Überblick
Java gehört seit Jahrzehnten zu den meistgenutzten Programmiersprachen der Welt — und das nicht trotz, sondern wegen seiner Reife. Unternehmenskritische Systeme in Banken, Versicherungen, Logistik und dem öffentlichen Sektor laufen auf Java. Wer Java professionell beherrscht und dies mit dem Oracle Certified Professional (OCP) nachweisen kann, gehört zu einer Gruppe von Entwicklerinnen und Entwicklern, deren Qualifikation international anerkannt und eindeutig prüfbar ist. Diese Weiterbildung setzt auf dem Grundlagen-Niveau auf und führt gezielt in fortgeschrittene Java-Konzepte ein, die in der professionellen Softwareentwicklung täglich gebraucht werden: funktionale Programmierung, Generics, Collections, Multithreading, Datenbankzugriff über JDBC und sichere Fehlerbehandlung. Der Kurs schließt mit der Vorbereitung auf die OCP-Prüfung 1Z0-829 (Java SE 17) ab — dem aktuellen Standard für die Oracle-Entwicklerzertifizierung. Das Kursformat verbindet strukturierte Theoriephasen mit einem umfangreichen Java-Gesamtprojekt, in dem alle erlernten Konzepte zusammenfließen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul befasst sich mit Klassen-Design und Entwurfsmustern. Gute Softwarearchitektur entsteht nicht zufällig — sie folgt Prinzipien und Mustern, die sich in der Praxis bewährt haben. Dieses Modul baut das Verständnis für saubere Klassenhierarchien und testbaren Code auf.
- Aufbau modularer und erweiterbarer Klassenhierarchien nach SOLID-Prinzipien
- Vererbung, Schnittstellen und abstrakte Klassen im Zusammenspiel
- Einführung in bewährte Entwurfsmuster (Factory, Singleton, Builder, Strategy)
- Kapselung und Datenabstraktion in größeren Code-Basen
- Innere Klassen: statische, nicht-statische, anonyme und lokale Klassen
- Komposition vs. Vererbung: wann welcher Ansatz besser passt
Das zweite Modul behandelt funktionale Programmierung, Generics und Collections. Diese Konzepte sind das Herzstück moderner Java-Entwicklung und stark mit der OCP-Prüfung verknüpft. Wer Streams und Lambda-Ausdrücke nicht versteht, wird in aktuellen Java-Projekten schnell abgehängt.
- Lambda-Ausdrücke: Syntax, Einsatzgebiete und Einschränkungen
- Funktionale Interfaces aus dem Package java.util.function (Predicate, Function, Consumer, Supplier)
- Stream-API: Erzeugen, Transformieren und Terminieren von Streams
- Map, Filter, Reduce und Collect in Praxisbeispielen
- Generics: Bounded Type Parameters, Wildcards, typunabhängige Methoden
- Collections: ArrayList, LinkedList, HashSet, TreeSet, HashMap, TreeMap und ihre algorithmische Komplexität
Das dritte Modul deckt Ein-/Ausgabe, Datum/Zeit, Threading und JDBC ab. Diese Themen sind in produktiven Systemen täglich präsent. Der Kurs vermittelt sie praxisnah und direkt an Beispielen aus typischen Unternehmensanwendungen orientiert.
- IO-API für Datei- und Streamverarbeitung (FileReader, FileWriter, BufferedReader)
- NIO.2-API für asynchrone und effiziente Dateioperationen (Path, Files, DirectoryStream)
- Datum und Zeit mit java.time: LocalDate, LocalDateTime, ZonedDateTime, DateTimeFormatter
- Formatierung und Parsing von Datums- und Zeitwerten für verschiedene Regionen
- Threads erstellen, starten, synchronisieren und in Gruppen verwalten
- Synchronisierungsprobleme: Race Conditions, Deadlocks, Thread-Safety-Patterns
- JDBC: Verbindungsaufbau, Statement, PreparedStatement, ResultSet, Transaktionen
- Internationalisierung: Locale, ResourceBundle, formatierte Ausgabe für mehrere Sprachen
Das vierte Modul ist das Praxisprojekt. Alle Konzepte aus den vorigen Modulen fließen in eine vollständige Java-Anwendung, die von der Architekturentscheidung über die Implementierung bis zur lauffähigen Version entwickelt wird.
- Anforderungsanalyse und Klassenmodell für das Gesamtprojekt
- Implementierung der Kernfunktionalität mit Generics, Streams und Collections
- Datenbankanbindung über JDBC mit korrekter Fehlerbehandlung und Transaktionssicherheit
- Fehlerbehandlungs-Konzept mit benutzerdefinierten Exception-Hierarchien
- Threading-Konzept für parallele Verarbeitungsschritte integrieren
- Code-Review und Refactoring nach ersten Implementierungsrunden
- Testkonzept und manuelle Verifikation der Kernfunktionen
Im anschließenden Praxisblock wird die OCP-Prüfung 1Z0-829 (Java SE 17) konkret vorbereitet. Diese Prüfung testet detailliertes Wissen über das Sprach- und API-Verhalten in komplexen Szenarien — eine rein theoretische Vorbereitung ist nicht ausreichend.
- Durcharbeiten von Übungsaufgaben zu allen Prüfungsbereichen
- Code-Tracing-Übungen: Was gibt dieser Java-Code aus? Warum?
- Spezialfälle bei Generics, Autoboxing, Overloading und Overriding
- Threads und Synchronisierung unter realen Bedingungen analysieren
- Streams mit komplexen mehrstufigen Pipelines nachvollziehen und schreiben
- Abschlusssimulation mit vollständigem Übungsexamen
- Feedback-Auswertung und gezielte Wiederholung schwacher Bereiche
Lernziele:
- Modulare und erweiterbare Klassenhierarchien mit bewährten Entwurfsmustern entwerfen
- Fehlerbehandlung mit try-catch-finally und benutzerdefinierten Exception-Typen professionell umsetzen
- Innere Klassen, anonyme Klassen und lokale Klassen zielgerichtet einsetzen
- Lambda-Ausdrücke, funktionale Interfaces und Streams für flexible Programmlogik nutzen
- Typunabhängige Datenstrukturen mit Generics erstellen
- Collections-Framework gezielt einsetzen: Listen, Sets, Maps und deren Performance-Eigenschaften
- Funktionale Programmierparadigmen (Streams, Pipelines, Map/Filter/Reduce) in Java anwenden
- Datei- und Netzwerkzugriffe mit der IO- und NIO.2-API effizient gestalten
- Datum- und Zeitoperationen mit der modernen Java-Time-API (LocalDate, ZonedDateTime) durchführen
- Parallele Prozesse mit Threads erstellen, synchronisieren und auf Deadlocks hin analysieren
- Relationale Datenbanken über JDBC ansprechen: Verbindung, Queries, PreparedStatements
- Internationalisierung und Lokalisierung von Anwendungen umsetzen
- Ein vollständiges Java-Programm von der Architektur bis zur funktionierenden Implementierung entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen mit soliden Java-Grundkenntnissen, die ihre Kompetenz in der professionellen Softwareentwicklung ausbauen und mit dem Oracle-Zertifikat formell nachweisen möchten.
- Java-Entwicklerinnen und -Entwickler mit Berufserfahrung, die sich auf OCP vorbereiten
- Softwareentwickler, die von einer anderen JVM-Sprache auf Java wechseln
- IT-Fachkräfte mit Grundlagenkenntnissen in Java, die in Entwicklungsprojekten aufsteigen wollen
- Quereinsteiger mit Programmiererfahrung, die sich auf eine Junior-Entwicklerstelle spezialisieren
- Personen, die eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium in Informatik mitbringen
Eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder nachweisbare einschlägige Berufserfahrung in der Programmierung werden vorausgesetzt. Java-Grundkenntnisse (Klassen, Objekte, Vererbung, einfache Algorithmen) sind erforderlich, da der Kurs auf dem Grundlagen-Niveau aufbaut. Gute Deutsch- und Englischkenntnisse werden benötigt — letztere insbesondere für die englischsprachige OCP-Prüfungsliteratur und Examensfragen. Grundlegende PC-Kenntnisse werden ebenso vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung läuft im Combined-Learning-Format als Vollzeitkurs über einen Zeitraum von mehr als einem bis zu drei Monaten. Theoretische Einheiten zu Sprach- und API-Konzepten wechseln sich regelmäßig mit praktischen Programmierübungen ab. Im Mittelpunkt steht das eigenständige Schreiben von Java-Code, ergänzt durch Codeanalyse, Debugging-Übungen und das Gesamtprojekt. In der abschließenden Phase konzentriert sich der Kurs auf gezielte Prüfungsvorbereitung für das OCP-Examen.
Der Kurs dauert in Vollzeit mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Diese Dauer ist notwendig, um die Tiefe der behandelten Themen zu vermitteln: Generics, Streams, Threading und JDBC sind keine Themen, die sich in wenigen Tagen verinnerlichen lassen. Das abschließende Gesamtprojekt und die Prüfungsvorbereitung erfordern zusätzlich eigenständige Arbeit außerhalb der Kursstunden.
Nach erfolgreich abgelegter Oracle-Prüfung (1Z0-829, Java SE 17) erhalten Teilnehmende das Oracle Certified Professional Java SE Programmer (OCPJP)-Zertifikat — eine der renommiertesten Herstellerzertifizierungen in der Java-Entwicklung. Zusätzlich stellt der Bildungsträger ein trägereigenes Lehrgangszertifikat aus. Das OCP-Zertifikat ist weltweit gültig, zeitlich unbefristet und wird von Arbeitgebern als verlässlicher Qualitätsnachweis für Java-Kompetenz anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Das OCP-Zertifikat ist kein Grundlagennachweis, sondern ein Beweis für professionelle Java-Kompetenz auf einem Niveau, das in der Praxis tatsächlich zählt. In Stellenausschreibungen für Senior-Java-Entwickler wird es regelmäßig als Kriterium genannt — und zwar nicht als nettes Extra, sondern als Signal dafür, dass jemand die Sprache wirklich durchdrungen hat. Die im Kurs behandelten Konzepte — Streams, funktionale Interfaces, Multithreading, JDBC — entsprechen exakt dem, was in modernen Java-Projekten auf Basis von Java SE 17 genutzt wird. Wer diese Themen beherrscht, kann in Code-Reviews mitreden, eigenständige Architekturentscheidungen treffen und andere Entwicklerinnen und Entwickler bei der Arbeit unterstützen. Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der Java schreibt, und jemandem, der Java entwickelt. Für Personen, die eine Karriere als professioneller Java-Entwickler anstreben oder in ihrer aktuellen Rolle aufsteigen wollen, ist diese Weiterbildung eine der direktesten Investitionen: fundiertes Fachwissen plus anerkanntes Zertifikat, erworben in einem strukturierten, begleiteten Lernumfeld.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche OCP-Prüfung bereitet der Kurs vor?
Der Kurs bereitet auf die Prüfung 1Z0-829 (Oracle Certified Professional Java SE 17 Developer) vor — den aktuellen Standard für die OCP-Zertifizierung im Java-SE-Bereich.
Muss ich Java-Grundlagen bereits kennen?
Ja. Der Kurs setzt solide Java-Grundkenntnisse voraus: Klassen, Objekte, Vererbung und einfache Algorithmen. Wer diese Grundlagen noch erwerben muss, sollte zunächst einen Java-Einführungskurs belegen.
Ist das OCP-Zertifikat international anerkannt?
Ja. Das Oracle Certified Professional (OCP)-Zertifikat ist weltweit gültig, zeitlich unbefristet und wird von Arbeitgebern international als Nachweis professioneller Java-Kompetenz anerkannt.
Was ist das Praxisprojekt im Kurs?
Im Praxisprojekt entwickeln Teilnehmende eine vollständige Java-Anwendung, in der alle Kursthemen zusammenfließen: Generics, Streams, JDBC-Datenbankanbindung, Threading und Fehlerbehandlung. Das Projekt bildet den Abschluss der fachlichen Kursphase.
Wie lange dauert der Kurs?
In Vollzeit dauert der Kurs mehr als einen Monat bis zu drei Monate. Die Tiefe der Inhalte — Streams, Threading, JDBC und das Gesamtprojekt — erfordert diese Lernzeit, um eine solide OCP-Vorbereitung zu gewährleisten.
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