Überblick
Dieser Aufbaukurs im Bereich Digital Fashion führt die im Grundkurs erworbenen Kenntnisse der 3D-Bekleidungssoftware CLO 3D konsequent weiter. CLO 3D ist eine der führenden Softwarelösungen für die digitale Entwicklung von Kleidungsstücken und Accessoires — eingesetzt von Modedesignern, Bekleidungstechnikern, Produktentwicklern und Agenturen weltweit. Im Kurs Basics II erweitern Sie Ihre Kenntnisse gezielt auf komplexere Kleidungsformen wie Blusen und Hemden, vertiefen das Verständnis für erweiterte fachliche Zusammenhänge in der Schnittmuster-Erstellung und meistern fortgeschrittene Techniken in Stoffsimulation, Material-Texturing und Rendering. Ziel ist es, eigenständig hochwertige digitale Kleidungsstücke und Outfits zu entwickeln, die sowohl technisch präzise als auch visuell überzeugend sind.
Kursinhalte & Lernziele
Der Kurs setzt Kenntnisse aus einem CLO-3D-Grundkurs voraus und vertieft diese konsequent. Die Inhalte sind so strukturiert, dass technisches Wissen über Schnittmuster, Simulation und Rendering schrittweise aufgebaut wird. Blusen und Hemden dienen als komplexeres Kleidungsstück-Archetype, anhand dessen alle neuen Techniken exemplarisch erarbeitet werden. Erweiterte Grundlagen der CLO-3D-Software bilden den ersten Abschnitt. Dieser Block festigt das Basiswissen aus Basics I und erweitert es systematisch um fortgeschrittene Bedienkonzepte und Arbeitsabläufe.
- Benutzeroberfläche: erweiterte Werkzeuge und Panel-Konfiguration
- Arbeitsabläufe in CLO 3D strukturieren und effizienter gestalten
- Datei- und Projektmanagement für komplexe Kleidungsprojekte
- Import und Export von Schnittmuster-Dateien in verschiedenen Formaten
- Versionierung und Verwaltung von Kleidungsprojekten
Schnittmuster für Blusen und Hemden sind der fachliche Schwerpunkt des Kurses. Blusen und Hemden gehören zu den technisch anspruchsvolleren Kleidungsstücken, da sie viele Konstruktionsdetails beinhalten.
- Grundschnitt Bluse: Leibteil, Ärmel, Kragen, Knopfleiste
- Passformkorrekturen für verschiedene Körperproportionen
- Nahtbearbeitung und Nähte in CLO 3D korrekt definieren
- Falten, Abnäher und konstruktive Gestaltungselemente umsetzen
- Garniturteile: Manschetten, Kragen, Taschen digital konstruieren
Erweiterte fachliche Zusammenhänge verbinden digitales Design mit Realität. Hier wird das Verständnis dafür vertieft, wie sich ein digitales Schnittmuster auf den realen Konfektionsschnitt auswirkt.
- Schnittmuster-Logik: Grainlines, Nahtgaben, Passmarken
- Zusammenhang zwischen digitalem Modell und realem Schnittbogen
- Toleranzen und Konfektionsgrößen in CLO 3D abbilden
- Qualitätskontrolle: Simulation auf Passform und Problemzonen überprüfen
- Export von Schnittteilen für reale Schneideprozesse
Simulation, Texturing, Lighting und Rendering sind der visuelle Abschlussblock. Hier lernen Sie, digitale Kleidungsstücke so zu präsentieren, dass sie in Portfolios, Pitches und Kundenpräsentationen professionell wirken.
- Physikalische Stoffsimulation einstellen: Gewicht, Steifigkeit, Dehnung
- Materialbibliothek nutzen und eigene Materialien konfigurieren
- Texturing: UV-Mapping, Muster- und Strukturdateien zuweisen
- Lighting: Drei-Punkt-Beleuchtung, HDRI-Umgebungen, Schlagschatten
- Rendering-Parameter optimieren: Auflösung, Anti-Aliasing, Hintergrunddesign
Im praktischen Anwendungsblock entwickeln Sie eigenständig ein vollständiges Kleidungsstück von der Schnittmuster-Konstruktion bis zum fertigen Rendering.
- Bluse oder Hemd von Grund auf neu konstruieren: alle Schnittteile definieren
- Kleidungsstück am Avatar-Körper anpassen und Passform-Simulation prüfen
- Korrekturmaßnahmen bei Simulationsproblemen anwenden
- Stoff aus der Materialbibliothek auswählen und auf das Kleidungsstück anwenden
- Eigenschaft des Stoffs durch Simulation realistisch darstellen
- Lighting-Setup für Produktfoto-Ästhetik aufbauen
- Finales Rendering in Portfolio-Qualität erstellen
- Outfit mit mindestens zwei Teilen zusammenstellen und als Kollektion präsentieren
- Schnittmuster-Dateien für den Export vorbereiten
- Präsentation der Ergebnisse mit kurzem technischen Kommentar zum Arbeitsprozess
- Peer-Review: gegenseitige Rückmeldung zu Passform und Rendering-Qualität
- Abschlussprojekt dokumentieren: Materialentscheidungen, Anpassungen, Learnings
Alle Projektarbeiten werden im Kurs besprochen und mit Feedback versehen. Fertige Renderings und Schnittmuster-Pakete können unmittelbar als Bestandteile eines professionellen Portfolios verwendet werden.
Lernziele:
- Erweiterte Grundfunktionen der CLO-3D-Benutzeroberfläche sicher anwenden
- Blusen und Hemden mit technisch korrekten Schnittmustern in CLO 3D aufbauen
- Komplexe Kleidungsformen an unterschiedliche Körperformen und Avatare anpassen
- Erweiterte Materialeinstellungen für Stoffe konfigurieren: Steifigkeit, Masse, Elastizität
- Stoffsimulationen realistisch durchführen und optimieren
- Texturing und Materialbibliotheken für verschiedene Gewebeeigenschaften einsetzen
- Lighting-Einstellungen für professionelle Renderings konfigurieren
- Hochwertige Renderings für Präsentationen und Portfolios erstellen
- Erweiterte fachliche Zusammenhänge zwischen digitalem Schnittmuster und realem Schnitt verstehen
- Outfits und Kollektionen in CLO 3D zusammenstellen und präsentieren
- Digitale Kleidungsdateien für den Austausch mit anderen Software-Tools und Workflows aufbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen aus Modebranche, Kreativwirtschaft und Textilbereich, die CLO 3D bereits auf Grundniveau kennen und ihre Kenntnisse auf ein fortgeschrittenes Niveau heben möchten.
- Modedesigner und Bekleidungstechniker mit ersten CLO-3D-Erfahrungen
- Produktentwickler und Schnittmacher, die digitale Workflows integrieren wollen
- Mediengestalter, Fotografen und Stylisten, die digitale Modepräsentationen erstellen
- Personen aus Film, Game und Werbung, die realistische Kleidungssimulationen benötigen
- Fachkräfte, die einen Berufswechsel in den digitalen Modebereich anstreben
Teilnehmende benötigen Vorkenntnisse aus einem CLO-3D-Grundkurs oder vergleichbare praktische Erfahrung mit der Software. Gute Deutschkenntnisse auf mindestens Sprachniveau B2 sind erforderlich, da der Kurs auf Deutsch durchgeführt wird. Grundlegende Englischkenntnisse sind hilfreich, da Teile der Software-Dokumentation auf Englisch vorliegen. Erfahrung im Umgang mit dem Computer und eine Affinität zu kreativem und gestalterischem Arbeiten werden vorausgesetzt. Eine Berufsausbildung oder Berufserfahrung im Mode-, Textil- oder Kreativbereich ist von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und kombiniert angeleitete Online-Lernphasen mit Präsenzmodulen. Neue Software-Techniken werden in Live-Demonstrationen eingeführt. Die Teilnehmenden arbeiten parallel am eigenen Computer mit. Übungsaufgaben zu jedem Themenblock und ein abschließendes Praxisprojekt sichern den Lerntransfer. Kollegiales Feedback in Peer-Reviews fördert das Qualitätsbewusstsein und den Austausch von Lösungsstrategien.
Der Kurs erstreckt sich über mehr als einen Monat bis zu drei Monate in Vollzeit. Dieser Zeitrahmen stellt sicher, dass alle erweiterten CLO-3D-Techniken — von der Schnittmuster-Konstruktion über Simulation bis zum Rendering — gründlich erarbeitet und durch eigenständige Projektarbeiten vertieft werden können. Vollzeit bedeutet tägliche intensive Lerneinheiten ohne längere Unterbrechungen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsanbieters. Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kenntnisse in Digital Fashion Design mit CLO 3D auf Aufbauniveau. Ein staatlich anerkannter Berufsabschluss ist damit nicht verbunden. Das erstellte Portfolio aus Kurs-Projekten ist jedoch ein greifbarer Kompetenznachweis, der in Bewerbungsprozessen in der Modebranche, in Agenturen oder in der Produktentwicklung konkret vorgelegt werden kann.
Nutzen & Perspektiven
Die Modeindustrie durchläuft einen tiefgreifenden digitalen Wandel. Immer mehr Unternehmen entwickeln Kleidungsstücke zunächst vollständig digital, bevor der erste physische Prototyp produziert wird. Das spart Ressourcen, beschleunigt Entwicklungszyklen und ermöglicht eine neue Qualität der Zusammenarbeit zwischen Design und Produktion. Wer CLO 3D auf Aufbauniveau beherrscht, ist für diese veränderte Praxis bestens vorbereitet und kann in Unternehmen, die digitale Entwicklungsprozesse einführen, aktiv mitgestalten. Besonders wertvoll ist die Kombination aus technischem Schnittmuster-Know-how und visuellem Rendering-Können. Digitale Kleidungsmodelle, die sowohl technisch korrekte Passform als auch fotorealistische Optik aufweisen, sind in der Produktentwicklung, im E-Commerce und in der Modepräsentation nachgefragt. Diesen doppelten Kompetenzanspruch deckt der Kurs gezielt ab und qualifiziert Teilnehmende für Rollen, die an der Schnittstelle zwischen Mode und Technologie angesiedelt sind. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus können je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht gezogen werden. Eine Beratung durch die zuständige Stelle hilft dabei, die passende Förderung zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was lerne ich in Basics II, das in Basics I nicht vermittelt wird?
Basics II vertieft die Schnittmuster-Konstruktion für komplexere Kleidungsformen wie Blusen und Hemden, behandelt erweiterte fachliche Zusammenhänge zwischen digitalem und realem Schnitt und führt fortgeschrittene Techniken in Materialsimulation, Texturing, Lighting und professionellem Rendering ein.
Brauche ich Vorkenntnisse in CLO 3D?
Ja, der Kurs setzt Kenntnisse aus einem CLO-3D-Grundkurs oder vergleichbare praktische Erfahrung voraus. Ohne diese Grundlagen ist der Einstieg in Basics II zu steil.
Kann ich nach dem Kurs sofort beruflich als Digital Fashion Designer arbeiten?
Der Kurs vermittelt fundierte Aufbaukukenntnisse, die für den Berufseinstieg oder Umstieg in den digitalen Modebereich geeignet sind. Ergänzend ist ein Portfolio aus Kurs-Projekten ein wichtiger Türöffner, der im Kurs systematisch aufgebaut wird.
Wird der Kurs auf Deutsch oder Englisch durchgeführt?
Der Kurs wird auf Deutsch durchgeführt. Grundlegende Englischkenntnisse sind hilfreich, da Teile der Software-Dokumentation auf Englisch vorliegen. Deutschkenntnisse auf Niveau B2 sind Voraussetzung.
Ist der Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein förderbar. Auch Qualifizierungschancengesetz oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation in Betracht kommen.
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