Überblick
DevOps Master ist ein Bündelkurs, der mehrere international anerkannte Methoden und Frameworks aus dem IT-Projekt- und Betriebsumfeld in einer zusammenhängenden Weiterbildung zusammenführt. Das Programm vermittelt Scrum als agiles Rahmenwerk, Kanban für die Visualisierung und Steuerung von Arbeitsflüssen, PRINCE2 für strukturiertes Projektmanagement sowie die Grundprinzipien von ITIL 4 und DevOps. Damit richtet sich der Kurs an IT-Fachkräfte und Quereinsteiger, die methodisch breit aufgestellt sein möchten und sich auf mehrere Zertifizierungen oder Prüfungen vorbereiten wollen. Die Kombination dieser Disziplinen spiegelt wider, wie moderne IT-Organisationen tatsächlich arbeiten: agil, serviceorientiert und mit kontinuierlicher Lieferung als Leitprinzip.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Scrum: Agiles Rahmenwerk für Produktentwicklung Scrum ist das meistgenutzte agile Framework in der Softwareentwicklung und im IT-Projektmanagement. Dieses Modul vermittelt alle Bestandteile des offiziellen Scrum Guides — von den drei Rollen über die fünf Events bis zu den drei Artefakten.
- Scrum-Werte und -Prinzipien: Commitment, Mut, Offenheit, Respekt, Fokus
- Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und die Definition of Done
- Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospektive
- Backlog Refinement: User Stories schreiben und schätzen (Story Points, Planning Poker)
- Skalierung von Scrum in größeren Organisationen (Überblick)
Modul 2 — Kanban: Arbeitsfluss sichtbar machen und steuern Kanban ergänzt Scrum und steht auch als eigenständige Methode für Teams, die keinen festen Sprint-Rhythmus verfolgen. Der Fokus liegt auf Visualisierung, Engpass-Erkennung und kontinuierlicher Verbesserung.
- Das Kanban-Board: Spalten, Karten, WIP-Limits
- Pull-Prinzip statt Push: wie Arbeit durch das System fließt
- Cumulative Flow Diagram und Lead Time als Steuerungskennzahlen
- Kaizen-Mindset: kontinuierliche Verbesserung im Tagesgeschäft
- Kanban im Vergleich zu Scrum: Wann welche Methode sinnvoll ist
- Einführung von Kanban in bestehenden Teams: typische Hürden und Lösungsansätze
Modul 3 — PRINCE2: Strukturiertes Projektmanagement PRINCE2 (Projects in Controlled Environments, Version 7) ist ein prozessorientiertes Projektmanagement-Framework mit sieben Prinzipien, sieben Themen und sieben Prozessen. Es findet besonders in öffentlichen Organisationen und in komplexen Multi-Vendor-Projekten Anwendung.
- Die sieben PRINCE2-Prinzipien (u. a. fortlaufende geschäftliche Rechtfertigung, lernen aus Erfahrungen)
- Rollen und Verantwortlichkeiten in der PRINCE2-Projektorganisation (Projektlenkungsausschuss, Projektmanager, Teams)
- Themen: Business Case, Organisation, Qualität, Pläne, Risiken, Änderungen, Fortschritt
- Prozesse: Starting up, Initiating, Directing, Controlling, Managing Product Delivery, Managing Stage Boundaries, Closing
- PRINCE2 und agile Methoden kombinieren: PRINCE2 Agile im Überblick
- Praktische Dokumentation: Projektauftrag, Produktbeschreibungen, Ausnahmeberichte
Modul 4 — ITIL 4 und DevOps-Grundlagen ITIL 4 hat den IT-Service-Management-Standard grundlegend neu ausgerichtet: Weg vom starren Prozessmodell hin zum flexiblen Service Value System. Ergänzend dazu vermittelt dieses Modul die Kernideen von DevOps und zeigt, wie beide Ansätze ineinandergreifen.
- ITIL 4: Service Value System, Service Value Chain, Governance
- Die vier Dimensionen des IT-Service-Managements (Organisationen & Menschen, Information & Technologie, Partner & Lieferanten, Wertströme & Prozesse)
- Die sieben ITIL-Leitprinzipien (z. B. Fokus auf Wert, iterativer Fortschritt mit Feedback)
- Überblick über die 34 ITIL-4-Praktiken (u. a. Incident, Change, Problem Management)
- DevOps-Kultur: Zusammenarbeit von Entwicklung und Betrieb, Shared Responsibility
- Continuous Integration und Continuous Delivery (CI/CD): Konzepte und Werkzeugübersicht
- Infrastructure as Code: Terraform, Ansible im Überblick
- Azure-Cloud-Grundlagen im DevOps-Kontext: Dienste, Pipelines, Repositories
Praxisblock — Methodenintegration und Fallstudien Die methodische Breite dieses Kurses entfaltet ihren Wert erst, wenn klar wird, wie die einzelnen Frameworks in realen Projekten zusammenwirken. Der Praxisblock arbeitet deshalb mit konkreten Fallstudien, in denen Teilnehmende entscheiden müssen, welche Methode für welche Situation passt.
- Analyse einer typischen IT-Projektstruktur und Methodenzuordnung
- Sprint-Simulation: von der User Story bis zum Increment
- Kanban-Visualisierung eines laufenden Betriebs-Teams
- PRINCE2-Projektplan für ein definiertes Szenario erstellen
- ITIL-4-Service-Map für eine interne IT-Abteilung aufbauen
- DevOps-Pipeline-Konzept skizzieren und dokumentieren
- Vergleich: Wasserfall vs. Scrum vs. Kanban im Projektszenario
- Retrospektive simulieren und Verbesserungsmaßnahmen ableiten
- Stakeholder-Kommunikation im PRINCE2-Kontext üben
- Metriken definieren: Velocity, Lead Time, Change Failure Rate
- Fehleranalyse in einem fiktiven Incident-Management-Szenario
- Abschluss-Präsentation: Methodenwahl begründen und verteidigen
Fallstudien sind bewusst aus unterschiedlichen Branchen gewählt — von der Softwareentwicklung über IT-Dienstleister bis zur internen IT einer mittelständischen Organisation — um die Übertragbarkeit der Methoden zu zeigen. Die Diskussion in der Gruppe steht dabei gleichberechtigt neben der Einzelarbeit. Am Ende des Praxisblocks verfügen Teilnehmende über ein klares Bild davon, wie Scrum, Kanban, PRINCE2, ITIL 4 und DevOps als Werkzeugkasten zusammenwirken — und wann welches Werkzeug der richtige Griff ist.
Lernziele:
- Die Kernprinzipien und Rollen im Scrum-Framework erklären und anwenden
- Kanban-Boards einrichten und Arbeitsflüsse mit WIP-Limits steuern
- PRINCE2-Projekte nach dem strukturierten Vorgehensmodell planen und dokumentieren
- Die Service Value Chain und die sieben Leitprinzipien von ITIL 4 beschreiben
- DevOps-Prinzipien (Continuous Integration, Continuous Delivery, Infrastructure as Code) einordnen
- Agile und klassische Projektmanagementmethoden situationsgerecht kombinieren
- Teams bei der Einführung agiler Arbeitsweisen methodisch begleiten
- Typische IT-Service-Prozesse nach ITIL 4 beschreiben und verbessern
- Azure-Cloud-Grundlagen im DevOps-Kontext einordnen
- Metriken zur Messung von Teamperformance und Lieferqualität definieren
- Retrospektiven und Sprint Reviews strukturiert durchführen
- Die Grenzen und Stärken jedes der behandelten Frameworks benennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an IT-Fachkräfte, Projektmitarbeitende und Quereinsteiger, die sich methodisch für moderne IT-Arbeitsumgebungen aufstellen wollen. Besonders angesprochen sind Personen, die mehrere Zertifizierungen in einem Kurs vorbereiten möchten.
- IT-Systemadministratoren und -techniker mit Wunsch nach Methodenwissen
- Entwicklerinnen und Entwickler, die in Projekt- oder Führungsrollen wechseln möchten
- Projektkoordinatoren ohne formale PM-Ausbildung
- Quereinsteiger mit technischem Grundverständnis
- Teamleads in IT-nahen Bereichen, die agile Methoden strukturiert einführen wollen
Vorausgesetzt werden grundlegende Computerkenntnisse und gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift. Technische IT-Vorkenntnisse — etwa aus einer Ausbildung zum IT-Systemkaufmann, als Fachinformatiker oder aus vergleichbarer Berufspraxis — erleichtern den Einstieg in die DevOps-Inhalte erheblich. Für die PM-Anteile (Scrum, PRINCE2) genügt ein allgemeines Verständnis von Projektarbeit. Keine Zertifizierungen werden vorausgesetzt, da der Kurs als Einstieg in alle behandelten Frameworks konzipiert ist.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft überwiegend im virtuellen Klassenraum mit Live-Unterricht durch Trainer. Jedes Modul wechselt zwischen Wissensvermittlung, geführten Übungen und Fallstudien-Arbeit. Die Breite des Stoffs erfordert ein klares Lerntempo; Lerneinheiten sind so portioniert, dass die jeweils behandelte Methode in der Tiefe erfasst werden kann, bevor die nächste beginnt. Gruppenaufgaben fördern den fachlichen Austausch zwischen Teilnehmenden mit unterschiedlichem Hintergrund — dieser methodische Vergleich durch reale Erfahrungsperspektiven ist ein besonderer Mehrwert dieses Formats.
Das Programm deckt mehrere umfangreiche Methodenfelder ab und erfordert entsprechend Zeit. Angeboten wird es je nach Anbieter als Vollzeitkurs über mehrere Wochen oder als Teilzeitprogramm über mehrere Monate. Die genaue Stundenzahl variiert; der Umfang ist deutlich größer als bei einem reinen Einzelzertifizierungskurs, da alle vier Methodenfelder vollständig behandelt werden.
Die Weiterbildung bereitet auf externe Zertifizierungsprüfungen vor. Konkret sind das je nach Anbieter und gewähltem Prüfungspaket die Prüfungen zu Scrum (z. B. Professional Scrum Master I), PRINCE2 Foundation und/oder Practitioner sowie ITIL 4 Foundation. PRINCE2 Practitioner muss nach drei Jahren rezertifiziert werden; PRINCE2 Foundation bleibt unbefristet gültig. Die Zertifizierungsprüfungen werden bei akkreditierten Prüfungsorganisationen abgelegt; ein trägerinternes Teilnahmezertifikat wird zusätzlich ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Wer heute in IT-Projekten arbeitet, begegnet selten einer einzigen Methode. Scrum wird im Team gelebt, PRINCE2 fordert der Auftraggeber, ITIL-Prozesse bestimmen den Betrieb, und DevOps ist der Anspruch der Engineering-Kultur. Die Stärke dieses Kurses liegt darin, alle diese Welten in einem kohärenten Lernprogramm zusammenzuführen — nicht als oberflächlicher Überblick, sondern mit der Tiefe, die für echte Prüfungsvorbereitung und berufliche Anwendung nötig ist. Für Arbeitnehmer, die ihren Marktwert steigern möchten, ist die Kombination aus mehreren Zertifizierungen ein klares Signal: Man kann methodenübergreifend denken und vermitteln — zwischen agilen Entwicklungsteams und klassischen Projektstrukturen, zwischen Technik und Service-Management. Das ist in IT-Abteilungen, die sich im Transformationsprozess befinden, sehr gefragt. Besonders in mittleren und großen IT-Organisationen sind Fachkräfte mit diesem methodischen Profil wertvoll: Sie können als Bindeglied zwischen Scrum-Teams und klassischen Projektportfolios agieren, DevOps-Einführungen koordinieren und ITIL-basierte Serviceprozesse im Team verankern. Die Weiterbildung öffnet damit Türen zu Rollen wie DevOps Engineer, IT-Projektmanager, Release Manager oder Scrum Master.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen kann ich mit diesem Kurs ablegen?
Je nach Anbieter und gewähltem Prüfungspaket bereitet der Kurs auf Prüfungen zu Scrum (z. B. PSM I), PRINCE2 Foundation und/oder Practitioner sowie ITIL 4 Foundation vor. Die Prüfungen werden separat bei akkreditierten Prüfungsorganisationen abgelegt und sind nicht im Kurspreis enthalten.
Brauche ich IT-Kenntnisse, um teilzunehmen?
Grundlegende Computerkenntnisse werden vorausgesetzt. Technische IT-Vorkenntnisse sind für die DevOps-Inhalte hilfreich, aber nicht zwingend. Für die Methodenteile (Scrum, Kanban, PRINCE2) genügt allgemeines Verständnis von Projektarbeit. Der Kurs ist auch für Quereinsteiger mit technischem Interesse zugänglich.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen Scrum- oder PRINCE2-Kurs?
Dieser Kurs behandelt mehrere Methoden zusammenhängend. Der Mehrwert liegt im Verständnis dafür, wie Scrum, Kanban, PRINCE2 und ITIL 4 in einer Organisation nebeneinander und miteinander funktionieren — statt jede Methode isoliert zu betrachten. Das entspricht dem Alltag in modernen IT-Organisationen.
Muss PRINCE2 Practitioner nach einigen Jahren erneuert werden?
Ja. PRINCE2 Practitioner muss nach drei Jahren rezertifiziert werden. PRINCE2 Foundation hingegen ist unbefristet gültig. Details zur Rezertifizierung regelt Axelos als Rechteinhaber.
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