Überblick
Softwareentwickler, die in unternehmenskritischen Umgebungen arbeiten, stoßen regelmäßig auf Netzwerkfragen — und Netzwerkadministratoren müssen zunehmend verstehen, wie Applikationen auf ihre Infrastruktur zugreifen. Dieser Lehrgang verbindet die CCNA-Ausbildung von Cisco mit einer fundierten Java-Enterprise-Entwicklungsausbildung (Jakarta EE / Java EE) und schafft dadurch ein seltenes Doppelprofil, das an der Schnittstelle zwischen Netzwerk und Backend-Entwicklung ansetzt. Das Ergebnis sind Fachkräfte, die RESTful Services entwickeln und gleichzeitig beurteilen können, auf welcher Netzwerkschicht und unter welchen Sicherheitsbedingungen diese Dienste betrieben werden.
Kursinhalte & Lernziele
CCNA — Adressierung, Topologie und Protokolle Den Einstieg bilden Netzwerkmodelle und Adressierungskonzepte, die für Entwickler oft eine neue Perspektive öffnen. Wie ein HTTP-Request über Layer 2 bis Layer 7 wandert, welche Protokolle dabei wirken und wie IP-Adressierung segmentiert wird — diese Grundlagen sind für spätere Deployments in segmentierten Rechenzentrumsnetzen direkt relevant.
- OSI-Modell und TCP/IP-Stack mit Protokollzuordnung
- IPv4-Subnetting und CIDR, IPv6-Grundlagen
- ARP, ICMP und DNS im Protokollverbund
- Ethernet-Frames und Switch-Forwarding
- Wireshark-Analyse für Verbindungsdiagnose
- Topologie-Dokumentation für kleine Unternehmensnetze
CCNA — Routing, Switching und Gerätehärtung Routing-Protokolle und Layer-2-Konzepte werden praxisnah über die Cisco-IOS-CLI eingerichtet. Für Java-Enterprise-Entwickler ist dieser Block besonders wertvoll, um zu verstehen, wie Micro-Services in VLAN-segmentierten Netzwerken kommunizieren und warum Netzwerksicherheit auf Infrastrukturebene beginnt.
- Statisches Routing und OSPF Single-Area
- VLAN-Konzepte, Inter-VLAN-Routing und Trunk-Absicherung
- Rapid STP und Layer-2-Fehlertoleranz
- SSH-Konfiguration, ACL-Erstellung und Port Security
- NAT/PAT und WAN-Übergänge
- Geräteverwaltung, Backup und Software-Management
Jakarta EE — Architektur und Container-Modell Dieser Block führt in das Jakarta-EE-Ökosystem ein: Applikationsserver-Architektur, Deployment-Deskriptoren, Lebenszyklus-Management und die Schichtenarchitektur (Presentation, Business, Data). Als Laufzeitumgebung dient ein aktueller Applikationsserver (z. B. WildFly, Payara oder vergleichbar).
- Jakarta EE Spezifikationsübersicht und Schichtenmodell
- Applikationsserver-Deployment: WAR, EAR und Maven-Integration
- CDI-Grundlagen: Bean-Scopes und Injection-Punkte
- Transaktions-Management mit JTA
- Sicherheitskonzepte: JAAS, Rollen und Berechtigungen
- Monitoring und Logging auf Applikationsserver-Ebene
Jakarta EE — RESTful Services, JPA und Datenbankintegration Im zentralen Entwicklungsblock werden vollständige Backend-Services realisiert: REST-Endpunkte mit JAX-RS, datenbankgestützte Persistenz mit JPA/JPQL und JSON-Verarbeitung mit JSON-B oder Jackson. EJBs kapseln die transaktionale Geschäftslogik. Integrationstests mit Arquillian und REST-Assured stellen sicher, dass Services auch unter Lastbedingungen korrekt arbeiten. Dieser Block setzt konsequent auf aktuelle Jakarta-EE-Spezifikationen und vermittelt die Grundlagen, die über Versions- und Server-Generationen hinweg stabil bleiben.
- JAX-RS: Ressourcen-Klassen, HTTP-Methoden, Content Negotiation
- JPA Entity-Mapping, Beziehungen und JPQL-Abfragen
- EJB Session Beans: Stateless, Stateful und Singleton
- JSON-B und JAXB für Datenformat-Handling
- WebSocket-Grundlagen für Echtzeit-Kommunikation
- Testing: Arquillian und REST-Assured für Integrationstests
Verknüpfte Lab-Übungen auf integrierter Testumgebung Die Verbindung aus Netzwerkkonfiguration und Backend-Entwicklung wird in Projekten konkret gemacht. Teilnehmende deployen eine Java-Enterprise-Applikation auf einem Applikationsserver, der in einer VLAN-segmentierten Laborumgebung betrieben wird, und analysieren den Netzwerktraffic der Anwendung. Diese Verknüpfung macht deutlich, welche Netzwerkkonfiguration erforderlich ist, damit eine Enterprise-Applikation korrekt über Schichtgrenzen hinweg kommunizieren kann.
- Aufbau einer Netzwerktopologie mit drei VLANs (Präsentation, Logik, Datenbank)
- Deployment einer JAX-RS-REST-API auf WildFly im segmentierten Netz
- JPA-Entity-Modell für eine fiktive Produktdatenbank entwerfen und migrieren
- Netzwerkpfad eines REST-Requests mit Wireshark analysieren
- ACL-Regeln für Applikationsserver-Ports schreiben und testen
- CDI-Producer für Datenbankverbindungen konfigurieren
- EJB-Transaction-Rollback unter Fehlerbedingungen demonstrieren
- OAuth2/JWT-Token-Validierung in JAX-RS-Filter integrieren
- Lasttests mit JMeter auf einem über NAT erreichbaren Service
- OSPF-Routing-Tabelle nach Deployment-Änderung nachvollziehen
- Interoperabilitätstest: Java-Service ruft Cisco-SNMP-Interface ab
- Abschlussprojekt: vollständige Enterprise-Applikation in Netzwerk-Lab deployen
Unterrichtssprache ist Deutsch; Prüfungsunterlagen können teils auf Englisch vorliegen.
Lernziele:
- Cisco-Geräte vollständig über die IOS-CLI konfigurieren und verwalten
- IPv4- und IPv6-Routing in OSPF- und statischen Szenarien einrichten
- VLAN-Segmentierung und Trunk-Konfiguration in Unternehmensnetzen durchführen
- Jakarta EE Architektur und den Lebenszyklus von Applikationsservern verstehen
- RESTful Web Services mit JAX-RS entwerfen und implementieren
- Datenbankzugriffe mit JPA und JPQL strukturieren
- CDI (Contexts and Dependency Injection) korrekt einsetzen
- EJBs (Enterprise JavaBeans) für transaktionale Geschäftslogik entwickeln
- JSON- und XML-Datenformate in Backend-Services verarbeiten
- Applikationen auf einem Applikationsserver deployen und administrieren
- Sicherheitsaspekte in Enterprise-Anwendungen umsetzen (Authentifizierung, Rollenmodell)
- Zusammenhänge zwischen Netzwerkinfrastruktur und Anwendungsarchitektur beurteilen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an Personen, die an der Schnittstelle zwischen Netzwerkinfrastruktur und Backend-Entwicklung tätig sein möchten, sowie an Entwickler, die ihre Netzwerkkompetenz systematisch aufbauen wollen.
- Java-Entwickler, die Netzwerkgrundlagen strukturiert aufholen möchten
- IT-Fachkräfte, die zwischen Netzwerk und Softwareentwicklung wechseln
- Netzwerkadministratoren, die Backend-Entwicklung kennenlernen wollen
- Systemintegratoren, die Enterprise-Applikationen deployen und betreiben
- Quereinsteigende mit grundlegender Programmiererfahrung
Grundlegende Programmierkenntnisse (vorzugsweise Java oder eine andere objektorientierte Sprache) werden für den Enterprise-Developer-Teil erwartet. Für den CCNA-Teil sind TCP/IP-Grundkenntnisse und erste Netzwerkerfahrungen hilfreich. SQL-Grundlagen sind für den JPA-Block von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Live-Unterricht im virtuellen Klassenzimmer mit wechselnden Theorie- und Laborphasen. Netzwerk-Labs auf virtuellen Cisco-Umgebungen und Java-Entwicklungsübungen in lokalen IDE-Setups laufen parallel. Teilzeit und Vollzeit sind möglich; Heimarbeitsplätze sind für Online-Teilnahme zugelassen.
Die Dauer richtet sich nach dem gewählten Zeitmodell. Vollzeitvarianten können in wenigen Wochen absolviert werden; Teilzeitlehrgänge erstrecken sich über mehrere Monate. Individuelle Abstimmung mit dem Anbieter ist möglich.
Der Lehrgang bereitet auf die Cisco CCNA-Prüfung (200-301) vor. Im Java-Enterprise-Bereich existieren herstellerseitige Oracle-Zertifizierungsprüfungen, auf die der Kurs ebenfalls vorbereiten kann. Beide Prüfungen finden außerhalb des Kurses statt. Intern wird eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt, die den Lernumfang beider Themenbereiche dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Das Doppelprofil aus Netzwerk-Engineering und Java-Enterprise-Entwicklung besetzt eine Nische, die im Markt für IT-Fachkräfte gut sichtbar ist: Systemintegratoren, die Enterprise-Applikationen in komplexen Netzwerkumgebungen betreiben, sind gesucht und schwer zu finden. Dieser Lehrgang schließt genau diese Lücke. Für Arbeitgeber, die Micro-Service-Architekturen auf On-Premises-Infrastruktur betreiben, ist eine Fachkraft, die sowohl die Applikationsschicht als auch die darunter liegende Netzwerktopologie versteht, ein klarer Mehrwert. Fehler in der Netzwerkkonfiguration, die den Applikationsserver unerreichbar machen, können von einer solchen Person eigenständig analysiert und behoben werden. Langfristig eröffnen sich Rollen wie Java Enterprise Developer, Systemintegrator, IT-Infrastrukturarchitekt oder Full-Stack-Entwickler mit Netzwerkfokus. Die CCNA-Zertifizierung gilt international als solider Nachweis von Netzwerkkompetenz; Oracle-Zertifizierungen im Java-Bereich ergänzen das Profil auf Applikationsseite. Besonders in mittelgroßen Unternehmen ohne strenge Rollentrennungen ist eine Fachkraft, die eine Applikation von der Netzwerkkonfiguration über das Applikationsserver-Deployment bis zur REST-API entwickeln und deployen kann, ein messbarer operativer Gewinn. Dieser Lehrgang legt das fachliche Fundament für genau dieses Doppelwissen und schafft eine Basis, auf der spezialisierte Zertifizierungen — sowohl im Netzwerk- als auch im Java-Enterprise-Bereich — gezielt aufgebaut werden können.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Passt dieser Kurs zu mir, wenn ich hauptsächlich Entwickler bin?
Ja, der Netzwerkteil baut auf Grundlagen auf und vermittelt das Wissen, das Entwickler für Deployments in segmentierten Netzwerkumgebungen brauchen. Vorkenntnisse in TCP/IP sind hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung für den Einstieg.
Welche Jakarta-EE-Version wird behandelt?
Der Kurs deckt den aktuellen Jakarta-EE-Standard ab. Da Jakarta EE die Weiterentwicklung von Java EE ist, werden Kernspezifikationen wie JAX-RS, JPA, CDI und EJB behandelt, die über Versionen hinweg stabil sind. Versionsspezifische Details hängen vom eingesetzten Applikationsserver ab.
Auf welche Prüfungen bereitet der Lehrgang vor?
Auf der Netzwerkseite auf die Cisco CCNA-Prüfung (200-301). Im Java-Enterprise-Bereich kann der Kurs auf Oracle-Zertifizierungsprüfungen vorbereiten. Beide Prüfungen werden außerhalb des Kurses bei autorisierten Testcentern abgelegt.
Kann ich den Kurs in Teilzeit absolvieren?
Ja, Teilzeit- und Vollzeitvarianten stehen zur Verfügung. Die genaue Kursplanung und Starttermine werden individuell mit dem Anbieter abgestimmt.
Welche Berufsfelder erschließen sich nach dem Lehrgang?
Typische Zielrollen sind Java Enterprise Developer, Systemintegrator, IT-Infrastrukturarchitekt oder Full-Stack-Entwickler. Das Doppelprofil ist besonders für Unternehmen attraktiv, die On-Premises-Applikationen in komplexen Netzwerkumgebungen betreiben.
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- Technische Informatik (grundständig)59 Stellen