Überblick
Künstliche Intelligenz verändert die Art, wie Software geschrieben wird. GitHub Copilot ist eines der meistgenutzten KI-Assistenzwerkzeuge in der Softwareentwicklung und beschleunigt Entwicklungsprozesse durch kontextbezogene Code-Vorschläge, automatische Vervollständigung und intelligente Refactoring-Unterstützung. Dieser Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die GitHub Copilot nicht nur passiv nutzen, sondern aktiv und gezielt einsetzen wollen, um ihre Produktivität messbar zu steigern. Die Teilnehmenden lernen, Copilot in ihrer gewohnten Entwicklungsumgebung zu installieren und zu konfigurieren, die generierten Vorschläge kritisch zu bewerten, Prompts gezielt zu formulieren und die Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI in realen Projekten so zu gestalten, dass Code-Qualität und Entwicklungsgeschwindigkeit gleichzeitig steigen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Grundlagen und Einrichtung von GitHub Copilot Der Einstieg in den Kurs vermittelt ein Verständnis dafür, wie GitHub Copilot technisch funktioniert. Die Teilnehmenden installieren Copilot in ihrer Entwicklungsumgebung und erkunden die grundlegenden Interaktionsmuster.
- Architektur und Funktionsweise von GitHub Copilot (Large Language Models, Kontext-Fenster)
- Installation der Copilot-Extension in VS Code und JetBrains IDEs
- GitHub-Konto verknüpfen und Lizenzen verwalten
- Grundlegende Einstellungen und Konfigurationsoptionen
- Unterschied zwischen Copilot, Copilot Chat und Copilot X verstehen
- Datenschutz- und Lizenz-Einstellungen für Unternehmensumgebungen konfigurieren
Modul 2: Effektive Nutzung von Code-Vorschlägen Das Herzstück des Kurses behandelt die gezielte Arbeit mit Code-Vorschlägen. Die Teilnehmenden lernen, wie sie durch gezielte Prompts, Kommentare und Code-Kontext die Qualität der Vorschläge maßgeblich beeinflussen können.
- Kommentargestützte Prompts schreiben, die präzise Ergebnisse liefern
- Tabulatortaste vs. Inline-Vorschläge: Interaktionsmuster verstehen
- Code-Vervollständigung für Funktionen, Schleifen, API-Calls und Datenstrukturen
- Vorschläge für Tests, Dokumentation und Konfigurationsdateien generieren
- Qualitätskriterien für KI-generierten Code entwickeln und anwenden
- Häufige Fehler und Halluzinationen in Copilot-Vorschlägen erkennen
Modul 3: Copilot Chat und Debugging Copilot Chat ermöglicht eine dialogorientierte Zusammenarbeit mit der KI direkt im Editor. Die Teilnehmenden nutzen den Chat für Erklärungen, Debugging und Code-Verbesserungen.
- Copilot Chat aktivieren und grundlegende Chat-Workflows einsetzen
- Fehlermeldungen in Copilot Chat eingeben und Lösungsvorschläge verstehen
- Code-Erklärungen für eigene und fremde Codebases anfordern
- Refactoring-Vorschläge dialog-basiert erarbeiten
- Copilot für Code-Reviews und Verbesserungsvorschläge nutzen
- Slash-Befehle (/explain, /fix, /test, /doc) gezielt einsetzen
Modul 4: Integration in Team-Workflows und Projekte Der abschließende Modul-Block vermittelt, wie GitHub Copilot in professionelle Entwicklungs-Workflows integriert wird und welche organisatorischen Aspekte dabei zu beachten sind.
- Copilot in Git-basierten Team-Workflows (Feature-Branches, Pull Requests) nutzen
- Gemeinsame Coding-Standards mit Copilot einhalten und durchsetzen
- CI/CD-Pipelines mit KI-generiertem Code testen und absichern
- Sicherheitsrelevante Code-Muster erkennen und KI-generierten Code auf Schwachstellen prüfen
- Unternehmensrichtlinien für KI-Nutzung in der Entwicklung umsetzen
- Urheberrecht und Open-Source-Lizenzfragen bei Copilot-Vorschlägen bewerten
Praxisblock: Entwicklungsprojekte mit GitHub Copilot umsetzen In diesem zentralen Praxisteil setzen die Teilnehmenden eine vollständige Entwicklungsaufgabe mit Unterstützung von GitHub Copilot um. Die Übungen sind realistisch und decken typische Entwicklungsszenarien ab.
- Eine REST-API-Funktion mit Copilot-Unterstützung implementieren
- Unit-Tests für eine bestehende Komponente automatisch generieren und anpassen
- Einen bestehenden Legacy-Code-Block mit Copilot refaktorisieren
- Eine Klasse mit Dokumentationskommentaren versehen (JSDoc/PyDoc)
- Ein Debugging-Szenario mit Copilot Chat lösen
- Eine SQL-Abfrage mit Copilot-Vorschlägen optimieren
- Konfigurationsdateien (YAML, JSON, Dockerfile) mit Copilot erzeugen
- Eine Fehlerbehandlungsroutine in einer bestehenden Funktion ergänzen
- Ein Modul mit vollständiger Testabdeckung schreiben
- Code auf gängige Sicherheitslücken (OWASP Top 10) mit Copilot-Hilfe prüfen
- Eine Copilot-gestützte Pull-Request-Beschreibung schreiben
- Persönliche Copilot-Nutzungsregeln für den eigenen Entwicklungsalltag festlegen
Nach den Praxisübungen präsentieren die Teilnehmenden ihre Arbeitsergebnisse, diskutieren die Qualität der KI-generierten Vorschläge und erarbeiten gemeinsam Richtlinien für die verantwortungsvolle Nutzung von Copilot im Team. Der Kurs schließt mit einem Ausblick auf die Weiterentwicklung von KI-Werkzeugen in der Softwareentwicklung und praktischen Empfehlungen, wie man mit Copilot langfristig produktiver wird, ohne die eigenen Entwicklungsfähigkeiten zu vernachlässigen.
Lernziele:
Nach Abschluss dieses Kurses verfügen die Teilnehmenden über fundierte Kenntnisse im Umgang mit GitHub Copilot als professionellem Entwicklungswerkzeug. Die folgenden Fähigkeiten werden im Kurs gezielt aufgebaut.
- GitHub Copilot in VS Code, JetBrains und anderen Editoren installieren und konfigurieren
- KI-generierte Code-Vorschläge verstehen, beurteilen und gezielt annehmen oder ablehnen
- Effektive Prompts und Kommentare formulieren, die präzise und nutzbare Vorschläge erzeugen
- Copilot Chat für kontextbezogene Erklärungen, Debugging und Code-Reviews einsetzen
- Funktionen, Klassen und ganze Module mit Copilot-Unterstützung entwickeln
- Bestehenden Code mit Copilot refaktorisieren, optimieren und dokumentieren
- Unit-Tests automatisiert generieren und auf Korrektheit prüfen
- Sicherheits- und Lizenzfragen bei KI-generiertem Code einschätzen
- Copilot in CI/CD-Pipelines und teambasierten Entwicklungsworkflows integrieren
- Die Grenzen und Schwächen von Copilot kennen und eigenständige Code-Qualitätssicherung beibehalten
- Best Practices für eine verantwortungsvolle KI-gestützte Entwicklung anwenden
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an berufstätige Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die bereits mit einer oder mehreren Programmiersprachen vertraut sind und ihre Produktivität durch KI-gestützte Werkzeuge steigern möchten.
- Softwareentwickler/innen mit Erfahrung in Python, JavaScript, TypeScript, Java, C# oder vergleichbaren Sprachen
- Frontend-, Backend- und Full-Stack-Entwickler/innen in professionellen Entwicklungsteams
- DevOps Engineers, die repetitive Skript- und Konfigurationsarbeiten automatisieren wollen
- Entwickler/innen, die GitHub Copilot bereits passiv nutzen und es jetzt gezielt einsetzen möchten
- Technische Leads und Senior-Entwickler/innen, die Copilot im Team einführen wollen
Für diesen Kurs werden solide Programmierkenntnisse in mindestens einer gängigen Sprache (z. B. Python, JavaScript, Java oder C#) sowie Grundkenntnisse in Git und der Arbeit mit einer modernen IDE vorausgesetzt. Erfahrung mit kollaborativer Entwicklung (Pull Requests, Code-Reviews) ist hilfreich. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, bei dem ein individueller Lernplan abhängig von den Vorkenntnissen erstellt wird. Ein GitHub-Konto mit Copilot-Lizenz ist für die Übungen erforderlich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird vorwiegend als Combined Learning durchgeführt und verbindet Theorie-Einheiten mit umfangreichen praktischen Übungen direkt in der Entwicklungsumgebung. Die Teilnehmenden arbeiten mit realen Codeprojekten, simulieren Team-Workflows und diskutieren Ergebnisse in Gruppenübungen. Trainer geben direktes Feedback zu Code-Qualität und Copilot-Nutzungsstrategien. Online-Seminar-Formate sind bei einzelnen Anbietern verfügbar. Die Lernmaterialien umfassen Aufgabenblätter, Beispielprojekte und weiterführende Lektüre.
Der Kurs dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat, abhängig vom gewählten Format und der Vertiefung. Vollzeit-Formate konzentrieren die Inhalte auf zwei bis drei Wochen; Teilzeit-Varianten verteilen die Lernphasen über mehrere Wochen. Der genaue Zeitplan wird individuell mit dem Anbieter abgestimmt.
Nach erfolgreicher Teilnahme erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine Teilnahmebescheinigung. Einzelne Anbieter stellen ein international anerkanntes Lehrgangszertifikat von New Horizons aus. Der Kurs bereitet nicht direkt auf eine Prüfung von GitHub oder Microsoft vor, vermittelt aber alle praktischen Kenntnisse, die für den professionellen Einsatz von GitHub Copilot im Entwicklungsalltag erforderlich sind.
Nutzen & Perspektiven
GitHub Copilot ist mehr als ein Autocomplete-Werkzeug: Es ist ein intelligenter Entwicklungspartner, der Kontext versteht, Muster erkennt und wiederkehrende Entwicklungsaufgaben erheblich beschleunigt. Studien zeigen, dass Entwickler mit Copilot bestimmte Aufgaben deutlich schneller erledigen — nicht weil die KI perfekten Code liefert, sondern weil sie den Denkprozess strukturiert und Routine-Aufgaben abnimmt. Wer die Grenzen und Stärken von Copilot kennt, kann die KI gezielt einsetzen und gleichzeitig die eigene Code-Qualität sichern. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter gefördert werden. Das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr sowie Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach individueller Situation ebenfalls in Frage kommen. Eine Beratung vor Kursbeginn klärt alle Fördermöglichkeiten. Am Arbeitsmarkt sind Entwickler/innen mit nachgewiesener KI-Werkzeugkompetenz zunehmend gefragt. Unternehmen, die GitHub Copilot einsetzen, suchen gezielt nach Entwickler/innen, die nicht nur den Umgang mit der KI kennen, sondern auch kritisch genug sind, um generierten Code verantwortungsvoll einzusetzen. Dieses Kurs-Zertifikat signalisiert genau diese Kombination aus technischer Kompetenz und reflektiertem KI-Einsatz.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Programmierkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Solide Grundkenntnisse in mindestens einer Sprache wie Python, JavaScript, TypeScript oder Java sind Voraussetzung. Der Kurs setzt voraus, dass Teilnehmende eigenständig Code schreiben können und mit Git vertraut sind. Anfänger ohne Programmiererfahrung sollten zunächst einen Grundlagenkurs belegen.
Lerne ich, wie ich Copilot-Vorschläge auf Sicherheitslücken prüfe?
Ja. Ein eigenes Modul behandelt die Sicherheits- und Lizenzaspekte von KI-generiertem Code. Die Teilnehmenden lernen, wie sie gängige Schwachstellen (wie OWASP-Top-10-Muster) in Copilot-Vorschlägen erkennen und wie Unternehmensrichtlinien für den KI-Einsatz in der Entwicklung umgesetzt werden.
Kann dieser Kurs über einen Bildungsgutschein gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können in Frage kommen. Vor Kursbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, das die individuellen Fördermöglichkeiten klärt.
Funktioniert GitHub Copilot nur mit Visual Studio Code?
Nein. Der Kurs behandelt die Integration in mehrere Entwicklungsumgebungen, darunter VS Code und JetBrains IDEs. Die grundlegenden Konzepte und Interaktionsmuster sind editor-übergreifend anwendbar, auch wenn sich die konkreten Tastenkombinationen und UI-Elemente unterscheiden.
Erhalte ich ein offizielles GitHub-Zertifikat nach dem Kurs?
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat oder einer Teilnahmebescheinigung ab. Einige Anbieter stellen ein New-Horizons-Lehrgangszertifikat aus. Der Kurs bereitet nicht direkt auf eine offizielle GitHub-Zertifizierungsprüfung vor, vermittelt aber alle praktischen Fähigkeiten für den professionellen Copilot-Einsatz.
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