Überblick
DevOps hat sich in den letzten Jahren vom Nischenthema zum Standard moderner Software-Organisationen entwickelt. Hinter dem Begriff steckt kein einzelnes Werkzeug, sondern ein grundlegender Wandel in der Art, wie Entwicklung, Betrieb und Qualitätssicherung zusammenarbeiten: kürzere Lieferzyklen, stabile Systeme und eine Fehlerkultur, die aus Vorfällen lernt, statt Schuldige zu suchen. Dieser Foundation-Kurs legt das konzeptionelle und praktische Fundament. Er richtet sich an Menschen, die DevOps noch nicht aus eigener Erfahrung kennen, aber verstehen wollen, was hinter CALMS, Continuous Delivery und Wertstromanalyse steckt — und warum diese Konzepte inzwischen als Grundvoraussetzung gelten, wenn Unternehmen digitale Produkte zuverlässig ausliefern wollen. Der Kurs schließt mit einer Zertifizierungsvorbereitung auf Foundation-Niveau ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — DevOps-Grundlagen und kultureller Wandel: Dieser Einstiegsblock klärt, was DevOps tatsächlich bedeutet — jenseits von Buzzwords und Tool-Listen. Die Geschichte der Bewegung, die Erkenntnisse aus dem State-of-DevOps-Report und das CALMS-Modell bilden das konzeptuelle Gerüst. Besonders im Fokus steht die kulturelle Dimension: Warum scheitern viele DevOps-Initiativen nicht an Technik, sondern an Silos, Misstrauen und fehlender psychologischer Sicherheit?
- Entstehungsgeschichte: vom Konflikt zwischen Dev und Ops zur gemeinsamen Verantwortung
- CALMS-Dimensionen im Detail: Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing
- Psychologische Sicherheit und Feedback-Kultur als Fundament von Hochleistungs-Teams
- DevOps vs. klassische IT-Organisation: Unterschiede in Verantwortlichkeiten und Prozessen
- Lean-Prinzipien: Verschwendungsarten, Pull-Systeme, kontinuierliche Verbesserung
- Agile Methoden als Enabler: Scrum, Kanban und deren Schnittstelle zu DevOps
Modul 2 — Wertstromanalyse und Lieferprozesse: Wer Engpässe beseitigen will, muss sie zuerst sehen. Wertstromanalysen machen den gesamten Weg vom Anforderungs-Ticket bis zur produktiven Software sichtbar — mit allen Wartezeiten, Übergaben und Rückkopplungsschleifen. Dieser Block übt das Lesen und Erstellen von Value Stream Maps und leitet daraus Optimierungsansätze ab.
- Grundkonzept der Wertstromanalyse: Fluss, Bestände, Zykluszeiten
- Typische Engpässe in Software-Lieferketten identifizieren und priorisieren
- Übergabe-Punkte zwischen Teams und deren Einfluss auf Lead Time
- Push- vs. Pull-Systeme in der Software-Auslieferung
- Limits of Work in Progress (WIP-Limits) und deren Wirkung auf Durchsatz
- Von der Ist-Analyse zur Soll-Wertstromkarte: Schritte und Entscheidungslogik
Modul 3 — Continuous Integration, Delivery und Deployment: CI/CD ist das technische Herzstück von DevOps. Dieser Block erklärt die Konzepte, die Pipeline-Phasen und die Unterschiede zwischen Integration, Delivery und Deployment. Dabei geht es nicht um eine bestimmte CI-Plattform, sondern um das Verständnis, welche Qualitätsgates wann greifen und warum kurze Feedback-Zyklen die Softwarequalität erhöhen.
- Continuous Integration: automatisierte Builds, Test-Suites und Branch-Strategien
- Deployment Pipeline: Phasen, Gates, Artefakt-Verwaltung und Umgebungsprogressionen
- Continuous Delivery vs. Continuous Deployment: konzeptueller Unterschied und organisatorische Implikationen
- Feature Toggles, Blue/Green-Deployments und Canary Releases als Risikominimierungsstrategien
- Testpyramide und Teststrategie in der Pipeline: Unit, Integration, End-to-End
- Qualitätssicherung als geteilte Verantwortung, nicht als separate Phase
Modul 4 — Infrastructure as Code, Observability und DORA-Metriken: Reproduzierbare Infrastruktur und messbare Ergebnisse sind zwei Seiten desselben DevOps-Versprechens. Dieser Block behandelt IaC als Konzept (deklarativ vs. imperativ, Idempotenz, Versionierung), zeigt, wie Observability über bloßes Monitoring hinausgeht, und führt in die DORA-Metriken ein, mit denen Lieferperformance objektiv bewertet werden kann.
- Infrastructure as Code: Prinzipien, deklarative Ansätze und Vorteile gegenüber manueller Konfiguration
- Versionierung von Infrastruktur: Branching, Reviews und Rollback-Strategien
- Monitoring, Logging und Tracing als drei Säulen der Observability
- Alerting-Konzepte: Signal vs. Rauschen, SLOs, SLIs und Error Budgets
- DORA-Metriken: Deployment Frequency, Lead Time for Changes, MTTR und Change Failure Rate
- Blameless Postmortems: Vorgehen, Timeline-Analyse und Follow-up-Maßnahmen
Praxis-Block — Anwendungsfälle, Szenarien und Konzeptvertiefung
- CALMS-Analyse eines fiktiven Unternehmens durchführen und Handlungsfelder priorisieren
- Engpässe in einer Muster-Wertstromkarte identifizieren und Verbesserungsmaßnahmen formulieren
- Typische Pipeline-Stages für eine Webapplikation beschreiben und begründen
- DORA-Metrik-Szenarien auswerten: hohe Change Failure Rate kombiniert mit langer MTTR interpretieren
- Vorfallsanalyse nach Blameless-Postmortem-Schema dokumentieren
- Foundation-Niveau-Szenarien durcharbeiten: Begriffsklärungen, Konzeptzuordnungen
- Toolchain-Kategorien zuordnen: welche Werkzeugklasse deckt welchen Pipeline-Schritt ab
- Abgrenzung häufig verwechselter Begriffe: IaC vs. Konfigurationsmanagement, Monitoring vs. Observability, CI vs. CD
- Fallstudie: DevOps-Reife eines Unternehmens mit dem DORA-Modell einordnen
- Gewichtung der Themenbereiche und typische Fragetypen im Foundation-Prüfungsformat kennenlernen
- Abschluss-Szenario: vollständigen Lieferprozess von der Anforderung bis zum produktiven Deployment skizzieren
- Verbindung von Kultur und Technik: diskutieren, warum gute Pipelines Teams voraussetzen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen
Nach dem Praxis-Block sind die Konzepte nicht nur theoretisch bekannt, sondern können auf eigene Arbeitssituationen angewendet werden. Teilnehmende können einschätzen, wo der eigene Arbeitgeber auf der DevOps-Reifekurve steht und welche Hebel die größte Wirkung hätten. Die Verbindung zwischen Kultur und Technik ist das eigentliche Kernthema von DevOps und wird im gesamten Kurs immer wieder hergestellt. Gute Pipelines entstehen nicht durch Werkzeuge allein, sondern durch Teams, die gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Lernziele:
- Das CALMS-Framework (Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing) erklären und auf konkrete Teamkontexte anwenden
- Die Herkunft und Kernaussagen der DevOps-Bewegung kennen und einordnen können
- Continuous Integration und Continuous Delivery konzeptuell verstehen und den Unterschied zu Continuous Deployment benennen
- Wertstromanalysen lesen und typische Engpässe in Software-Lieferketten erkennen
- Die wichtigsten DORA-Metriken (Deployment Frequency, Lead Time, MTTR, Change Failure Rate) interpretieren
- Infrastructure as Code als Konzept verstehen und dessen Bedeutung für reproduzierbare Umgebungen beschreiben
- Den Begriff Blameless Postmortem erläutern und die Schritte einer strukturierten Vorfallsanalyse kennen
- Typische DevOps-Werkzeuge und Toolchain-Kategorien (SCM, CI, CD, Monitoring, IaC) einordnen und voneinander abgrenzen
- Agile und Lean-Prinzipien in den DevOps-Kontext einbetten und Überschneidungen mit Scrum/Kanban erkennen
- Die Bedeutung von psychologischer Sicherheit und Feedback-Loops in Hochleistungs-Teams beschreiben
- Grundlegende Netzwerk- und Systemkonzepte (Containerisierung, Virtualisierung, Cloud-Modelle) als DevOps-Enabler einordnen
- Prüfungsrelevante Begriffe und Konzepte für eine Foundation-Zertifizierung benennen und erläutern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Foundation-Kurs richtet sich an Personen, die in Entwicklung, IT-Betrieb oder Qualitätssicherung arbeiten und DevOps erstmals systematisch durchdringen wollen. Auch Projektverantwortliche und Technologieberater ohne tiefes technisches Hintergrundwissen können den Kurs gewinnbringend absolvieren.
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die bisher wenig Einblick in Betriebsprozesse haben
- IT-Admins und Operations-Fachkräfte, die Entwicklungsprozesse besser verstehen möchten
- Technische Projektmanager, Scrum Master und Agile Coaches im IT-Umfeld
- Quereinsteiger mit grundlegenden IT-Kenntnissen, die sich auf eine DevOps-Rolle vorbereiten
- IT-Führungskräfte, die DevOps-Transformationen im eigenen Unternehmen begleiten oder vorantreiben
Grundlegende IT-Kenntnisse werden erwartet — ein Verständnis dafür, was Softwareentwicklung bedeutet, wie Server grundsätzlich funktionieren und wie Deployment-Prozesse ablaufen, erleichtert den Einstieg erheblich. Erste Erfahrungen mit Versionsverwaltung (z. B. Git) und agilen Arbeitsweisen sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der Kurs setzt keinerlei DevOps-Vorkenntnisse voraus und richtet sich bewusst an den Einstieg. Gute Lesefähigkeit in technischen Texten auf Deutsch oder Englisch ist notwendig, da ein Teil der Prüfungsliteratur englischsprachig ist.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht kombiniert konzeptuelle Einführungen mit angeleiteten Szenarien und Konzeptübungen. Theorie wird nicht isoliert präsentiert, sondern stets an reale Situationen aus dem IT-Betrieb und der Softwareentwicklung rückgebunden. Gruppenszenarien ermöglichen es, Wertstromanalysen und Postmortem-Übungen gemeinsam zu erarbeiten, während individuelle Aufgaben die eigenständige Wissensverankerung unterstützen. Der Unterricht findet als Combined Learning statt — synchrone Live-Einheiten im virtuellen Klassenzimmer wechseln mit betreuten Übungsphasen ab. Zwischen den Einheiten werden Szenarien und Lesematerialien bereitgestellt, damit Teilnehmende Inhalte vertiefen und im eigenen Tempo festigen können.
Der Kurs ist für Vollzeit- und Teilzeitteilnahme konzipiert. Die Dauer variiert je nach gewähltem Lernmodell und individuellem Tempo. Im Vollzeitmodus ist der Kurs deutlich kompakter; im Teilzeitmodell lässt er sich mit einer bestehenden Berufstätigkeit kombinieren. Der Unterricht umfasst synchrone Lehreinheiten sowie betreute Übungsphasen; die genaue Stundenzahl und der Stundenplan werden mit den Teilnehmenden vor Kursbeginn abgestimmt.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung, die die absolvierten Inhalte dokumentiert. Darüber hinaus bereitet der Kurs auf eine anerkannte DevOps-Foundation-Zertifizierung vor — die eigentliche Prüfung wird bei einem akkreditierten Prüfungszentrum abgelegt und ist nicht Bestandteil der Kursgebühr. Ein erfolgreich abgelegtes Foundation-Zertifikat gilt im IT-Markt als Nachweis für grundlegendes DevOps-Verständnis und erleichtert den Zugang zu DevOps-Rollen und Cloud-nahen Positionen.
Nutzen & Perspektiven
DevOps-Grundkenntnisse sind keine Spezialisierung mehr — sie gehören zum Standardprofil von IT-Fachkräften, die in modernen Produktteams mitarbeiten wollen. Wer diesen Kurs absolviert, versteht die Sprache von DevOps-Teams, kann Metriken wie Deployment Frequency und MTTR interpretieren und bringt das konzeptionelle Rüstzeug mit, um an CI/CD-Diskussionen, Postmortem-Meetings und Infrastrukturüberlegungen fundiert teilzunehmen. Das ist ein handfester Vorteil im Bewerbungsgespräch und im laufenden Berufsalltag. Gleichzeitig ist das Foundation-Zertifikat der erste Schritt auf einem klar definierten Weiterbildungspfad. Wer nach dem Foundation-Abschluss tiefer einsteigen möchte, kann direkt in Richtung DevOps Professional weiterentwickeln — und dort konkrete Technologien wie Kubernetes, Terraform und CI/CD-Pipelines operativ beherrschen lernen. Foundation und Professional bilden zusammen ein vollständiges DevOps-Qualifikationsprofil. Für Unternehmen, die ihre IT-Abteilungen weiterentwickeln, ist dieser Kurs zudem eine effektive Grundlage: Teilnehmende können nach Abschluss als Multiplikatoren wirken, DevOps-Terminologie einheitlich verwenden und Veränderungsprozesse konstruktiver begleiten. Der Einstieg über kulturelle Prinzipien — statt über Werkzeuge — macht die Inhalte dauerhaft verwendbar, unabhängig davon, welche konkreten Tools ein Unternehmen einsetzt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau lernt man im DevOps Foundation-Kurs?
Der Kurs vermittelt das konzeptuelle Fundament von DevOps: CALMS-Framework, Wertstromanalyse, CI/CD-Grundlagen, Infrastructure as Code als Konzept und die DORA-Metriken. Es geht um das Verständnis von Prinzipien, nicht um das Bedienen konkreter Tools.
Welche Vorkenntnisse brauche ich?
Grundlegende IT-Kenntnisse sind ausreichend. Erfahrungen in Softwareentwicklung oder IT-Betrieb erleichtern den Einstieg, sind aber keine formale Voraussetzung. DevOps-Vorwissen ist nicht nötig.
Führt der Kurs direkt zu einer Zertifizierung?
Der Kurs bereitet auf eine Foundation-Zertifizierung vor. Die Prüfung selbst wird separat bei einem akkreditierten Testcenter abgelegt. Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung.
Wie unterscheidet sich Foundation von Professional?
Foundation legt den konzeptuellen Rahmen fest — Kultur, Lean, Metriken, CI/CD-Grundlagen. Professional baut darauf auf und geht in die operative Tiefe: Kubernetes, Terraform, CI/CD-Pipeline-Design und DevSecOps.
Für wen ist der Kurs besonders geeignet?
Besonders geeignet für IT-Fachkräfte, die bisher in einem Silo gearbeitet haben — nur Entwicklung oder nur Betrieb — und jetzt die Gesamtperspektive von DevOps verstehen wollen. Auch technische Projektmanager und Scrum Master profitieren erheblich.
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