Überblick
Digitale Transformation und agiles Arbeiten sind in IT-nahen Organisationen keine Zukunftsthemen mehr — sie sind operative Realität. Wer in digitalisierten Unternehmen Projekte führen oder koordinieren will, braucht zwei Dinge gleichzeitig: ein Verständnis dafür, wie Digitalisierung Geschäftsmodelle und Prozesse verändert, und die methodische Kompetenz, Projekte in diesem schnelllebigen Umfeld agil zu steuern. Dieser Kurs verbindet beide Perspektiven. Er führt in die Grundlagen der digitalen Transformation ein — von neuen Geschäftsmodellen über digitale Technologien bis zu den organisatorischen Konsequenzen der Digitalisierung — und vermittelt parallel das Scrum-Framework als meistgenutzten agilen Ansatz in IT-Projekten. Die Vorbereitung auf die Professional Scrum Master I-Zertifizierung (PSM I) ist integrierter Bestandteil des Kurses.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul legt die inhaltliche Grundlage für den digitalen Kontext, in dem agiles Projektmanagement heute stattfindet. Scrum ist nicht für analoge Büroprojekte entwickelt worden — sondern als Antwort auf die Anforderungen der Softwareentwicklung und später auf alle Bereiche, in denen Produkte iterativ in einem unsicheren Umfeld entwickelt werden. Wer Scrum wirklich versteht, versteht auch, warum es entstanden ist.
- Digitale Transformation: Begriffe, Treiber und Auswirkungen auf Branchen und Unternehmen
- Digitale Geschäftsmodelle: Plattformen, Subscription-Modelle, datengetriebene Services
- Technologien der Digitalisierung: Cloud-Computing-Grundprinzipien, KI-Anwendungsfälle, IoT
- Organisatorische Konsequenzen: agile Strukturen, crossfunktionale Teams, dezentrale Entscheidungen
- Warum klassisches Projektmanagement in dynamischen IT-Projekten an Grenzen stößt
- Das Agile Manifest und seine zwölf Prinzipien als Orientierungsrahmen
Das zweite Modul vermittelt das Scrum-Framework vollständig und systematisch. Scrum ist ein Rahmenwerk, kein starres Regelwerk — es lässt bewusst Spielraum für kontextspezifische Anpassungen. Genau deshalb ist es wichtig, die drei Grundpfeiler — Transparenz, Überprüfung, Anpassung — und die konkreten Elemente des Frameworks nicht isoliert, sondern im Zusammenspiel zu verstehen.
- Die drei Scrum-Werte und ihre Bedeutung für Teamkultur und Entscheidungen
- Scrum-Rollen: Scrum Master, Product Owner, Entwicklungsteam — Aufgaben, Grenzen und Zusammenarbeit
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und die Bedeutung von Definition of Done
- Scrum-Events: Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review und Sprint Retrospektive
- Product Backlog Refinement: wann und wie Backlogs gepflegt werden
- Velocity und Sprint-Kapazität: Planung auf Datenbasis statt auf Schätzgefühl
- Skalierung: ein kurzer Überblick über Nexus und LeSS für größere Teams
Das dritte Modul fokussiert die Anwendung im digitalen IT-Kontext und die Vorbereitung auf die PSM-I-Prüfung. Die PSM-I-Prüfung von Scrum.org prüft das Verständnis des Scrum-Frameworks auf Basis des Scrum Guide — ohne Spielraum für interpretative Antworten. Wer die Prüfung bestehen will, muss den Scrum Guide nicht nur kennen, sondern anwenden können.
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien und häufige Fehler
- Backlog-Priorisierung nach Geschäftswert, Risiko und Aufwand
- Sprint-Planung in der Praxis: was passt in einen Sprint, was nicht
- Agile Schätzmethoden: Planning Poker, T-Shirt Sizing, Story Points
- Umgang mit Stakeholdern in Scrum-Projekten: wer darf was und wann
- Impediment-Management: wie Scrum Master Hindernisse strukturiert bearbeiten
Praxisblock: Digitale Projekte agil steuern. In diesem Teil des Kurses werden die Inhalte beider Stränge — Digitalisierung und Scrum — an einem durchgehenden Fallszenario aus dem IT-Bereich verknüpft.
- Fallszenario: Einführung einer digitalen Serviceplattform in einem mittelständischen Unternehmen
- Product Backlog aufbauen: Anforderungen sammeln, strukturieren und als User Stories formulieren
- Erstes Sprint Planning simulieren: Team-Kapazität schätzen, Sprint Goal formulieren, Stories auswählen
- Daily Scrum üben: kurze, präzise Statusrunden als Lernformat einsetzen
- Sprint Review vorbereiten: Was wurde fertiggestellt, was hat den Mehrwert gebracht?
- Sprint Retrospektive durchführen: mit konkreten Verbesserungsmaßnahmen abschließen
- Impediments identifizieren und Lösungswege im Team erarbeiten
- Metriken einsetzen: Burndown-Chart, Velocity-Tracking, Cumulative Flow
- Scrum in hybriden Teams: verteilte Teilnehmer, Remote-Sprint-Planning, digitale Boards
- PSM-I-Übungsfragen durcharbeiten und typische Fehlerquellen analysieren
- Vollständige Übungsprüfung mit Auswertung und gezielter Nachbereitung
Am Ende des Kurses haben Teilnehmende ein vollständiges Scrum-Sprint-Szenario von der Planung bis zur Retrospektive durchlaufen — und sind damit auf die PSM-I-Prüfung sowie auf reale IT-Projekte vorbereitet.
Lernziele:
- Digitale Transformation und ihre Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Prozesse und Organisationsstrukturen einordnen
- Technologische Grundlagen der Digitalisierung kennen: Cloud Computing, KI-Grundprinzipien, Plattformökonomie
- Den Unterschied zwischen klassischem und agilem Projektmanagement erklären und im IT-Kontext anwenden
- Das Scrum-Framework vollständig verstehen: Rollen, Artefakte und Events
- Als Scrum Master die Rolle des agilen Prozessbegleiters übernehmen
- Als Product Owner Backlogs strukturieren und Anforderungen aus Nutzersicht formulieren
- Sprint-Zyklen planen, koordinieren und auswerten
- User Stories schreiben, priorisieren und in Sprints einplanen
- Hindernisse im Entwicklungsteam erkennen und strukturiert beseitigen
- Agile Schätzmethoden (Planning Poker, Story Points) in der Praxis anwenden
- Metriken für Fortschritt und Teamleistung in Scrum-Projekten einsetzen
- Die PSM-I-Prüfungsinhalte kennen und die Prüfung gezielt vorbereiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in digital geprägten Unternehmensumfeldern tätig sind oder werden wollen — und deren Projektarbeit von klassischen Planungsansätzen auf agile Methoden umgestellt wird.
- Projektmitarbeitende in IT- oder digitalaffinen Unternehmen, die Scrum als Framework kennenlernen wollen
- Personen mit Interesse an der Scrum-Master- oder Product-Owner-Rolle
- Quereinsteiger aus technischen oder kaufmännischen Berufen, die in digitale Projektrollen wechseln wollen
- Teilnehmende aus IT-Technik, Wirtschafts- oder Naturwissenschaften mit Grundinteresse an digitalem Projektmanagement
- Führungskräfte in digitalisierten Unternehmen, die agile Konzepte für ihre Praxis einordnen möchten
Spezifische Vorkenntnisse im Projektmanagement sind für diesen Kurs nicht erforderlich. Grundlegendes Verständnis für betriebliche Abläufe und Bereitschaft zur Teamarbeit erleichtern den Einstieg. Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind hilfreich, da der offizielle Scrum Guide auf Englisch erschienen ist und die PSM-I-Prüfung wahlweise auf Englisch abgelegt wird.
Ablauf & Abschluss
Scrum lernt man nicht durch Zuhören, sondern durch Anwenden. Der Kurs arbeitet deshalb mit simulierten Sprints, Rollenspielen und Fallszenarien, die die typischen Situationen eines Scrum-Teams nachbilden. Live-Einheiten mit Trainer-Begleitung wechseln sich mit selbstorganisierten Übungsphasen ab — eine Arbeitsform, die den Prinzipien agiler Zusammenarbeit selbst entspricht. Der Kurs ist in Vollzeit und in Teilzeit verfügbar.
Die Weiterbildung dauert je nach Format mehrere Wochen. Das Vollzeitformat erlaubt ein intensives, aufeinander aufbauendes Lernen; das Teilzeitformat ermöglicht die Verbindung mit laufender Berufstätigkeit. Die Prüfungsvorbereitung für PSM I ist in beiden Varianten integriert.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat über die absolvierte Weiterbildung in Digitalisierung und agilem Projektmanagement. Wer die externe PSM-I-Prüfung bei Scrum.org ablegt und besteht, erhält zusätzlich das anerkannte Professional Scrum Master I-Zertifikat, das weltweit gültig ist und keine Rezertifizierung erfordert.
Nutzen & Perspektiven
Unternehmen, die digitale Produkte und Services entwickeln, arbeiten heute fast ausnahmslos mit agilen Methoden — und Scrum ist in der Praxis das meistgenutzte Framework. Wer Scrum versteht und die PSM-I-Zertifizierung vorweisen kann, öffnet sich damit Positionen als Scrum Master, agiler Projektkoordinator oder Product Owner in IT-nahen Unternehmen. Der besondere Vorteil dieses Kurses liegt in der Verknüpfung beider Themenstränge: Digitalisierung als Kontext und Scrum als Methode. Wer nur Scrum lernt, ohne den digitalen Kontext zu kennen, wird in der Praxis schnell an Verständnisgrenzen stoßen — und umgekehrt. Dieser Kurs baut beides gemeinsam auf. Die PSM-I-Zertifizierung selbst ist niedrigschwellig in der Zugänglichkeit, aber anspruchsvoll in der Prüfung: Anders als manche anderen Zertifikate prüft Scrum.org keine Kursanwesenheit, sondern ausschließlich das tatsächliche Verständnis des Scrum Guide. Das macht die Zertifizierung glaubwürdig — und den Kurs zur richtigen Vorbereitung darauf.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist PSM I und warum ist es relevant?
PSM I steht für Professional Scrum Master I und ist eine Zertifizierung von Scrum.org, die das Verständnis des Scrum-Frameworks nachweist. Sie ist weltweit anerkannt, zeitlich unbefristet gültig und gilt als verlässlicher Nachweis agiler Kompetenz in IT-Projekten.
Muss ich Programmierkenntnisse mitbringen?
Nein. Der Kurs vermittelt methodische und konzeptionelle Kompetenzen — nicht technische Programmierung. Verständnis für digitale Produkte und IT-Projekte ist hilfreich, aber keine Voraussetzung.
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen Scrum-Kurs?
Der Kurs verbindet das Scrum-Framework mit dem inhaltlichen Kontext der Digitalisierung. Neben der Methodik lernen Teilnehmende, wie sich digitale Transformation auf Geschäftsmodelle und Projektstrukturen auswirkt — und warum agiles Vorgehen in IT-Projekten notwendig ist.
Ist die PSM-I-Prüfung im Kurs enthalten?
Der Kurs schließt mit einer Vorbereitung auf die PSM-I-Prüfung ab. Die Prüfung selbst findet extern bei Scrum.org statt und ist als separater Schritt zu verstehen; der Kurs legt die Grundlage dafür.
Kann ich den Kurs in Teilzeit absolvieren?
Ja. Der Kurs ist sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit verfügbar, sodass er sich mit laufender Berufstätigkeit verbinden lässt.
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