Überblick
UX Design ist eines der zugänglichsten Felder für den Einstieg in die IT-Branche — vorausgesetzt, man beherrscht die relevanten Methoden und Werkzeuge. Dieser Kurs bietet einen strukturierten Einstieg für Personen, die keine IT-Vorausbildung haben, aber in der Lage sind, nutzerzentriertes Denken und kreative Problemlösung in Produktdesign-Prozesse zu überführen. Die Weiterbildung deckt den gesamten UX-Design-Prozess ab: von der Nutzerforschung über Konzeption und Prototyping bis hin zu Usability-Tests und barrierefreiem Design.
Kursinhalte & Lernziele
Design Thinking und nutzerzentriertes Denken Am Beginn des UX-Design-Prozesses steht das Verstehen von Nutzern und Problemen — nicht das Entwerfen von Lösungen. Dieser Block legt das Fundament in Design-Thinking-Methoden und nutzerzentrierter Haltung.
- Design Thinking: die fünf Phasen und ihre Anwendung in echten Projekten
- Empathie-Methoden: Nutzerinterviews, kontextuelle Beobachtung und Desk Research
- Problemformulierung: How-Might-We-Fragen und Problemdefinition
- Ideation-Techniken: Brainstorming, Crazy 8s und strukturiertes Skizzieren
- Prototyping als Denk- und Kommunikationswerkzeug (nicht nur als Endprodukt)
User Research und Personas Gutes UX Design basiert auf echten Nutzerdaten, nicht auf Annahmen. Dieser Block vermittelt das methodische Handwerkszeug für qualitative und quantitative Nutzerforschung.
- Qualitative Methoden: Leitfaden-Interviews und Think-Aloud-Beobachtung
- Quantitative Methoden: Umfragen, Analytics und A/B-Test-Grundlagen
- Affinity Mapping: Rohdaten aus Research zu Erkenntnissen verdichten
- Personas erstellen: von Rohdaten zur nutzbaren Design-Persona
- Customer Journey Mapping: den gesamten Nutzerpfad sichtbar machen
Informationsarchitektur, Wireframing und Prototyping Sobald das Nutzerproblem klar ist, beginnt die Konzeptionsarbeit. Dieser Block führt von der Struktur (Informationsarchitektur) über grobe Skizzen (Wireframes) zu klickbaren Prototypen.
- Informationsarchitektur: Sitemap, Navigation und Content-Hierarchie aufbauen
- Low-Fidelity-Wireframes: Papier-Skizzen und digitale Grundrisse
- Figma-Einstieg: Frames, Ebenen, Komponenten und Vektorgrafik-Grundlagen
- High-Fidelity-Prototypen in Figma: Interaktionen und Transition-Animationen
- Design-Systeme und Komponenten-Bibliotheken nutzen und aufbauen
Usability Testing, Barrierefreiheit und agiles UX Das fertige Design wird am Nutzer getestet, überarbeitet und in agile Entwicklungsprozesse eingebettet. Dieser Block schließt den UX-Zyklus und führt in die Zusammenarbeit mit Entwicklern ein.
- Usability-Test-Plan erstellen: Ziel, Szenarien, Teilnehmerrekrutierung
- Moderation und Protokollierung von Nutzertests
- Erkenntnisse aus Tests in Design-Änderungen überführen (Iteration)
- WCAG-Grundlagen: Kontrast, Fokus, Screenreader-Kompatibilität
- Übergabe an Entwickler: Handoff-Dokumentation und Annotation in Figma
Alle vier UX-Blöcke sind auf direkte Anwendung ausgelegt. Typische Übungen umfassen echte Nutzerinterviews, Affinity Mapping, Figma-Prototypen, moderierte Usability-Tests und eine vollständige Portfolio-Fallstudie.
- Nutzerinterviews zu einem realen Alltagsproblem planen und durchführen
- Affinity Map auf Basis von Interview-Daten erstellen
- Persona und Customer Journey Map für einen fiktiven Service entwerfen
- Sitemap und Navigationsstruktur für eine Mobile App konzipieren
- Papier-Wireframes für ein mehrseitiges UI-Konzept skizzieren
- Low-Fidelity-Wireframes in Figma umsetzen und als Team-Feedback einholen
- High-Fidelity-Prototyp in Figma mit mindestens drei Interaktionsflows bauen
- Design-Komponente (Button-Set) in Figma als wiederverwendbare Library anlegen
- Usability-Test mit drei Testpersonen durchführen und protokollieren
- Barrierefreiheits-Check: konkretes Design gegen WCAG 2.1 Level AA prüfen
- Design-Handoff: vollständige Übergabe-Dokumentation in Figma erstellen
- Portfolio-Fallstudie schreiben: Projektprozess, Entscheidungen und Ergebnis dokumentieren
Lernziele:
- Design Thinking als Problemlösungsrahmen für UX-Aufgaben einsetzen
- User Research planen und durchführen: Interviews, Umfragen, Beobachtung
- Erkenntnisse aus Nutzerforschung in Personas und Journey Maps überführen
- Informationsarchitektur und Navigationskonzepte für digitale Produkte entwickeln
- Wireframes für Web- und Mobile-Anwendungen erstellen
- Interaktive Prototypen mit Figma aufbauen und testen
- Usability-Tests konzipieren, durchführen und auswerten
- Grundprinzipien visuellen Designs und Typografie in UX-Kontexten anwenden
- Barrierefreiheitsanforderungen (WCAG) verstehen und in Designs umsetzen
- Im agilen Produktentwicklungsprozess mit Entwicklern und Produktmanagern zusammenarbeiten
- Ein Portfolio mit UX-Projekten aufbauen, das in Bewerbungsmappe einsetzbar ist
- Grundbegriffe der Accessibility und der inklusiven Designpraxis beherrschen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen aus nicht-technischen Berufen, die gezielt in die IT-Branche einsteigen und dabei eine gestalterisch-analytische Rolle einnehmen möchten.
- Berufswechsler aus Kommunikation, Marketing oder Design mit Interesse an digitalen Produkten
- Fachkräfte mit kaufmännischem Hintergrund, die in nutzerzentrierte Produktrollen wechseln wollen
- Personen mit sozialer oder pädagogischer Berufsbiografie, die ihre Empathiefähigkeit produktiv einsetzen
- Quereinsteiger mit IT-Affinität ohne formale Ausbildung im Design-Bereich
- Berufsrückkehrerinnen und -rückkehrer, die einen zeitgemäßen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt suchen
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Ausbildung oder Berufserfahrung sowie Deutschkenntnisse in Wort und Schrift. Soziale Kompetenz und Interesse an Kommunikation erleichtern den Einstieg in User Research und Nutzerinterviews. Grundlegende IT-Kompetenz — sicherer Umgang mit Browser, Dateiverwaltung und gängiger Software — ist erforderlich; spezifische Designerfahrung oder Programmierkenntnisse sind dagegen nicht notwendig. Figma wird im Kurs von Grund auf eingeführt.
Ablauf & Abschluss
UX Design lernt man durch Ausprobieren und iteratives Überarbeiten — das spiegelt sich im Kursformat wider. Online-Liveeinheiten wechseln sich mit eigenständigen Design-Aufgaben ab. Feedback-Runden und Peer-Reviews sind fester Bestandteil, weil kritisches Feedback ein zentrales Element jeder UX-Praxis ist. Figma wird direkt in Aufgaben eingesetzt, nicht nur demonstriert. Das Format ist als Blended Learning konzipiert; die Lernintensität richtet sich nach einem abgestimmten Lehrplan, der den gesamten UX-Design-Prozess von der Forschung bis zum Handoff abdeckt.
Der Kurs ist als mehrwöchige bis mehrmonatige Weiterbildung angelegt, je nach gewähltem Format (Vollzeit oder Teilzeit). Der inhaltliche Umfang — von Nutzerforschung über Prototyping bis zu Usability Testing und Portfolio-Aufbau — macht einen substanziellen Zeitrahmen notwendig. Die verfügbaren 46 Kursangebote des Anbieters ermöglichen eine flexible Wahl des Starttermins.
Teilnehmende erhalten ein trägerinternes Zertifikat mit dem Titel „Einstieg in die IT-Branche als UX Designer". Dieses bescheinigt die vermittelten Kompetenzen und kann gegenüber Arbeitgebern in der IT-Branche vorgelegt werden. Es ist eine qualifizierte Weiterbildungsbescheinigung, kein staatlich anerkannter Designabschluss. Das im Kurs aufgebaute Portfolio-Projekt ist oft entscheidender als das Zertifikat selbst.
Nutzen & Perspektiven
UX Designer werden in IT-Unternehmen, Agenturen und digitalen Produktteams dauerhaft gesucht — weil schlechte Nutzererfahrung direkt zu Abwanderung, Konversionsverlusten und Supportkosten führt. Wer UX Design methodisch beherrscht, bringt etwas mit, das technische Entwickler oft nicht haben: die Fähigkeit, Nutzerprobleme systematisch zu verstehen und in Lösungen zu überführen, die tatsächlich funktionieren. Besonders wertvoll für Quereinsteiger ist die Tatsache, dass UX Design Kompetenzen aus vielen Berufen integriert: Kommunikationstalent, analytisches Denken, Empathie, visuelle Klarheit. Wer aus Pflege, Pädagogik, Marketing oder kaufmännischen Berufen kommt, bringt häufig mehr relevante Vorerfahrung mit, als auf den ersten Blick sichtbar ist. Das Portfolio ist der entscheidende Türöffner in Bewerbungsverfahren für UX-Positionen. Dieser Kurs legt ihn explizit an — nicht als Anhang, sondern als integralen Bestandteil der Weiterbildung. Wer den Kurs abschließt, hat nicht nur ein Zertifikat, sondern dokumentierte, eigenständig durchgeführte UX-Projekte, die in Vorstellungsgesprächen zeigen, wie man arbeitet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich vor dem Kurs Figma oder andere Designprogramme kennen?
Nein — Figma wird im Kurs von Grund auf eingeführt. Vorkenntnisse in Designsoftware sind kein Muss; wichtiger sind Interesse an digitalen Produkten und die Bereitschaft, iterativ zu arbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen UX und UI Design?
UX Design (User Experience) befasst sich mit dem gesamten Nutzererlebnis — Forschung, Konzeption, Testing. UI Design (User Interface) konzentriert sich auf die visuelle Gestaltung von Oberflächen. Dieser Kurs deckt primär UX ab, mit grundlegenden UI-Elementen als Teil des Designprozesses.
Ist ein Portfolio wirklich notwendig für den Berufseinstieg?
Ja — UX-Positionen werden fast ausnahmslos anhand von Portfolio-Projekten vergeben, nicht allein aufgrund von Zertifikaten. Dieser Kurs baut das Portfolio bewusst als Bestandteil der Weiterbildung auf.
Welches Format hat der Kurs?
Blended Learning mit synchronen Online-Liveeinheiten und eigenständigen Design-Aufgaben. Feedback-Runden sind fester Bestandteil. Vollzeit- und Teilzeitvarianten stehen zur Verfügung.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Ein trägerinternes Zertifikat als Weiterbildungsnachweis. Im Bewerbungsprozess für UX-Positionen trägt das Portfolio-Projekt häufig mehr Gewicht als das Zertifikat selbst — der Kurs bereitet auf beides vor.
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