Überblick
Enterprise JavaBeans (EJB) sind das standardisierte Komponentenmodell innerhalb der Java-EE-Plattform und bilden das Rückgrat zahlreicher unternehmenskritischer Anwendungen. Dieser Kurs vermittelt, wie Sie mit EJB-Technologien komplexe, mehrschichtige, verteilte Softwaresysteme konzipieren und implementieren. Sie lernen die verschiedenen Bean-Typen kennen — Stateless Session Beans, Stateful Session Beans, Singleton Beans und Message Driven Beans — und verstehen, wie sie zusammenwirken, um skalierbare und robuste Backend-Lösungen zu erstellen. Der Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die ihre Java-Kenntnisse auf Enterprise-Niveau heben und sich in der Welt der verteilten Systeme souverän bewegen wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Grundlagen verteilter Java-Anwendungen: Bevor man EJB produktiv einsetzt, ist ein tiefes Verständnis der Architekturprinzipien verteilter Systeme notwendig. In diesem Modul erarbeiten Sie, warum mehrschichtige Unternehmensanwendungen besondere Anforderungen an Skalierbarkeit, Transaktionssicherheit und Remoting stellen.
- Überblick über die Java-EE-Plattform und die Rolle des Application Servers
- Client-Server-Architektur und Remote Procedure Calls in Java
- JNDI als Verzeichnisdienst für EJB-Lookup
- Deployment-Einheiten: EJB-Jar, WAR, EAR
- Überblick über EJB-Typen und ihre jeweiligen Einsatzbereiche
- Unterschiede zwischen EJB 2.x (XML-Descriptor) und EJB 3.x (Annotation-basiert)
Modul 2 — Session Beans: Stateless und Stateful: Session Beans modellieren Geschäftsprozesse und können je nach Anforderung zustandslos oder zustandsbehaftet implementiert werden. Dieser Modulblock vermittelt beide Varianten und zeigt, wie Lebenszyklus-Callbacks sinnvoll eingesetzt werden.
- Implementierung einer Stateless Session Bean mit @Stateless und Business-Interface
- Dependency Injection mit @EJB und @Inject für Bean-zu-Bean-Kommunikation
- Lifecycle-Callbacks: @PostConstruct und @PreDestroy
- Implementierung einer Stateful Session Bean mit @Stateful
- Passivierung und Aktivierung von Stateful Beans
- Asynchrone Methoden mit @Asynchronous in Session Beans
Modul 3 — Singleton Beans und Message Driven Beans: Für anwendungsweite Services und asynchrone Nachrichtenverarbeitung stellen Singleton Beans und Message Driven Beans spezialisierte Lösungen bereit. Dieses Modul behandelt beide fortgeschrittenen Bean-Typen mit praxisnahen Beispielen.
- Implementierung eines @Singleton-Beans und Startup-Initialisierung mit @Startup
- Nebenläufigkeitskontrolle: @Lock(READ), @Lock(WRITE) und Container-Managed Concurrency
- Timer-Services für geplante Aufgaben mit @Schedule
- Grundlagen der Java Message Service (JMS) API
- Implementierung einer Message Driven Bean mit @MessageDriven
- Verbindung zu JMS-Queues und -Topics und fehlertolerante Nachrichtenverarbeitung
Modul 4 — Transaktionen, Sicherheit und Persistenz (Praxisprojekt): In diesem abschließenden Block setzen Sie alles Gelernte in einem vollständigen Praxisprojekt zusammen, das alle EJB-Typen und die wichtigsten Enterprise-Features kombiniert.
- Deklaratives Transaktionsmanagement mit @TransactionAttribute
- Transaktionsattribute: REQUIRED, REQUIRES_NEW, MANDATORY, NEVER, NOT_SUPPORTED, SUPPORTS
- Programmatisches Transaktionsmanagement mit UserTransaction
- EJB-Sicherheit mit @DeclareRoles, @RolesAllowed, @PermitAll und @DenyAll
- Integration von JPA: EntityManager-Injektion und Persistenz-Kontext in EJBs
- Container-managed vs. Bean-managed Persistenz
- Deployment auf einem Application Server (z.B. WildFly oder GlassFish)
- Unit-Tests für EJB mit Arquillian oder Mockito
- Fehlerdiagnose: häufige Deployment-Fehler und ihre Ursachen
- Performance-Überlegungen: Bean-Pool-Konfiguration und Caching-Strategien
- Vergleich mit modernen Alternativen: Spring, Jakarta EE und CDI
- Abschlussprojekt: vollständige mehrschichtige Anwendung mit allen EJB-Typen
Mit dem Abschluss dieses Praxisprojekts haben Sie eine vollständige, mehrstufige Java-EE-Anwendung implementiert, die alle wesentlichen EJB-Komponenten umfasst. Die Anwendung dient als Vorlage und Referenzprojekt für künftige Enterprise-Entwicklungen. Die erworbenen Kenntnisse lassen sich direkt in beruflichen Projekten anwenden — sowohl in der Neuentwicklung von Unternehmensanwendungen als auch in der Weiterentwicklung und Wartung bestehender Java-EE-Systeme.
Lernziele:
- Sie verstehen das Prinzip verteilter Anwendungen und können die Rolle von EJB innerhalb einer Java-EE-Architektur erklären
- Sie implementieren Stateless Session Beans für zustandslose Geschäftslogik und setzen sie in realistischen Szenarien ein
- Sie entwickeln Stateful Session Beans und verstehen den Lebenszyklus des Bean-Zustands über mehrere Anfragen hinweg
- Sie erstellen Singleton Session Beans und nutzen sie für anwendungsweite Ressourcen und einmalige Initialisierungen
- Sie programmieren Message Driven Beans und verbinden Java-EE-Anwendungen mit JMS-Nachrichtensystemen
- Sie kennen die wichtigsten EJB-Annotationen und können sie korrekt einsetzen
- Sie verstehen das Transaktionsmanagement in EJB und können Transaktionsgrenzen deklarativ steuern
- Sie konfigurieren Sicherheitsrollen und Zugriffsrechte auf Basis von EJB-Sicherheitsmechanismen
- Sie testen EJB-Komponenten und debuggen häufige Fehler in verteilten Szenarien
- Sie kennen die Interaktion von EJB mit JPA für den Datenbankzugriff in Unternehmensanwendungen
- Sie können EJB in einem Java-EE-Application-Server deployen und betreiben
- Sie bewerten, wann EJB der richtige Ansatz ist und wann leichtgewichtige Alternativen sinnvoller sind
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Java-Entwicklerinnen und -Entwickler mit soliden Programmierkenntnissen, die den nächsten Schritt in Richtung Enterprise-Entwicklung gehen wollen.
- Backend-Entwickler, die ihre Java-Kenntnisse in der Enterprise-Welt vertiefen möchten
- Softwareentwickler, die an mehrschichtigen, verteilten Systemen arbeiten oder dies planen
- Java-Entwickler, die bestehende EJB-Anwendungen verstehen, warten oder migrieren müssen
- Personen, die sich auf Stellen im Enterprise-Java-Umfeld bewerben möchten
- Quereinsteiger mit fundiertem Java-Wissen, die gezielt Enterprise-Kompetenz aufbauen
Für die Teilnahme werden gute Deutschkenntnisse sowie fundierte HTML- und Java-Kenntnisse vorausgesetzt. Die Java-Kenntnisse sollten objektorientierte Programmierung, Interfaces, Generics und grundlegende Design Patterns umfassen. Darüber hinaus sind Grundkenntnisse in Windows-Dateiverwaltung und allgemeiner PC-Bedienung notwendig. Eine vorherige Auseinandersetzung mit SQL und Datenbankzugriffen ist hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich. Der Kurs setzt kein Vorwissen über Java EE oder EJB voraus — diese Themen werden von Grund auf behandelt.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten — einer Kombination aus geführten Online-Einheiten und selbstgesteuerten Übungsphasen. Jedes Modul schließt mit einer Programmieraufgabe ab, die das Gelernte praktisch verankert. Die Vollzeit-Intensität sorgt dafür, dass ausreichend Zeit für Coding-Übungen, Fehlerdiagnose und Vertiefung bleibt. Lernende erhalten Zugang zu Musterlösungen und können Fragen in begleiteten Sitzungen klären.
Der Kurs dauert mehr als eine Woche und bis zu einem Monat. Die Vollzeitstruktur ermöglicht ein zügiges, konzentriertes Durcharbeiten der Inhalte, was besonders für Personen geeignet ist, die schnell einsatzfähig sein müssen.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsanbieters. Das Dokument belegt die Teilnahme und die behandelten Themen. Da es sich um keine Herstellerzertifizierung handelt, empfiehlt es sich, ergänzend den Oracle Certified Professional Java EE Developer anzustreben, wenn eine formale Zertifizierung gewünscht ist.
Nutzen & Perspektiven
Java bleibt eine der meistgefragten Programmiersprachen im Enterprise-Umfeld, und EJB-Kenntnisse sind besonders in etablierten Unternehmen mit gewachsenen Java-EE-Architekturen unverzichtbar. Wer diese Technologie versteht, kann nicht nur neue Anwendungen aufbauen, sondern auch vorhandene Legacy-Systeme kompetent warten, optimieren und schrittweise modernisieren. Verteilte Systeme stellen besondere Anforderungen an Zuverlässigkeit, Transaktionssicherheit und Skalierbarkeit. Das Wissen aus diesem Kurs gibt Ihnen das konzeptuelle Fundament, um diese Anforderungen professionell zu erfüllen — unabhängig davon, ob Sie später mit klassischem EJB, Jakarta EE oder Spring arbeiten. Die Grundprinzipien sind weitgehend übertragbar. Wird der Kurs bei einem AZAV-zertifizierten Träger absolviert, ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder der Jobcenter möglich. Je nach persönlicher Situation können auch Förderungen über das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur beruflichen Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Anspruch genommen werden.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich Java EE bereits kennen, um an diesem Kurs teilzunehmen?
Nein. Der Kurs setzt kein Vorwissen über Java EE oder EJB voraus. Solide Java-Grundkenntnisse, insbesondere OOP und Interfaces, sind jedoch zwingend erforderlich, da diese im Kurs direkt angewendet werden.
Welche Entwicklungsumgebung und welcher Server wird genutzt?
Der Kurs nutzt einen modernen Java-EE-Application-Server wie WildFly oder GlassFish. Eine konkrete IDE wird im Kursmaterial spezifiziert. Grundlegende IDE-Kenntnisse werden vorausgesetzt.
Wie relevant ist EJB heute noch, wo doch Spring so verbreitet ist?
EJB ist in vielen Unternehmensumgebungen mit langer Java-EE-Geschichte noch stark verbreitet. Die gelernten Konzepte — Transaktionen, Sicherheit, Persistenz — sind außerdem direkt auf Jakarta EE und teilweise auch auf Spring übertragbar. EJB-Wissen ist daher sowohl für Neuentwicklungen als auch für die Modernisierung bestehender Systeme relevant.
Gibt es ein Abschlussprojekt?
Ja. Im letzten Modul wird eine vollständige mehrschichtige Java-EE-Anwendung entwickelt, die alle EJB-Typen und zentrale Enterprise-Features integriert. Dieses Projekt kann als Referenzprojekt für die eigene Bewerbungsmappe genutzt werden.
Kann dieser Kurs gefördert werden?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Daneben kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsleistungen oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht — abhängig von der persönlichen Situation.
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Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Leiter/Leiterin der Softwareentwicklung195.785 Stellen
- Softwareentwickler14.177 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)406 Stellen
- Embedded-Systems-Entwickler/Embedded-Systems-Entwicklerin315 Stellen
- Industriemeister/Industriemeisterin - allgemein162 Stellen
- Java-Entwickler55 Stellen