Überblick
Datenbanken sind das Gedächtnis moderner Unternehmen. Sie müssen zuverlässig laufen, schnell reagieren, Ausfälle überstehen und dabei sicher bleiben – unabhängig davon, ob sie auf physischer Hardware betrieben werden oder in der Cloud. Datenbankadministratorinnen und -administratoren sorgen dafür, dass das alles zusammenwächst und bleibt. Dieser Kurs vermittelt das technische Handwerkszeug dafür: von der Datenbankarchitektur und SQL-Grundlagen über Backup, Recovery und Sicherheitskonzepte bis hin zu Performanceoptimierung und der Administration von Cloud-Datenbanken in AWS, Azure und Google Cloud.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 – Relationale Datenbanksysteme: Grundlagen und Architektur Wer Datenbanken administrieren will, muss zunächst verstehen, wie sie von innen aussehen. Dieses Modul behandelt die Architektur relationaler Datenbankmanagementsysteme (RDBMS): Wie sind Tabellen, Indizes und Transaktionen aufgebaut? Welche Designentscheidungen haben langfristige Auswirkungen auf Leistung und Wartbarkeit? Praxisbeispiel ist die Einrichtung und Verwaltung einer relationalen Datenbank für ein reales Unternehmensprojekt – von der ersten CREATE TABLE bis zum ersten SELECT mit JOIN.
- Einführung in relationale Datenbanksysteme: MySQL, PostgreSQL, Microsoft SQL Server im Vergleich
- Datenbankdesign und Normalisierung (1NF bis 3NF, Boyce-Codd)
- SQL-Grundlagen: DDL, DML, Abfragen, Aggregation, Unterabfragen
- Installation und Konfiguration von Datenbanksystemen auf Linux und Windows
- Transaktionsverwaltung: ACID-Eigenschaften, Isolation Levels, Deadlock-Behandlung
- Datenintegrität: Fremdschlüssel, Constraints, Trigger
Modul 2 – Administration, Sicherheit und Recovery Eine Datenbank, die läuft, muss auch sicher sein. Dieses Modul vermittelt die Kernaufgaben des Datenbankbetriebs: Wer darf was lesen, schreiben oder löschen? Wie werden Backups so geplant, dass im Ernstfall keine Daten verloren gehen? Wie sieht eine Recovery-Prozedur aus, die unter Druck funktioniert? Das Praxisbeispiel zeigt den vollständigen Aufbau einer Backup- und Wiederherstellungsstrategie für eine SQL-Server-Instanz im Produktionsbetrieb.
- Benutzer- und Rollenmanagement: Berechtigungskonzepte in MySQL, PostgreSQL und SQL Server
- Backup-Strategien: Full, Differential, Incremental – Vor- und Nachteile in verschiedenen Szenarien
- Recovery-Verfahren: Point-in-Time-Recovery, Transaction-Log-Wiederherstellung
- Replikation: Master-Slave, Master-Master, Streaming Replication
- Sicherheitskonzepte: Verschlüsselung auf Tabellen- und Verbindungsebene, Auditing
- Datenschutz und DSGVO-Anforderungen an Datenbankarchitekturen
Modul 3 – Performanceoptimierung und Automatisierung Langsame Abfragen sind oft teurer als neue Hardware – wenn man nicht weiß, wo das Problem liegt. Dieses Modul trainiert die Diagnose und Behebung von Datenbankleistungsproblemen: Wie liest man Execution Plans? Welche Indizes helfen wirklich, welche bremsen sogar? Und wie lassen sich Routineaufgaben – Wartungsskripte, Backupjobs, Monitoring-Checks – so automatisieren, dass sie kein manuelles Eingreifen mehr brauchen?
- Performanceanalyse: EXPLAIN/EXPLAIN ANALYZE, Slow Query Logs, Wait-Statistiken
- Indexstrategie: B-Tree, Hash, Partial Indexes – wann welcher Typ sinnvoll ist
- Query Optimization: Join-Reihenfolge, Subselect vs. CTE, Statistik-Updates
- Speicher- und Ressourcenmanagement: Buffer Pool, Shared Memory, Verbindungspool
- Automatisierung mit PowerShell (SQL Server) und Bash (MySQL, PostgreSQL)
- Monitoring und Alerting mit Open-Source-Tools (z. B. Prometheus, pgBadger, Percona Monitoring)
Modul 4 – Cloud-Datenbanken und hybride Umgebungen Immer mehr Datenbanken laufen nicht mehr im eigenen Rechenzentrum. Dieses Modul vermittelt, wie Cloud-Datenbankdienste der großen Anbieter – Azure SQL Database, Amazon RDS und Google Cloud SQL – konfiguriert, gesichert und überwacht werden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Migration: Wie wird eine bestehende On-Premises-Datenbank schrittweise in die Cloud überführt, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden?
- Cloud-Datenbankarchitekturen: Managed Services vs. selbstverwaltete Instanzen
- Azure SQL Database: Konfiguration, Skalierung, Geo-Replikation, Backup
- Amazon RDS: Instanztypen, Multi-AZ, Read Replicas, Parameter Groups
- Google Cloud SQL: Verwaltung, Hochverfügbarkeit, Backup-Richtlinien
- Datenbankmigration: Schema-Analyse, Datentransfer, Cutover-Strategien
- Praxisbeispiel: Migration einer On-Premises-SQL-Server-Instanz in die Cloud mit dem AWS Database Migration Service
Praxisblock: Aufbau einer sicheren, skalierbaren Datenbankinfrastruktur Im abschließenden Block verbinden Teilnehmende alle vier Module in einem praxisnahen Gesamtprojekt. Ausgangspunkt ist die Anforderung eines mittelständischen Unternehmens: Eine neue Datenbankarchitektur soll sowohl lokal als auch in der Cloud betrieben werden, muss DSGVO-konform sein, automatische Backups und Monitoring-Alerts haben und nach Plan auf wachsende Lasten skalieren.
- Architekturentwurf: lokale und Cloud-Komponenten sinnvoll kombinieren
- Implementierung: Datenbank aufsetzen, Berechtigungen vergeben, Backup-Job einrichten
- Skriptbasierte Automatisierung der Routine-Administrationsaufgaben
- Monitoring-Setup: Welche Metriken sind kritisch, welche Schwellenwerte praxisnah?
- Sicherheits-Audit: Berechtigungsüberprüfung, Verschlüsselungsstatus, DSGVO-Check
- Performancetest: Lasttest, Abfrageoptimierung, Indexanpassung
- Dokumentation der Architektur nach professionellem Standard
- Cloud-Backup-Strategie und Recovery-Test in der Testumgebung
- Fehlersimulation: Datenbankausfall, Wiederherstellung unter Zeitdruck
- Review: Was würde in der Praxis anders laufen, und wie geht man damit um?
- Übergabe-Dokumentation: Was muss ein Nachfolger wissen?
- Feedback und Abschlussgespräch über nächste Karriereschritte
Lernziele:
- Relationale Datenbanksysteme (MySQL, PostgreSQL, SQL Server) installieren, konfigurieren und betreiben
- Datenbankdesign und Normalisierung verstehen und in eigene Projekte umsetzen
- SQL-Abfragen effizient formulieren und komplexe Datenbankoperationen durchführen
- Benutzer- und Rechtemanagement konzipieren und umsetzen
- Backup-, Recovery- und Replikationsstrategien für Produktionssysteme entwickeln und testen
- Sicherheitskonzepte und Verschlüsselungsmaßnahmen implementieren
- Performanceprobleme diagnostizieren und Abfrage- und Indexoptimierungen vornehmen
- Administrative Aufgaben mit Skripten (PowerShell, Bash) automatisieren
- Cloud-Datenbanken (Azure SQL, Amazon RDS, Google Cloud SQL) verwalten und migrieren
- Datenbankinfrastrukturen auf DSGVO-Konformität prüfen und entsprechend konfigurieren
- Monitoring-Systeme einrichten und Alerting für Datenbankzustände aufbauen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs spricht sowohl IT-Einsteiger mit allgemeiner Systemerfahrung als auch Fachkräfte an, die sich gezielt auf Datenbankadministration spezialisieren wollen.
- IT-Systemadministratoren, die Datenbanken bisher nur am Rand betreut haben
- Quereinsteiger mit technischer Affinität, die in die Datenbankadministration wechseln möchten
- Entwicklerinnen und Entwickler, die das Backend ihrer Anwendungen besser verstehen wollen
- Datenanalystinnen, die direkter auf Datenbankebene arbeiten möchten
- Systemtechnikerinnen und -techniker in Unternehmen, die ihre Cloud-Kompetenzen ausbauen
Grundkenntnisse in IT-Systemen und Netzwerken sind hilfreich. Wer schon einmal mit einer relationalen Datenbank gearbeitet oder SQL-Abfragen geschrieben hat, steigt leichter ein – zwingend erforderlich sind diese Kenntnisse aber nicht. Einfache Kommandozeilen-Erfahrung (Linux oder Windows) erleichtert die Arbeit in den Praxismodulen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet theoretische Grundlagen mit umfangreichen Praxisphasen. Jedes Modul enthält ein konkretes Praxisbeispiel, das die vermittelten Konzepte in eine reale Aufgabe übersetzt. Online-Lerneinheiten werden durch Live-Sessions ergänzt, in denen offene Fragen und typische Problemkonstellationen gemeinsam besprochen werden. Das Format ist für Vollzeit- und Teilzeitteilnahme ausgelegt.
Der Kurs findet vollständig online statt und ist damit deutschlandweit zugänglich. Die Gesamtdauer hängt von Vorkenntnissen und Lernrhythmus ab; sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitvarianten sind möglich.
Das Kursmodul zur Zertifizierungsvorbereitung bereitet auf CompTIA Data+ und den Microsoft SQL Server Associate-Pfad vor. Außerdem erhalten alle Teilnehmenden eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Anbieters. Ob externe Zertifizierungsprüfungen im Kurspaket enthalten sind, hängt vom gewählten Anbieter ab – das sollte vor der Buchung geklärt werden.
Nutzen & Perspektiven
Datenbankadministration ist kein Nischenberuf mehr – sie ist kritische Infrastruktur in nahezu jedem Unternehmen, das digitale Prozesse betreibt. Mit dem strukturierten Wissenserwerb aus diesem Kurs sind Teilnehmende in der Lage, Datenbankumgebungen nicht nur zu betreiben, sondern auch zu optimieren und strategisch weiterzuentwickeln. Der Fokus auf Cloud-Datenbanken und Migrationskompetenz spiegelt eine Marktentwicklung wider, die nicht reversibel ist: Die meisten Unternehmen betreiben heute hybride Umgebungen – teilweise on-premises, teilweise in der Cloud. Wer beide Welten kennt und zwischen ihnen übersetzen kann, ist als Fachkraft besonders wertvoll. Durch die Verknüpfung von Administration, Sicherheit, Performance und Cloud entsteht ein rundes Kompetenzprofil, das für unterschiedliche Unternehmensgrößen und Branchen attraktiv ist – vom mittelständischen Betrieb mit eigener Serverinfrastruktur bis zum Cloud-native-Startup, das managed Services verwaltet und überwacht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Datenbanksysteme werden im Kurs behandelt?
Der Kurs deckt die gängigsten relationalen Systeme ab: MySQL, PostgreSQL und Microsoft SQL Server als On-Premises-Varianten sowie Azure SQL Database, Amazon RDS und Google Cloud SQL als Cloud-Dienste. Praxisbeispiele werden mit diesen Systemen durchgeführt.
Brauche ich SQL-Vorkenntnisse?
SQL-Grundkenntnisse sind hilfreich und verkürzen die Einarbeitungszeit im ersten Modul. Zwingend erforderlich sind sie nicht – das Modul zu SQL-Grundlagen ist so aufgebaut, dass auch ohne Vorkenntnisse eingestiegen werden kann.
Was unterscheidet Datenbankadministration von Datenbankentwicklung?
Datenbankentwicklung konzentriert sich auf den Entwurf und die Programmierung von Datenbankstrukturen und Abfragen. Administration hingegen deckt den Betrieb ab: Backup, Sicherheit, Performance, Monitoring und Migration. Dieser Kurs hat den Schwerpunkt auf Administration, behandelt aber auch grundlegende Entwicklungsaspekte.
Welche Zertifizierungen kann ich anschließen?
Das Modul zur Zertifizierungsvorbereitung richtet sich auf CompTIA Data+ und den Microsoft SQL Server Associate-Pfad. Darüber hinaus bildet der Kurs eine solide Grundlage für cloud-spezifische Zertifizierungen bei AWS, Azure oder Google Cloud.
Ist der Kurs auch für Quereinsteiger geeignet?
Ja. Der Kurs ist explizit so aufgebaut, dass er auch mit allgemeiner IT-Erfahrung zugänglich ist. Vorausgesetzt werden keine spezialisierten Datenbankkenntnisse – Grundkenntnisse in Systemen und Netzwerken reichen als Einstieg.
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