Überblick
Die Weiterbildung "CNC-Programmierung mit Sinumerik Operate" vermittelt praxisorientiertes Wissen in der rechnergestützten Programmierung von CNC-Werkzeugmaschinen (Computerized Numerical Control). Sinumerik Operate ist das führende Steuerungssystem des Herstellers Siemens und in weiten Teilen der deutschen und europäischen Fertigungsindustrie verbreitet. Im Kurs lernen Teilnehmer, die Sinumerik-Steuerung sicher zu bedienen, CNC-Programme für Dreh- und Fräsoperationen zu schreiben und in der Praxis anzuwenden. Besonderer Fokus liegt auf den grafisch unterstützten Programmiersystemen ShopTurn (Drehen) und ShopMill (Fräsen), die auch ohne tiefe G-Code-Kenntnisse eine effiziente Programmierung ermöglichen. Ziel ist, dass Absolventen CNC-Maschinen im Fertigungsalltag selbstständig bedienen und programmieren können.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Block legt das Fundament: Teilnehmer lernen die Bedienkomponenten der Sinumerik Operate-Steuerung kennen und verstehen die grundlegende Programmstruktur. Maschinendaten, Werkzeugverwaltung und Koordinatensysteme werden eingeführt.
- Aufbau und Bedienelemente der Sinumerik Operate-Oberfläche
- Grundlegende Programmstruktur: Sätze, Adressen, Befehle
- Werkzeugverwaltung und Werkzeugkorrekturen
- Koordinatensysteme: Werkstück- und Maschinenkoordinaten
- Nullpunktverschiebungen (G54–G59)
- Maschinen-Referenzpunkte und Grundeinstellungen
Der zweite Block behandelt die drei Betriebsarten der Sinumerik Steuerung im Detail. Jede Betriebsart hat ihren spezifischen Einsatzbereich in der Fertigungspraxis.
- Betriebsart JOG: manuelles Verfahren, Einrichten, Referenzfahrt
- Betriebsart MDA: Manuell-Data-Input für Einzelsätze und Testläufe
- Betriebsart AUTO: vollautomatischer Programmbetrieb in der Serienfertigung
- Programmaufruf, Programmunterbrechen und Wiederanlauf
- Simulation und Kollisionsprüfung im Programmbetrieb
- Fehlermeldungen lesen und beheben
Der dritte Block widmet sich ShopTurn für Dreh- und Bohroperationen. Das grafisch unterstützte Programmiersystem ermöglicht eine intuitive Programmierung auch ohne tiefe G-Code-Kenntnisse. Konturdrehen, Gewindeschneiden und Bohrzyklen werden vollständig behandelt.
- ShopTurn-Benutzeroberfläche und Werkzeugauswahl
- Konturdrehen: Gerade und Kreiskontur programmieren
- Abstechen, Einstechen und Schlichtzugaben
- Gewindeschneiden und Gewindedrehen
- Bohren, Senken, Reiben mit Bohrzyklen
- Verweilzeiten beim Drehen programmieren
Der vierte Block behandelt ShopMill für Fräs- und Bohroperationen sowie fortgeschrittene Programmiertechniken. Konturfräsen, Taschen- und Zapfenbearbeitung sowie programmtechnische Konstrukte wie Sprünge und Schleifen werden erarbeitet.
- ShopMill-Benutzeroberfläche und Fräswerkzeug-Auswahl
- Konturfräsen: Taschen, Zapfen, Nuten
- Schleifen, Sprünge und Wiederholungen im NC-Programm
- Verschiebung, Skalierung, Spiegeln und Drehung als Transformationen
- programmGUIDE: strukturierte NC-Programme mit Kommentaren
- Simulation des Fräsprogramms und Kollisionskontrolle
Praxisblock — Fertigungsprogramme in der Praxis Dieser Block bildet den Kern der Ausbildung. Teilnehmer programmieren vollständige Fertigungsaufgaben eigenverantwortlich und wenden dabei alle erlernten Techniken an.
- Drehen eines Stufenwelle-Werkstücks mit ShopTurn
- Einstechnut und Gewinde an einer Drehteilzeichnung programmieren
- Einfache Frästasche mit ShopMill programmieren
- Außenkontur eines Fräsbauteils mit Konturzug programmieren
- Bohrlochreihe mit Festzyklus automatisieren
- Symmetrisches Werkstück durch Spiegelfunktion halbieren
- Muster durch Wiederholungsbefehle effizient programmieren
- Nullpunktverschiebung für mehrseitige Bearbeitung nutzen
- NC-Programm mit programmGUIDE dokumentieren
- Simulationslauf durchführen und Kollisionen beseitigen
- Fertigungsprogramm mit Verweilzeiten und Schlichtzugaben optimieren
- Abschlussprojekt: vollständige Zeichnung in Sinumerik-Programm übersetzen
Im Abschlussprojekt fertigen Teilnehmer ein vollständiges Werkstück — von der technischen Zeichnung über das Sinumerik-Programm bis zur simulierten Fertigung. Dieses Projekt dokumentiert die erworbene Programmierkompetenz und eignet sich als Arbeitsnachweis bei zukünftigen Arbeitgebern.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung können Teilnehmer CNC-Maschinen mit Sinumerik Operate selbstständig bedienen und einfache bis mittlere Fertigungsprogramme eigenverantwortlich erstellen.
- Sie kennen die Grundprinzipien der CNC-Technik und verstehen, warum computergestützte Fertigungssteuerung in der Serienproduktion unverzichtbar ist.
- Sie beherrschen die Bedienung der Sinumerik Operate-Oberfläche in allen relevanten Betriebsarten (JOG, MDA, AUTO).
- Sie können Werkstückprogramme für Dreh- und Fräsoperationen mit ShopTurn und ShopMill grafisch erstellen.
- Sie sind in der Lage, einfache G-Code-Programme zu schreiben, zu lesen und zu modifizieren.
- Sie beherrschen Konturdrehen und Konturfräsen mit geraden und runden Konturen.
- Sie können Bohrzyklen und Gewindeoperationen programmieren.
- Sie verstehen Transformationen wie Verschiebung, Skalierung, Spiegelung und Drehung im CNC-Kontext.
- Sie kennen Sprünge, Wiederholungen und Verweilzeiten als Programmierkonstrukte und können sie anwenden.
- Sie können mit programmGUIDE strukturierte und kommentierte NC-Programme erstellen.
- Sie sind in der Lage, Fertigungsprogramme auf Fehler zu prüfen und anzupassen.
- Sie kennen die Auswirkungen der Programmierwahl auf Fertigungszeit, Qualität und Werkzeugverschleiß.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs spricht alle an, die sich praxisorientiert im Bereich der CNC-Technik weiterbilden möchten — vom erfahrenen Zerspanungsmechaniker, der eine neue Steuerungsgeneration kennenlernt, bis zum Quereinsteiger aus einem technischen Beruf.
- Zerspanungsmechaniker und Metallberufe mit Interesse an CNC-Spezialisierung
- Maschinenbediener, die von konventioneller auf CNC-gestützte Fertigung wechseln möchten
- Techniker und Meister aus der Fertigungsindustrie, die Programmierkompetenz aufbauen wollen
- Konstrukteure und technische Zeichner, die CAM/CNC-Abläufe besser verstehen möchten
- Allgemein Fachkräfte aus technischen Berufen, die ihre Qualifikation um CNC-Kenntnisse erweitern wollen
Vorausgesetzt werden Berufserfahrung oder Ausbildung in einem technischen Beruf sowie Grundkenntnisse im Umgang mit PCs. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich. Vorkenntnisse in der CNC-Technik oder spezifische Sinumerik-Kenntnisse sind nicht zwingend notwendig, jedoch erleichtert ein Grundverständnis von Werkzeugmaschinen und Fertigungsabläufen den Einstieg erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet Präsenzanteile mit Online-Lernphasen. Dozenten erläutern Konzepte und Befehle anhand der Sinumerik-Steuerungssoftware, Teilnehmer programmieren parallel eigene Werkstücke. CNC-Simulation ermöglicht das gefahrlose Testen von Programmen, bevor diese an einer echten Maschine ausgeführt werden. Praxisaufgaben und das Abschlussprojekt stellen sicher, dass das Gelernte auf reale Fertigungsaufgaben übertragbar ist.
Die Weiterbildung dauert in Vollzeit mehr als einen Monat bis zu drei Monaten. Diese Kursdauer stellt sicher, dass alle relevanten Programmiertechniken für Drehen, Fräsen und Bohren gründlich erarbeitet und in ausreichend vielen Übungsaufgaben verankert werden können. Das Abschlussprojekt fügt alle Teilkompetenzen zu einem vollständigen Fertigungsauftrag zusammen.
Absolventen erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsanbieters. Diese Bescheinigung dokumentiert die erworbenen Programmierkenntnisse für Siemens Sinumerik Operate und wird von vielen Fertigungsbetrieben als Nachweis einer strukturierten CNC-Qualifizierung anerkannt. Eine offizielle Siemens-Zertifizierung ist nicht Bestandteil des Kurses, kann aber im Anschluss separat erworben werden.
Nutzen & Perspektiven
CNC-kompetente Fachkräfte sind in der deutschen Fertigungsindustrie dauerhaft gesucht. Die digitale Transformation der Produktionsprozesse steigert den Bedarf an Programmierern und Bedienern, die moderne Steuerungssysteme souverän handhaben können — und Sinumerik Operate ist dabei der meistverbreitete Standard in der deutschen Zerspanung. Absolventen dieses Kurses qualifizieren sich für Stellen als CNC-Programmierer, CNC-Einrichter oder Fachkraft für CNC-Technik in Betrieben des Maschinenbaus, der Automobil- und Luftfahrtzulieferung sowie der Präzisionstechnik. Der praxisorientierte Aufbau des Kurses sorgt dafür, dass Absolventen direkt einsatzbereit sind — ohne lange Einarbeitungszeiten im neuen Betrieb. Das Abschlussprojekt bietet außerdem eine konkrete Arbeitsprobe, mit der die erworbene Kompetenz gegenüber potenziellen Arbeitgebern dokumentiert werden kann. Gerade für Fachkräfte, die aus einem verwandten technischen Beruf in die CNC-Welt wechseln möchten, ist dieser Kurs ein direkter Weg in ein gefragtes und zukunftssicheres Berufsfeld. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist diese Weiterbildung in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit förderbar. Je nach individueller Situation kommen zusätzlich das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine frühzeitige Beratung durch die zuständige Agentur für Arbeit oder das Jobcenter hilft, die optimale Finanzierungslösung zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich CNC-Vorkenntnisse?
CNC-Vorkenntnisse sind hilfreich, aber keine formale Voraussetzung. Wichtig ist eine technische Berufsausbildung oder vergleichbare Berufserfahrung in einem Fertigungs- oder Metallberuf. Grundverständnis von Werkzeugmaschinen erleichtert den Einstieg erheblich.
Was ist der Unterschied zwischen ShopTurn und ShopMill?
ShopTurn ist das grafisch unterstützte Programmiersystem für Drehoperationen (Drehen, Bohren, Gewindeschneiden auf Drehmaschinen), ShopMill das entsprechende System für Fräsoperationen (Taschen, Zapfen, Konturen auf Fräsmaschinen). Beide sind Teil der Sinumerik Operate-Steuerung und werden im Kurs vollständig behandelt.
Arbeite ich im Kurs an echten CNC-Maschinen?
Der genaue Ablauf hängt vom jeweiligen Bildungsträger ab. In der Regel wird Sinumerik Operate zunächst in der Software-Simulation erlernt, bevor Programme an realen Maschinen getestet werden. Die Simulation ermöglicht ein gefahrloses Üben ohne Materialverbrauch.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz, die Bundeswehr-Berufsförderung und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung kommen infrage. Sprechen Sie Ihre Agentur für Arbeit oder das Jobcenter an.
In welchen Branchen werde ich als CNC-Programmierer eingesetzt?
CNC-Programmierer sind in nahezu allen Fertigungsbranchen gefragt: Maschinenbau, Automobil- und Luftfahrtzulieferung, Präzisionstechnik, Werkzeugbau und Medizintechnik. Sinumerik Operate ist in der deutschen Fertigungsindustrie besonders verbreitet, weshalb diese Qualifikation einen hohen Marktwert hat.
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Arbeitsmarkt-Report
Konstruktion, CAD und industrielle Fertigung sind durchgehend gefragt — die Transformation Richtung E-Mobilität, Energietechnik und Industrie 4.0 schafft zusätzliche Spezialisten-Rollen. CAD-/Simulation-Software-Kenntnisse sind Türöffner.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Fachkraft für Mechatronik144.699 Stellen
- Zerspanungsmechaniker/in18.008 Stellen
- CNC-Fachkraft/NC-Anwendungsfachmann / CNC-Fachkraft/NC-Anwendungsfachfrau4.972 Stellen
- CNC-Fachkraft1.758 Stellen
- Informationstechnikermeister/Informationstechnikermeisterin/Bachelor Professional im Informationstechniker-Handwerk30 Stellen
- CNC-Programmierer/in9 Stellen