Überblick
Python gehört heute zu den meistgefragten Programmiersprachen weltweit. Die klare, lesbare Syntax macht Python besonders geeignet für Einsteiger, die ohne Vorerfahrung in der Softwareentwicklung erste eigene Programme schreiben möchten. Gleichzeitig ist Python in professionellen Feldern wie Datenanalyse, Automatisierung, Webentwicklung und maschinellem Lernen unverzichtbar. Diese Weiterbildung vermittelt die theoretischen Grundlagen der Softwareentwicklung sowie die praktischen Kernkonzepte der Sprache Python — so dass Teilnehmende am Ende eigenständig kleine, funktionsfähige Programme entwickeln und debuggen können. Der Kurs bereitet außerdem auf weiterführende Module in modernen Programmiersprachen vor.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Themenfeld legt die konzeptionellen Grundlagen der Programmierung. Bevor die erste Codezeile geschrieben wird, lernen Teilnehmende, wie Programme grundsätzlich funktionieren, welche Rolle Programmiersprachen spielen und wie Algorithmen entworfen werden. Ablaufstrukturen werden dabei mit Flussdiagrammen und Pseudocode sichtbar gemacht.
- Unterschied zwischen Hochsprachen und Maschinensprache
- Einführung in die funktionale Programmierung
- Konzepte der Software-Analyse und des Software-Designs
- Visualisierung von Ablaufstrukturen mit Flussdiagrammen
- Bedeutung von Algorithmen und Grundprinzipien algorithmischen Denkens
- Überblick über verwandte Sprachen (Java, C++, C#, PHP, JavaScript)
Das zweite Themenfeld konzentriert sich auf die Python-Syntax und die grundlegenden Sprachelemente. Teilnehmende lernen die Entwicklungsumgebung kennen, verstehen den Aufbau eines Python-Skripts und schreiben ihre ersten eigenen Programme. Dabei werden Datentypen, Variablen und Operatoren praxisnah eingeführt.
- Aufbau und Struktur eines Python-Skripts
- Einrichten der Entwicklungsumgebung (IDE, Interpreter)
- Datentypen im Überblick — int, float, str, bool, list, tuple, dict, set
- Variablen deklarieren und Werte zuweisen
- Arithmetische, Vergleichs- und logische Operatoren
- Umgang mit Strings: Formatierung, Methoden, f-Strings
Das dritte Themenfeld behandelt Kontrollstrukturen, Funktionen und Fehlerbehandlung. Hier lernen Teilnehmende, wie Programme auf verschiedene Bedingungen reagieren, wie Codeblöcke in Funktionen gekapselt werden und wie Ausnahmen sicher abgefangen werden.
- Bedingte Verzweigungen mit if, elif und else
- Zählschleifen (for) und bedingte Schleifen (while)
- Definition eigener Funktionen und Verwendung von Parametern
- Rückgabewerte und Scope von Variablen
- Einführung in die Fehlerbehandlung mit try, except und finally
- Häufige Laufzeitfehler erkennen und beheben
Das vierte Themenfeld vertieft Datenstrukturen und Algorithmen. Teilnehmende lernen, komplexere Datenmengen zu verwalten, über Listen zu iterieren, Dictionaries auszulesen und einfache Algorithmen zur Sortierung und Suche umzusetzen.
- Listen erstellen, durchsuchen, sortieren und verändern
- Dictionaries: Schlüssel-Wert-Paare anlegen und auslesen
- Tupel und unveränderliche Datenstrukturen
- Sets für Mengenlehre und Duplikat-Erkennung
- Einfache Suchalgorithmen (lineare Suche)
- Grundprinzipien von Sortieralgorithmen
Praxis-Block: Eigene Programme entwickeln und debuggen
- Einfache Eingabe-Verarbeitung-Ausgabe-Programme schreiben
- Taschenrechner mit Fehlerbehandlung entwickeln
- Listenverwaltung für Kontakte oder Aufgaben umsetzen
- Textverarbeitungsprogramme mit String-Methoden erstellen
- Zahlenratespiele mit Schleifen und Zufallszahlen programmieren
- Einfache Dateien lesen und schreiben
- Modulare Programme mit mehreren Funktionen strukturieren
- Codequalität: Kommentare, Benennung, Lesbarkeit
- Debugging-Strategien: Fehlermeldungen interpretieren und beheben
- Einfache Tests schreiben und Ergebnisse überprüfen
- Programme schrittweise erweitern und refaktorieren
- Abschlussprojekt: vollständiges kleines Programm eigenständig umsetzen
Im Laufe des Kurses entstehen mehrere vollständige, funktionsfähige Programme, die Teilnehmende eigenständig entwickeln, testen und dokumentieren. Dabei wird der Umgang mit Fehlern und das systematische Debuggen ebenso geübt wie das saubere Strukturieren von Code. Der Kurs schließt mit einem Überblick über Möglichkeiten zur Weiterentwicklung — von Webframeworks wie Flask oder Django über Datenanalyse-Bibliotheken bis hin zu Einstiegspunkten in die Automatisierung und den Bereich Data Science.
Lernziele:
Nach Abschluss dieser Weiterbildung sind Teilnehmende in der Lage, folgende Kompetenzen eigenständig anzuwenden. Die wichtigsten Lernziele im Überblick.
- die Grundprinzipien der Softwareentwicklung und der funktionalen Programmierung erklären und anwenden
- Ablaufstrukturen grafisch visualisieren und in Programmlogik übersetzen
- die Python-Syntax sicher lesen und eigenhändig schreiben
- verschiedene Datentypen (Integer, Float, String, Boolean, List, Dict, Tuple, Set) gezielt einzusetzen
- Variablen deklarieren, Werte zuweisen und Operatoren korrekt verwenden
- Kontrollstrukturen (if/elif/else, for-Schleifen, while-Schleifen) zur Steuerung von Programmabläufen nutzen
- eigene Funktionen definieren, Parameter übergeben und Rückgabewerte verarbeiten
- gängige Datenstrukturen wie Listen, Dictionaries und Tupel sinnvoll einzusetzen
- einfache Algorithmen formulieren und in Python-Code umsetzen
- Laufzeitfehler und Ausnahmen (Exceptions) erkennen, abfangen und behandeln
- erste eigenständige Programme entwickeln, testen und schrittweise verbessern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die bisher keine oder nur geringe Erfahrung mit Programmierung haben und einen strukturierten, praxisnahen Einstieg in die Softwareentwicklung suchen. Die Weiterbildung ist ideal geeignet für folgende Personengruppen.
- Berufsumstieler und Quereinsteiger, die in die IT-Branche wechseln möchten
- Arbeitssuchende, die ihre beruflichen Perspektiven durch eine technische Zusatzqualifikation stärken wollen
- IT-Fachkräfte aus benachbarten Bereichen, die erstmals mit Python arbeiten möchten
- Kaufleute und Verwaltungsangestellte mit Interesse an Automatisierung und Datenverarbeitung
- Personen, die sich auf weiterführende Module in Python, Data Science oder Machine Learning vorbereiten
Programmiervorkenntnisse sind nicht erforderlich. Vorausgesetzt werden gute Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sowie grundlegende Englischkenntnisse, da Dokumentationen und Entwicklungstools häufig englischsprachig sind. Außerdem sind erweiterte PC-Kenntnisse und ein sicherer Umgang mit Windows sowie der Datei- und Ordnerstruktur erforderlich. Eine ausgeprägte IT-Affinität und Bereitschaft zum eigenständigen Problemlösen sind von Vorteil.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten, das heißt Präsenz- und Online-Lernphasen werden sinnvoll miteinander verknüpft. Theoretische Inhalte werden durch Lehrvorträge, digitale Lernmaterialien und Screencasts vermittelt. Programmierübungen finden unmittelbar praxisnah statt: Teilnehmende schreiben Code, führen ihn aus und debuggen eigenständig. Betreute Übungsphasen, Gruppenarbeit und individuelle Aufgaben wechseln sich ab. Fragen können direkt an Lehrende gestellt werden, ergänzend steht Lernmaterial zur Selbststudie zur Verfügung.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten und wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Stundenzahl variiert je nach Anbieter. Der Kurs umfasst sowohl angeleitete Unterrichtseinheiten als auch eigenständige Übungsphasen.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Zertifikat dokumentiert die erworbenen Grundkenntnisse in der Python-Programmierung und kann als Nachweis gegenüber potenziellen Arbeitgebern eingesetzt werden. Es handelt sich nicht um einen staatlich anerkannten Berufsabschluss, sondern um eine anerkannte Qualifikation im Bereich beruflicher Weiterbildung.
Nutzen & Perspektiven
Python ist die Programmiersprache mit den breitesten Einsatzmöglichkeiten in der modernen IT-Welt. Wer Python beherrscht, kann Prozesse automatisieren, Daten auswerten, Webanwendungen entwickeln und im Bereich Data Science und Künstliche Intelligenz tätig werden. Diese Weiterbildung gibt Einsteigern das Fundament, das für all diese Einsatzbereiche unverzichtbar ist — ohne dass Vorkenntnisse in der Programmierung notwendig sind. Als anerkannte berufliche Weiterbildung ist der Kurs bei AZAV-zertifizierten Anbietern in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Je nach persönlicher Situation kommen auch Förderungen nach dem Qualifizierungschancengesetz, Leistungen der Deutschen Rentenversicherung, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD) oder Leistungen zur beruflichen Rehabilitation in Betracht. Damit ist der finanzielle Einstieg in die Programmierausbildung für viele Menschen ohne eigene Kosten möglich. Wer diesen Kurs abschließt, hat eine solide Grundlage für weiterführende Qualifikationen — etwa in den Bereichen Webentwicklung, Datenanalyse, Automatisierung oder maschinelles Lernen. Der Kurs schließt inhaltlich nahtlos an Weiterbildungen in Java, C++, C# oder JavaScript an und ist damit ein strategisch sinnvoller erster Schritt für eine berufliche Neuorientierung in der IT-Branche.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in der Programmierung?
Nein. Der Kurs richtet sich ausdrücklich an Personen ohne Programmiererfahrung. Die Inhalte werden von Grund auf aufgebaut. Vorausgesetzt werden lediglich gute PC-Kenntnisse und Deutschkenntnisse auf Niveau B2.
Kann ich den Kurs über einen Bildungsgutschein finanzieren?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Auch das Qualifizierungschancengesetz und Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach Situation in Betracht kommen.
Welche Berufe kann ich nach dem Kurs anstreben?
Der Kurs bereitet auf Einstiegspositionen in der Softwareentwicklung vor, etwa als Junior Python-Entwickler, Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung oder in Rollen, die Automatisierung und Datenverarbeitung erfordern. Eine Spezialisierung auf Data Science oder Webentwicklung ist anschließend möglich.
Wie lange dauert die Weiterbildung?
Der Kurs dauert mehr als einen Monat bis zu drei Monaten und wird in Vollzeit durchgeführt. Die genaue Dauer hängt vom jeweiligen Anbieter ab.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat oder eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des Bildungsträgers. Dies ist kein staatlich anerkannter Berufsabschluss, aber ein anerkannter Nachweis beruflicher Weiterbildung.
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