Überblick
DevOps hat sich in den letzten Jahren von einer methodischen Strömung zu einem festen Bestandteil moderner IT-Organisationen entwickelt. Wer in Softwareentwicklung, Systemadministration oder IT-Betrieb tätig ist und versteht, wie Entwicklungs- und Betriebsteams enger zusammenarbeiten, ist in einem Umfeld gefragt, das schnellere Releasezyklen und stabilere Systeme gleichzeitig fordert. Dieser Kurs vermittelt die konzeptionellen Grundlagen, praxisnahen Werkzeuge und Rollenkompetenz, die für den Einstieg in DevOps-Umgebungen notwendig sind. Im Abschluss steht die Vorbereitung auf eine international anerkannte DevOps-Foundation-Zertifizierung.
Kursinhalte & Lernziele
DevOps — Ursprung, Definitionen und Kernprinzipien DevOps wird oft als Buzzword verwendet, aber selten präzise definiert. Dieser Einstiegsblock schafft konzeptionelle Klarheit: Was DevOps ist, was es nicht ist, und warum die Idee entstand. Die historische Herleitung — vom Waterfall über Agile bis DevOps — gibt dabei Orientierung. Zentrale Definitionen und gängige Missverständnisse werden direkt adressiert.
- Die Entstehung von DevOps: Von Silomentalität zu kollaborativer Lieferkette
- DevOps-Definitionen im Vergleich: DASA, Axelos, DevOps Institute
- Gründe für die Verbreitung von DevOps in unterschiedlichen Branchen
- Häufige Missverständnisse: DevOps als Rolle, als Tool oder als Abteilung
- Einordnung von DevOps im Verhältnis zu Agile, Scrum und ITIL
- Kulturelle Voraussetzungen: Vertrauen, Verantwortung, Transparenz
Kernpraktiken: Wertstrom, Deployment Pipeline und Versionsverwaltung Der zweite Block geht ins Operative: Wie sieht eine typische DevOps-Pipeline aus, und was versteht man unter einem Wertstrom? Diese Konzepte sind zentral für die Foundation-Prüfung — und noch zentraler für das Verständnis, warum bestimmte Engpässe in IT-Systemen auftreten.
- Der Wertstrom (Value Stream): Analyse von Durchlaufzeiten und Verschwendung
- Deployment Pipeline: Schritte von der Code-Commit bis zum produktiven Release
- Versionssteuerung mit Git: Branching-Strategien, Merge-Workflows, Code-Review-Prozesse
- Konfigurationsmanagement: Infrastructure as Code mit Ansible oder Terraform im Überblick
- Definition of Done (DoD) in DevOps-Projekten
- Zusammenspiel von CI (Continuous Integration) und CD (Continuous Delivery/Deployment)
Container und Infrastruktur: Docker und CI/CD-Pipelines Containerisierung ist ein praktischer Enabler von DevOps — nicht weil Container eine Voraussetzung sind, sondern weil sie Deployment-Konsistenz und Skalierbarkeit dramatisch vereinfachen. Dieser Block führt in Docker-Grundkonzepte ein und zeigt, wie CI/CD-Pipelines in der Praxis aufgebaut werden.
- Docker-Grundkonzepte: Images, Container, Volumes, Netzwerk
- Docker Compose für lokale Entwicklungsumgebungen
- CI/CD-Pipelines aufbauen: Trigger, Build-Schritte, Test-Integration, Deployment
- Deployment-Strategien im Vergleich: Blue-Green, Canary, Rolling Updates
- Monitoring und Alerting: Grundkonzepte und gängige Werkzeuge (z. B. Prometheus, Grafana)
- Sicherheitsaspekte in Deployment-Pipelines: Secrets Management und Image-Scanning
DevOps in der Praxis: Anwendbarkeit und Organisationsmodelle DevOps funktioniert nicht in jedem Kontext gleich. Dieser Block beleuchtet, wie DevOps-Praktiken in unterschiedlichen Unternehmensstrukturen eingeführt werden — und wo Grenzen liegen. Architektur- und Teamorganisationsmodelle (Conway's Law, Team Topologies) geben dabei einen strukturierenden Rahmen.
- Anwendbarkeit von DevOps: Kontextfaktoren und Einschränkungen
- Architekturmodelle für DevOps: Microservices, modulare Monolithen
- Teamorganisation: Conway's Law, Stream-aligned Teams, Platform Teams
- Iterativer Verlauf bei der DevOps-Einführung: Phasen und Reifegrade
- Handelsübliche Software (Commercial off-the-shelf) in DevOps-Landschaften integrieren
- Rollenkompetenzen im DevOps-Umfeld: Was DevOps Engineers, SREs und Platform Engineers leisten
- Einführung in Feedback-Schleifen und Monitoring als Kernbestandteile reifer DevOps-Kulturen
Lernziele:
- Verstehen, woher DevOps kommt und warum klassische Trennungen zwischen Dev und Ops in modernen Organisationen scheitern
- Kernprinzipien von DevOps erklären und auf konkrete IT-Szenarien anwenden können
- Den Wertstrom in einer Deployment-Pipeline analysieren und Engpässe identifizieren
- Versionsverwaltung mit Git in typischen Team-Workflows einsetzen
- Konfigurationsmanagement mit gängigen Infrastructure-as-Code-Ansätzen umsetzen
- CI/CD-Pipelines konzipieren und in Grundzügen aufbauen
- Container-Grundkonzepte mit Docker verstehen und für Deployment-Szenarien einsetzen
- Monitoring-Konzepte auf Systemebene kennen und überwachen relevante Metriken definieren
- Deployment-Strategien (Blue-Green, Canary, Rolling) unterscheiden und bewerten
- Sicherheitsaspekte in DevOps-Pipelines einordnen
- Kommunikationsmuster zwischen Dev-, Ops- und Qualitätsteams professionell gestalten
- Vorbereitung auf die DevOps-Foundation-Prüfung strukturiert absolvieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, die im Bereich Softwareentwicklung, Systemadministration oder IT-Betrieb arbeiten und methodisch fundiert in DevOps einsteigen wollen. Auch Personen aus angrenzenden Feldern — etwa IT-Projektkoordination oder Qualitätssicherung — profitieren vom konzeptionellen Teil.
- Systemadministratorinnen und -administratoren, die Deployment-Kompetenz aufbauen
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die die Betriebsseite besser verstehen wollen
- Site Reliability Engineers im Einstieg
- Cloud Engineers mit Interesse an DevOps-Methodik
- IT-Fachkräfte, die eine Foundation-Zertifizierung anstreben
Grundlegende Computerkenntnisse und Erfahrung im IT-Umfeld werden erwartet — entweder in der Softwareentwicklung oder im Systembetrieb. Kenntnisse einer Programmiersprache sind hilfreich, aber nicht zwingend. Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind notwendig, da Lernmaterialien und Prüfungen beider Sprachen vorkommen können.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet online absolvierbare Lernphasen mit eigenständigen Übungsphasen, in denen Pipeline-Konzepte und Container-Grundlagen direkt am Beispiel erprobt werden. Konzeptblöcke werden durch anschauliche Szenarien aus der IT-Praxis ergänzt; praktische Aufgaben können in gängigen Cloud-Umgebungen oder lokalen Testinstanzen durchgeführt werden. Die Foundation-Zertifizierung steht als strukturierendes Ziel hinter dem gesamten Kursdesign, ohne dass der Kurs auf reine Prüfungsvorbereitung reduziert wird. Unterrichtssprache ist überwiegend Deutsch; Fachbegriffe und Zertifizierungsunterlagen liegen teils auf Englisch vor.
Der Kurs ist auf mehrere Wochen ausgelegt. Genaue Stundenumfang und Kursdaten werden beim jeweiligen Anbieter vereinbart. Das Tempo kann teilweise durch die Wahl zwischen Vollzeit- und Teilzeit-Teilnahme beeinflusst werden. Die eigenständigen Übungsphasen — insbesondere für Docker und CI/CD — sind substanziell und sollten fest in die Wochenplanung eingeplant werden.
Der Kurs bereitet auf eine anerkannte DevOps-Foundation-Zertifizierung vor. Die Prüfung wird bei einem autorisierten Testzentrum abgelegt. Zusätzlich stellt der Anbieter eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus, die den Kursabschluss dokumentiert und die behandelten Themenfelder ausweist.
Nutzen & Perspektiven
DevOps-kompetente IT-Fachkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt gesucht — und das branchenübergreifend. Die Nachfrage ist nicht auf Tech-Unternehmen beschränkt; auch Banken, Versicherungen, Industrieunternehmen und öffentliche Institutionen suchen Fachkräfte, die Entwicklungs- und Betriebslogik verbinden können. Wer Foundation-Grundlagen beherrscht und mit einer Zertifizierung belegen kann, hat gegenüber Kandidatinnen und Kandidaten, die DevOps nur aus Eigenrecherche kennen, einen nachweisbaren Vorteil. Für Personen, die bereits in IT-Rollen tätig sind — als Admin, Entwickler oder Support-Spezialist — bietet dieser Kurs die Möglichkeit, die eigene Arbeit in einen größeren organisationalen Kontext einzuordnen. Das Verständnis von Wertströmen, Deployment-Pipelines und Team-Topologien verändert, wie man über IT-Arbeit denkt — und damit auch, wie man in Projekten kommuniziert und priorisiert. Wer einmal gesehen hat, wie ein Engpass in einer Deployment-Pipeline den gesamten Lieferstrom blockiert, geht mit Architekturentscheidungen anders um. Die Foundation-Zertifizierung schafft schließlich eine gemeinsame Sprache: mit Kolleginnen und Kollegen, mit Führungskräften und mit externen Partnern. Das ist besonders in Phasen der IT-Transformation relevant, wenn Entwicklungs- und Betriebsprozesse neu strukturiert werden und alle Beteiligten ein geteiltes Vokabular und geteilte Prinzipien brauchen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierung wird in diesem Kurs vorbereitet?
Der Kurs bereitet auf eine anerkannte DevOps-Foundation-Zertifizierung vor. Die genaue Zertifizierung (z. B. DevOps Institute) hängt vom jeweiligen Anbieter ab. Die Prüfung wird unabhängig bei einem autorisierten Testzentrum abgelegt.
Sind Programmierkenntnisse Voraussetzung?
Nicht zwingend. Der Kurs richtet sich auch an Systemadministratorinnen und -administratoren sowie IT-Betriebspersonal ohne Entwicklungshintergrund. Kenntnisse in einer Programmiersprache erleichtern den Einstieg in technische Übungen, sind aber kein formales Aufnahmekriterium.
Wie ist der Kurs aufgebaut — mehr Theorie oder Praxis?
Beides ist fester Bestandteil. Die konzeptionellen Grundlagen (Wertstrom, DevOps-Definitionen, Rollenkompetenz) bilden die Basis; praktische Übungen zu Pipelines, Docker und Konfigurationsmanagement machen den Löwenanteil der Lernzeit aus.
Für welche Berufsbilder ist dieser Kurs geeignet?
Ideal für Systemadministratorinnen und -administratoren, Softwareentwicklerinnen und -entwickler sowie Cloud Engineers, die ihre DevOps-Kompetenzen systematisch aufbauen wollen. Auch IT-Fachkräfte aus Qualitätssicherung oder IT-Projektkoordination profitieren von den konzeptionellen Inhalten.
Kann ich den Kurs berufsbegleitend absolvieren?
Ja. Der Kurs ist als Combined Learning konzipiert und lässt sich je nach Angebot auch in Teilzeit absolvieren. Die eigenständigen Übungsphasen erlauben eine gewisse zeitliche Flexibilität bei der Lernorganisation.
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