbooks einbinden
Modul 4 — Ansible in der Praxis: Roboter-Infrastruktur automatisieren Dieses Modul überträgt die Ansible-Kenntnisse direkt auf industrielle Roboterszenarien: Automatisches Ausrollen von Roboter-Softwarepaketen, Konfiguration von Steuerungsrechnern und Pflege von Flotteninfrastrukturen mit Ansible.
- Automatisches Deployment von ROS-2-Paketen über Ansible-Playbooks
- Konfiguration von udev-Regeln für Roboter-Hardware per Ansible
- Rollout von Python-Umgebungen (virtualenv/conda) für Inferenz-Services
- Zentrales Ansible-Inventory für Roboter-Flotten mit dynamischem Inventory-Plugin
- Ansible-Vault für sichere Handhabung von Zugangsdaten auf Robotersteuerrechnern
- AWX/Ansible Automation Platform für das Flottenmanagement aus der Weboberfläche
Praxisblock — Labor-Umgebungen und RHCE-Prüfungsvorbereitung Die RHCE-Prüfung EX294 ist vollständig praxisbasiert: Innerhalb von vier Stunden sind Ansible-Aufgaben auf echten RHEL-Systemen zu lösen. Entsprechend ist der Praxisanteil im Kurs hoch.
- Lab: Ansible-Inventory und SSH-Konnektivität zu einer simulierten Roboter-Flotte aufbauen
- Lab: Playbook für das Ausrollen und Konfigurieren eines ROS-2-Nodes schreiben
- Lab: Ansible Role für die Systemhärtung (SELinux, Firewalld, SSH) erstellen
- Lab: Ansible Vault für die sichere Verwaltung von API-Keys auf Edge-Devices nutzen
- Lab: Dynamic Inventory mit einer einfachen JSON-Quelle für Roboter-Hosts konfigurieren
- RHCE-Prüfungssimulation: Zeitgebundene Aufgabenblöcke unter Prüfungsbedingungen
- Review häufiger Fehler beim Schreiben von Ansible-Playbooks (Einrückung, Quoting, Module-Argumente)
- SELinux-Troubleshooting-Übungen: Kontext-Fehler diagnostizieren und beheben
- Übung: Handler vs. Notify korrekt einsetzen für idempotente Deployments
- Lab: Jinja2-Templates für kursabhängige Konfigurationsdateien erstellen
- Fallstudie: Automatisiertes Rollout einer neuen Modellversion auf eine 20-Knoten-Roboter-Flotte
- Abschluss-Mock-Exam (4 Stunden) mit Auswertung
Die Lehrkräfte verfügen über praktische Erfahrung sowohl mit Red-Hat-Infrastrukturen als auch mit Linux-basierten Robotiksystemen. Der Unterricht ist stark aufgabenorientiert; Theorieinput und Hands-on-Phasen wechseln sich engmaschig ab. Der Kurs ist als Vollzeit-Combined-Learning-Programm angelegt und dauert ein bis drei Monate. Ein individuelles Beratungsgespräch legt Vorwissen und Startpunkt fest.
Lernziele:
- Linux-Grundlagen und RHEL-spezifische Systemverwaltung für Embedded- und Server-Systeme anwenden
- Ansible-Playbooks für die automatisierte Konfiguration von Roboter-Steuerungsrechnern schreiben
- Ansible Roles, Collections und Galaxy für wiederverwendbare Automatisierungsmodule nutzen
- Fehlerbehandlung, Bedingungen und Schleifen in Ansible-Playbooks einsetzen
- KI-Grundlagen für Roboterwahrnehmung und Bewegungsplanung erläutern
- ROS-2-basierte Softwarekomponenten auf RHEL-Systemen konfigurieren und starten
- Deployment von Machine-Learning-Modellen auf Linux-basierten Edge-Devices verstehen
- Systemhärtung und Sicherheitsrichtlinien (SELinux, Firewall, SSH) für Robotiksysteme umsetzen
- Prüfungsrelevante Aufgaben des RHCE-Examen (EX294) lösen
- Monitoring und Logging für KI-Prozesse auf Linux-Systemen einrichten
- Container-basierte Deployment-Strategien für Robotik-KI-Dienste auf RHEL bewerten
- Ansible-Tower/AWX für die zentrale Verwaltung großer Roboterflotten beschreiben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Linux-Administratoren und DevOps-Ingenieure, die in Unternehmen mit RHEL-basierten Infrastrukturen arbeiten und zunehmend robotische oder automatisierte Produktionssysteme betreuen. Auch Robotiksoftware-Entwickler, die ihre Linux- und Automatisierungskompetenz professionalisieren möchten, profitieren von der RHCE-Vorbereitung.
- Systemadministratoren in der Fertigungs- oder Automatisierungsindustrie
- DevOps-Ingenieure, die Ansible-Automatisierung in Robotikumgebungen einführen wollen
- Robotiksoftware-Entwickler mit Linux-Grundkenntnissen, die die Infrastrukturebene verstehen möchten
- IT-Betriebsmitarbeiter, die RHEL-basierte Steuerungsserver für Roboteranlagen verwalten
- Systemintegratoren, die robotische Produktionszellen in Betrieb nehmen und pflegen
Grundlegende Linux-Kenntnisse (Kommandozeile, Dateisystem, grundlegendes Paketmanagement) sind Voraussetzung. Für eine reibungslose RHCE-Vorbereitung wird empfohlen, zuvor den RHCSA (EX200) abgelegt oder zumindest entsprechende Praxiserfahrung auf RHEL-Systemen gesammelt zu haben. Kenntnisse in Python oder Shell-Scripting erleichtern den Ansible-Einstieg.
Ablauf & Abschluss
Starker Praxisanteil: Hands-on-Labs auf RHEL-Systemen und Ansible-Prüfungssimulationen machen den Großteil der Lernzeit aus. Synchroner Live-Online-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer, ergänzt durch Selbststudiumsmaterialien und asynchrone Lab-Phasen. An New-Horizons-Standorten steht ein PC-Arbeitsplatz zur Verfügung; HomeOffice-Teilnahme ist genehmigt.
Vollzeitformat, Dauer ein bis drei Monate je nach Vorwissen und Modulauswahl. Individuelle Start- und Teilzeitoptionen auf Anfrage.
Lehrgangszertifikat nach Kursabschluss. Das Red Hat Certified Engineer-Zertifikat (RHCE) wird durch die externe praxisbasierte Prüfung EX294 bei Red Hat erworben; diese ist nicht im Kurspaket enthalten.
Nutzen & Perspektiven
Der RHCE ist eines der angesehensten Linux-Zertifikate und wird im Enterprise-Umfeld als Nachweis fortgeschrittener Automatisierungskompetenz auf RHEL anerkannt. Anders als reine Wissenstests ist EX294 eine vollständig praxisbasierte Prüfung — wer sie besteht, hat bewiesen, dass er unter Zeitdruck echte Systeme automatisieren kann. Dieser praxisbezogene Ruf macht das Zertifikat besonders glaubwürdig für Arbeitgeber. Die Robotik-Verknüpfung im Kurs macht die Ansible-Inhalte lebendig: Statt abstrakte Server-Szenarien zu konfigurieren, wird Robotiksoftware deployt, werden Steuerungsrechner gehärtet und Flottenrollouts automatisiert. Das schärft das Systemverständnis und zeigt, wie Ansible-Kenntnisse in einer der wachstumsstarken Branchen der deutschen Industrie eingesetzt werden. Mittelfristig öffnet dieser Kurs Positionen in der industriellen IT, im Maschinenbauumfeld mit RHEL-Infrastruktur und in Unternehmen, die Red-Hat-basierte Automatisierungsplattformen (Ansible Automation Platform, OpenShift) zur Verwaltung ihrer Produktionssysteme einsetzen. Das ist ein Berufsfeld, in dem die Kombination aus Systemkompetenz und Robotiknähe erfahrungsgemäß selten zu finden ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was prüft das RHCE-Examen EX294 genau?
EX294 ist eine vollständig praxisbasierte Prüfung, bei der in vier Stunden Ansible-Aufgaben auf echten RHEL-Systemen gelöst werden müssen — keine Multiple-Choice-Fragen. Typische Aufgaben: Playbooks schreiben, Roles erstellen, Inventory konfigurieren, SELinux-Probleme beheben. Red Hat wertet live auf den Systemen aus.
Muss ich den RHCSA haben, bevor ich RHCE ablege?
Formal ist der RHCSA keine zwingende Prüfungsvoraussetzung für EX294, aber praktisch ist er es: EX294 setzt solide RHEL-Grundkenntnisse voraus, die der RHCSA vermittelt. Red Hat empfiehlt offiziell, zuerst RHCSA zu bestehen. Im Kurs wird empfohlen, entsprechende Praxiserfahrung mitzubringen.
Warum wird Ansible im Kontext von Robotik gelehrt?
Robotiksysteme laufen auf Linux; in Produktionsumgebungen mit vielen Robotereinheiten wird die Konfiguration und Pflege dieser Systeme zunehmend mit Ansible automatisiert. Der Kurs nutzt Robotikszenarien als praxisnahen Anker für die Ansible-Inhalte und macht die Prüfungsvorbereitung damit greifbarer.
Ist die EX294-Prüfung im Kurspreis enthalten?
Nein, die Red-Hat-Prüfung wird separat bei Red Hat gebucht und bezahlt. Der Kurs bereitet auf die Prüfung vor, schließt aber das Prüfungsticket nicht ein.
Wie lange gilt das RHCE-Zertifikat?
Red-Hat-Zertifikate sind an eine bestimmte RHEL-Version gebunden. Mit dem Erscheinen einer neuen RHEL-Hauptversion kann eine Rezertifizierung sinnvoll werden, um die Aktualität nachzuweisen. Red Hat informiert Zertifikatsinhaber über Statusänderungen im Verify-System.
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