Überblick
Unternehmen, die ihre Prozesse strukturiert verbessern und ihre Qualitätsstandards systematisch sichern wollen, brauchen Fachkräfte mit solidem Handwerkszeug in beiden Disziplinen. Diese Weiterbildung führt Sie über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten durch vier aufeinander aufbauende Module, die das gesamte Spektrum von Prozessoptimierung und Qualitätsmanagement abdecken: von den Grundlagen des Lean Management mit Six Sigma White Belt über angewandte Datenanalyse und Projekteitung mit dem Six Sigma Yellow Belt bis hin zur Rolle der oder des Qualitätsbeauftragten und des Qualitätsmanagers — jeweils mit TÜV-Zertifizierung. Der Kurs vermittelt kein oberflächliches Überblickswissen, sondern bereitet Sie auf konkrete operative Aufgaben vor: Prozesse analysieren, Kennzahlen erheben, Abweichungen identifizieren, Standards einhalten und kontinuierlich verbessern.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Lean Management und Six Sigma White Belt Lean Management hat das Ziel, Verschwendung in Prozessen zu identifizieren und zu eliminieren. Der Kaizen-Gedanke — die kontinuierliche, inkrementelle Verbesserung — steht dabei im Mittelpunkt. Dieses Modul vermittelt die konzeptionellen Grundlagen und zeigt, wie Lean-Prinzipien auf Produktion und Verwaltung gleichermaßen angewendet werden.
- Grundprinzipien des Lean Management: Wertschöpfung, Wertstrom, Verschwendungsarten (Muda)
- Kaizen-Ansatz und kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) in der Praxis
- Lean Production: Just-in-Time, Kanban, 5S-Methode und Standardarbeit
- Lean Administration: Übertragung der Lean-Prinzipien auf administrative Prozesse
- Push- und Pull-Systeme in der Produktion und Logistik
- Six Sigma White Belt: Grundverständnis der DMAIC-Methodik und Rollensystem in Projekten
Modul 2 — Lean Six Sigma Yellow Belt Der Yellow Belt vertieft das Six-Sigma-Methodenwissen und befähigt zur aktiven Mitarbeit in Verbesserungsprojekten. Schwerpunkt dieses Moduls sind Datenanalyse, Kennzahlensysteme und die Bewertung von Maßnahmen nach deren wirtschaftlichem Nutzen.
- Statistische Grundlagen für Prozessanalysen: Histogramme, Regelkarten, Stichprobentheorie
- KPI-Definition und Datenmessung: Prozessfähigkeitskennzahlen Cp und Cpk
- Fehlerquellen und Ursache-Wirkungs-Analyse: Ishikawa-Diagramm, 5-Why-Methode
- Kosten-Nutzen-Analyse von Verbesserungsmaßnahmen
- Risikobewertung in laufenden Prozessen
- Prozessfähigkeitsanalysen und Interpretation der Ergebnisse
Modul 3 — Qualitätsbeauftragte:r mit TÜV-Zertifizierung Die Qualitätsbeauftragte oder der Qualitätsbeauftragte ist die operative Schlüsselfigur in einem Qualitätsmanagementsystem. Dieses Modul bereitet auf diese Rolle vor, mit Fokus auf Normen, Dokumentation, interne Audits und Prozesskontrolle. Abschluss ist die TÜV-Zertifizierung.
- Normen und Richtlinien: DIN EN ISO 9001, Aufbau und Anforderungen
- Gestaltung und Steuerung von Unternehmensprozessen nach QM-Anforderungen
- Kontinuierlicher Verbesserungsprozess (KVP) im Rahmen eines zertifizierten QMS
- Leistungs- und Qualitätskontrolle durch Messung, Prüfplanung und Überwachung
- Interne Audits: Planung, Durchführung und Nachverfolgung
- TÜV-Zertifizierung zum Qualitätsbeauftragten nach QM-Standards
Modul 4 — Qualitätsmanager:in mit TÜV-Zertifizierung Aufbauend auf dem Qualitätsbeauftragten-Modul führt dieser Lehrgang in die strategische und systemische Dimension des Qualitätsmanagements ein. Sie lernen, QM-Systeme auf Unternehmensziele auszurichten, Geschäftsprozesse zu identifizieren und systematisch zu optimieren sowie Methoden wie FMEA und QFD einzusetzen. Abschluss ist die TÜV-Zertifizierung.
- Identifikation, Gestaltung und kontinuierliche Optimierung von Geschäftsprozessen
- Strategische Ausrichtung des Qualitätsmanagementsystems auf Unternehmensziele
- Prozessanalyse mit FMEA (Fehler-Möglichkeits- und -Einfluss-Analyse)
- Quality Function Deployment (QFD) zur kundenorientierten Produktgestaltung
- KPI-basierte Leistungsbewertung und Audit-Systematiken
- TÜV-Zertifizierung zum Qualitätsmanager nach QM-Standards
Praxis-Block — Anwendungsszenarien aus Prozess- und Qualitätsmanagement Die praktischen Übungen begleiten alle vier Module. Sie arbeiten an typischen Aufgabenstellungen aus Produktions- und Verwaltungsumgebungen und üben dabei die Anwendung der gelernten Methoden.
- Wertstromanalyse für einen beispielhaften Produktionsprozess durchführen
- Kanban-System für eine Musterprozess-Umgebung konzipieren
- DMAIC-Projekt anhand eines vorgegebenen Verbesserungsansatzes strukturieren
- KPI-Set für einen QM-relevanten Prozess definieren und messbar machen
- Ishikawa-Diagramm für ein Qualitätsproblem erstellen und auswerten
- Kosten-Nutzen-Rechnung für eine Prozessverbesserungsmaßnahme aufstellen
- Interne Audit-Checkliste auf Basis von ISO 9001-Anforderungen erarbeiten
- FMEA für einen technischen Prozess durchführen und dokumentieren
- QFD-Matrix für ein Produktbeispiel anlegen
- Auditbericht schreiben und Maßnahmen ableiten
- KPI-Dashboard für ein QM-System konzeptionell aufbauen
- Abschlusspräsentation: Verbesserungsmaßnahme von der Analyse bis zur Maßnahmenplanung
Der Kurs ist als Combined Learning konzipiert und wird in Vollzeit über drei bis sechs Monate absolviert. Durch das strukturierte Modul-System können Sie die Zertifizierungsprüfungen gezielt zu den jeweiligen Abschnitten vorbereiten.
Lernziele:
- Sie kennen die Grundprinzipien des Lean Management und können den Kaizen-Ansatz in der Praxis anwenden
- Sie verstehen die Methodik von Six Sigma und können einfache Projekte nach DMAIC strukturieren
- Sie ermitteln und interpretieren relevante Prozesskennzahlen (KPIs) und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab
- Sie führen Kosten-Nutzen-Analysen für Prozessverbesserungsmaßnahmen durch
- Sie bewerten Prozessrisiken und entwickeln geeignete Gegenmaßnahmen
- Sie kennen die wesentlichen Normen und Richtlinien des Qualitätsmanagements, insbesondere DIN EN ISO 9001
- Sie gestalten und steuern Unternehmensprozesse nach QM-Anforderungen
- Sie übernehmen Aufgaben als Qualitätsbeauftragte:r, einschließlich interner Audits und Dokumentation
- Sie beherrschen die Methoden FMEA und QFD zur systematischen Fehlerprävention
- Sie setzen Qualitätsmanagementsysteme strategisch ein und richten sie auf Langzeitziele aus
- Sie können Messung und Überwachung von Qualitätsprozessen mittels KPIs und Auditverfahren sicherstellen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung eignet sich für Berufstätige und Berufseinsteiger, die im Bereich Prozessverbesserung oder Qualitätssicherung arbeiten möchten oder bereits arbeiten und ihre Kenntnisse durch anerkannte Zertifikate nachweisen wollen.
- Berufswechsler mit kaufmännischer oder technischer Grundbildung, die ins QM-Feld einsteigen
- Sachbearbeiter und Assistenzkräfte in Produktion, Verwaltung oder Dienstleistung mit Qualitätsbezug
- Fachkräfte, die Methoden wie Lean, Six Sigma oder ISO-Normen in der Praxis anwenden wollen
- Personen, die eine formale Qualifikation als Qualitätsbeauftragte:r oder -manager:in anstreben
- Beschäftigte, deren Stelle zunehmend QM-Aufgaben umfasst und die ihr Wissen strukturieren möchten
Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich, da Kursunterlagen, Übungen und Zertifizierungsprüfungen auf Deutsch durchgeführt werden. Allgemeine PC-Kenntnisse und grundlegendes kaufmännisches oder technisches Verständnis erleichtern den Einstieg. Besondere Vorkenntnisse in Qualitätsmanagement oder Lean Six Sigma werden nicht vorausgesetzt; das Modulkonzept baut von den Grundlagen an auf.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert Online-Lernphasen mit begleiteten Unterrichtseinheiten im Combined-Learning-Format. In angeleiteten Phasen werden Konzepte erarbeitet, in Übungsphasen angewendet. Jedes der vier Module schließt mit einer Zertifizierungsprüfung ab, auf die der jeweilige Lehrgangsabschnitt gezielt vorbereitet. Die Methodik ist praktisch orientiert: Statt abstrakter Theorievermittlung stehen Werkzeuge im Vordergrund, die direkt auf den Arbeitsalltag übertragbar sind.
Die Gesamtdauer beträgt je nach individuellem Lerntempo drei bis sechs Monate in Vollzeit. Jedes der vier Module ist auf ca. vier Wochen ausgelegt, sodass Prüfungen und Zertifizierungen modular absolviert werden können.
Die Weiterbildung schließt mit vier Zertifizierungen ab: Lean Six Sigma Yellow Belt, Six Sigma White Belt, TÜV-Zertifikat Qualitätsbeauftragte:r und TÜV-Zertifikat Qualitätsmanager:in. Diese Zertifikate sind in der Industrie, im Dienstleistungsbereich und im Handel anerkannte Qualifikationsnachweise. Zusätzlich erhalten Sie ein Trägerzertifikat über die absolvierte Weiterbildungsmaßnahme. Bei AZAV-Zulassung der Maßnahme kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein gefördert werden.
Nutzen & Perspektiven
Mit dem Abschluss dieser Weiterbildung können Sie im Unternehmen sofort operative Aufgaben im Qualitätsmanagement übernehmen: als Qualitätsbeauftragte:r, der oder die interne Audits plant und durchführt, Prozessdokumentationen pflegt und Abweichungen meldet; oder als Qualitätsmanager:in, der oder die Prozessziele definiert, KPI-Systeme aufbaut und das QMS strategisch steuert. Lean- und Six-Sigma-Kenntnisse ergänzen diese Rolle um die Fähigkeit, Verbesserungsprojekte methodisch zu begleiten. Die Kombination aus vier Zertifikaten in einem Lehrgang ist dabei nicht nur aus inhaltlicher Sicht sinnvoll — sie macht Sie auf dem Arbeitsmarkt breiter positionierbar. Stellen für Qualitätsmanagement, Prozessoptimierung, QM-Assistenz und QM-Koordination verlangen oft genau diesen Mix aus Norm-Kenntnissen, Methodik-Erfahrung und formalem Qualifikationsnachweis. Der Lean-Six-Sigma-Baustein macht Sie zudem anschlussfähig für weiterführende Qualifizierungen auf Green-Belt- oder Black-Belt-Niveau, falls Sie sich später weiter spezialisieren möchten. Das Fundament, das dieser Kurs legt, ist damit auch der Ausgangspunkt für eine längerfristige berufliche Entwicklung im Qualitäts- und Prozessmanagement.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifikate erhalte ich am Ende?
Sie erwerben vier Abschlüsse: Lean Six Sigma Yellow Belt, Six Sigma White Belt sowie je ein TÜV-Zertifikat als Qualitätsbeauftragte:r und als Qualitätsmanager:in. Zusätzlich erhalten Sie ein Trägerzertifikat über die Gesamtmaßnahme.
Wie unterscheiden sich Qualitätsbeauftragte:r und Qualitätsmanager:in?
Die Qualitätsbeauftragte oder der Qualitätsbeauftragte übernimmt operative Aufgaben: Auditdurchführung, Dokumentationspflege, Überwachung von Prozessstandards. Die Qualitätsmanagerin oder der Qualitätsmanager agiert auf einer übergeordneten Ebene und richtet das QM-System strategisch auf Unternehmensziele aus, plant Systementwicklung und steuert QM-Kennzahlen.
Was bedeutet Six Sigma Yellow Belt im Vergleich zu Green und Black Belt?
Der Yellow Belt ist die erste Kompetenzstufe und befähigt zur Mitarbeit in Six-Sigma-Projekten sowie zur Durchführung einfacher Verbesserungsmaßnahmen. Green Belt und Black Belt folgen als Aufbauqualifikationen für eigenständige Projektleitung und statistische Tiefenanalysen. Dieser Kurs legt das Fundament für beide Weiterbildungswege.
Ist diese Weiterbildung über einen Bildungsgutschein förderbar?
Die Maßnahme ist nach AZAV zugelassen. Bei Vorliegen der persönlichen Fördervoraussetzungen kann ein Bildungsgutschein bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter beantragt werden. Ob ein Gutschein ausgestellt wird, entscheidet die jeweilige Fördereinrichtung auf Basis Ihrer individuellen Situation.
Für welche Branchen ist diese Qualifikation relevant?
Qualitätsmanagement und Prozessoptimierung sind branchenübergreifende Disziplinen. Besonders gefragt sind diese Qualifikationen in der Fertigungsindustrie, im Gesundheitswesen, im Handelsunternehmen, in der Logistik und in Dienstleistungsorganisationen, die nach ISO 9001 zertifiziert sind oder eine Zertifizierung anstreben.
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