Überblick
Dieser Kurs vertieft die objektorientierte Programmierung (OOP) mit C# und richtet sich an Teilnehmende, die bereits erste Grundkenntnisse in C# mitbringen und diese systematisch zur professionellen Anwendungsentwicklung ausbauen möchten. OOP ist das fundamentale Paradigma moderner Programmiersprachen und bildet die Grundlage für wartbaren, wiederverwendbaren und strukturierten Code. Der Kurs führt durch alle wesentlichen OOP-Konzepte in C# — von der Klassendefinition über Vererbung und Polymorphie bis hin zu Interfaces und Exceptions — und bereitet auf den professionellen Einsatz in .NET-Projekten vor.
Kursinhalte & Lernziele
Klassen, Objekte und Kapselung: Die Objektorientierung beginnt mit der Klasse als Bauplan für Objekte. In diesem Modul erarbeiten sich Teilnehmende das Konzept der Datenkapselung, lernen, wie Klassen in C# definiert werden und wie aus Klassenbeschreibungen konkrete Objekte erzeugt werden. Zugriffsmodifikatoren wie public, private und protected werden praxisnah eingeführt.
- Klassendefinition: Syntax, Konventionen, Namensräume
- Instanzvariablen und Eigenschaften (Properties) mit get/set
- Zugriffsmodifikatoren und Kapselung
- Konstruktoren: Standardkonstruktoren und parametrisierte Konstruktoren
- Konstanten und readonly-Felder
- Objekte erstellen, zuweisen und verwalten
Methoden, Überladung und statische Komponenten: Methoden sind die Handlungsfähigkeit eines Objekts. Dieses Modul vertieft die Methodenarbeit in C# mit besonderem Fokus auf Überladung und statische Elemente. Teilnehmende verstehen, wann Überladung sinnvoll ist und wie statische Klassen, Methoden und Felder strukturiert werden.
- Methodendefinition: Rückgabetypen, Parameter, Sichtbarkeit
- Methodenüberladung: gleicher Name, unterschiedliche Signaturen
- this-Schlüsselwort und Selbstreferenz
- Statische Methoden und Felder
- Statische Konstruktoren und Utility-Klassen
- Strukturen (Structs) vs. Klassen: Unterschiede und Einsatzgebiete
Vererbung und Klassenhierarchien: Vererbung ermöglicht die Wiederverwendung und Erweiterung von Code. Teilnehmende lernen, wie Klassen von Basisklassen erben, wie sie geerbte Methoden anpassen und wie Hierarchien strukturiert werden. Die Unterschiede zwischen Basisklassen und abgeleiteten Klassen sowie der Einsatz von sealed, abstract und protected werden systematisch erarbeitet.
- Vererbungssyntax in C# mit dem Doppelpunkt-Operator
- Basisklassen und abgeleitete Klassen
- Konstruktorketten mit base()
- Methodenüberschreibung mit override und virtual
- Abstrakte Klassen und abstrakte Methoden
- Typumwandlung: explizit, implizit, is- und as-Operator
Polymorphie, Interfaces und Fehlerbehandlung: Dieses abschließende Modulpaket behandelt die mächtigsten OOP-Konzepte in C#. Polymorphie ermöglicht flexible, austauschbare Objekte; Interfaces definieren Verhaltenkontrakte ohne Implementierungsdetails; das Exception-Handling sorgt für robuste Programme, die mit Laufzeitfehlern professionell umgehen können.
- Polymorphie: Methodenaufruf über Basisklassenreferenz
- Virtuelle Methoden und dynamische Bindung
- Interface-Definition und Implementierung
- Mehrfache Interface-Implementierung in einer Klasse
- Exceptions: try-catch-finally-Strukturen
- Eigene Exception-Klassen erstellen und werfen
Praktische Übungen und Vertiefungsprojekte: Der gesamte Kursstoff wird in einer Reihe von aufeinander aufbauenden Programmieraufgaben angewendet. Die Übungsprojekte greifen typische Anwendungsfälle aus der .NET-Entwicklung auf und stärken das Verständnis der OOP-Konzepte durch wiederholte Anwendung in unterschiedlichen Kontexten.
- Klassenhierarchie für ein Bibliotheksverwaltungssystem entwerfen
- Bankkonto-System mit Vererbung und Polymorphie implementieren
- Interfaces für pluggable Verhaltensmuster einsetzen
- Robuste Eingabevalidierung mit Exceptions
- Methodenüberladung in einer Berechnungsbibliothek umsetzen
- Statische Utility-Klassen für Hilfsfunktionen bauen
- Typenkonvertierung in einer Tier-Hierarchie durchführen
- Abstrakte Basisklassen für geometrische Formen erstellen
- Zusammenspiel von Interface, Vererbung und Polymorphie in einem Spielsystem
- Einstieg in LINQ als Beispiel für Interface-basierte Programmierung
- Code-Reviews und Fehleranalyse in vorhandenen OOP-Programmen
- Abschlussprojekt: vollständige C#-Anwendung mit mehreren Klassen und Interfaces
Im abschließenden Projektmodul entwickeln die Teilnehmenden eigenständig eine kleine C#-Anwendung, die alle im Kurs erarbeiteten OOP-Konzepte integriert. Dieses Projekt dient als persönliches Portfolio-Stück und gibt den Teilnehmenden ein konkretes Beispiel, das sie in Vorstellungsgesprächen und auf Entwicklerplattformen vorzeigen können.
Lernziele:
- Klassen in C# korrekt definieren und instanziieren
- Eigenschaften und Felder von Objekten gezielt einsetzen
- Methoden erstellen, überladen und sinnvoll strukturieren
- Konstruktoren für kontrollierte Objekterzeugung einsetzen
- Statische Klassenkomponenten verstehen und verwenden
- Vererbungshierarchien planen und implementieren
- Typumwandlung und Typuntersuchung sicher durchführen
- Polymorphie durch virtuelle Methoden und Überschreibungen nutzen
- Interfaces definieren und in Klassenhierarchien einbinden
- Exception-Handling für robuste und fehlertolerante Programme implementieren
- Strukturen (Structs) von Klassen abgrenzen und gezielt einsetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Aufbaukurs richtet sich an Personen, die bereits in C# erste Schritte gemacht haben und ihre Kenntnisse auf ein professionelles Niveau anheben möchten.
- Junior-.NET-Entwickler mit C#-Grundkenntnissen
- IT-Fachkräfte aus anderen Bereichen, die in die Softwareentwicklung wechseln möchten
- Absolventen von C#-Grundlagenkursen, die den nächsten Schritt anstreben
- Programmierer anderer Sprachen, die C# für .NET-Projekte erlernen
- Personen in Weiterbildung zur Softwareentwicklung mit .NET-Schwerpunkt
Grundlegende Kenntnisse in C# werden ausdrücklich vorausgesetzt. Teilnehmende sollten mit der grundlegenden Syntax von C# vertraut sein — Variablen, Schleifen, Bedingungen und einfache Methoden. Erste Berührungspunkte mit objektorientierten Konzepten (etwa aus einem C#-Einführungskurs) sind hilfreich, da dieser Kurs die Konzepte vertieft, nicht von null erklärt. Eine Entwicklungsumgebung (z. B. Visual Studio oder Visual Studio Code) sollte einsatzbereit sein.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined Learning-Format statt und verbindet theoretische Einführungen in OOP-Konzepte mit unmittelbaren Programmieraufgaben. Jedes neue Konzept wird erklärt, an einem Beispiel demonstriert und dann in einer selbstständigen Übungsaufgabe angewendet. Tutoren stehen für Fragen und Code-Reviews zur Verfügung. Die Vollzeit-Intensität sorgt dafür, dass die Konzepte nacheinander aufgebaut und in kurzen Abständen wiederholt werden können.
Der Kurs dauert mehr als eine Woche und bis zu einem Monat und wird in Vollzeit absolviert. Diese Dauer ist für einen Vertiefungskurs auf OOP-Niveau angemessen: Die Konzepte werden sukzessive aufgebaut, und ausreichend Zeit für Übungsaufgaben und Wiederholungen ist eingeplant. Das abschließende Projektwoche rundet den Kurs mit einer integrativen Programmieraufgabe ab.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Diese dokumentiert die vermittelten Inhalte im Bereich objektorientierte Programmierung mit C# und kann bei Bewerbungen in der Softwareentwicklung als Nachweis vorgelegt werden. Ein staatlich anerkannter Abschluss oder ein Herstellerzertifikat wird im Rahmen dieses Kurses nicht erworben.
Nutzen & Perspektiven
Objektorientierte Programmierung ist keine optionale Ergänzung — sie ist die Grundlage jeder ernsthaften C#- und .NET-Entwicklung. Wer nach einem Grundlagenkurs die OOP-Konzepte nicht systematisch vertieft, stößt in der Praxis schnell an Grenzen: Codebases werden unübersichtlich, Wartung wird teuer, und Fehler sind schwer zu lokalisieren. Dieser Kurs schließt diese Lücke und hebt die Teilnehmenden auf ein Niveau, das für den Einstieg in professionelle Entwicklungsteams geeignet ist. Für Personen, die eine Umschulung in die IT absolvieren oder aus einem Quereinsteiger-Hintergrund kommen, ist dieser Kurs ein entscheidender Schritt in Richtung Beschäftigungsfähigkeit. Die erlernten OOP-Konzepte sind nicht C#-exklusiv — wer Vererbung, Polymorphie und Interfaces in C# versteht, überträgt diese Kenntnisse schnell auf Java, Kotlin oder TypeScript. Der Kurs investiert damit in ein Fundament, das weit über C# hinaus Bestand hat. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Weitere Fördermöglichkeiten umfassen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen zur beruflichen Rehabilitation und Förderungen der Deutschen Rentenversicherung. Eine Beratung beim zuständigen Kostenträger empfiehlt sich vor Kursbeginn.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Sie sollten grundlegende C#-Kenntnisse mitbringen: Variablen, Datentypen, Schleifen, Bedingungen und einfache Methoden. Erste Berührungspunkte mit OOP-Konzepten sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Eine funktionsfähige Entwicklungsumgebung wie Visual Studio sollte vorhanden sein. Reine Anfänger ohne C#-Grundlagen sollten zunächst einen C#-Einführungskurs absolvieren.
Was genau ist objektorientierte Programmierung und warum ist sie wichtig?
Objektorientierung ist ein Programmierparadigma, bei dem Daten und Verhalten in sogenannten Objekten gebündelt werden. In C# und .NET ist OOP das grundlegende Entwicklungsmodell — nahezu jede professionelle Anwendung basiert auf Klassen, Vererbung und Interfaces. Wer OOP beherrscht, schreibt wartbareren, wiederverwendbaren und fehlerarmen Code.
Kann ich nach diesem Kurs direkt in einem Entwicklungsteam arbeiten?
Dieser Kurs legt die OOP-Grundlage, die für den Einstieg in .NET-Entwicklungsteams notwendig ist. In der Praxis sind darüber hinaus Kenntnisse in Datenbankanbindung, Versionsverwaltung (Git) und dem jeweiligen Anwendungsrahmen (ASP.NET, WPF, Blazor) gefragt. Der Kurs ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Beschäftigungsfähigkeit, idealerweise kombiniert mit weiteren Modulen in der Weiterbildungsreihe.
Kann der Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Zusätzlich kommen das Qualifizierungschancengesetz, Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine Beratung beim Jobcenter oder der Bundesagentur für Arbeit klärt, welche Förderung für Sie in Frage kommt.
Lassen sich die erlernten OOP-Konzepte auch auf andere Programmiersprachen übertragen?
Ja, definitiv. Die Konzepte Vererbung, Polymorphie, Kapselung und Interfaces sind in allen objektorientierten Sprachen vorhanden — in Java, Kotlin, TypeScript oder Python sind sie strukturell sehr ähnlich. Wer OOP in C# systematisch gelernt hat, findet sich in anderen Sprachen deutlich schneller zurecht.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Leiter/Leiterin der Softwareentwicklung195.785 Stellen
- Softwareentwickler/in14.177 Stellen
- Anwendungsentwickler/in1.290 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)406 Stellen
- Informationsmanagement (grundständig)57 Stellen
- Entwickler/Entwicklerin für Datenvisualisierung8 Stellen