Überblick
Java gehört seit Jahrzehnten zu den meistgenutzten Programmiersprachen der Welt und ist der Standard in der Entwicklung von Unternehmensanwendungen, mobilen Apps (Android) und Backend-Systemen. Wer Programmieren lernen möchte und dabei auf eine solide, weit verbreitete Sprache setzen will, trifft mit Java Standard Edition (SE) eine ausgezeichnete Wahl. Dieser Einsteigerkurs führt Lernende ohne Programmiererfahrung systematisch in die Grundlagen der Softwareentwicklung ein — vom theoretischen Fundament (was ist ein Programm, wie denkt ein Computer?) über die Grundkonzepte der Sprache Java (Variablen, Datentypen, Operatoren, Kontrollstrukturen) bis hin zu ersten eigenen Programmen. Ergänzend werden theoretische Grundlagen der Softwareanalyse, des Software-Designs und der funktionalen Programmierung vermittelt, die als Vorbereitung auf weitere Programmiersprachen und Vertiefungskurse dienen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 vermittelt Grundlagen zu Programmen und Programmiersprachen. Der Kurs beginnt mit einer theoretischen Einführung, die das Verständnis dafür legt, was Software überhaupt ist und wie Computer Anweisungen verarbeiten. Dieser Einstieg stellt sicher, dass alle Teilnehmenden — unabhängig von ihrem technischen Vorwissen — auf dem gleichen Wissensstand beginnen und die Sprache Java in ihren größeren Kontext einordnen können.
- Was ist Software, was ist ein Programm?
- Maschinensprache, Assembler und höhere Programmiersprachen
- Compiler und Interpreter — wie wird Quellcode ausgeführt?
- Überblick über gängige Programmiersprachen (Java, Python, C#, JavaScript)
- Grundbegriffe der objektorientierten Programmierung
- Einführung in die Java Virtual Machine (JVM) und die Java-Plattform
Modul 2 behandelt die Visualisierung von Ablaufstrukturen und die Software-Analyse. Bevor Code geschrieben wird, muss ein Problem durchdacht und strukturiert werden. Die Teilnehmenden lernen, Abläufe grafisch darzustellen und algorithmisches Denken systematisch zu entwickeln. Dieser Abschnitt schärft das logische Denkvermögen und bildet die Brücke zwischen Problem und Lösung.
- Flussdiagramme lesen und zeichnen
- Pseudocode als sprachunabhängige Beschreibung von Algorithmen
- Software-Analyse — Anforderungen verstehen und strukturieren
- Software-Design — einfache Systemmodelle skizzieren
- Grundbegriffe der funktionalen Programmierung
- Konzept der Rekursion und einfache rekursive Strukturen
Modul 3 führt in die grundlegenden Sprachelemente ein und leitet zur Erstellung erster Java-Programme an. Der Kern des Kurses widmet sich der Sprache Java selbst. Von der einfachsten Struktur eines Java-Programms (Klasse, Methode main) über Datentypen und Operatoren bis hin zu ersten vollständigen Programmen werden alle wesentlichen Bausteine der Java-Syntax eingeführt und geübt.
- Aufbau eines Java-Programms — Klassen, Methoden, Statements
- Primitive Datentypen (int, long, double, float, boolean, char)
- Referenztypen und die Klasse String
- Variablen deklarieren, initialisieren und Werte zuweisen
- Arithmetische Operatoren (+, -, *, /, %)
- Vergleichs- und logische Operatoren
- Typkonvertierung (implizit und explizit/Casting)
Modul 4 behandelt Kontrollstrukturen, Datenstrukturen und Algorithmen. Dieser umfangreiche Praxisblock ist das Herzstück des Kurses und enthält alle Bausteine, mit denen echte Programme gesteuert und strukturiert werden.
- Bedingte Ausführung mit if, else if und else
- Mehrfachverzweigung mit switch-case
- Zählschleifen mit for
- Bedingungsgesteuerte Schleifen mit while und do-while
- Schachtelung von Kontrollstrukturen
- Arrays — eindimensionale und mehrdimensionale Arrays
- ArrayList als dynamische Datenstruktur
- Einfache Suchalgorithmen (lineare Suche)
- Einfache Sortieralgorithmen (Bubble Sort, Selection Sort)
- Methoden definieren und aufrufen — Parameter und Rückgabewerte
- Scope von Variablen und lokale vs. Instanzvariablen
- Grundlegende Fehlerbehandlung — häufige Laufzeitfehler erkennen
Die Praxiseinheiten bauen schrittweise aufeinander auf: Zunächst werden kleine Codeschnipsel analysiert und modifiziert, dann entstehen vollständige kleine Programme wie Taschenrechner, Zahlenratespiele oder einfache Datenverwaltungen. Die Lernumgebung wird von den Kursleiterinnen und Kursleitern vollständig vorbereitet, sodass die Teilnehmenden sofort mit dem Schreiben von Code beginnen können.
Lernziele:
- Den grundsätzlichen Aufbau und die Funktionsweise von Computerprogrammen erklären
- Unterschiede zwischen Programmierparadigmen und Programmiersprachen beschreiben
- Ablaufstrukturen mit Flussdiagrammen und Pseudocode visualisieren
- Grundlegende Sprachelemente in Java korrekt verwenden
- Datentypen (int, double, boolean, char, String) deklarieren und einsetzen
- Variablen deklarieren, initialisieren und in Ausdrücken verwenden
- Arithmetische, vergleichende und logische Operatoren anwenden
- Kontrollstrukturen (if/else, switch, for, while, do-while) korrekt einsetzen
- Einfache Algorithmen verstehen, nachvollziehen und selbst schreiben
- Arrays und grundlegende Datenstrukturen erstellen und befüllen
- Erste eigene Programme in Java schreiben, kompilieren und ausführen
- Fehler in Java-Programmen mit Hilfe einer IDE analysieren und beheben
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die erstmals in die Welt der Programmierung einsteigen oder ihr bisheriges Selbststudium durch einen strukturierten Kurs festigen wollen.
- Berufseinsteiger und Quereinsteigerinnen, die eine Karriere in der Softwareentwicklung oder IT anstreben
- IT-Fachkräfte, die ihre Kenntnisse auf Programmierung ausweiten möchten
- Personen, die bereits in der Softwareentwicklung tätig sind und Java gezielt erlernen wollen
- Lernende, die sich auf weiterführende Java-Kurse (Java EE, Spring) oder andere Programmiersprachen vorbereiten möchten
Für die Teilnahme werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie gute Englischkenntnisse vorausgesetzt, da technische Dokumentationen, Fehlermeldungen und Entwicklungsumgebungen in der Regel auf Englisch sind. Eine hohe IT-Affinität und erweiterte PC-Kenntnisse werden erwartet: Die Teilnehmenden sollten den sicheren Umgang mit Windows-Betriebssystemen, die Arbeit mit Dateien und Ordnerstrukturen sowie die Installation von Software gewohnt sein. Programmiervorkenntnisse sind nicht erforderlich, aber Interesse an logischem Denken und strukturierter Problemlösung ist eine wichtige Voraussetzung für den Lernerfolg.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Combined-Learning-Format statt und verbindet strukturierte Lehreinheiten mit eigenständigen Programmieraufgaben. Jedes neue Java-Konzept wird zunächst erklärt und demonstriert; danach lösen die Teilnehmenden eigene Aufgaben, erhalten Feedback und bauen auf dem Gelernten auf. Die Entwicklungsumgebung (IDE) wird vollständig eingerichtet bereitgestellt. Das schrittweise Aufbauen kleiner, vollständiger Programme stellt sicher, dass das Gelernte nicht nur theoretisch verstanden, sondern praktisch beherrscht wird.
Der Kurs dauert in der Regel mehr als einen Monat bis zu drei Monate und wird in Vollzeit absolviert. Diese vergleichsweise lange Dauer reflektiert den Anspruch des Kurses, nicht nur oberflächlich in Java einzuführen, sondern ein robustes Fundament zu legen, das als Basis für Vertiefungskurse (Java EE, JPA, Spring) dienen kann. Die genaue Stundenzahl ist anbieterabhängig; typischerweise umfassen derartige Kurse zwischen 80 und 160 Unterrichtsstunden.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Das Zertifikat dokumentiert die erworbenen Programmiergrundlagen in Java und kann Arbeitgebern gegenüber als Nachweis der Qualifikation vorgelegt werden. Eine staatlich anerkannte Prüfung ist nicht Bestandteil dieses Kurses; wer ein extern anerkanntes Java-Zertifikat anstrebt, kann diesen Kurs als Vorbereitung nutzen und anschließend eine Oracle-Java-Zertifizierungsprüfung ablegen.
Nutzen & Perspektiven
Programmierkenntnisse sind auf dem Arbeitsmarkt so gefragt wie nie zuvor — und Java gehört zu den Sprachen, die konstant und branchenübergreifend gesucht werden. Wer mit einem Java-SE-Grundkurs beginnt, legt das Fundament nicht nur für eine Karriere als Java-Entwickler, sondern auch für einen möglichen späteren Wechsel zu anderen Sprachen wie Kotlin, C# oder Python, deren Grundkonzepte viele Gemeinsamkeiten mit Java teilen. Für Berufsumsteigerinnen und Quereinsteiger, die in die IT wechseln möchten, ist dieser Kurs ein realistischer Startpunkt. Die Softwarebranche sucht Nachwuchs — auch Personen ohne klassischen Informatikabschluss haben gute Chancen, wenn sie solide Programmierkenntnisse vorweisen können und die Bereitschaft mitbringen, kontinuierlich zu lernen. Der Kurs bereitet gezielt auf weiterführende Qualifikationen vor, etwa in Java EE, JPA oder modernen Frameworks wie Spring Boot. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist dieser Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen zusätzlich das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung (BFD) der Bundeswehr, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben im Rahmen der Rehabilitation sowie Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung durch den Bildungsträger oder die Agentur für Arbeit hilft, die passende Förderform zu finden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmiervorkenntnisse für diesen Kurs?
Nein, der Kurs ist als echter Einsteigerkurs konzipiert und setzt keinerlei Programmierkenntnisse voraus. Erforderlich sind lediglich erweiterte PC-Kenntnisse und ein sicherer Umgang mit Windows. Logisches Denkvermögen und Interesse an strukturierter Problemlösung sind hilfreich.
Warum sollte ich mit Java anfangen und nicht mit Python?
Java und Python sind beide hervorragende Einstiegssprachen. Java erzwingt ein striktes Typsystem und objektorientierte Strukturen, was beim Erlernen von Softwareentwicklungsprinzipien vorteilhaft ist. Wer Java versteht, hat einen leichteren Einstieg in andere statisch typisierte Sprachen wie C# oder Kotlin. Die Wahl hängt letztlich vom angestrebten Berufsfeld ab.
Welche Entwicklungsumgebung wird im Kurs verwendet?
Die Kursleitenden richten eine vollständige Java-Entwicklungsumgebung ein. In der Regel werden IntelliJ IDEA oder Eclipse eingesetzt, beides weit verbreitete IDEs für Java-Entwicklung. Die Installation und Konfiguration ist Teil des Kurses.
Wie geht es nach diesem Kurs weiter?
Dieser Kurs legt das Fundament für weiterführende Java-Kurse wie Java EE, die Java Persistence API (JPA) oder Spring Boot. Wer eine Oracle-Java-Zertifizierung anstrebt, kann diesen Kurs als Vorbereitung nutzen und die externe Prüfung separat ablegen.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Auch das Qualifizierungschancengesetz und weitere Förderinstrumente kommen in Betracht. Eine Beratung bei der Agentur für Arbeit oder beim Träger klärt die konkret verfügbaren Optionen.
Verwandte Kurse
Welche Förderung passt zu dir?
Finde in 30 Sekunden heraus, ob dir ein Bildungsgutschein oder andere Zuschüsse zustehen. Kostenlos & ohne Anmeldung.
Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Informatik (grundständig)42.335 Stellen
- Softwareentwickler14.177 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)406 Stellen
- EDV-Fachkraft282 Stellen
- Java-Entwickler55 Stellen
- Junior-Programmierer0 Stellen