Überblick
Dieser Kurs richtet sich an Fachkräfte, die im Datenmanagement bereits Grundkenntnisse mitbringen und nun auf strategischem und technologischem Niveau wirken möchten. Anders als ein Einführungsprogramm setzt der Level-Advanced-Lehrgang dort an, wo die meisten Kurse enden: bei Enterprise-Governance-Frameworks, hybriden Cloud-Architekturen, automatisierten Datenpipelines mit KI-Unterstützung und strategischer Business Intelligence. Wer nach Abschluss Data-Governance-Modelle für internationale Unternehmen entwerfen, Cloud-Dateninfrastrukturen aufbauen und datenbasierte Entscheidungen auf Managementebene fundieren kann, ist für leitende Rollen im datengetriebenen Umfeld qualifiziert.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul bildet das strategische Fundament: Wie wird Datenmanagement aus der Sichtweise der Unternehmensführung betrachtet? Welche Frameworks strukturieren die Verantwortlichkeiten, und wie wird Datenqualität nicht als IT-Problem, sondern als Unternehmensziel verankert?
- Datenstrategie und Unternehmensarchitektur: Alignment von Data und Business
- Data-Governance-Frameworks im Vergleich: DAMA DMBOK, DCAM, ISO 8000
- Datenqualität: Dimensionen, Messverfahren und Qualitätskennzahlen
- Stammdatenmanagement: MDM-Konzepte, Master-Data-Hubs und Deduplication
- Rollen und Verantwortlichkeiten: Data Owner, Data Steward, Data Custodian, CDO
- Change Management im datengetriebenen Unternehmensumfeld: Widerstände erkennen und abbauen
Das zweite Modul behandelt den Umzug von Daten in die Cloud und die Verwaltung hybrider Infrastrukturen. On-Premise-Systeme, Multi-Cloud-Setups und Data-Lake-Architekturen müssen sicher, kosteneffizient und compliant betrieben werden.
- Cloud-Plattformen im Vergleich: Azure, AWS, Google Cloud — Stärken und Architekturentscheidungen
- Data Lake vs. Data Warehouse vs. Data Lakehouse: wann welches Modell?
- Datenmigration: Strategien, Tools und Rollback-Szenarien
- Zugriffskontrolle und Verschlüsselung in der Cloud: IAM, RBAC, Schlüsselmanagement
- Kostenmanagement: Monitoring, Budget-Alerts und Optimierungsstrategien
- Compliance in der Cloud: DSGVO-Konformität, Datensouveränität und Auditierbarkeit
Das dritte Modul zeigt, wie KI und Automatisierung Datenprozesse transformieren. Manuelle ETL-Schritte werden durch intelligente Pipelines ersetzt; Machine Learning verbessert Datenqualität und ermöglicht Vorhersagen.
- ETL vs. ELT: Architekturentscheidungen und Toolvergleich
- Azure Data Factory und Power Automate: Pipeline-Design und Monitoring
- Python für Datenautomatisierung: pandas, PySpark und API-Anbindungen
- Maschinelles Lernen im Datenmanagement: Anomalieerkennung, Klassifizierung, Vorhersagemodelle
- Predictive Analytics: von der Datengrundlage zur Managementempfehlung
- ChatGPT, Copilot und generative KI in Datenprozessen: Möglichkeiten und Grenzen
Das vierte Modul verbindet Datenmanagement mit strategischer Unternehmenssteuerung. Business Intelligence ist nicht Dashboard-Design — es ist der Prozess, Daten in Entscheidungen zu übersetzen.
- BI-Architekturen: semantische Layer, Star Schema, Data Marts
- Datenmodellierung für BI-Systeme: normalisiert vs. denormalisiert, Fakten- und Dimensionstabellen
- Power BI, Tableau und Looker Studio: Stärken, Grenzen und Anwendungsfälle
- Data Storytelling: wie Visualisierungen Entscheidungen treiben (und verzerren)
- DataOps: agile BI-Entwicklung, Versionierung und Deployment von Berichten
- KPI-Governance: wer definiert Kennzahlen, wer pflegt sie, wer nutzt sie?
Das abschließende Modul verbindet Datenschutz, IT-Sicherheit und das eigenständige Abschlussprojekt zu einem kohärenten Ganzen. Governance ohne Compliance-Wissen bleibt unvollständig.
- DSGVO im Datenmanagement: Datenklassifizierung, Löschkonzepte, Verarbeitungsverzeichnis
- ISO 27001 und BSI C5: Anforderungen an Informationssicherheitsmanagement
- IT-Security und Risikomanagement: Bedrohungsmodellierung für Dateninfrastrukturen
- Auditing: interne und externe Audits vorbereiten und durchführen
- Dokumentationsstandards für Datenarchitekturen
- Abschlussprojekt: Entwicklung eines vollständigen Datenmanagement-4.0-Konzepts inklusive Cloud-Architektur, Governance-Modell und Reporting-Framework
- Abschlusspräsentation: Ergebnisse fachgerecht vorstellen und verteidigen
Lernziele:
- Datenstrategien auf Unternehmensebene entwickeln und in die IT-Gesamtarchitektur einbetten
- Data-Governance-Frameworks (DAMA, DCAM, ISO 8000) bewerten und situationsgerecht einsetzen
- Stammdatenmanagement (MDM) und Datenqualitätssicherung auf Enterprise-Niveau umsetzen
- Hybride Cloud-Architekturen planen, Daten sicher migrieren und Compliance sicherstellen
- ETL/ELT-Pipelines entwerfen und mit Python, Azure Data Factory und Power Automate automatisieren
- Machine-Learning-Konzepte in Datenmanagement-Strategien integrieren
- Business-Intelligence-Architekturen aufbauen und Reporting-Strukturen für Entscheidungsträger gestalten
- KI-Tools (ChatGPT, Copilot) sinnvoll in Datenprozesse einbinden
- Datenschutzanforderungen (DSGVO, ISO 27001, BSI C5) in Datenarchitekturen umsetzen
- Audits durchführen und Datenarchitekturen professionell dokumentieren
- Rollen wie Data Owner, Data Steward und Chief Data Officer definieren und besetzen
- Ein vollständiges Datenmanagement-Konzept als Abschlussprojekt eigenständig entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist für Fachkräfte konzipiert, die im Datenmanagement bereits tätig sind und einen Schritt in Richtung strategischer Verantwortung gehen möchten.
- Datenmanagerinnen und Datenmanager mit Berufserfahrung im Datenumfeld
- Business-Analyst:innen, die Datenprozesse strategisch steuern möchten
- IT-Projektleiterinnen und -leiter mit Schwerpunkt Data und Analytics
- BI-Spezialistinnen und -Spezialisten, die ihr technisches Know-how mit Governance-Kompetenz ergänzen wollen
- Fachkräfte aus Controlling, IT oder Verwaltung, die datengetriebene Unternehmensentscheidungen gestalten möchten
Grundkenntnisse in SQL, Power BI, Cloud Computing oder Datenanalyse werden empfohlen. Besonders gut eignet sich der Kurs für Absolventinnen und Absolventen eines Datenmanager-Grundkurses oder vergleichbarer Programme. Programmiererfahrung in Python ist nützlich, aber nicht zwingend — die relevanten Konzepte werden im Kurs eingeführt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet konzeptionelle Unterrichtseinheiten mit konkret an realen Unternehmensszenarien ausgerichteten Praxisaufgaben. Jedes Modul schließt mit einer praxisbezogenen Übung oder einem Fallbeispiel, das direkt auf die Inhalte des Abschlussprojekts einzahlt. Die Durchführung erfolgt im Combined-Learning-Format, das synchrone Kurszeiten mit strukturierten eigenverantwortlichen Arbeitsphasen verbindet. Der Kurs wird überwiegend in Teilzeit angeboten; einzelne Durchführungen sind auch in Vollzeit verfügbar.
Als Aufbaukurs auf Fortgeschrittenen- bis Professional-Niveau ist dieser Lehrgang umfangreicher als eine Grundlagenschulung. Die genaue Dauer hängt vom gewählten Durchführungsformat ab. Aktuelle Termine und Stundenzahlen entnehmen Sie dem Kursangebot.
Teilnehmende erhalten nach erfolgreichem Abschluss ein trägerinternes Lehrgangszertifikat, das die erworbenen Kompetenzen in Datenstrategie, Cloud-Datenmanagement, KI-gestützter Automatisierung und Business Intelligence dokumentiert. Das Abschlussprojekt ist Pflichtbestandteil und bildet den Nachweis der praktischen Anwendungsfähigkeit. Sofern einzelne Module auf externe Zertifizierungen vorbereiten, werden diese separat abgelegt.
Nutzen & Perspektiven
Datenmanagement ist kein Nischenthema mehr — es ist zur Kernkompetenz für wettbewerbsfähige Unternehmen geworden. Wer auf Advanced-Niveau steuert, welche Daten wie gesammelt, gesichert und genutzt werden, trägt direkt zur Wertschöpfung und Risikoreduktion eines Unternehmens bei. Fachkräfte mit dieser Kombination aus Governance-Wissen, Cloud-Kompetenz und BI-Erfahrung sind auf dem Arbeitsmarkt stark nachgefragt. Das Abschlussprojekt — ein vollständiges, realistisches Datenmanagement-4.0-Konzept — ist mehr als eine Pflichtübung: Es bildet den Kern eines professionellen Kompetenzportfolios. Wer dieses Konzept präsentieren kann, demonstriert nicht nur Fachwissen, sondern auch strategisches Denkvermögen — eine Kombination, die leitende Rollen als Data Governance Officer, Chief Data Officer oder Senior Data Analyst ermöglicht. Die Integration von KI-Werkzeugen in Datenprozesse ist dabei kein Modethema, sondern eine praktische Notwendigkeit: Unternehmen, die ETL-Pipelines manuell pflegen und BI-Berichte ohne KI-Unterstützung erstellen, verlieren Zeit und Wettbewerbsvorteile. Wer nach diesem Kurs weiß, wie Azure Data Factory, Python-Automatisierung und generative KI-Tools zusammenwirken, kann sofort zur Modernisierung von Datenprozessen beitragen. Die DSGVO- und Compliance-Kenntnisse aus diesem Kurs sind dabei kein schmückendes Beiwerk, sondern ein eigenständiger Mehrwert: Datenmanagerinnen und Datenmanager, die Datenschutz in technische Entscheidungen integrieren können, sind für Rechts-, Compliance- und IT-Sicherheitsabteilungen besonders wertvoll. Wer Datenstrategie und Compliance gemeinsam denkt, vermeidet teure Nachbesserungen und macht Datenarchitekturen langfristig tragfähig.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse sind für diesen Aufbaukurs erforderlich?
Grundkenntnisse in SQL, Power BI, Cloud Computing oder Datenanalyse werden empfohlen. Besonders gut passt der Kurs für Absolventinnen und Absolventen eines Datenmanager-Grundkurses. Python-Kenntnisse sind hilfreich, aber kein Muss — relevante Konzepte werden im Kurs eingeführt.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem Datenmanager-Grundkurs?
Der Advanced-Kurs setzt Grundkenntnisse voraus und geht tiefer in Governance-Frameworks (DAMA, DCAM, ISO 8000), hybride Cloud-Architekturen, KI-gestützte Automatisierung und strategische Business Intelligence. Ein Einstiegskurs vermittelt Grundbegriffe und erste Tools; dieser Lehrgang befähigt zur eigenständigen Konzeption und strategischen Verantwortung auf Enterprise-Niveau.
Welche Cloud-Plattformen werden im Kurs behandelt?
Der Kurs deckt Microsoft Azure, AWS und Google Cloud ab und vergleicht deren Stärken für unterschiedliche Datenmanagement-Szenarien. Vertieft werden insbesondere Azure Data Factory und Azure-Dienste für Data Lake und Data Warehouse, da diese in deutschen Unternehmen weit verbreitet sind.
Wie ist das Abschlussprojekt aufgebaut?
Das Abschlussprojekt umfasst die Entwicklung eines vollständigen Datenmanagement-4.0-Konzepts: Cloud-Architektur, Data-Governance-Modell, Reporting-Framework und Datenschutzmaßnahmen. Es wird abschließend präsentiert und verteidigt und dient als nachweisbares Kompetenzportfolio.
Welche Karriereziele kann ich mit diesem Kurs anstreben?
Der Kurs qualifiziert für leitende Positionen im datengetriebenen Umfeld: Data Governance Officer, Senior Data Manager, Data Engineer, BI-Spezialist oder Chief Data Officer. Die Kombination aus strategischem Governance-Wissen und technischer Cloud-Kompetenz ist für Unternehmen aller Branchen wertvoll.
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