Überblick
In vielen IT-Infrastrukturen laufen Netzwerkgeräte und Server-Betriebssysteme längst nicht mehr getrennt voneinander — Linux-Server bilden häufig das Rückgrat von Netzwerkdiensten wie DNS, DHCP oder Firewalls. Dieser Kurs verbindet die Cisco Certified Network Associate (CCNA)-Zertifizierung mit einer Qualifizierung zum Linux Engineer und schafft damit ein Profil, das beide Seiten einer typischen Infrastruktur abdeckt. Der CCNA-Teil vermittelt Routing, Switching und Netzwerksicherheit auf Associate-Niveau, der Linux-Teil führt in Systemadministration, Kommandozeile, Dienste und Netzwerkkonfiguration unter Linux ein. Beide Bestandteile werden als eigenständige Modulblöcke unterrichtet und mit jeweils eigenem Abschluss dokumentiert.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Cisco Certified Network Associate (CCNA): Der CCNA-Teil bildet das Fundament für professionelle Netzwerktechnik und deckt die zentralen Themenbereiche der aktuellen CCNA-Prüfung ab.
- Netzwerkgrundlagen: OSI-Modell, TCP/IP-Stack, Ethernet-Grundlagen
- IP-Adressierung: IPv4-Subnetting, IPv6-Grundlagen, Adressvergabe
- Switching: VLANs, Trunking (802.1Q), Spanning Tree Protocol
- Routing: statisches Routing, OSPF-Grundlagen, Routing-Entscheidungen
- Netzwerksicherheit: Access Control Lists, Port Security, grundlegende Firewall-Konzepte
- Netzwerkautomatisierung und -programmierbarkeit als Teil des aktuellen CCNA-Curriculums
Modul 2 — Linux Engineer: Der zweite Baustein vermittelt praxisnahe Linux-Systemadministration, mit besonderem Blick auf netzwerkbezogene Dienste, wie sie im Serverbetrieb typischerweise anfallen.
- Linux-Grundlagen: Dateisystemhierarchie, Kommandozeile, Textverarbeitungswerkzeuge
- Benutzer-, Gruppen- und Berechtigungsverwaltung
- Paketmanagement und Systemaktualisierung (u. a. apt, yum/dnf)
- Prozessverwaltung, Systemdienste und deren Konfiguration (systemd)
- Netzwerkkonfiguration unter Linux: Schnittstellen, Routing-Tabellen, Firewall-Regeln (iptables/nftables)
- Einrichtung typischer Netzwerkdienste: SSH-Zugriff, DNS- und DHCP-Grundkonfiguration
Modul 3 — Gemischte Netzwerk- und Server-Infrastrukturen: Dieser Verbindungsblock zeigt, wie Cisco-Netzwerkgeräte und Linux-Server in der Praxis zusammenwirken.
- Zusammenspiel von Routern, Switches und Linux-basierten Servern in einer Beispieltopologie
- Linux-Server als DHCP- und DNS-Dienst innerhalb eines Cisco-Netzwerks konfigurieren
- SSH-basierter Fernzugriff auf Netzwerkgeräte und Linux-Server absichern
- Logging und Monitoring über Netzwerk- und Servergrenzen hinweg einordnen
- Fehlerdiagnose bei Verbindungsproblemen zwischen Netzwerk- und Serverebene
- Shell-Skript zur automatisierten Statusprüfung mehrerer Linux-Dienste schreiben
Praxis-Block — Angewandte Übungen zu beiden Bestandteilen
- Subnetting-Aufgaben für ein mehrstufiges Firmennetzwerk lösen
- VLAN-Konzept für eine Beispielorganisation mit mehreren Abteilungen entwerfen
- Statisches Routing und OSPF in einer simulierten Netzwerktopologie konfigurieren
- Access Control List zur Absicherung eines Netzwerksegments erstellen
- Linux-Server aufsetzen, Benutzer anlegen und Berechtigungen vergeben
- Paketinstallation und Systemaktualisierung auf einem Übungsserver durchführen
- DNS- und DHCP-Dienst auf einem Linux-Server für ein simuliertes Netzwerk konfigurieren
- Firewall-Regeln unter Linux zur Absicherung eines Servers erstellen
- SSH-Zugriff mit Schlüsselauthentifizierung statt Passwort einrichten
- Shell-Skript zur automatisierten Überprüfung mehrerer Systemdienste schreiben
- Fehlerdiagnose-Übung: Verbindungsabbruch zwischen Router und Linux-Server analysieren
- Abschlussprojekt: kleine gemischte Infrastruktur aus Router, Switch und Linux-Server dokumentieren
Die Verzahnung im dritten Modulblock ist der praktische Kern dieser Kombination: Statt CCNA und Linux getrennt zu behandeln, erleben Teilnehmende, wie Netzwerkgeräte und Linux-Server in realen Infrastrukturen zusammenspielen — ein Blickwinkel, den reine Netzwerk- oder reine Systemadministrations-Schulungen häufig auslassen.
Lernziele:
- Grundlagen der Netzwerkarchitektur (OSI- und TCP/IP-Modell) sicher anwenden
- IPv4- und IPv6-Adressierung inklusive Subnetting durchführen
- Routing-Grundlagen (statisches Routing, OSPF) konfigurieren und Routingtabellen interpretieren
- VLANs, Trunking und Switching-Konzepte in Cisco-Umgebungen umsetzen
- Grundlegende Netzwerksicherheit (Access Control Lists, Port Security) konfigurieren
- Linux-Dateisystem, Verzeichnisstruktur und Berechtigungskonzept sicher navigieren
- Linux-Kommandozeile für Systemverwaltung, Dateioperationen und Textverarbeitung nutzen
- Benutzer- und Gruppenverwaltung sowie Zugriffsrechte unter Linux konfigurieren
- Paketverwaltung, Softwareinstallation und Systemaktualisierung unter Linux durchführen
- Netzwerkdienste (DNS, DHCP, SSH) auf Linux-Servern einrichten und verwalten
- Shell-Skripte zur Automatisierung wiederkehrender Systemverwaltungsaufgaben schreiben
- Zusammenspiel von Netzwerkinfrastruktur und Linux-basierten Diensten in gemischten Umgebungen einordnen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs eignet sich für alle, die eine fundierte Netzwerkzertifizierung mit Linux-Systemadministration verbinden möchten, um gemischte Infrastrukturen aus Netzwerkgeräten und Servern eigenständig betreuen zu können.
- Angehende Netzwerkadministrator:innen ohne bisherige Cisco-Zertifizierung
- Angehende Systemadministrator:innen mit Interesse an Netzwerktechnik
- IT-Spezialist:innen, die ihre Kenntnisse über die reine Windows- oder Netzwerkebene hinaus erweitern möchten
- Quereinsteiger:innen mit technischem Interesse, die zwei anerkannte Qualifikationen parallel aufbauen möchten
- Berufseinsteiger:innen, die sich auf den Betrieb gemischter Server-/Netzwerkinfrastrukturen vorbereiten
Für den CCNA-Teil sind keine zwingenden Vorkenntnisse erforderlich, ein grundlegendes technisches Verständnis erleichtert jedoch den Einstieg. Für den Linux-Teil sind ebenfalls keine Vorkenntnisse notwendig, da die Kommandozeile von Grund auf vermittelt wird; erste Erfahrung mit einem beliebigen Betriebssystem auf Nutzerebene ist hilfreich. Da Cisco-Prüfungsunterlagen überwiegend englischsprachig sind, werden Englischkenntnisse auf mindestens B1-Niveau empfohlen. Grundlegende PC-Kenntnisse sind Voraussetzung für beide Modulblöcke.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird im virtuellen Klassenzimmer unterrichtet, mit interaktiver Teilnahme über Mikrofon, Kamera und Chat. Der CCNA-Teil arbeitet mit Netzwerksimulationsumgebungen, in denen Konfigurationen praktisch geübt werden. Der Linux-Teil findet in einer eigenen virtuellen Linux-Umgebung statt, in der Kommandozeilenbefehle, Dienste und Skripte unmittelbar ausprobiert werden. Der verbindende dritte Modulblock führt beide Umgebungen so zusammen, dass Linux-Server und simulierte Netzwerkgeräte gemeinsam in einer Beispieltopologie konfiguriert werden. Praxisprojekte und Fehlerdiagnose-Übungen begleiten den gesamten Kurs.
Der Gesamtumfang richtet sich nach den gewählten Modulen und liegt in der Praxis meist zwischen sechs und zwölf Wochen. Der Unterricht findet überwiegend in Vollzeit statt, Teilzeit-Varianten mit gestreckter Laufzeit sind für Berufstätige möglich und werden individuell abgestimmt.
Der CCNA-Modulblock bereitet auf die Herstellerprüfung von Cisco vor. Der Linux-Engineer-Modulblock schließt mit einem Lehrgangszertifikat des Kursanbieters ab, das die erworbenen Kenntnisse in Linux-Systemadministration dokumentiert; je nach individuellem Lernpfad kann dieser Teil auch auf eine externe Linux-Zertifizierungsprüfung (etwa CompTIA Linux+, aktueller Prüfungscode XK0-005) vorbereiten. Ergänzend wird ein Lehrgangszertifikat des Kursanbieters ausgestellt, das die Teilnahme an beiden Modulblöcken bestätigt.
Nutzen & Perspektiven
Netzwerktechnik und Linux-Systemadministration werden in vielen Weiterbildungen strikt getrennt unterrichtet, obwohl sie im Berufsalltag ständig zusammenwirken: Ein Router leitet Datenverkehr, aber die Dienste dahinter — DNS, DHCP, Web- oder Dateiserver — laufen häufig auf Linux-Systemen. Wer nur eine der beiden Seiten beherrscht, stößt bei der Fehlerdiagnose in gemischten Infrastrukturen schnell an Grenzen. Diese Kombination schließt genau diese Lücke. Wer CCNA und Linux-Systemadministration gemeinsam beherrscht, kann Verbindungsprobleme end-to-end analysieren, statt bei der Netzwerk- oder der Serverebene stehen zu bleiben. Das ist besonders in kleineren und mittleren IT-Abteilungen gefragt, in denen eine Person häufig für beide Bereiche zuständig ist. Beide Qualifikationen — die CCNA-Herstellerzertifizierung und die Linux-Engineer-Qualifizierung — sind auch unabhängig voneinander verwertbar. Die gemeinsame Behandlung in einem Kurs positioniert Absolventinnen und Absolventen jedoch zusätzlich für Rollen, die genau an der Schnittstelle zwischen Netzwerkinfrastruktur und Servergestützten Diensten angesiedelt sind — ein Zuschnitt, der in vielen mittelständischen IT-Teams gefragt ist.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie unterscheidet sich dieser Kurs vom CCNA mit Python Developer?
Beide Kurse teilen den identischen CCNA-Modulblock (Routing, Switching, Netzwerksicherheit), kombinieren ihn aber mit unterschiedlichen zweiten Bestandteilen: Dieser Kurs verbindet CCNA mit Linux-Systemadministration und dem Betrieb von Netzwerkdiensten auf Linux-Servern, der andere Kurs mit Python-Programmierung und Skript-basierter Netzwerkautomatisierung.
Brauche ich Linux-Vorkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Der Linux-Teil beginnt bei den Grundlagen der Kommandozeile und baut systematisch bis zur Konfiguration von Netzwerkdiensten wie DNS und DHCP auf. Erste Erfahrung mit einem beliebigen Betriebssystem ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Werden Netzwerk- und Linux-Teil miteinander verknüpft, oder bleiben sie getrennt?
Ein eigener dritter Modulblock verbindet beide Themenfelder gezielt: Teilnehmende konfigurieren Linux-Server als Netzwerkdienste innerhalb einer simulierten Cisco-Topologie und üben die Fehlerdiagnose zwischen Netzwerk- und Serverebene.
Welche CCNA-Themen werden abgedeckt?
Der Modulblock deckt die zentralen CCNA-Themenbereiche ab: Netzwerkgrundlagen, IP-Adressierung und Subnetting, VLANs und Switching, Routing-Grundlagen sowie grundlegende Netzwerksicherheit inklusive Access Control Lists.
Wie lange dauert die gesamte Weiterbildung?
Je nach gewählten Modulen liegt die Bearbeitungszeit meist zwischen sechs und zwölf Wochen. Vollzeit- und Teilzeit-Varianten mit gestreckter Laufzeit sind verfügbar.
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