Überblick
Unternehmen und Behörden verlassen sich zunehmend auf belastbare Datenbankinfrastrukturen. Wer diese Systeme betreut, muss nicht nur SQL-Abfragen beherrschen, sondern Datenbanken in Gesamtarchitekturen integrieren, Ausfallsicherheit gewährleisten und datenbankbezogene Projekte koordinieren. Diese Weiterbildung vermittelt genau dieses Profil: von der Installation und Administration relationaler Datenbanksysteme über Hochverfügbarkeits- und Sicherheitskonzepte bis hin zu Grundlagen des IT-Projektmanagements für Datenbankprojekte. Der Schwerpunkt liegt auf der technischen Infrastrukturseite.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 - Grundlagen der Datenbankadministration Dieser erste Block legt das Fundament für alle weiteren Module. Teilnehmende lernen, wie relationale Datenbanksysteme intern aufgebaut sind, welche Architekturprinzipien gelten und wie SQL Server sowie PostgreSQL in der Praxis installiert und betrieben werden. Besonderer Wert liegt auf den Aufgaben, die im Tagesgeschäft eines Datenbankadministrators täglich anfallen.
- Relationale Datenmodelle und Normalisierung: 1NF bis 3NF anwenden
- Datenbankarchitektur: Speicherstrukturen, Pufferverwaltung, Transaktionsverarbeitung
- Installation und Konfiguration von SQL Server (aktuelle Version) und PostgreSQL
- Benutzer- und Rollenverwaltung: Zugriffsrechte granular steuern
- Performance Monitoring: Abfragepläne lesen, Indizes anlegen und pflegen
- Troubleshooting häufiger Datenbankprobleme: Deadlocks, Speicherengpässe, Verbindungsfehler
Modul 2 - IT-Infrastrukturen und Datenbankintegration Datenbanken arbeiten selten isoliert. Dieses Modul zeigt, wie Datenbankserver in bestehende Netzwerk- und Serverinfrastrukturen eingebettet werden, wie Virtualisierung und Cloud-Dienste die Betriebsmodelle verändern und welche Konzepte Hochverfügbarkeit in unternehmenskritischen Umgebungen sicherstellen. PowerShell-Automatisierung und Cloud-CLI-Werkzeuge sind fester Bestandteil.
- IT-Infrastrukturarchitekturen: On-Premises, hybrid, Cloud-nativ
- Server-Virtualisierung mit Hyper-V und VMware: Datenbankinstanzen auf virtuellen Maschinen
- Cloud-Integration: Datenbankdienste in Azure (Azure SQL Managed Instance, Azure Database for PostgreSQL)
- Hochverfügbarkeit mit Always On Availability Groups, Failover Clustering und Replikation
- Backup- und Recovery-Strategien: Vollsicherung, inkrementell, Point-in-Time-Recovery
- Automatisierung von Verwaltungsaufgaben mit PowerShell und Azure CLI
Modul 3 - Datenintegration und Reporting Datenbankadministratoren sind häufig auch für die Bereitstellung von Daten für Reporting-Zwecke zuständig. Dieses Modul vermittelt, wie Daten aus verschiedenen Quellsystemen extrahiert, transformiert und in eine Reporting-Datenbank geladen werden. Power BI und SQL Server Reporting Services (SSRS) sind die Hauptwerkzeuge für die anschließende Visualisierung.
- ETL-Grundlagen: Extraktion, Transformation und Laden von Daten aus heterogenen Quellen
- SQL Server Integration Services (SSIS) für Datenpipelines einsetzen
- Einführung in Business Intelligence: Kennzahlen, Dimensionen, Faktentabellen
- Berichte mit SQL Server Reporting Services (SSRS) entwickeln und automatisieren
- Grundlegende Power-BI-Integration: Datenbankverbindung, Import und direktes Query
- Erstellung von KPI-Reports und automatisierten Berichtsplänen für Fachabteilungen
Modul 4 - IT-Projektmanagement für Datenbankprojekte Datenbankprojekte – ob Migration, Neuaufbau oder Performanceoptimierung – sind klassische IT-Projekte mit eigenen Risiken und Abhängigkeiten. Dieses Modul vermittelt die Grundlagen des IT-Projektmanagements anhand praxisnah ausgewählter Methoden. Neben klassischen Ansätzen (PMI, PRINCE2 Foundation) werden agile Steuerungsmethoden wie Kanban für datenbanknahe Aufgaben behandelt.
- Projektmanagement-Grundlagen: Phasen, Rollen, Verantwortlichkeiten
- Planung von Datenbankprojekten: Aufwandsschätzung, Meilensteine, Ressourcen
- Risikomanagement in IT-Projekten: Technische und organisatorische Risiken identifizieren
- Kanban für den IT-Betrieb: Aufgabenfluss visualisieren, Work in Progress begrenzen
- Überblick über klassische Projektrahmenwerke: PMI und PRINCE2 Foundation
- Kommunikation im Projektteam: Statusberichte, Stakeholder-Meetings, Eskalationswege
Modul 5 - Abschlussprojekt Das Abschlussprojekt integriert alle vier vorherigen Module in einem vollständigen Projektauftrag: Planung, Aufbau und Dokumentation einer Datenbankinfrastruktur mit Reporting-Komponente. Die Teilnehmenden durchlaufen alle Phasen von der Anforderungsaufnahme bis zur Präsentation.
- Anforderungsanalyse und Grobplanung eines Datenbankprojekts
- Implementierung einer Datenbankumgebung mit Hochverfügbarkeitskonfiguration
- Aufbau einer einfachen ETL-Strecke und Anbindung an eine Reporting-Lösung
- Dokumentation der Architektur und der Betriebsprozesse
- Präsentation der Ergebnisse und kritische Diskussion im Plenum
Praxisblock - Übungsaufgaben und Laborarbeiten Parallel zu den theoretischen Modulen werden in einer strukturierten Laborumgebung praxisnahe Aufgaben bearbeitet, die den Alltag eines Datenbankadministrators simulieren.
- Einrichtung einer SQL-Server-Instanz in einer hybriden Testumgebung
- Konfiguration von Always-On-Replikation zwischen zwei Datenbankservern
- Simulation eines Datenbankausfalls und Durchführung einer Point-in-Time-Recovery
- Erstellung einer automatisierten Backup-Routine mit PowerShell
- ETL-Pipeline von einer CSV-Quelle in eine SQL-Server-Zieldatenbank entwickeln
- SSRS-Bericht auf Basis einer gespeicherten SQL-Prozedur erstellen und planen
- Power-BI-Desktop-Bericht direkt auf einer SQL-Server-Datenbankquelle aufbauen
- Kanban-Board für ein simuliertes Datenbankprojekt einrichten und befüllen
- Risikobewertung für ein fiktives Datenbankmigrationsvorhaben durchführen
- Troubleshooting-Übung: Deadlock in einer Testdatenbank analysieren und auflösen
- Abschlussdiskussion zu Career Paths im Bereich Datenbankadministration und IT-Infrastruktur
Die Laborarbeit erfolgt in einer strukturierten Umgebung mit bereitgestellten Test-Systemen, sodass alle Übungen ohne eigene Server-Infrastruktur durchgeführt werden können. Auftretende Probleme in den Übungen werden gemeinsam analysiert – ein praxisnahes Format, das Troubleshooting-Kompetenz gezielt aufbaut.
Lernziele:
- Relationale und nicht-relationale Datenbanksysteme installieren, konfigurieren und betreiben
- SQL Server und PostgreSQL in hybriden und Cloud-nahen Umgebungen einsetzen
- Benutzerverwaltung, Rechtevergabe und Sicherheitskonzepte für Datenbanksysteme umsetzen
- Hochverfügbarkeitslösungen mit Clustering, Failover und Replikation planen und implementieren
- Backup-Strategien entwickeln und Recovery-Verfahren für Datenbankumgebungen durchführen
- IT-Infrastrukturarchitekturen verstehen und Datenbanksysteme darin integrieren
- ETL-Prozesse konzipieren und Daten aus verschiedenen Quellen in Zieldatenbanken laden
- Grundlegende Reporting-Lösungen mit Power BI und SSRS aufbauen
- IT-Projekte nach anerkannten Methoden (PMI, PRINCE2, Kanban) planen und steuern
- Risiken in datenbankbezogenen Projekten identifizieren, bewerten und managen
- Abschlussprojekte dokumentieren und im Team präsentieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die in der IT-Administration tätig sind oder systematisch in die Datenbankadministration einsteigen möchten.
- IT-Administratoren und Systemtechniker, die Datenbankverantwortung übernehmen
- Fachinformatiker, die sich auf Datenbankadministration spezialisieren möchten
- Projektmitarbeitende, die datenbankbezogene Projekte koordinieren
- IT-Fachkräfte aus dem Infrastrukturbereich, die BI-Kenntnisse ergänzen möchten
- Quereinsteiger mit IT-Grundkenntnissen und praktischer Erfahrung im Serverumfeld
Grundkenntnisse in SQL (SELECT, INSERT, UPDATE, einfache Joins) werden vorausgesetzt. Erfahrung im Umgang mit Windows Server oder Linux-Server-Betriebssystemen ist erforderlich. Kenntnisse in grundlegenden Netzwerkkonzepten (IP-Adressierung, DNS, Firewall-Grundlagen) sind hilfreich. Erste Berührungspunkte mit Cloud-Plattformen sind ein Vorteil, aber nicht zwingend.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet Unterrichtseinheiten mit strukturierten Laborübungen in bereitgestellten Testumgebungen. Die Laborarbeit bildet einen wesentlichen Teil des Programms und wechselt sich mit Theoriephasen ab. Besonderer Wert liegt auf dem Troubleshooting realer Datenbankprobleme unter simuliertem Betriebsdruck. Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und ist in Vollzeit durchführbar; Teilzeit-Varianten werden ebenfalls angeboten.
Der Kurs umfasst alle fünf Module einschließlich Praxisblock. Er ist überwiegend als Vollzeitkurs konzipiert; Teilzeit-Varianten sind verfügbar. Aktuelle Termine und Laufzeiten sind beim Anbieter erhältlich.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet inhaltlich auf externe Zertifizierungsprüfungen vor, darunter PRINCE2 Foundation und Microsoft Data Analyst (PL-300). Diese Prüfungen finden separat statt.
Nutzen & Perspektiven
Datenbankadministratoren sind auf dem deutschen IT-Arbeitsmarkt dauerhaft gefragt, weil jedes Unternehmen ab einer bestimmten Größe datenbankgestützte Systeme betreibt und Fachpersonal für deren stabilen Betrieb benötigt. Wer Hochverfügbarkeit, Backup-Strategien und Integrationspipelines eigenständig planen und umsetzen kann, übernimmt eine Schlüsselrolle in der IT-Abteilung. Die Kombination aus Administration und IT-Projektmanagement ist kein beliebiger Zusatz, sondern Praxisrealität: Datenbankprojekte – von der Migration auf eine neue Servergeneration bis zur Einführung einer neuen BI-Plattform – sind in der Regel IT-Projekte, die koordiniert werden müssen. Wer administrative Tiefe mit Projektsteuerungskenntnis verbindet, kann diese Aufgaben vollständiger übernehmen. Der Reporting-Anteil mit Power BI und SSRS macht das Profil noch breiter nutzbar: Viele Fachabteilungen erwarten von der Datenbankseite nicht nur stabile Systeme, sondern auch verständliche Auswertungen. Wer beides liefern kann, ist in kleinen und mittleren Unternehmen oft die einzige Fachkraft, die Dateninfrastruktur und Analyse überbrückt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Datenbanksysteme werden im Kurs behandelt?
Der Kurs behandelt Microsoft SQL Server und PostgreSQL als Hauptsysteme. Ergänzend werden Cloud-Datenbankdienste in Azure besprochen. Die Übungen finden in bereitgestellten Laborumgebungen statt, sodass keine eigene Serverinfrastruktur benötigt wird.
Warum enthält der Kurs auch IT-Projektmanagement?
Datenbankprojekte – Migrationen, Neuaufbauten, Performanceoptimierungen – sind in der Praxis immer auch Koordinationsaufgaben. Wer Datenbankadministration und grundlegende Projektsteuerung beherrscht, kann solche Vorhaben vollständiger verantworten. Das Modul deckt klassische (PRINCE2 Foundation, PMI) und agile Ansätze (Kanban) ab.
Welche Vorkenntnisse sind erforderlich?
SQL-Grundkenntnisse auf dem Niveau einfacher SELECT- und JOIN-Abfragen werden vorausgesetzt. Erfahrung im Betrieb von Windows Server oder Linux-Servern ist notwendig. Der Kurs richtet sich nicht an IT-Einsteiger ohne Infrastrukturerfahrung.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von der Version 2.0?
Dieser Kurs (Version 1.0) legt den Schwerpunkt auf die Infrastruktur- und Administrationseite: Hochverfügbarkeit, Backup-Strategien, Server-Integration und IT-Projektmanagement mit Kanban. Die Version 2.0 verschiebt den Schwerpunkt auf Business Intelligence und Data Warehouse Design mit DAX, erweiterter Power-BI-Modellierung und BI-spezifischem Projektmanagement.
Welches Zertifikat erhalte ich nach Kursabschluss?
Nach Abschluss erhalten Sie ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet inhaltlich auf externe Prüfungen vor, darunter PRINCE2 Foundation und Microsoft PL-300; diese Prüfungen finden separat statt.
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