Überblick
Dieser DevOps-Zertifizierungspfad führt Sie systematisch durch Geschichte, Konzepte und Praxis der DevOps-Bewegung — von den philosophischen Grundlagen (CALMS, die drei Wege) über konkrete Praktiken in Entwicklung, Deployment und Betrieb bis zu Sicherheit und Compliance. Der Lehrgang schließt mit einer anerkannten Zertifizierungsprüfung, typischerweise auf Basis von EXIN DevOps Foundation und/oder DevOps Professional. Er richtet sich sowohl an Personen aus der Entwicklung als auch aus dem IT-Betrieb — denn DevOps lebt genau an dieser Schnittstelle. DevOps ist kein einzelnes Werkzeug und keine reine Toolchain-Frage. Es ist eine Kultur- und Methoden-Transformation, die Silos zwischen Entwicklungs-, Betriebs- und Sicherheitsteams abbaut und durch gemeinsame Verantwortung, Automatisierung und schnelle Feedback-Schleifen ersetzt. Dieser Lehrgang gibt Ihnen das Rüstzeug, um diese Transformation zu verstehen, zu kommunizieren und aktiv mitzugestalten.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen und Geschichte von DevOps Dieses Modul schafft die theoretische und kulturelle Basis für den gesamten Lehrgang. Es erklärt, warum DevOps entstanden ist und welche Probleme es löst — und unterscheidet DevOps klar von verwandten Konzepten wie Agile oder ITIL.
- Die Geschichte von DevOps: von den Silos der klassischen IT zur kollaborativen Entwicklungs- und Betriebskultur
- Notwendigkeit und Geschäftswert von DevOps: Time-to-Market, Stabilität, Innovationsgeschwindigkeit
- Die Schlüsselkonzepte von DevOps: Feedback, kontinuierliche Verbesserung und gemeinsame Verantwortung
- Das CALMS-Framework: Culture als Fundament, Automation als Hebel, Lean als Prinzip, Measurement als Steuerungsinstrument, Sharing als Kulturmerkmal
- DevOps und Agile: Gemeinsamkeiten, Unterschiede und synergetische Verbindungen
Modul 2 — DevOps-Kultur, Teamorganisation und Führung Der kulturelle Wandel ist das Herzstück jeder erfolgreichen DevOps-Transformation. Dieses Modul zeigt, wie Organisationsstrukturen und Führungsverhalten DevOps ermöglichen oder blockieren.
- Transformative Führung im DevOps-Kontext: psychologische Sicherheit, Fehlerkultur und Vertrauen
- DevOps-Teamstrukturen: Stream-aligned Teams, Platform Teams, enabling und complicated-subsystem Teams
- Die 15 wesentlichen DevOps-Praktiken und ihre Umsetzung im Team
- Agile Projektleitung und Scrum im DevOps-Umfeld: Sprint-Rhythmus, Product Backlog und DoD
- Organisatorische Hürden bei der DevOps-Adoption und Strategien zu deren Überwindung
Modul 3 — DevOps-Praktiken: Entwicklung, Deployment und Betrieb Dieses Modul beschäftigt sich mit dem konkreten Lebenszyklus einer Softwarelösung — von der Planung über die Entwicklung und das Deployment bis zum Betrieb und schließlich zum End-of-Life.
- Planung und Anforderungsmanagement im DevOps-Kontext: User Stories, Backlogs, Definitions of Ready
- Development: Versionskontrolle (Git-Workflow), Code-Reviews, automatisiertes Testen und Qualitätssicherung
- CI/CD-Pipeline: Konzept, Bestandteile (Build, Test, Package, Deploy), Prinzipien der kontinuierlichen Integration und Bereitstellung
- Architektur für kontinuierliche Bereitstellung: Deployment-Strategien (Blue-Green, Canary, Feature Flags)
- Betrieb (Operation) und Skalierung: Monitoring, Alerting, Incident Response und Kapazitätsplanung
- End-of-Life: Außerbetriebnahme, Datenmigration und Wissenstransfer
Modul 4 — Cloud, Automatisierung und Infrastruktur as Code Automatisierung ist der technische Kern von DevOps. Dieses Modul verbindet die konzeptionellen Grundlagen mit den relevanten Technologietrends.
- Cloud-Technologie als DevOps-Enabler: IaaS, PaaS, SaaS und ihr Einfluss auf Deployment-Zyklen
- Virtualisierung und Container: Konzepte von VMs bis Docker, Grundlagen der Container-Orchestrierung
- Infrastructure as Code: Prinzipien, Vorteile und Werkzeugkategorien (Konfigurationsmanagement, Provisionierung)
- Automatisierung der Bereitstellungspipeline: Build-Automatisierung, Test-Automatisierung, Deployment-Automatisierung
- Cloud-native Architektur: Microservices, API-first Design und ihre Bedeutung für DevOps-Teams
Modul 5 — Die drei Wege: Flow, Feedback, Continual Learning Die drei Wege bilden die philosophische Grundlage der DevOps-Bewegung. Dieses Modul vertieft ihre Bedeutung und zeigt, wie sie in die tägliche Praxis übersetzt werden.
- The First Way — Flow: systemisches Denken, Engpassanalyse, Work-in-Progress-Limits und Visualisierung des Wertstroms
- The Second Way — Feedback: schnelle Feedback-Schleifen von der Produktion zurück zur Entwicklung, Telemetrie und Observability
- The Third Way — Continual Learning and Experimentation: Blameless Post-mortems, Lernzyklen, Wissenstransfer und das Teilen von Erkenntnissen im Team
Modul 6 — DevOps Adoption, Sicherheit und Change Management Das letzte Modul verbindet DevOps-Adoption mit den Querschnittsthemen Sicherheit und regulatorische Anforderungen.
- DevOps Adoption: Phasen einer DevOps-Transformation, Reifegradmodelle und Assessment-Methoden
- DevSecOps-Grundlagen: Security Shift Left, automatisierte Sicherheitsprüfungen in der Pipeline
- Information Security und Change Management als integrierte DevOps-Praktiken
- Messung des DevOps-Reifegrads: DORA-Metriken (Deployment Frequency, Lead Time, Change Failure Rate, Time to Restore)
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Lehrgangs beherrschen Sie folgende Kompetenzen.
- die Geschichte und die Notwendigkeit von DevOps im Kontext moderner IT-Organisationen zu erklären
- das CALMS-Framework (Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing) anzuwenden
- die drei Wege des DevOps — Flow, Feedback, Continual Learning — inhaltlich zu beschreiben und auf konkrete Situationen zu übertragen
- DevOps-Teamstrukturen und Organisationsformen zu beurteilen und Transformationsschritte zu empfehlen
- wichtige DevOps-Praktiken (die 15 wesentlichen Praktiken) zu kennen und einzuordnen
- agile Methoden (Scrum, Kanban) im DevOps-Kontext zu verstehen und zu verknüpfen
- CI/CD-Pipelines konzeptionell zu beschreiben und deren Wert für schnelle, sichere Deployments zu erklären
- Cloud-Technologie und Virtualisierung als DevOps-Enabler zu beurteilen
- den End-to-End-DevOps-Lifecycle von Planung über Development bis End-of-Life zu durchdenken
- Information Security und Change Management als integrierte Bestandteile einer DevOps-Praxis zu positionieren
- DevOps Adoption in realen Organisationen zu planen und Widerstände methodisch anzugehen
- Messung und Feedback als Steuerungsinstrumente in DevOps-Teams einzusetzen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Lehrgang richtet sich an Personen aus verschiedenen IT-Rollen, die DevOps als gemeinsames Fundament verstehen und anwenden wollen.
- IT-Operations-Fachkräfte, die Brücken zur Entwicklungsseite schlagen möchten
- Entwickler und Software-Engineers, die Betrieb, Automatisierung und Deployment besser verstehen wollen
- IT-Projektleiter und Agile Coaches, die DevOps als Erweiterung agiler Methoden einsetzen möchten
- Cloud Engineers und Infrastructure-Spezialisten, die ihren Methodenrahmen ausbauen wollen
- IT-Manager und DevOps Consultants, die Transformationsprojekte verantworten oder begleiten
Grundkenntnisse im IT-Betrieb oder in der Softwareentwicklung sind für den Lehrgang hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung. Vertrautheit mit Agile-Konzepten oder Scrum erleichtert das Verständnis einiger Abschnitte. Der Lehrgang vermittelt DevOps konzeptionell und methodisch — tiefgehende Programmierkenntnisse sind nicht erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Lehrgang arbeitet mit einem kombinierten Lernformat, das angeleitete Lehrphasen, moderierte Gruppendiskussionen und Fallstudienarbeit verbindet. Konzepte werden anhand realer Szenarien und Praxisbeispiele erklärt, sodass der Transfer auf den eigenen Arbeitskontext erleichtert wird. Synchrone und asynchrone Lernphasen wechseln sich ab. Die Teilnahme an synchronen Sessions empfiehlt sich besonders für die Fallstudienarbeit und Diskussionen rund um Transformationsszenarien.
Der Lehrgang wird überwiegend in Vollzeit angeboten; Teilzeitvarianten sind möglich. Die genaue Dauer hängt vom jeweiligen Anbieter und Format ab. Konkrete Termine und Umfangsangaben finden Sie im jeweiligen Kursangebot.
Nach Abschluss des Lehrgangs legen Sie eine international anerkannte DevOps-Zertifizierungsprüfung ab — in der Regel auf Basis von EXIN DevOps Foundation oder EXIN DevOps Professional. Die Zertifikate werden von EXIN vergeben und sind in IT-Organisationen weltweit anerkannt. Eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Lehrgangs wird zusätzlich ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
DevOps ist in den meisten modernen IT-Organisationen kein Wahlthema mehr, sondern eine Grundvoraussetzung für wettbewerbsfähige Lieferprozesse. Wer Deployment-Zyklen von Monaten auf Tage verkürzen, Fehlerraten in der Produktion senken und gleichzeitig die Stabilität des Betriebs erhöhen will, kommt an DevOps-Methoden nicht vorbei. Dieser Lehrgang bietet den systematischen Einstieg: von den kulturellen Grundlagen bis zu konkreten Praktiken, von der Theorie der drei Wege bis zur Messung mit DORA-Metriken. Die DevOps-Zertifizierung signalisiert Arbeitgebern und Kunden, dass Sie DevOps nicht nur als Begriff kennen, sondern als Methoden- und Kulturrahmen verstehen und kommunizieren können. Das ist besonders wertvoll für Rollen, die an der Schnittstelle von Entwicklung und Betrieb sitzen — oder die DevOps-Transformationen begleiten, moderieren oder verantworten. Wer über die Foundation hinausgehen möchte, findet in diesem Lehrgang außerdem die Grundlage für weiterführende DevOps-Spezialisierungen in Richtung Cloud-native Entwicklung, Site Reliability Engineering oder DevSecOps — denn die hier gelernten Konzepte (CALMS, drei Wege, CI/CD-Architektur) sind der gemeinsame Nenner aller dieser Vertiefungsrichtungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welches Zertifikat wird in diesem Lehrgang erworben?
Der Lehrgang bereitet auf DevOps-Zertifizierungen vor, die von anerkannten Prüfungsanbietern wie EXIN vergeben werden — zum Beispiel EXIN DevOps Foundation und EXIN DevOps Professional. Die genaue Prüfungsauswahl richtet sich nach dem jeweiligen Anbieter des Lehrgangs.
Was bedeutet CALMS und warum ist es zentral für DevOps?
CALMS steht für Culture, Automation, Lean, Measurement und Sharing — ein Rahmenwerk, das die wichtigsten Dimensionen einer erfolgreichen DevOps-Transformation beschreibt. Es hilft, DevOps nicht als reines Toolset zu verstehen, sondern als kulturellen und organisatorischen Wandel, der alle Beteiligten einschließt.
Was sind die drei Wege des DevOps?
Die drei Wege sind Flow (schneller, reibungsloser Wertstrom von Entwicklung bis Betrieb), Feedback (schnelle Rückmeldung aus der Produktion zurück zur Entwicklung) und Continual Learning and Experimentation (Lernkultur und kontinuierliche Verbesserung). Sie bilden die philosophische Grundlage der DevOps-Bewegung.
Sind Entwicklungskenntnisse notwendig, um den Lehrgang zu absolvieren?
Nein. Der Lehrgang ist konzeptionell aufgebaut und erfordert keine Programmiererfahrung. Er fokussiert auf Methodik, Kultur und Prozessgestaltung. Praxisnähe zu Deployment-Pipelines und Cloud-Automatisierung ist hilfreich, aber nicht Voraussetzung.
Wie unterscheidet sich dieser DevOps-Lehrgang von einer agilen Zertifizierung?
Agile-Zertifizierungen wie Scrum Master oder SAFe fokussieren auf Softwareentwicklungsprozesse und Teamorganisation. DevOps geht weiter: Es verbindet Entwicklung, Betrieb und Sicherheit zu einem integrierten Lieferprozess. Agile ist ein Bestandteil von DevOps, aber DevOps umfasst zusätzlich Automatisierung, Infrastruktur, Continuous Delivery und Security-Integration.
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