Überblick
Dieser Kurs führt Sie tief in die Welt der digitalen Modegestaltung mit CLO 3D ein und ist als Produktentwicklungs-Kurs I konzipiert — also als erster eigenständiger Projektblock nach dem Abschluss der CLO-Basics-Kurse. In vier aufeinander aufbauenden Praxisprojekten erarbeiten Sie die komplette 3D-Simulation unterschiedlicher Bekleidungskategorien: von technisch anspruchsvollen Stepp- und Daunenwaren über strukturreiche Strick- und Häkelwaren und filigrane Spitzen- und Unterwäscheteile bis hin zu formgebenden Korsetts mit Schnürtechnik. Jedes Projekt mündet in einer abgeschlossenen Referenzarbeit für Ihr Portfolio, sodass Sie am Ende des Kurses eine belastbare digitale Werkzeugkiste und ein vorzeigbares Arbeitsportfolio besitzen. Die Weiterbildung richtet sich gleichermaßen an Personen, die ihren bestehenden Modeberuf um digitale Kompetenzen erweitern wollen, sowie an Quereinsteiger aus kreativen und technischen Berufsfeldern.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul widmet sich voluminösen Stepp- und Daunenwaren. Daunenjacken, wattierte Mäntel und gefüllte Westen erfordern in der 3D-Simulation besondere Materialeigenschaften, die über einfaches Textur-Mapping weit hinausgehen. Sie lernen, wie sich Füllungen physikalisch korrekt verhalten, wie Steppnähte optisch und strukturell abgebildet werden und wie Volumen und Faltenwurf überzeugend wirken.
- Materialaufbau für Füllmaterialien und Außenstoffe
- Simulation von Steppstrukturen (Rauten, Streifen, Freiform)
- Darstellung von Volumen und Bauschigkeit in Echtzeit
- Passformanpassung bei mehrlagigen gefüllten Teilen
- Render-Setup für voluminöse Bekleidung
- Portfolioarbeit Stepp- und Daunenwaren
Das zweite Modul behandelt Strick-, Häkel- und besondere Oberflächen. Textile Flächen mit Maschen-, Rippen- oder Häkelstruktur verlangen ein genaues Verständnis der CLO-eigenen Textur- und Shaderoptionen. Lebendige Garnoptiken, plastische Maschen und dreidimensionale Reliefs unterscheiden professionelle Ergebnisse von einfachen Bitmap-Uploads.
- Garnstrukturen und Maschenoptiken authentisch abbilden
- Rippenmuster, Zopfzöpfe und Ajour in der Simulation
- Häkelstrukturen und offene Netzoptiken
- Reliefoberflächen und besondere Gewebestrukturen
- Anpassung von Elastizität und Stretch-Verhalten
- Portfolioarbeit Strickwaren und besondere Oberflächen
Das dritte Modul beschäftigt sich mit feiner Spitze und Unterwäsche. Dieser Bereich stellt höchste Anforderungen an Transparenz, Lagenführung und saubere Kanten. Dünne Träger, Spitzenborten und elastische Bündchen müssen in der 3D-Umgebung technisch korrekt aufgebaut und so simuliert werden, dass sie am Körper überzeugend sitzen.
- Transparente Materialien und Mehrlagigkeit in CLO
- Elastische Stoffe und Bündchenverarbeitung
- Spitzenborten und Einfassungen digital umsetzen
- Saubere Kanten und Nahtzugaben bei feinen Materialien
- Lagenführung und Unterkonstruktionen
- Portfolioarbeit Spitze und Unterwäsche
Das vierte Modul fokussiert auf das Korsett — ein Kleidungsstück, das durch seine formgebende Konstruktion besondere Herausforderungen in der 3D-Simulation darstellt. Stäbe, Knochen, Abnäher und Paneling müssen präzise platziert werden, damit die charakteristische Silhouette entsteht. Schnürungen und verschlussrelevante Details runden die Arbeit ab.
- Formgebende Silhouetten durch Paneling und Abnäher
- Korsettstäbe und Knochenkanäle in CLO aufbauen
- Schnürungen, Ösen und Verschlussdetails simulieren
- Passform und Stabilisierung bei enganliegenden Teilen
- Portfolioarbeit Korsett
Praxisblock — alle vier Projekte werden als eigenständige Portfolioarbeiten dokumentiert und umgesetzt. Die folgenden Punkte beschreiben typische Aufgaben und Entscheidungsprozesse, die in jedem Projekt anfallen.
- Analyse der Vorlage und Planung des CLO-Workflows
- Erstellung oder Import der Schnittmusterteile
- Materialauswahl und Shader-Konfiguration
- Simulation und erste Passformprüfung
- Iterative Anpassung von Nahtzugaben, Spannungen und Materialparametern
- Detailarbeit an Verschlüssen, Applikationen und Ziernähten
- Finale Positionierung auf dem Avatar und Passformkontrolle
- Render-Erstellung für Portfolio und Präsentation
- Schriftliche Projektdokumentation mit Designentscheidungen
- Präsentation der Ergebnisse und Peer-Feedback
- Reflexion und Einarbeitung von Korrekturen
- Export der Dateien in gängige Austauschformate
Die Projektarbeiten werden begleitet durch regelmäßige Feedback-Runden. Jede Referenzarbeit ist so angelegt, dass sie direkt in ein Bewerbungsportfolio übernommen werden kann und branchen- sowie arbeitgeberrelevante Kompetenzen sichtbar macht.
Lernziele:
Nach Abschluss des Kurses verfügen die Teilnehmenden über folgende Kenntnisse und Fertigkeiten.
- Sie bauen eigenständig Schnittmuster und Materialaufbauten in CLO 3D auf und simulieren diese korrekt
- Sie kennen die Workflow-Logik von Material-, Schnitt- und Simulationsebene und setzen sie routiniert ein
- Sie erzeugen realistische Stepp- und Daunentexturen inklusive Steppstrukturen und Füllungsdarstellungen
- Sie arbeiten mit Strick- und Häkeloptiken sowie Reliefoberflächen und bilden Maschen und Garnstruktur überzeugend ab
- Sie verarbeiten transparente, elastische und mehrlagige Materialien für Spitze und Unterwäsche korrekt
- Sie realisieren konstruktiv aufwendige Korsetts mit Stäben, Abnähern, Paneling und Schnürungen in der 3D-Umgebung
- Sie optimieren Passform und Silhouette durch gezielte Parameteranpassungen direkt in der Simulation
- Sie präsentieren fertige 3D-Kleidungsstücke in professionellen Renders und Turntables
- Sie bauen eine strukturierte Portfoliodokumentation zu jedem Praxisprojekt auf
- Sie kommunizieren Designentscheidungen und technische Umsetzungen schriftlich und mündlich in der Fachsprache
- Sie bewerten die Qualität eigener und fremder CLO-3D-Arbeiten anhand branchentypischer Kriterien
- Sie transferieren die erworbenen Workflow-Kompetenzen auf weitere Bekleidungskategorien außerhalb der Kursthemen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an alle Personen, die Kleidungsstücke, Accessoires und Outfits professionell in 3D visualisieren möchten und bereits Grundkenntnisse in CLO 3D mitbringen. Angesprochen sind insbesondere Berufstätige und Berufsumsteigende mit Interesse an digitalem Modedesign und Produktentwicklung.
- Mode-Designer und Bekleidungstechniker, die ihre Entwurfsprozesse digitalisieren wollen
- Schnittmacher und Musterhersteller, die Passformprüfungen virtuell durchführen möchten
- Produktentwickler und Produktionsplaner in der Bekleidungs- und Textilindustrie
- Grafiker, Mediengestalter und Fotografen, die Modevisuals ohne physische Samples erstellen wollen
- Personen aus Werbe-, Spiele- und Filmindustrie, die realistische Bekleidungssimulationen benötigen
Die Teilnehmenden sollten die CLO-Basiskurse I und II erfolgreich absolviert oder einen gleichwertigen Leistungsnachweis erbracht haben. Ohne diese Grundlagenkenntnisse ist die eigenständige Projektarbeit im Kurs nicht möglich, da die grundlegenden Softwarefunktionen nicht erneut eingeführt werden. Gute Deutschkenntnisse auf Sprachniveau B2 sowie grundlegende Englischkenntnisse werden vorausgesetzt, da Teile der Software und Fachbegriffe englischsprachig sind. Erfahrungen im Umgang mit Computern und eine Affinität zu Kreativberufen oder eine entsprechende Ausbildung sollten vorhanden sein. Eine eigene Lizenz der CLO-3D-Software sowie ein leistungsfähiger Rechner mit ausreichend RAM und GPU-Kapazität werden für die reibungslose Durchführung benötigt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning durchgeführt, das heißt er kombiniert betreute Online-Phasen mit Selbstlernphasen. Die Unterrichtsform ist stark praxisorientiert: Im Mittelpunkt stehen vier konkrete Projektarbeiten, an denen die Teilnehmenden eigenständig arbeiten und regelmäßig Feedback von Trainer und Gruppe erhalten. Präsentationen, Peer-Reviews und schriftliche Projektdokumentationen ergänzen die praktische Arbeit und fördern sowohl fachliche als auch kommunikative Kompetenzen. Lernvideos, schriftliche Anleitungen und Live-Sessions unterstützen den Lernprozess je nach Anbieter unterschiedlich. Vollzeitunterricht ermöglicht eine konzentrierte Beschäftigung mit den Inhalten innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens.
Der Kurs dauert mehr als einen Monat und bis zu drei Monate und wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter. Der Kursumfang ist auf die vier Praxisprojekte ausgerichtet, sodass ausreichend Zeit für eigenständige Arbeit, Feedback-Schleifen und die Fertigstellung portfolioreifer Ergebnisse bleibt. Combined Learning bedeutet, dass ein Teil der Lernzeit selbstorganisiert außerhalb von Präsenz- oder Live-Phasen stattfindet.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers (z. B. IFP, SBW GmbH, Institut für Bildung und Beruf, Ihr JobCoach, JOBINKUBATOR, Z&P). Dieses Dokument bestätigt die erworbenen Kenntnisse in der 3D-Bekleidungssimulation mit CLO und die Durchführung der vier Portfolioprojekte. Es handelt sich nicht um ein staatliches Abschlusszeugnis oder eine Kammerprüfung, sondern um eine anerkannte Weiterbildungsbescheinigung, die in Kombination mit dem Portfolio als Nachweis gegenüber Arbeitgebern eingesetzt werden kann.
Nutzen & Perspektiven
Die digitale Transformation der Modeindustrie macht 3D-Simulation zu einem zentralen Werkzeug in Produktentwicklung, Marketing und Nachhaltigkeit. Wer CLO 3D beherrscht, kann Entwürfe ohne physische Samples testen, Prototypenkosten senken und Entwicklungszyklen erheblich verkürzen. Dieser Kurs versetzt Sie in die Lage, genau diese Effizienzgewinne zu realisieren und sich damit in einem wachsenden Berufsfeld zu positionieren. Mit den vier abgeschlossenen Portfolioarbeiten verlassen Sie den Kurs nicht nur mit Wissen, sondern mit vorzeigbaren Ergebnissen. Portfolios sind in kreativen Berufen oft wichtiger als Zertifikate allein — ein überzeugender CLO-3D-Auftritt kann den Unterschied bei einer Bewerbung ausmachen. Da die Projekte gezielt unterschiedliche Bekleidungskategorien abdecken, zeigen Sie potenziellen Arbeitgebern Ihre Breite und technische Tiefe. Der Kurs ist bei AZAV-akkreditierten Bildungsträgern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen je nach persönlicher Situation weitere Förderwege in Betracht: das Qualifizierungschancengesetz für Beschäftigte, Leistungen zur beruflichen Rehabilitation, Maßnahmen der Deutschen Rentenversicherung Bund sowie die Berufsförderung der Bundeswehr. Eine individuelle Fördermittelberatung beim zuständigen Träger klärt, welche Option für Sie zutrifft.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Vorkenntnisse brauche ich für diesen Kurs?
Sie sollten die CLO-Basiskurse I und II abgeschlossen oder einen gleichwertigen Leistungstest bestanden haben. Ohne dieses Grundwissen wäre die eigenständige Projektarbeit nicht möglich, da die Software-Grundlagen nicht erneut eingeführt werden. Computererfahrung und Deutschkenntnisse auf B2-Niveau werden ebenfalls vorausgesetzt.
Was sind die vier Praxisprojekte im Kurs?
Die Projekte decken vier Bekleidungskategorien ab: Stepp- und Daunenwaren, Strick- und Häkelwaren, Spitze und Unterwäsche sowie Korsetts. Jedes Projekt endet mit einer abgeschlossenen Referenzarbeit, die direkt in ein Bewerbungsportfolio übernommen werden kann.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Sie erhalten ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Dokument bestätigt Ihre erworbenen Kompetenzen in der CLO-3D-Simulation und dient zusammen mit Ihrem Portfolio als Nachweis für Arbeitgeber.
Kann der Kurs gefördert werden?
Ja. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Deutsche Rentenversicherung Bund, Rehabilitationsmaßnahmen oder die Berufsförderung der Bundeswehr in Frage.
In welchem Format findet der Kurs statt?
Der Kurs wird als Combined Learning in Vollzeit durchgeführt und dauert zwischen einem und drei Monaten. Das bedeutet, betreute Online-Phasen oder Präsenzeinheiten wechseln sich mit selbstorganisierten Lernphasen ab, in denen Sie an Ihren Projekten arbeiten.
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