Überblick
Netzwerke und Server sind zwei Seiten derselben Medaille — in der Praxis treffen sie täglich aufeinander, in der Ausbildung werden sie oft getrennt betrachtet. Dieser Lehrgang verbindet die Vorbereitung auf den Cisco Certified Network Associate (CCNA) mit einer fundierten Qualifizierung in der Microsoft Windows Server Administration. Wer beides beherrscht, kann Unternehmensinfrastrukturen ganzheitlich verstehen, administrieren und absichern — und deckt damit ein Profil ab, das Arbeitgeber in Systemadministration, IT-Infrastruktur und Cloud-Vorbereitung aktiv suchen. Die Stärke des Lehrgangs liegt in der technischen Tiefe beider Bereiche. CCNA ist kein Überblickskurs — er verlangt konkretes Verständnis von Routing-Protokollen, VLAN-Architekturen und Netzwerkdiagnose. Die Windows Server-Komponente geht ebenso in die Tiefe: Active Directory, Gruppenrichtlinien, Dienste wie DNS und DHCP sowie Grundlagen der Serverhärtung. Zusammen entsteht eine Infrastrukturkompetenz, die von der physischen Netzwerkschicht bis zur zentralen Identitäts- und Ressourcenverwaltung reicht.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — CCNA: Netzwerkgrundlagen und IP-Routing Der erste Block legt das Fundament für alle weiteren Netzwerkthemen. Ausgehend vom Schichtenmodell werden die für Cisco-Netzwerke relevanten Konzepte — IP-Adressierung, Subnetting, Layer-2-Switching und grundlegendes Routing — praxisnah erarbeitet. Teilnehmende konfigurieren Geräte über die Cisco IOS Command Line und lernen, typische Konfigurationsfehler zu erkennen.
- OSI- und TCP/IP-Modell im Kontext realer Netzwerkarchitekturen
- IP-Adressierung, Subnetting, VLSM und CIDR
- Ethernet und Layer-2-Switching: MAC-Tabellen, STP, Port-Sicherheit
- Router-Grundkonfiguration in Cisco IOS: Schnittstellen, statische Routen
- Routing-Protokolle: OSPFv2/v3 und EIGRP im Vergleich
- Diagnose mit Ping, Traceroute und Show-Befehlen in Cisco IOS
Modul 2 — CCNA: VLANs, WAN und Netzwerksicherheit Das zweite Block vertieft die CCNA-Inhalte in Richtung moderner Unternehmensnetzwerke. VLANs, Inter-VLAN-Routing und Trunking stehen ebenso auf der Agenda wie grundlegende Sicherheitsmaßnahmen auf Netzwerkebene.
- VLAN-Konzepte, Trunking (802.1Q) und VTP
- Inter-VLAN-Routing über Router-on-a-Stick und Layer-3-Switches
- Access Control Lists (ACLs) für Paketfilterung und Sicherheitssteuerung
- NAT und PAT für private Adressräume
- WAN-Technologien und Grundlagen von MPLS und SD-WAN
- Grundlagen der drahtlosen Netzwerksicherheit (WPA2/WPA3)
Modul 3 — Windows Server: Installation, Active Directory und Rollen Der dritte Block wechselt die Perspektive zur Server-Administration. Ausgangspunkt ist die Einrichtung eines Windows Servers — von der Betriebssystem-Installation bis zur Rollenkonfiguration. Active Directory als zentrales Verzeichnisdienst-System nimmt dabei den größten Raum ein.
- Windows Server Installation und erste Konfigurationsschritte (Server Manager, PowerShell)
- Active Directory Domain Services (AD DS): Aufbau, Struktur, Replikation
- Benutzer-, Gruppen- und Organisationseinheiten (OUs) anlegen und verwalten
- Gruppenrichtlinien (GPOs): Aufbau, Vererbung, Konfliktlösung
- DHCP- und DNS-Serverrollen einrichten und administrieren
- Grundlagen der Windows Server Härtung und Patchmanagement
Angewandte Übungen und Praxisszenarien Die technischen Module werden durch angewandte Laborübungen und realitätsnahe Szenarien ergänzt, die beide Kompetenzbereiche verknüpfen.
- Aufbau eines kompletten Testlabors: Cisco-Router und -Switch plus Windows Server in einer gemeinsamen Netzwerktopologie
- Konfiguration von Active Directory-Benutzern mit VLAN-basierter Netzwerktrennung
- DHCP-Scopes in Windows Server auf VLAN-Segmente abbilden
- DNS-Auflösung in einer AD-integrierten Zone debuggen
- GPO-Deployment für Sicherheitsrichtlinien auf Endgeräten testen
- Netzwerkdiagnose: Routing-Problem zwischen VLAN und Active Directory-Domain lösen
- ACL-Konfiguration in Cisco IOS zur Absicherung eines Server-Segments
- Switching-Konfiguration für einen dedizierten Server-VLAN-Trunk
- Berechtigungskonzept für Dateiserver in Active Directory entwerfen
- Fehleranalyse: DNS-Fehler bei Domain-Join eines Windows-Clients beheben
- WAN-Simulation: Routing zwischen Standorten mit Cisco IOS
- Sicherheitsaudit: Schwachstellen in einer Muster-Konfiguration identifizieren
Beide Teilbereiche werden nicht isoliert geübt — die Laboraufgaben sind bewusst so gestaltet, dass Netzwerk-Konfigurationen und Server-Einstellungen aufeinander abgestimmt werden müssen. Das entspricht dem Alltag in mittelständischen IT-Abteilungen, wo ein Administrator oft beides betreut.
Lernziele:
- TCP/IP-Adressierung und Subnetzplanung sicher beherrschen und auf reale Netzwerktopologien anwenden
- Routing-Protokolle (OSPF, EIGRP) konfigurieren und Routing-Entscheidungen nachvollziehen
- VLANs planen, trunken und in geswitchten Netzwerken implementieren
- Cisco IOS für grundlegende und erweiterte Netzwerkkonfigurationen nutzen
- Netzwerkfehler systematisch mit Cisco-Diagnose-Tools eingrenzen und beheben
- Windows Server installieren, konfigurieren und in Betrieb nehmen
- Active Directory-Strukturen aufbauen, verwalten und mit Sicherheitsrichtlinien versehen
- Gruppenrichtlinien (GPOs) für Endgeräte und Benutzer definieren und testen
- DNS- und DHCP-Dienste unter Windows Server betreiben und Probleme beheben
- Benutzer-, Gruppen- und Berechtigungsmanagement in Active Directory-Umgebungen umsetzen
- Wechselwirkungen zwischen Netzwerk- und Server-Konfiguration in hybriden Umgebungen erkennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Lehrgang richtet sich an Personen, die in der IT-Infrastruktur Fuß fassen oder eine vorhandene Basisqualifikation durch anerkannte Zertifizierungen systematisch ausbauen möchten.
- IT-Einsteiger mit technischem Interesse und grundlegenden Computerkenntnissen
- Quereinsteiger aus verwandten technischen Berufen (Elektronik, Telekommunikation)
- Helpdesk- und Support-Kräfte, die in die Administration wechseln möchten
- Netzwerktechniker, die ihre Windows Server-Kenntnisse formal absichern wollen
- Systemadministratoren, die das CCNA-Zertifikat nachholen möchten
Erwartet werden grundlegende Kenntnisse in der PC-Bedienung und ein Basisverständnis von Netzwerken (z. B. was eine IP-Adresse ist). Erfahrungen mit Windows-Betriebssystemen sind hilfreich. Vorkenntnisse in Cisco IOS oder Active Directory sind nicht vorausgesetzt — beide Themen werden von Grund auf erarbeitet.
Ablauf & Abschluss
Unterrichtet wird im virtuellen Klassenzimmer mit Live-Dozenten; Theoriephasen wechseln mit geführten Laborübungen an simulierten oder realen Netzwerkgeräten. Für Teilnehmende in Centern steht ein Zwei-Bildschirm-Arbeitsplatz zur Verfügung; Home-Office-Teilnahme ist möglich. Der Unterrichtsrhythmus orientiert sich an den zwei Themensträngen — CCNA-Einheiten und Windows Server-Einheiten wechseln sich ab, sodass der Stoff verfestigt wird, bevor neue Themen hinzukommen.
Vollzeit- und Teilzeitoptionen stehen zur Verfügung. Die genaue Gesamtdauer hängt von der individuellen Modulkombination ab und wird mit dem Anbieter abgestimmt. Typische Vollzeitdurchläufe liegen im Bereich mehrerer Wochen bis weniger Monate.
Der Lehrgang bereitet auf die externe Cisco CCNA-Prüfung (200-301) vor. Microsoft-seitig werden die Kenntnisse vermittelt, die für die AZ-800-/AZ-801-Prüfungsreihe (Windows Server Hybrid Administrator Associate) relevant sind. Zusätzlich erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung.
Nutzen & Perspektiven
Das CCNA-Zertifikat von Cisco gehört weltweit zu den bekanntesten Einstiegszertifizierungen im Netzwerkbereich — es öffnet Türen in Unternehmensinfrastruktur, ISP-Umgebungen und Systemhäuser. Die Kombination mit Windows Server Administration macht das Profil deutlich breiter aufgestellt als reine Netzwerker oder reine Administratoren. In vielen mittelständischen Unternehmen ist die Infrastruktur nicht nach Spezialisten-Rollen getrennt — dort administriert eine Person Router, Switches und Server. Dieser Lehrgang bereitet genau auf diese Realität vor und vermeidet den typischen Fehler, Netzwerk- und Serverwissen in getrennten Silos zu behandeln. Wer beide Zertifikate anstrebt, legt damit eine Grundlage für weiterführende Qualifizierungen im Cloud-Bereich (Azure, AWS) oder in der Netzwerksicherheit (CCNP Security, CompTIA Security+). Die erworbenen Kenntnisse sind keine Einbahnstraße — sie schaffen Anschlussfähigkeit für viele der gefragten Spezialisierungen der nächsten Jahre.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Cisco-Prüfung bereitet dieser Lehrgang vor?
Der Kurs bereitet auf die Cisco CCNA-Prüfung (200-301) vor. Diese Prüfung deckt Netzwerkgrundlagen, IP-Konnektivität, Sicherheitsgrundlagen, Automatisierung und Programmierbarkeit sowie Netzwerksicherheit ab und ist der Einstieg in die Cisco-Zertifizierungslandschaft.
Werden Cisco-Hardware oder Simulatoren für die Übungen benötigt?
Die Laborübungen werden mit Cisco Packet Tracer oder vergleichbaren Netzwerksimulatoren durchgeführt. Physische Hardware ist nicht erforderlich. Teilnehmende in Centern erhalten Zugang zu eingerichteten Laborsystemen; Home-Office-Teilnehmende arbeiten mit der bereitgestellten Software.
Kann ich den Lehrgang auch ohne Netzwerk-Vorkenntnisse beginnen?
Ja, der CCNA-Block beginnt mit den Grundlagen des Netzwerkmodells und baut das Wissen schrittweise auf. Grundlegende PC-Kenntnisse und Interesse an technischen Zusammenhängen sind ausreichend für den Einstieg.
Welchen Mehrwert bringt die Kombination aus CCNA und Windows Server gegenüber Einzelkursen?
In der Praxis arbeiten Netzwerk- und Server-Konfigurationen eng zusammen: DNS, DHCP und VLAN-Zuweisung hängen direkt voneinander ab. Wer beides kennt, löst Infrastrukturprobleme schneller und kann ganzheitlich denken. Die Kombination erschließt außerdem ein breiteres Stellenprofil als eine der beiden Qualifikationen allein.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Wirtschaftsinformatik (weiterführend)557 Stellen
- Netzwerk-Servicetechniker/Netzwerk-Servicetechnikerin97 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)59 Stellen