Überblick
Projekte scheitern häufig nicht an fehlender Technik, sondern an mangelhafter Planung, unklaren Strukturen und fehlender Anpassungsfähigkeit. Diese Weiterbildung verbindet das Handwerkszeug des klassischen Projektmanagements mit einem tiefgehenden Verständnis der Digitalisierung — denn wer heute Projekte leitet, tut das in einem Umfeld, das von Vernetzung, Daten und agilen Methoden durchdrungen ist. Der Kurs führt zur externen DEKRA-Zertifizierung im Projektmanagement und zur Scrum-Zertifizierung und schließt damit zwei Kompetenzfelder ab, die in modernen Unternehmen gleichermaßen gefragt sind. Zulassungsvoraussetzung ist ein Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, eine abgeschlossene Berufsausbildung oder vergleichbare Qualifikation, ergänzt durch gute Englischkenntnisse.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Klassisches Projektmanagement — Grundlagen und Methoden Der erste Schwerpunkt legt das Fundament für professionelle Projektarbeit nach anerkannten Standards. Zentrales Ziel ist die Vorbereitung auf die externe DEKRA-Zertifizierung im Projektmanagement.
- Projektdefinition und -abgrenzung: Was ist ein Projekt, was nicht?
- Projektlebenszyklus und Phasenmodell (Initiierung, Planung, Durchführung, Monitoring, Abschluss)
- Projektstrukturplan (PSP) und Arbeitspakete
- Ressourcen-, Zeit- und Kostenplanung: Netzplantechnik, Gantt-Diagramm
- Risikomanagement und Stakeholder-Analyse
- Projektcontrolling: Meilensteine, Statusberichte, Earned-Value-Analyse
- Projektdokumentation und Lessons-Learned-Prozesse
- Führung in Projekten: Teamdynamik, Kommunikation, Konfliktmanagement
Modul 2: Scrum — Agiles Projektmanagement in der Praxis Scrum ist heute in Digitalisierungsprojekten, IT und Produktentwicklung zum Standard geworden. Dieser Modul-Block vermittelt das Scrum-Framework vollständig und bereitet auf die Scrum-Zertifizierung vor.
- Agiles Manifest und Grundprinzipien agiler Arbeit
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Scrum-Ereignisse: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Inkrement
- User Stories und Akzeptanzkriterien schreiben
- Velocity, Burn-down-Charts und agiles Controlling
- Praktische Übungen: Planungspokern, Backlog Refinement, Retrospektiven gestalten
- Hybrides Projektmanagement: Scrum und klassische Methoden situationsgerecht kombinieren
Modul 3: Digitalisierung als Kontext für Projektarbeit Digitalisierungsprojekte erfordern ein Grundverständnis der technologischen und organisatorischen Veränderungen, die sie auslösen. Dieses Modul bettet klassisches und agiles PM in den Digitalisierungskontext ein.
- Understanding Digital Business: Plattformen, Datenökonomie, neue Wertschöpfungsketten
- Arbeit 4.0: virtuelle Teams, Remote-Projektkollaboration, digitale Kommunikationsinfrastruktur
- Big Data und New Business Thinking: wie datengetriebene Entscheidungen Projekte verändern
- Perspektiven der Globalisierung und Digitalisierung von Arbeit
- Selbstmanagement und Kollaboration 4.0: Tools für moderne Projektteams
- IT-Datenschutz und Sicherheitsaspekte in digitalisierten Projekten
Modul 4: Digitale Tools für Projektmanagement und Kollaboration Moderne Projekte werden mit digitalem Werkzeug gesteuert. Dieses Modul gibt einen praxisorientierten Überblick über gängige Projektmanagement-Software und Kollaborationsplattformen.
- Projektmanagement-Software im Vergleich (Trello, Jira, MS Project, Asana u. a.)
- Dokumentenmanagement und Wissensdatenbanken im Projektkontext
- Kommunikationsplattformen für verteilte Teams
- Visualisierungswerkzeuge für Projektstatus und Roadmaps
- Digitale Retrospektiven und Meeting-Formate
- Einführung in Metriken und Dashboards für digitales Projektcontrolling
Praxisblock — Projekte planen, steuern und digitalisieren Im Praxisteil simulieren die Teilnehmenden die vollständige Durchführung eines Projekts — von der Initiierung bis zum Abschluss — in gemischten Teams unter Einsatz klassischer und agiler Methoden.
- Aufnahme eines Projektauftrags und Stakeholder-Analyse
- Erstellung eines vollständigen Projektstrukturplans
- Durchführung mehrerer Scrum-Sprints mit vollständigem Scrum-Zyklus
- Umgang mit veränderten Anforderungen im laufenden Projekt
- Risiko-Register aufbauen und Risiken bewerten
- Einsatz von Projektmanagement-Software für Aufgabenverwaltung und Reporting
- Mündliche Projektstatus-Präsentation vor dem Plenum
- Analyse eines Digitalisierungsprojekts anhand eines Fallbeispiels
- Skill-Gap-Analyse: eigene PM-Kompetenzen im Licht digitaler Anforderungsprofile
- Vorbereitung auf die DEKRA-Zertifizierungsprüfung: Inhalte und Prüfungsformat kennenlernen
- Scrum-Simulation mit vollständigem Sprint-Zyklus
- Abschlusspräsentation und kollegiales Peer-Feedback
In der abschließenden Reflexionsphase ordnen die Teilnehmenden die eigenen Lernfortschritte ein und entwickeln einen konkreten Entwicklungsplan für die eigene PM-Karriere.
Lernziele:
- Klassische Projektmanagement-Methoden (Initiierung, Planung, Durchführung, Kontrolle, Abschluss) beherrschen
- Scrum-Framework — Rollen, Ereignisse, Artefakte — verstehen und anwenden können
- Digitalisierungskonzepte (Industrie 4.0, Arbeit 4.0, Big Data) auf Projektarbeit übertragen
- Projekte in digitalisierten und vernetzten Unternehmensumgebungen strukturieren
- Risikomanagement und Stakeholder-Kommunikation professionell gestalten
- Projektcontrolling mit digitalem Reporting-Instrumentarium unterstützen
- Agile und klassische Methoden situationsgerecht kombinieren (hybrides PM)
- Kollaborations- und Projektmanagement-Tools einsetzen
- Skill-Gap-Analysen für digitale Anforderungsprofile durchführen
- IT-Datenschutz und Sicherheitsaspekte in Projekten berücksichtigen
- Internationalen Kontext und globale Digitalisierungsthemen einordnen können
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Fachkräfte und Absolventen, die eine fundierte Karriere im Projektmanagement anstreben und dabei von Beginn an sowohl klassische als auch agile Methoden beherrschen wollen.
- Hochschul- und Fachhochschulabsolventen mit Interesse an PM-Karrieren
- Berufserfahrene Fachkräfte, die in Projektleitungsrollen aufsteigen möchten
- Quereinsteiger ins Projektmanagement mit abgeschlossener Berufsausbildung
- Personen in Digitalisierungsprojekten, die ihre methodische Kompetenz ausbauen wollen
- Berufsrückkehrer und Studienaussteiger mit Affinität zu Organisationsthemen
Zugelassen werden Personen mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss, abgeschlossener Berufsausbildung oder vergleichbarem Studienausstieg. Gute Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind erforderlich, da ein Teil der PM-Fachliteratur und Zertifizierungsmaterialien auf Englisch vorliegt. Grundlegende Computerkenntnisse werden vorausgesetzt; spezifische Software- oder Programmierkenntnisse sind nicht notwendig.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert strukturierte Theorieinputs mit intensiven Praxisübungen. Planspiele und Projektsimulationen ermöglichen das direkte Erproben von PM-Methoden unter realistischen Bedingungen. Gruppenarbeiten in gemischten Teams fördern das Erleben von Teamdynamiken, die auch im Berufsalltag typisch sind. Digitale Projekttools werden aktiv im Kursalltag eingesetzt, sodass ihre Handhabung unmittelbar erfahrbar wird.
Der Kurs erstreckt sich je nach Anbieter über mehrere Wochen bis Monate und ist sowohl als Vollzeit- als auch als Teilzeitvariante verfügbar. Konkrete Informationen zu Unterrichtszeiten und Gesamtstundenzahl finden Sie in den Angeboten auf Kursweg. Da der Kurs auf externe Zertifizierungen (DEKRA, Scrum) vorbereitet, ist ein angemessener zeitlicher Umfang für die Lerntiefe notwendig.
Der Kurs schließt mit zwei Zertifizierungen ab: der externen DEKRA-Zertifizierung im Projektmanagement sowie der Scrum-Zertifizierung, die nach einer externen Prüfung erworben wird. Zusätzlich erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat (WBS TRAINING). Die DEKRA- und Scrum-Zertifikate sind extern anerkannte Nachweise mit Gewicht auf dem Arbeitsmarkt.
Nutzen & Perspektiven
Projektmanager mit kombinierten Kenntnissen in klassischem und agilem PM sind auf dem Arbeitsmarkt deutlich gefragter als Spezialisten, die nur eine Methode beherrschen. Unternehmen führen selten rein klassische oder rein agile Projekte durch — die Realität ist hybrid. Wer beide Welten kennt und situationsgerecht kombinieren kann, ist in jeder Projektumgebung einsetzbar. Die externe DEKRA-Zertifizierung verschafft darüber hinaus einen konkreten, nachprüfbaren Qualitätsnachweis, der unabhängig vom Bildungsträger anerkannt wird. In Stellenausschreibungen werden PM-Zertifikate häufig als formales Kriterium genannt — diese Weiterbildung erfüllt diese Anforderung. Schließlich bietet die systematische Einbettung der Digitalisierungsthemen einen direkten Nutzen: Wer versteht, wie Big Data, Arbeit 4.0 und globale Vernetzung Projekte beeinflussen, kann diese Faktoren in der eigenen Planung antizipieren und ist vorbereitet, wenn das nächste Digitalisierungsprojekt im Unternehmen beginnt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Zertifizierungen erhalte ich nach dem Kurs?
Nach dem Kurs erhalten Sie die externe DEKRA-Zertifizierung im Projektmanagement sowie die Scrum-Zertifizierung nach externer Prüfung. Außerdem wird ein trägerinternes Zertifikat ausgestellt.
Muss ich Englischkenntnisse mitbringen?
Ja, gute Englischkenntnisse auf B2-Niveau sind Voraussetzung, da PM-Fachliteratur und Teile der Zertifizierungsmaterialien auf Englisch vorliegen. Der Kurs selbst findet auf Deutsch statt.
Was ist der Unterschied zwischen Scrum und klassischem Projektmanagement?
Klassisches PM folgt sequenziellen Phasen mit vorab definiertem Scope. Scrum ist ein agiles Framework, das in iterativen Sprints arbeitet und auf Veränderungen flexibel reagiert. Dieser Kurs lehrt beide Ansätze und ihre kombinierte Anwendung.
Kann ich den Kurs auch berufsbegleitend absolvieren?
Je nach Anbieter ist der Kurs sowohl als Vollzeit- als auch als Teilzeitvariante buchbar. Auf Kursweg können Sie die verschiedenen Angebotsformate direkt vergleichen.
Warum ist Digitalisierungswissen im Projektmanagement wichtig?
Die meisten aktuellen Projekte laufen in digitalisierten Unternehmensumfeldern ab — mit verteilten Teams, Cloud-Tools und datengetriebenen Entscheidungen. Wer PM-Methoden mit Digitalisierungsverständnis verbindet, ist deutlich besser auf die Praxis vorbereitet.
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