Überblick
Dieser Kurs vermittelt Fachkräften aus dem Metallbereich die Grundlagen der CNC-Programmierung auf HEIDENHAIN-Steuerungen. Angefangen bei der Benutzeroberfläche und dem Programmaufbau führt die Weiterbildung Schritt für Schritt durch die Konzepte der linearen Bewegungssteuerung, der Konturprogrammierung und der Zyklenprogrammierung bis hin zu Labelling-Anwendungen. Auf Programmierplätzen (PC-Simulatoren) setzen Teilnehmer ihr Wissen sofort in praktische Programmierarbeit um, sodass Lerninhalte direkt an realen Aufgabenstellungen erprobt werden. Wachsende Anforderungen an Maßhaltigkeit und Oberflächengüte in der modernen Fertigung machen eine fundierte Steuerungskenntnis unerlässlich — dieser Kurs schließt diese Lücke systematisch und praxisnah.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Benutzeroberfläche und Programmaufbau: Die HEIDENHAIN-Steuerung besitzt eine strukturierte Benutzeroberfläche, die auf logischen Bedienebenen aufgebaut ist. Teilnehmer lernen, wie Programme angelegt, gespeichert, geladen und verwaltet werden. Sie verstehen die Bedeutung einzelner Programmblöcke und können einen vollständigen Programmkopf mit allen notwendigen Angaben selbstständig erfassen.
- Überblick über Bedienebenen und Softkeys
- Anlegen, Benennen und Speichern von Programmen
- Aufbau eines NC-Programms (Programmkopf, Werkzeugaufruf, Sätze, Programmende)
- Anzeige- und Bedienelemente der Steuerung
- Navigation und Programmeditor
- Fehleranzeigen und Diagnosemeldungen interpretieren
Modul 2 — Bezugspunkte, Tastsystem und Werkstückpositionen: Für eine präzise Bearbeitung muss das Werkstück in Relation zur Maschinenkinematik sicher referenziert werden. Teilnehmer lernen, Bezugspunkte über manuelle Eingabe und das Tastsystem zu setzen, Nullpunktverschiebungen anzuwenden und mehrere Bezugspunkte zu verwalten.
- Maschinenkoordinatensystem und Werkstückkoordinatensystem unterscheiden
- Bezugspunkte manuell setzen und speichern
- Tastsystem zur automatischen Bezugspunktermittlung einsetzen
- Nullpunktverschiebungen (Preset, G54–G59) programmieren
- Mehrfachbezugspunkte für Serienteile verwalten
- Bezugspunkte im Programm wechseln
Modul 3 — Bewegungsarten und Konturprogrammierung: Lineare und kreisförmige Bewegungen bilden das Fundament jeder CNC-Bearbeitung. Der Kurs behandelt die Programmierung von Geraden, Kreisbögen und vollständigen Konturen mit Hilfe der integrierten Konturprogrammierung. Ergänzend wird die Freie-Kontur-Programmierung (FK) für Geometrien eingeführt, die sich nicht direkt durch Standard-Elemente beschreiben lassen.
- Lineare Bewegungen (L-Satz) mit Vorschub und Abhebelogik
- Kreisbögen (C- und CR-Satz) — Mittelpunkt und Radius
- Konturanfahr- und Konturverlassstrategien
- Fasen und Verrundungen einsetzen
- FK-Programmierung für unvollständig bemaßte Konturen
- Werkzeugradius-Korrekturen (R0, RR, RL) und deren Anwendung
Modul 4 — Zyklen und LBL-Anwendungen: Fertigungszyklen bündeln häufig wiederkehrende Bearbeitungsabfolgen wie Bohren, Reiben oder Gewinden in einer parametrierbaren Routine. Teilnehmer lernen, Standardzyklen aufzurufen, anzupassen und durch LBL-Strukturen sinnvoll zu wiederholen.
- Überblick über Zyklengruppen (Bohren, Taschenfräsen, Gewinde, Sonderbearbeitungen)
- Aufruf und Parametrierung von festen Zyklen
- Zyklenpositionierung mit Lochkreisen und Lochmustern
- LBL-Marken setzen und CALL LBL für Programmteil-Wiederholungen
- Unterprogramme und Programmverkettungen
- Simulation und Überprüfung im Programmiermodus
Praxisblock — Programmierübungen an Simulationsplätzen: Das theoretisch erlernte Wissen wird an PC-basierten Programmierplätzen direkt angewendet. Dabei arbeiten Teilnehmer an realitätsnahen Übungsaufgaben aus der metallverarbeitenden Fertigung.
- Nachfahren einfacher Konturen (Rechteck, Kreis, Tasche) mit L- und C-Sätzen
- Programmierung einer mehrstufigen Fräsoperation mit Bezugspunktwechsel
- Einsatz von Tastsystem-Zyklen zur Nullpunktermittlung
- Aufbau eines Programmpakets mit mehreren Unterprogrammen und LBL-Aufrufen
- FK-Programmierung einer freigeformten Kontur
- Zyklenprogrammierung: Bohrung, Kreistasche, Gewindebohren
- Simulation und Fehleranalyse im grafischen Programmiermodus
- Optimierung von Vorschüben und Werkzeugwegen
- Dokumentation und Kommentierung von NC-Programmen
- Übungskorrektur und Feedback durch Kursleitung
- Selbstständige Überarbeitung und Verbesserung der erstellten Programme
- Abschlussprojekt: vollständiges Fertigungsprogramm für ein Beispielbauteil
An den Programmierplätzen steht eine aktuelle HEIDENHAIN-Simulationssoftware zur Verfügung. Alle Übungen orientieren sich an Teilen und Aufgabenstellungen, wie sie in der täglichen Fertigungspraxis vorkommen. Durch den unmittelbaren Wechsel zwischen Theorie und Praxis festigen Teilnehmer die erlernten Konzepte nachhaltig.
Lernziele:
- Aufbau und Navigation der HEIDENHAIN-Benutzeroberfläche sicher handhaben
- Vollständige CNC-Programme von der Struktur bis zur Ausführung erstellen
- Werkstück-Bezugspunkte korrekt definieren und verwalten
- Tastsysteme zur automatischen Messpunktermittlung einsetzen
- Punkte am Werkstück präzise anfahren und referenzieren
- Lineare Achsbewegungen programmieren und optimieren
- Konturen mit Geraden und Kreisbögen beschreiben und programmieren
- Freie Konturprogrammierung (FK) für komplexe Geometrien anwenden
- Feste und anpassbare Zyklen für Bohr-, Fräs- und Gewindeoperationen nutzen
- Programmteil-Wiederholungen mit LBL-Anwendungen effizient aufbauen
- Simulationsumgebung zur Fehlerprüfung vor dem Maschinenlauf verwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte aus der Metallbearbeitung und verwandten technischen Berufsfeldern, die eine systematische Einführung in die HEIDENHAIN-CNC-Programmierung suchen. Vorausgesetzt wird Berufspraxis im Metallbereich; Programmiervorkenntnisse sind für den Basiskurs nicht erforderlich.
- Zerspanungsmechaniker/innen und Maschinenbediener/innen
- Meister, Techniker und Ingenieure aus der Fertigungstechnik
- Fachkräfte, die von konventionellen auf CNC-gesteuerte Maschinen wechseln
- Anlagenbediener, die HEIDENHAIN-Steuerungen in ihrer Produktion einsetzen
- Personen, die eine Umschulung zur CNC-Fachkraft anstreben
Eine abgeschlossene Berufsausbildung im Metallbereich oder eine vergleichbare technische Qualifikation bildet die fachliche Grundlage für diesen Kurs. Teilnehmer sollten Grundkenntnisse im Umgang mit dem PC mitbringen, darunter das Speichern, Kopieren und Umbenennen von Dateien sowie die Navigation in einer Windows-Ordnerstruktur. Eine Tätigkeit als Maschinenbediener an einer CNC-Anlage ist hilfreich, aber kein zwingendes Aufnahmekriterium für den Basiskurs. Kenntnisse in höheren Programmiersprachen sind ausdrücklich nicht notwendig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs folgt dem Ansatz des Combined Learning, bei dem Präsenzelemente mit digital unterstützten Lernphasen kombiniert werden. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Arbeit an Programmierplätzen, an denen Teilnehmer HEIDENHAIN-kompatible Simulationssoftware einsetzen und Programmieraufgaben in Echtzeit lösen. Dozierende begleiten den Lernprozess mit praxisnahen Demonstrationen, erläutern typische Fehlerquellen und geben individuelles Feedback zu den erstellten NC-Programmen. Der Unterricht findet in der Regel als Vollzeitmaßnahme statt, sodass eine intensive Auseinandersetzung mit dem Stoff in kurzer Zeit möglich ist.
Die Weiterbildung erstreckt sich über mehr als eine Woche bis zu einem Monat im Vollzeitformat. Die genaue Dauer variiert je nach Anbieter und liegt üblicherweise bei zwei bis drei Unterrichtswochen. Die tägliche Unterrichtszeit entspricht einem regulären Arbeitstag. Der kompakte Vollzeitrahmen ermöglicht es Teilnehmern, das Wissen in einem zusammenhängenden Block zu erwerben und direkt anzuwenden, ohne dass Lerninhalte zwischen langen Pausen wieder vergessen werden.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmer ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kenntnisse in der HEIDENHAIN-CNC-Programmierung und dient als Nachweis gegenüber Arbeitgebern und der Arbeitsverwaltung. Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss oder eine Herstellerzertifizierung ist mit dem Basiskurs nicht verbunden; für weiterführende HEIDENHAIN-Zertifikate können Aufbaukurse besucht werden.
Nutzen & Perspektiven
Wer die Grundlagen der HEIDENHAIN-Programmierung beherrscht, kann in einem der am weitesten verbreiteten CNC-Steuerungsumgebungen Deutschlands und Europas produktiv arbeiten. HEIDENHAIN-Steuerungen sind in der präzisions- und serienfertigung in zahllosen Betrieben im Einsatz; fundierte Programmierkenntnisse steigern die Beschäftigungsfähigkeit und eröffnen den Weg in qualifiziertere Positionen wie CNC-Programmierer/in oder Einrichter/in. Durch die unmittelbare Verknüpfung von Theorie und Simulationspraxis entsteht ein Kompetenzgewinn, der im Berufsalltag sofort wirksam wird. Teilnehmer sind nach Abschluss in der Lage, einfache bis mittelkomplexe Fertigungsprogramme selbstständig zu erstellen, zu überprüfen und zu korrigieren — ohne auf externe Unterstützung angewiesen zu sein. Dies erhöht die Flexibilität im Schichtbetrieb und entlastet erfahrene Kolleginnen und Kollegen. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung Bund oder Rehabilitationsförderungen als Finanzierungsquelle in Betracht. Eine individuelle Beratung beim zuständigen Leistungsträger klärt, welcher Förderweg im Einzelfall infrage kommt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in der CNC-Programmierung?
Nein. Der Basiskurs richtet sich an Einsteiger in die HEIDENHAIN-Programmierung. Vorausgesetzt wird lediglich eine Berufsausbildung im Metallbereich und grundlegendes PC-Wissen. Wer bereits an CNC-Maschinen gearbeitet hat, profitiert zusätzlich, aber Programmiervorkenntnisse sind keine Voraussetzung.
Welche HEIDENHAIN-Steuerungsversion wird im Kurs verwendet?
Die meisten Anbieter arbeiten mit aktuellen HEIDENHAIN-Steuerungen wie der TNC 640 oder vergleichbaren Modellen. Die vermittelten Grundprinzipien gelten generationsübergreifend; die genaue Version sollte beim jeweiligen Bildungsträger erfragt werden.
Kann ich diesen Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist die Förderung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters in der Regel möglich. Zusätzlich kommen das Qualifizierungschancengesetz sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung Bund in Betracht. Eine individuelle Beratung beim zuständigen Leistungsträger ist empfehlenswert.
Gibt es nach diesem Kurs eine Aufbauqualifikation?
Ja. Auf dem Basiskurs aufbauend bieten viele Bildungsträger Fortgeschrittenen- und Spezialistenkurse an, die komplexere Bearbeitungsstrategien, mehrachsige Programmierung oder spezifische Maschinenfunktionen vertiefen. Diese sind je nach persönlichem Entwicklungsziel sinnvoll.
Findet der Kurs in Vollzeit oder Teilzeit statt?
Der Kurs wird üblicherweise als Vollzeitmaßnahme durchgeführt und dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat. Die Vollzeitstruktur ermöglicht eine intensive Lernphase ohne lange Pausen zwischen den Unterrichtseinheiten.
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