Überblick
Dieser Kurs qualifiziert Teilnehmende gezielt für die CNC-Programmierung im Bereich Fräsen mit Metall. Im Mittelpunkt steht das Erstellen, Einrichten und Optimieren von CNC-Fräsprogrammen — von der technischen Zeichnung über das Koordinatensystem bis zur fertigen NC-Datei. Der Abschluss erfolgt als CNC-Fachkraft (HWK), ein von der Handwerkskammer anerkanntes Zertifikat, das den Berufseinstieg oder die Spezialisierung im CNC-Fräsen belegt.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der CNC-Frästechnik Der Einstieg vermittelt das notwendige technische Fundament: Aufbau und Funktion einer CNC-Fräsmaschine, Maschinentypen (3-Achs bis mehrachsige Systeme), Antriebe, Steuerungen und Sicherheitseinrichtungen. Parallel dazu werden Werkzeuge und Spannmittel vorgestellt.
- Hauptbaugruppen der Fräsmaschine (Grundkörper, Spindelstock, Schlitten)
- Maschinenkoordinatensystem und kartesisches Koordinatensystem
- Werkzeugtypen (Schaftfräser, Scheibenfräser, Bohrwerkzeuge) und Halterungen
- Werkstoffe der Metallbearbeitung (Stahl, Aluminium, Gusseisen) und deren Eigenschaften
- Schutzausrüstung, Maschinensicherheit und Unfallverhütung
Technische Zeichnungen und Maßtoleranzen Bevor ein Programm entsteht, muss die Zeichnung verstanden sein. Dieser Block übt das Lesen mehransichtiger Zeichnungen und die Auswertung von Maßen, Toleranzen und Oberflächenangaben, die direkt in die Programmierung einfließen.
- Zeichnungsnormen und Ansichtenmethoden (DIN ISO)
- Bemaßung, Toleranzangaben (ISO-Passungen) und Oberflächengüten
- Geometrische Toleranzen (Form, Lage) und ihre Bedeutung für die Bearbeitung
- Ableitung von Bearbeitungsreihenfolgen aus der Zeichnung
- Werkzeugwahl in Abhängigkeit von Geometrie und Toleranzklasse
CNC-Programmierung Fräsen Der Kernteil des Kurses: Hier entsteht das handwerkliche Rüstzeug für die eigenständige NC-Programmierung. Angefangen bei elementaren G- und M-Codes bis hin zu Zyklen, Unterprogrammen und Parameterprogrammierung — alles wird direkt am Rechner geübt.
- Programmaufbau nach DIN 66025 (Satzstruktur, Adressen, Parameter)
- G-Funktionen für Bewegung: G00 Eilgang, G01 Linearinterpolation, G02/G03 Kreisinterpolation
- Nullpunktverschiebungen (G54–G59), Werkzeugkorrekturen (G41/G42/G43)
- Fräszyklen für Taschen, Konturen und Bohrbilder
- Unterprogrammtechnik und parametrisierte Abläufe
- Schnittdatenberechnung (Schnittgeschwindigkeit, Drehzahl, Vorschub)
Praktische Übungen und Programm-Optimierung Anhand konkreter Fertigungsaufgaben erstellen Teilnehmende vollständige Programme, fahren diese im Simulator ab und überarbeiten sie auf Effizienz und Qualität.
- Programmerstellung für typische Frästeile (Rechtecktasche, Kreistasche, Außenkontur)
- Simulation und Kollisionsprüfung am Bildschirm
- Anpassung von Schnittpfaden zur Verkürzung der Hauptzeit
- Einrichten und Nullpunktsetzen an der Maschine
- Qualitätsmessung am Fertigteil (Maßkontrolle, Oberflächenprüfung)
- Fehleranalyse und systematische Programm-Korrektur
- Erstellung von Einrichtblättern und Werkzeugplänen
- Dokumentation nach betrieblicher Fertigung
- Umgang mit CNC-Steuerungsmasken und Bedienoberflächen
- Simulation mehrstufiger Bearbeitungen mit Werkzeugwechsel
- Nesting und Reihenfolgeoptimierung für serielle Fertigung
- Übergabe und Prüfung fertiger Programme an die Maschinensteuerung
Der Kurs schließt mit einer kompakten Vertiefungsphase, in der prüfungsrelevante Themen gezielt geübt werden. Die externen Prüfungsunterlagen der Handwerkskammer fordern sowohl theoretisches Verständnis als auch praktische Ausführungskompetenz — beides wird parallel und nicht losgelöst voneinander trainiert. Wer den Kurs konsequent absolviert, verlässt ihn mit einem vollständig erarbeiteten Programmierportfolio typischer Frästeile — kein abstraktes Wissen, sondern nachweisbare Praxiserfahrung in der NC-Fräsprogrammierung von Metallteilen.
Lernziele:
- technische Zeichnungen lesen, interpretieren und in Programmierbefehle übersetzen
- den Aufbau und die Hauptbaugruppen einer CNC-Fräsmaschine erklären und sicher bedienen
- Koordinatensysteme und Nullpunktverschiebungen korrekt anwenden
- eigenständig CNC-Fräsprogramme nach DIN 66025 erstellen und strukturieren
- Werkzeuge (Fräser, Spannmittel) richtig auswählen und einsetzen
- typische Werkstoffe der Metallbearbeitung und ihre Bearbeitungseigenschaften einordnen
- Vorschubwerte, Schnittgeschwindigkeiten und Drehzahlen berechnen und einstellen
- Zyklen und Unterprogramme effizient nutzen, um Programme übersichtlich zu halten
- Programme schrittweise testen, Fehler analysieren und korrigieren
- Sicherheits- und Schutzvorschriften beim Betrieb von Fräsmaschinen einhalten
- Dokumentation und Arbeitsunterlagen für die Fertigung erstellen
- Qualitätssicherungsmaßnahmen im Fräsprozess verstehen und anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte aus Metall, Zerspanung und Maschinenbau, die CNC-Fräsprogrammierung systematisch erlernen oder vertiefen wollen.
- Zerspanungsmechaniker/-innen und Industriemechaniker/-innen, die in die Programmierung wechseln möchten
- CNC-Bediener/-innen, die über die Bedienung hinaus eigenständig programmieren wollen
- Techniker/-innen und Meister/-innen, die Fräsprogramme selbst erstellen oder freigeben sollen
- Facharbeiter/-innen aus der Metallverarbeitung mit Ambitionen auf eine qualifiziertere Tätigkeit
- Quereinsteiger/-innen mit ingenieurtechnischem Abschluss und ersten Metall-Erfahrungen
Vorausgesetzt werden ein ingenieurtechnischer Ausbildungsabschluss oder ein solider Facharbeiterabschluss in einem metallverarbeitenden oder ähnlich technischen Beruf. Grundkenntnisse in der Metall- oder Kunststoffverarbeitung erleichtern den Einstieg erheblich. PC-Kenntnisse auf Anwenderebene werden erwartet, da die Programmiersoftware am Rechner bedient wird. Vorkenntnisse in der CNC-Programmierung sind nicht erforderlich — der Kurs beginnt mit den Grundlagen.
Ablauf & Abschluss
Das Lernen ist eng mit dem Tun verknüpft: Theorie-Inputs werden unmittelbar von rechnergestützten Übungen gefolgt, bei denen Teilnehmende eigene Programme entwickeln und am Simulator validieren. Lehrgespräche, Visualisierungen am Bildschirm und Gruppenübungen wechseln sich ab. In der Abschlussphase steht die eigenständige Bearbeitung praxisnaher Aufgaben im Vordergrund, sodass die externen HWK-Prüfungsanforderungen verinnerlicht werden. Die Unterrichtsorganisation erlaubt sowohl Vollzeit- als auch Teilzeit-Durchgänge je nach Anbieter.
Der Kurs ist für eine intensive Vollzeitweiterbildung konzipiert und umfasst mehrere Wochen programmierter Lernzeit, in denen Theorie, Übungen und Prüfungsvorbereitung ineinandergreifen. Genaue Stunden- und Wochenzahlen variieren je Anbieter; verbreitet sind Vollzeitkurse über mehrere Monate. Teilzeitvarianten sind bei einzelnen Anbietern verfügbar. Die externe HWK-Prüfung findet im Anschluss an den Kurs statt und ist nicht im Kurszeitraum selbst enthalten.
Der Kurs schließt mit der externen Prüfung zur CNC-Fachkraft (HWK) vor der Handwerkskammer ab — ein handwerklich anerkanntes Zertifikat, das über das trägerinterne Abschlusspapier hinausgeht. Zusätzlich erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Die HWK-Prüfung umfasst theoretische und praktische Anteile und belegt die Fähigkeit zur eigenständigen CNC-Fräsprogrammierung in der Metallfertigung.
Nutzen & Perspektiven
CNC-Programmierer/-innen für Fräsen sind in nahezu allen metallverarbeitenden Branchen gefragt — vom Maschinen- und Anlagenbau über die Automobilindustrie bis zur Luft- und Raumfahrt. Wer eigenständig Fräsprogramme erstellen kann, schließt eine Qualifikationslücke, die viele reine Maschinenbediener/-innen offenlassen. Der HWK-Abschluss als CNC-Fachkraft verleiht dieser Qualifikation eine formale, branchenweit verstandene Anerkennung. Besonders wertvoll ist, dass der Kurs gezielt auf das Fräsen fokussiert: Teilnehmende entwickeln echte Tiefe in einem Verfahren, statt oberflächlich breite Übersicht zu erlangen. Das Ergebnis ist eine klare Stärke im Fräs-Bereich, die sich bei der Jobsuche und in konkreten Fertigungsaufgaben direkt auszahlt. Für Fachkräfte, die bereits als Bediener arbeiten, öffnet der Abschluss oft den Weg in Programmiererpositionen mit höherer Verantwortung und entsprechend besserer Vergütung. Das erlernte Handwerk lässt sich direkt am ersten Arbeitstag anwenden — keine lange Einarbeitungszeit, sondern unmittelbar einsetzbare Kompetenz in der NC-Fräsprogrammierung von Metallteilen. Die Fokussierung auf ein einziges Verfahren ist dabei kein Nachteil, sondern bewusste Stärke: Wer das Fräsen in der Tiefe beherrscht, versteht Schnitttechnologie, Geometrieauswahl und Programmierstrategie in einer Weise, die oberflächliche Breitenqualifizierungen nicht erreichen. Im Bewerbungsgespräch für eine Fräserprogrammier-Stelle ist ein Kandidat, der das Fräsen von Grund auf kennt, einem Generalisten mit halbem Fräs-Wissen deutlich überlegen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welcher Abschluss wird erreicht?
Der Kurs bereitet auf die externe Prüfung zur CNC-Fachkraft (HWK) vor der Handwerkskammer vor. Zusätzlich erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Der HWK-Abschluss ist ein formales, branchenweit anerkanntes Zertifikat.
Muss ich vorher CNC-Erfahrung haben?
Nein — vorhandene CNC-Kenntnisse sind kein Muss. Der Kurs startet bei den Grundlagen der Maschinen- und Werkzeugkunde. Vorausgesetzt wird lediglich ein technischer Ausbildungsabschluss und Grundwissen in der Metallverarbeitung.
Warum ist dieser Kurs auf Fräsen spezialisiert und behandelt nicht auch Drehen?
Der Fokus auf Fräsen ermöglicht eine deutlich tiefere Qualifikation in diesem einen Verfahren. Wer Drehen und Fräsen kombiniert erlernen möchte, findet dafür einen separaten Kurs mit breiterem Abdeckungsumfang. Für eine Spezialistenstelle im Fräsen ist diese Fokussierung ein Vorteil.
Wie läuft die HWK-Prüfung ab?
Die externe Prüfung vor der Handwerkskammer umfasst theoretische und praktische Anteile. Sie findet nach dem Kursabschnitt statt und wird vom Bildungsträger vorbereitet, aber von der HWK abgenommen. Das genaue Format kann je nach zuständiger Kammer leicht variieren.
Ist der Kurs in Vollzeit oder Teilzeit verfügbar?
Verbreitet sind Vollzeitvarianten über mehrere Monate. Einzelne Anbieter bieten auch Teilzeitoptionen an. Die genaue Kursstruktur hängt vom jeweiligen Anbieter und Standort ab.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Zerspanungsmechaniker/in22.592 Stellen
- Maschinenbediener/in CNC14.449 Stellen
- CNC-Programmierer/in48 Stellen