Überblick
C++ gehört zu den leistungsstärksten und anspruchsvollsten Programmiersprachen überhaupt. Sie verbindet hardwarenahe Kontrolle mit modernen objektorientierten Konzepten und ist aus der Systemprogrammierung, der Embedded-Entwicklung und der Spieleentwicklung nicht wegzudenken. Dieser Aufbaukurs richtet sich an Personen, die bereits Grundlagen der Sprache beherrschen und ihre Fähigkeiten systematisch auf ein professionelles Niveau heben möchten. Im Mittelpunkt stehen fortgeschrittene Konzepte wie Templates, Polymorphie, Exception-Handling und die Arbeit mit Dateiströmen — allesamt Techniken, die in realen Entwicklungsprojekten täglich zum Einsatz kommen. Durch den kombinierten Lernansatz aus Theorie und intensiver Praxis erwerben die Teilnehmenden ein solides Handwerkszeug, um stabile, wartbare und wiederverwendbare C++-Programme zu entwickeln.
Kursinhalte & Lernziele
Die Kursinhalte sind so aufgebaut, dass fortgeschrittene Konzepte schrittweise eingeführt und sofort in praxisnahen Übungen angewendet werden. Jeder Themenblock baut auf den vorherigen auf, sodass ein konsistentes Bild der modernen C++-Entwicklung entsteht. Objektorientierung und Klassenhierarchien bilden das Herzstück des Kurses. Die Teilnehmenden vertiefen ihr Verständnis von Klassen, Konstruktoren, Destruktoren und der korrekten Ressourcenverwaltung. Vererbung wird nicht nur syntaktisch, sondern auch konzeptionell durchdrungen — wann ist sie sinnvoll, wann ist Komposition die bessere Wahl.
- Klassendesign: Attribute, Methoden, Zugriffsschutz und Kapselung
- Einfache und mehrfache Vererbung in C++
- Konstruktoren und Destruktoren in Vererbungshierarchien
- Override, final und abstrakte Klassen
- Überladen von Operatoren und Methoden
- Unterschied zwischen statischer und dynamischer Bindung
Templates und generische Programmierung erweitern das Repertoire erheblich. Wer Templates versteht, schreibt Code, der mit beliebigen Typen funktioniert — ohne Typsicherheit zu opfern. Dieser Abschnitt vermittelt Funktionstemplates, Klassentemplates und erste Einblicke in die Standardbibliothek.
- Funktionstemplates definieren und instanziieren
- Klassentemplates mit einem und mehreren Typparametern
- Spezialisierung von Templates für bestimmte Typen
- Container der STL: vector, list, deque, map, set
- Iteratoren und Algorithmen aus der STL
- Range-based for-Schleifen und Lambda-Ausdrücke
Dateioperationen und Fehlerbehandlung sind unverzichtbar für jede professionelle Anwendung. C++ stellt mächtige Stream-Klassen zur Verfügung, und ein sorgfältiger Umgang mit Ausnahmen verhindert, dass Fehler unbemerkt bleiben oder Programme abstürzen.
- ifstream und ofstream: Dateien lesen und schreiben
- Textdateien und Binärdateien im Vergleich
- stringstream für In-Memory-Verarbeitung
- Exceptions werfen (throw), abfangen (try/catch) und neu werfen
- Eigene Exception-Klassen von std::exception ableiten
- RAII-Idiom zur sicheren Ressourcenverwaltung
Praxisübungen und Debugging-Techniken runden die theoretischen Inhalte ab. An realistischen Aufgaben üben die Teilnehmenden, typische Fehlerquellen zu identifizieren und zu beseitigen. Debugging mit einem Debugger und einfache Profiling-Methoden gehören ebenso dazu wie erste Schritte in Richtung GUI-Programmierung.
- Breakpoints setzen, Variablen beobachten und Ausführung schrittweise verfolgen
- Speicherlecks mit valgrind oder ähnlichen Werkzeugen finden
- Typische Undefined-Behavior-Fehler erkennen und vermeiden
- Einführung in GUI-Konzepte und Dialogfeldgestaltung
- Portabilität: plattformunabhängig entwickeln unter Windows, Linux und macOS
- Codestruktur, Namenskonventionen und Dokumentation mit Doxygen
- Build-Systeme: Kompilieren mit g++, cmake-Grundlagen
- Versionskontrolle: Überblick über den Einsatz von git in C++-Projekten
- Refactoring-Techniken für wartbaren Code
- Performanceüberlegungen: wann inline, wann const, wann noexcept
- Abschlussprojekt: Eigenständige Implementierung einer kleinen Anwendung mit Templates und Dateianbindung
- Code-Review und Feedback im Kursverband
Am Ende des Praxisblocks haben die Teilnehmenden eine eigene vollständige C++-Anwendung implementiert, die Templates, Polymorphie, Dateioperationen und Exception-Handling vereint. Diese praktische Erfahrung bildet eine starke Grundlage für den beruflichen Einstieg oder Aufstieg in der Softwareentwicklung. Die im Kurs erarbeiteten Fähigkeiten sind unmittelbar auf reale Projekte anwendbar. Ob Systemprogrammierung, Embedded-Software oder plattformübergreifende Anwendungen — das erworbene Wissen ist breit einsetzbar und schärft das Verständnis für die Funktionsweise moderner Softwaresysteme auf einem Niveau, das wenige andere Sprachen erfordern.
Lernziele:
- Fortgeschrittene Konzepte der Objektorientierung in C++ sicher anwenden
- Klassenhierarchien entwerfen und Vererbungsbeziehungen strukturiert modellieren
- Polymorphie und virtuelle Funktionen gezielt einsetzen, um flexible Softwarearchitekturen zu realisieren
- Überladen und Überschreiben von Methoden und Operatoren korrekt unterscheiden und anwenden
- Templates einsetzen, um generische und wiederverwendbare Datenstrukturen und Algorithmen zu schreiben
- Standardcontainer wie Vektoren, Listen und Maps aus der STL verstehen und effizient nutzen
- Exceptions definieren, werfen und abfangen, um robuste Fehlerbehandlung zu implementieren
- Dateien und Ströme (ifstream, ofstream, stringstream) lesen, schreiben und korrekt schließen
- Debugging-Techniken anwenden, um Laufzeitfehler und Speicherlecks systematisch aufzuspüren
- Grundlagen der GUI-Programmierung und Dialogfeldgestaltung in C++ kennenlernen
- Hardwarenahe und betriebssystemunabhängige Programme konzipieren und implementieren
- Quellcode nach professionellen Standards strukturieren und dokumentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Aufbaukurs richtet sich an Personen mit vorhandenen C++-Grundkenntnissen, die ihre Fähigkeiten gezielt ausbauen und für den professionellen Einsatz fit machen möchten. Besonders angesprochen sind
- Berufsrückkehrerinnen und Berufsrückkehrer aus der Softwareentwicklung, die Kenntnisse auffrischen wollen
- Umsteigerinnen und Umsteiger aus anderen Programmiersprachen (C, Java, Python), die C++ vertiefen möchten
- Entwicklerinnen und Entwickler, die in der Embedded- oder Systemprogrammierung Fuß fassen wollen
- Personen, die eine Ausbildung oder ein Studium in Informatik absolviert haben und praktische Vertiefung suchen
- IT-affine Quereinsteiger mit nachgewiesenen Grundkenntnissen in C++ und Objektorientierung
Gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift werden für die Kursteilnahme vorausgesetzt. Darüber hinaus sind solide Grundkenntnisse in der Programmierung mit C++ unabdingbar — der Kurs beginnt dort, wo Einführungskurse aufhören, und setzt Vertrautheit mit Klassen, einfacher Vererbung und grundlegenden Containertypen voraus. Kenntnisse in Objektorientierung, auch aus anderen Sprachen, sind hilfreich. Erfahrung mit einem C++-Compiler (z. B. g++ oder MSVC) und einer einfachen Entwicklungsumgebung ist ebenfalls von Vorteil, da von Beginn an praktisch gearbeitet wird.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format durchgeführt, das Präsenz- und Online-Anteile sinnvoll verbindet. Theoretische Grundlagen werden durch Erklärungen und Demonstrationen vermittelt, unmittelbar gefolgt von Programmierübungen an realen Aufgaben. Die Teilnehmenden arbeiten durchgehend in einer vollständig eingerichteten Entwicklungsumgebung und erhalten individuelles Feedback zu ihrem Code. Vollzeit-Unterricht gewährleistet eine hohe Lernintensität und schnellen Fortschritt. Gruppenübungen und Code-Reviews fördern die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lösungsansätzen.
Die Weiterbildung dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat und wird in Vollzeit absolviert. Der genaue Umfang hängt vom jeweiligen Anbieter ab; in der Regel sind fünf Tage pro Woche geplant. Diese kompakte Struktur ermöglicht es, in kurzer Zeit ein deutliches Kompetenzniveau zu erreichen. Zwischen den Unterrichtseinheiten sind eigenständige Übungsaufgaben eingeplant, die den Lernfortschritt festigen.
Nach erfolgreich absolvierter Weiterbildung erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Dieses Dokument bescheinigt die erworbenen Kenntnisse und ist ein anerkannter Nachweis gegenüber Arbeitgebern in der Softwareentwicklung. Da C++ eine klar messbare technische Kompetenz darstellt, kann die Bescheinigung durch Portfolio-Arbeiten und eigene Projekte inhaltlich ergänzt werden, um Bewerbungsunterlagen zu stärken.
Nutzen & Perspektiven
C++ ist eine der gefragtesten Sprachen in der Systemprogrammierung, im Embedded-Bereich, in der Spieleentwicklung und überall dort, wo Leistung und Ressourcenkontrolle entscheidend sind. Wer fortgeschrittene C++-Kenntnisse besitzt, hebt sich deutlich von der Masse der Entwicklerinnen und Entwickler ab, die nur in höheren Sprachen arbeiten. Die in diesem Kurs vermittelten Konzepte — insbesondere Templates, Polymorphie und Exception-Handling — gehören zu den Kernkompetenzen, die erfahrene C++-Entwickler von Juniorentwicklern unterscheiden. Der Kurs ist so aufgebaut, dass die erlernten Fähigkeiten unmittelbar im Beruf anwendbar sind. Ob in einem Unternehmen, das eingebettete Systeme entwickelt, oder in einer Softwareagentur, die plattformübergreifende Desktopanwendungen baut — das Kompetenzprofil eines C++-Entwicklers mit fundierten Aufbaukenntnissen ist auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Zahlreiche Arbeitgeber suchen explizit nach Kandidatinnen und Kandidaten, die Templates, STL-Container und robuste Fehlerbehandlung nicht nur benennen, sondern souverän einsetzen können. Für Arbeitssuchende, die über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters verfügen, ist die Weiterbildung bei AZAV-zertifizierten Trägern in der Regel vollständig förderfähig. Je nach individueller Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine persönliche Beratung beim zuständigen Kostenträger klärt, welcher Weg der richtige ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche C++-Vorkenntnisse brauche ich für den Aufbaukurs?
Sie sollten Klassen, einfache Vererbung und grundlegende Datentypen in C++ bereits kennen. Kenntnisse aus einem C++-Grundkurs oder vergleichbare Praxiserfahrung werden vorausgesetzt. Der Kurs beginnt direkt bei fortgeschrittenen Konzepten wie Polymorphie und Templates.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Ja, bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist die Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder die Deutsche Rentenversicherung in Frage. Eine Beratung beim zuständigen Kostenträger klärt die konkrete Fördermöglichkeit.
Welche Programmiersprachen helfen als Vorbereitung?
Neben C++-Grundkenntnissen sind Vorkenntnisse in C, Java oder anderen objektorientierten Sprachen nützlich. Das wichtigste ist das Verständnis von Klassen und Kapselung — die C++-spezifische Syntax lässt sich darauf aufbauen.
In welchen Berufsfeldern kann ich die erworbenen Kenntnisse einsetzen?
Fortgeschrittene C++-Kenntnisse öffnen Türen in der Systemprogrammierung, der Embedded-Entwicklung, der Spieleentwicklung sowie im Bereich leistungskritischer Desktop- und Serveranwendungen. Auch in der Luft- und Raumfahrtindustrie sowie in der Automobilindustrie ist C++ weit verbreitet.
Wie läuft der Unterricht praktisch ab?
Der Kurs wird im Combined-Learning-Format in Vollzeit durchgeführt. Theoretische Inhalte werden direkt am Rechner durch Programmierübungen vertieft. Gruppenübungen, Code-Reviews und ein Abschlussprojekt sorgen dafür, dass die erlernten Konzepte wirklich sitzen.
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