Überblick
Wer Projekte leitet, muss sie zuerst planen. Dieser Kurs vermittelt das methodische Grundwissen, das für strukturierte Projektarbeit unerlässlich ist: von der Projektdefinition über die Anforderungserhebung bis zur Erstellung realistischer Zeitpläne. Ergänzt wird das klassische Projektmanagement-Handwerk durch eine Einführung in agile Ansätze sowie den praktischen Umgang mit Excel und MS Project. Am Ende des Kurses können Teilnehmende eigenständig Projekte strukturieren, Aufgaben priorisieren und Fortschritte transparent nachvollziehen — auch wenn komplexere Projekte Unerwartetes mitbringen.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der methodischen Projektplanung Projekte scheitern häufig nicht in der Umsetzung, sondern bereits in der Planungsphase — durch unklare Ziele, vergessene Abhängigkeiten oder unterschätzte Aufwände. Dieser Block legt das konzeptionelle Fundament: Was ist ein Projekt, wie grenzt man es ab, und welche Planungsschritte sind unverzichtbar?
- Definition eines Projekts: Merkmale, Arten und Abgrenzung zum Regelbetrieb
- Projektziele formulieren: SMART, messbar, realistisch
- Projektauftrag und Projektcharta als verbindliche Grundlage
- Projektphasen und Meilensteine: Klassisches Phasenmodell im Überblick
- Stakeholder-Analyse: Wer ist beteiligt, wer muss informiert werden?
Anforderungen erheben und Aufgaben strukturieren Bevor Pläne entstehen, müssen Anforderungen klar sein. Dieser Block zeigt, wie man Anforderungen aus verschiedenen Quellen (Auftraggeber, Nutzer, Team) strukturiert erhebt, dokumentiert und in einen Projektstrukturplan überführt.
- Anforderungsworkshops vorbereiten und durchführen
- Anforderungen klassifizieren: funktional, nicht-funktional, Randbedingungen
- Projektstrukturplan (PSP) erstellen und Arbeitspakete definieren
- Aufgaben priorisieren: Welche Arbeitspakete sind kritisch?
- Abhängigkeiten zwischen Aufgaben identifizieren und dokumentieren
Terminplanung und Ressourcenmanagement Aus dem Projektstrukturplan wird ein Terminplan — und der muss mit den verfügbaren Ressourcen realistisch sein. Dieser Block behandelt die Kernwerkzeuge der klassischen Projektplanung, die in jedem Projektmanagement-Alltag vorkommen.
- Vorgangslisten und Balkendiagramme (Gantt-Charts) erstellen
- Netzplantechnik: Kritischer Pfad und Pufferzeiten berechnen
- Ressourcenplanung: Kapazitäten zuweisen und Engpässe erkennen
- Projektkosten schätzen und ein einfaches Budget aufstellen
- Fortschrittsmessung: Earned Value, Ampelberichte und Meilensteintrends
Agile Ergänzung: Scrum und iteratives Vorgehen Methodisches Projektmanagement bedeutet heute nicht mehr nur klassische Planung. Dieser Block bietet eine fundierte Einführung in agile Ansätze und zeigt, wie Scrum als Rahmenwerk neben — oder anstelle von — klassischen Methoden eingesetzt werden kann.
- Werte und Prinzipien des agilen Manifests im Kontext der Projektplanung
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam und ihre Planung
- Sprint Planning als iterative Alternative zur klassischen Terminplanung
- Backlog als lebendiges Planungsdokument vs. starrem Projektplan
- Wann ist klassisches Vorgehen besser, wann agil — und wann hybrid?
Planung mit Excel und MS Project Theorie allein reicht nicht — dieser Block setzt das Gelernte in die zwei wichtigsten Planungswerkzeuge um, die in deutschen Unternehmen verbreitet sind: Excel für einfache Strukturen und MS Project für professionelles Projektcontrolling.
- Projektplan in Excel erstellen: Gantt-Chart, Aufgabenliste, Statusampel
- Scrum-Board in Excel: Spalten und Aufgabenkarten anlegen
- MS Project: Aufgaben anlegen, Abhängigkeiten setzen, Ressourcen zuweisen
- Fortschrittsberichte aus MS Project exportieren und präsentieren
- Ressourcen-Auslastungsberichte lesen und interpretieren
Praktische Anwendung: Vom Plan zum Projekt Im abschließenden Praxisblock durchlaufen Teilnehmende eine vollständige Planungssequenz — von der Projektidee über den Strukturplan bis zum fertigen Terminplan mit Ressourcenzuweisung.
- Projekt-Kick-off: Ziele, Stakeholder und Rahmenbedingungen klären
- PSP erstellen und Arbeitspakete schätzen
- Terminplan in MS Project aufbauen inkl. Ressourcenzuweisung
- Fortschrittssimulation: Was passiert, wenn ein Arbeitspaket in Verzug gerät?
- Statusbericht erstellen und vor Stakeholdern präsentieren
- Agile Alternative: Dasselbe Projekt als Scrum-Backlog modellieren
- Vergleich der Ansätze: Was gewinnt man, was verliert man?
- Risikoworkshop: Die drei häufigsten Planungsfehler und wie man sie vermeidet
- Retrospektive zur eigenen Planungspraxis
Am Ende des Praxisblocks hat jeder Teilnehmende einen vollständigen, dokumentierten Projektplan erstellt — sowohl als klassischen Terminplan in MS Project als auch als agiles Backlog in Excel. Die Fallstudie basiert auf einem generischen, branchenübergreifenden Projektszenario (z. B. Einführung eines neuen Softwaresystems oder Umzug eines Büros), damit Teilnehmende aus unterschiedlichen Berufshintergründen einen direkten Bezug herstellen können.
Lernziele:
- Ein Projekt klar definieren, abgrenzen und in einem Projektauftrag dokumentieren
- Anforderungen systematisch erheben und in umsetzbare Aufgaben überführen
- Einen Projektstrukturplan und einen Terminplan erstellen
- Ressourcen zuweisen und Kapazitäten realistisch einplanen
- Projektfortschritt überwachen und bei Abweichungen gezielt eingreifen
- Agile Werte und Prinzipien verstehen und von klassischen Methoden abgrenzen
- Ein Scrum-Board in Excel anlegen und für kleinere Projekte nutzen
- MS Project für die Projektplanung, Ressourcenverwaltung und Berichterstattung einsetzen
- Aufgaben nach Dringlichkeit und Wirkung priorisieren
- Stakeholder identifizieren und ihren Informationsbedarf bedienen
- Typische Risiken in der Planungsphase erkennen und gegensteuern
- Ergebnisse und Projektstand verständlich präsentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die Projekte strukturierter planen und führen möchten — unabhängig davon, ob sie bereits informell Projektaufgaben übernommen haben oder ganz neu einsteigen.
- Fachkräfte, die in ihrer Rolle zunehmend Projektverantwortung übernehmen
- Sachbearbeiter und Assistenten, die Projekte koordinieren sollen
- Quereinsteiger ins Projektmanagement ohne formale PM-Ausbildung
- Teamleiter, die ihre methodische Planungskompetenz stärken möchten
- Personen, die auf Zertifizierungen wie PRINCE2 Foundation oder Scrum Foundation vorbereitet werden wollen
Vorkenntnisse im Projektmanagement sind nicht erforderlich. Grundlegende Kenntnisse in MS Office — insbesondere Excel — erleichtern die Tool-Abschnitte. Der Kurs setzt auf schrittweisen Aufbau: Wer noch nie einen Projektplan erstellt hat, ist genauso richtig adressiert wie jemand, der schon informell Projekte begleitet hat und sein Vorgehen systematisieren möchte.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung kombiniert Präsenzphasen im virtuellen Raum mit begleiteten Übungseinheiten. Theorieinputs wechseln regelmäßig mit praktischen Aufgaben — Teilnehmende erstellen nicht nur Pläne auf Papier, sondern direkt im Tool. Gruppenaufgaben, Fallstudienarbeit und Peer-Feedback sind feste Bestandteile. Das Format ist sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit verfügbar.
Die Weiterbildung wird von den Anbietern in verschiedenen Zeithorizonten angeboten. Vollzeit-Varianten sind kompakter, Teilzeit-Varianten verteilen die Inhalte über mehrere Monate. Die konkreten Termine und Wochenstunden sind bei den jeweiligen Anbietern auf Kursweg einsehbar.
Teilnehmende erhalten nach Abschluss eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung bzw. ein trägerinternes Zertifikat. Der Kurs bereitet inhaltlich auf weiterführende Zertifizierungen im Projektmanagement vor — darunter PRINCE2 Foundation, Scrum Foundation oder IPMA Level D. Die externen Prüfungen sind separat abzulegen.
Nutzen & Perspektiven
Methodische Projektplanung ist eine der gefragtesten Querschnittskompetenzen am deutschen Arbeitsmarkt. Unternehmen aller Größen und Branchen — von der mittelständischen Produktion bis zum Softwarehaus — brauchen Mitarbeitende, die Projekte nicht nur abwickeln, sondern von Anfang an strukturiert anlegen. Wer diesen Kurs abschließt, kann einen Projektkickoff moderieren, einen Terminplan erstellen und einen Statusbericht vor Auftraggebern vertreten. Der Kurs ist dabei bewusst methoden-plural angelegt: Statt nur klassisches oder nur agiles Vorgehen zu vermitteln, zeigt er beide Perspektiven — und hilft Teilnehmenden, für jede Projektsituation das passende Vorgehen zu wählen. Diese Flexibilität ist in der Praxis entscheidend, weil kaum ein Unternehmen rein klassisch oder rein agil arbeitet. Das Handwerk der Projektplanung ist auch die Basis für alle weiteren Karriereschritte im Projektmanagement. Wer die Grundlagen versteht, profitiert deutlich mehr von anschließenden Zertifizierungskursen (PRINCE2, IPMA, PMI) — und steigt dort mit einem gefestigten Verständnis ein, anstatt Konzepte abstrakten Definitionen entgegenzuhalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zu einem reinen Scrum-Kurs?
Dieser Kurs vermittelt methodisches Basiswissen für Projektplanung allgemein — also klassische Techniken wie Projektstrukturplan, Gantt-Chart und Terminplanung. Scrum wird als agile Ergänzung behandelt. Ein reiner Scrum-Kurs konzentriert sich ausschließlich auf das Scrum-Framework und geht tiefer in Sprint-Zeremonien und Backlog-Management.
Brauche ich MS Project-Kenntnisse für diesen Kurs?
Nein. MS Project wird im Kurs von Grund auf eingeführt. Vorteilhaft sind allgemeine Excel-Kenntnisse, da Excel ebenfalls als Planungstool eingesetzt wird. Wer bereits mit MS Project gearbeitet hat, profitiert von der strukturierten Vertiefung der Planungsfunktionen.
Bereitet der Kurs auf eine Zertifizierung vor?
Der Kurs legt die methodische Grundlage, die für Zertifizierungen wie PRINCE2 Foundation, Scrum Foundation oder IPMA Level D vorausgesetzt wird. Die Prüfungen selbst sind separat abzulegen — aber wer diesen Kurs kennt, ist inhaltlich gut vorbereitet.
Wird sowohl klassisches als auch agiles Projektmanagement behandelt?
Ja. Der Kurs ist bewusst methoden-plural: Klassische Planung (Terminplan, PSP, Gantt) und agile Ansätze (Scrum, Backlog, Sprint Planning) werden beide vermittelt und miteinander verglichen. Das erlaubt Teilnehmenden, für unterschiedliche Projektsituationen das passende Vorgehen zu wählen.
Für wen eignet sich dieser Kurs besonders?
Ideal für Fachkräfte, die in ihrer Rolle zunehmend Projektaufgaben übernehmen, aber noch keine formale PM-Ausbildung haben. Auch Personen, die auf weiterführende PM-Zertifizierungen vorbereitet werden möchten, profitieren von diesem soliden Grundlagenkurs.
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