Überblick
Dieser Ausbildungsgang führt über einen Zeitraum von zwei Jahren zum Erwerb der Fahrerlaubnisklassen D und DE und damit zur Qualifikation als Berufskraftfahrer/in im Personenverkehr. Ausgangspunkt ist eine bereits vorhandene Fahrerlaubnis der Klasse B. Der Kurs eignet sich für alle, die dauerhaft in den Fahrdienst mit Bussen einsteigen möchten, sei es im Linienverkehr, im Reiseverkehr oder im weiteren Personennahverkehr.
Kursinhalte & Lernziele
Der zweijährige Ausbildungsgang gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Themenblöcke, die theoretische Grundlagen und praktische Fahrausbildung eng miteinander verzahnen. Modul 1 — Rechtliche und technische Grundlagen: Zu Beginn werden die rechtlichen Rahmenbedingungen für den Betrieb von Kraftomnibussen sowie die technischen Grundlagen der eingesetzten Fahrzeuge vermittelt. Dieses Modul schafft die Wissensbasis für alle folgenden praktischen Ausbildungsabschnitte.
- Verkehrsrechtliche Vorschriften für Busse im Personenverkehr
- Fahrzeugtechnik und Aufbau von Kraftomnibussen und Anhängern
- Vorschriften zu Lenk- und Ruhezeiten sowie deren Dokumentation
- Grundlagen der Fahrgastbeförderung und besondere Sorgfaltspflichten
- Vorschriftsmäßige Ladungssicherung bei Fahrzeugen mit Anhänger
- Umgang mit Kontrollgeräten und deren korrekter Bedienung
Modul 2 — Praktische Fahrausbildung Klasse D: Im Zentrum dieses Moduls steht der schrittweise Aufbau der Fahrpraxis mit Kraftomnibussen. Von einfachen Fahrübungen auf ruhigen Strecken bis zum sicheren Führen im dichten Stadtverkehr wird die Fahrkompetenz systematisch erweitert.
- Grundlegende Fahrübungen mit dem Kraftomnibus auf Übungsgelände
- Fahrten im Stadtverkehr mit Haltestellenbedienung
- Überlandfahrten mit unterschiedlichen Streckenprofilen
- Rangier- und Wendemanöver mit langen Fahrzeugen
- Fahrten unter erschwerten Bedingungen, etwa bei Dunkelheit oder Witterungseinflüssen
- Vorbereitung und Durchführung der praktischen Prüfung Klasse D
Modul 3 — Erweiterung auf Klasse DE: Aufbauend auf der Fahrpraxis mit dem Kraftomnibus erfolgt die Erweiterung um das Führen von Gespannen mit Anhänger. Dieses Modul stellt besondere Anforderungen an Wahrnehmung und Fahrzeugbeherrschung.
- Kopplung und Handhabung von Anhängern im Personenverkehr
- Fahrverhalten von Gespannen bei Kurvenfahrten und Spurwechseln
- Rangieren von Fahrzeugkombinationen mit Anhänger
- Sicherheitsprüfungen speziell für die Anhängerkombination
- Fahrten mit Anhänger unter realistischen Verkehrsbedingungen
- Vorbereitung und Durchführung der praktischen Prüfung Klasse DE
Praxis-Block — Vertiefung und Prüfungsvorbereitung: Über den gesamten Ausbildungszeitraum verteilt finden vertiefende Praxiseinheiten statt, die die einzelnen Module miteinander verbinden und auf die abschließenden Prüfungen vorbereiten.
- Wiederholte Fahrten auf unterschiedlichen Streckentypen zur Routinebildung
- Übungen zum sicheren Umgang mit Fahrgästen in Stresssituationen
- Simulation von technischen Störfällen während der Fahrt
- Training zur Einhaltung von Fahrplänen unter realistischem Zeitdruck
- Vertiefte Übungen zu Lenk- und Ruhezeitenregelungen
- Wiederholung und Vertiefung der theoretischen Prüfungsinhalte
- Praktische Übungen zur technischen Kontrolle vor Fahrtantritt
- Fahrten in Gruppen zur gegenseitigen Beobachtung und Rückmeldung
- Streckenkunde für typische Linien- und Reisebusrouten
- Übungen zum sicheren Verhalten bei Fahrgastwechsel an belebten Haltestellen
- Vorbereitende Fahrten unter Prüfungsbedingungen
- Abschließende Zusammenfassung aller Ausbildungsinhalte vor der Prüfung
Der zweijährige Zeitrahmen erlaubt eine gründliche, schrittweise Heranführung an die Anforderungen des Busfahrens, die deutlich über eine reine Kurzausbildung hinausgeht. Fahrpraxis wird systematisch aufgebaut, nicht im Schnelldurchlauf vermittelt. Diese Gründlichkeit zahlt sich später im Berufsalltag aus: Wer die Fahrerlaubnis über einen längeren, strukturierten Ausbildungsgang erwirbt, bringt eine breitere Erfahrungsbasis mit als bei kompakteren Ausbildungsformen.
Lernziele:
Am Ende des Ausbildungsgangs verfügen die Teilnehmenden über die theoretische und praktische Befähigung, Fahrzeuge der Klassen D und DE sicher und vorschriftsgemäß im öffentlichen Straßenverkehr zu führen. Die folgenden konkreten Fähigkeiten werden aufgebaut
- Sicheres Führen von Kraftomnibussen der Klasse D im Stadt- und Überlandverkehr
- Zusätzliches Führen von Kraftomnibussen mit Anhänger der Klasse DE
- Anwendung der einschlägigen Verkehrsvorschriften für den Personenverkehr
- Durchführung der vorgeschriebenen technischen Kontrollen vor Fahrtantritt
- Umgang mit Fahrgästen unter Berücksichtigung besonderer Sorgfaltspflichten
- Einschätzung von Gefahrensituationen im dichten Stadtverkehr und auf Überlandstrecken
- Planung und Einhaltung von Fahrzeiten unter Berücksichtigung von Lenk- und Ruhezeiten
- Sicheres Rangieren und Manövrieren von langen Fahrzeugen mit und ohne Anhänger
- Reaktion auf technische Störungen und Notfallsituationen während der Fahrt
- Vorbereitung auf die theoretische und praktische Fahrerlaubnisprüfung der Klassen D und DE
- Grundverständnis für die besonderen Anforderungen des Berufsbilds im Personenverkehr
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Ausbildungsgang richtet sich an Personen, die dauerhaft in den Fahrdienst mit Bussen einsteigen und dafür eine gründliche, praxisnahe Ausbildung durchlaufen möchten. Angesprochen sind insbesondere
- Personen mit vorhandener Fahrerlaubnis Klasse B, die sich beruflich neu orientieren möchten
- Interessierte an einer Tätigkeit im Linien- oder Reisebusverkehr
- Personen, die eine berufliche Wiedereingliederung nach einer Phase der Arbeitslosigkeit anstreben
- Berufstätige, die einer drohenden Arbeitslosigkeit durch eine neue Qualifikation vorbeugen möchten
- Alle, die einen klar strukturierten, mehrjährigen Ausbildungsweg einer kompakten Schnellausbildung vorziehen
Voraussetzung für die Teilnahme ist ein Mindestalter von 24 Jahren sowie eine bereits vorhandene Fahrerlaubnis der Klasse B. Erforderlich sind außerdem sichere Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sowie die gesundheitliche beziehungsweise körperliche Eignung zum Führen von Personenkraftverkehrsmitteln, die im Rahmen der Ausbildung nachgewiesen werden muss. Fahrpraxis im Straßenverkehr durch die vorhandene Klasse B wird vorausgesetzt, spezielle Vorerfahrung mit größeren Fahrzeugen ist hingegen nicht notwendig, da diese im Ausbildungsgang systematisch aufgebaut wird.
Ablauf & Abschluss
Die Ausbildung kombiniert theoretischen Unterricht in Präsenz mit einem hohen Anteil praktischer Fahrstunden, die schrittweise vom Übungsgelände über ruhige Strecken bis zum realen Linien- und Überlandverkehr führen. Der modulare Aufbau aus Klasse-D-Ausbildung und anschließender Erweiterung auf Klasse DE ermöglicht es, Fahrkompetenz systematisch statt sprunghaft aufzubauen. Die Ausbildung findet in Vollzeit statt, sodass sich Theorie- und Praxisphasen eng aufeinander beziehen lassen.
Der Ausbildungsgang erstreckt sich über einen Zeitraum von zwei Jahren und wird in Vollzeit als Präsenzausbildung durchgeführt. Diese vergleichsweise lange Ausbildungsdauer erlaubt eine gründliche Heranführung an die Anforderungen des Busfahrens, deutlich über kompaktere Ausbildungsformen hinaus. Das modulare Ausbildungskonzept ermöglicht es, bei Bedarf auch einzelne Module aus dem Transportbereich gesondert zu absolvieren, wodurch sich die Gesamtdauer entsprechend verlängern kann.
Der Ausbildungsgang schließt mit der Qualifikation Berufskraftfahrer Personenverkehr ab. Damit verfügen Absolventinnen und Absolventen über die Fahrerlaubnisklassen D und DE sowie über eine trägerinterne Bescheinigung der abgeschlossenen Ausbildung, die die erworbenen Kompetenzen im Personenverkehr dokumentiert.
Nutzen & Perspektiven
Der zentrale Wert dieses Ausbildungsgangs liegt in seiner Gründlichkeit. Wer über zwei Jahre hinweg schrittweise vom Übungsgelände zum realen Linien- und Reiseverkehr geführt wird, erwirbt eine Fahrpraxis, die kompaktere Ausbildungsformen kaum bieten können. Gerade beim Führen langer Fahrzeuge mit Fahrgästen an Bord ist diese Erfahrungstiefe von unmittelbarem praktischem Wert. Für den beruflichen Alltag bedeutet das: Wer die Ausbildung abschließt, ist nicht nur formal berechtigt, Busse der Klassen D und DE zu führen, sondern bringt durch die lange Übungsphase auch die Routine mit, die im Fahrdienst mit Fahrgästen an Bord entscheidend ist. Das erhöht sowohl die Sicherheit im Straßenverkehr als auch die eigene Gelassenheit im täglichen Fahrbetrieb. Langfristig eröffnet die Qualifikation als Berufskraftfahrer/in im Personenverkehr Perspektiven im Linienverkehr, im Reisebusverkehr oder im weiteren Personennahverkehr. Der Fahrerbedarf in diesem Bereich bleibt konstant hoch, sodass die erworbene Qualifikation eine stabile berufliche Grundlage für die kommenden Jahre bildet.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Fahrerlaubnis brauche ich, um den Ausbildungsgang zu beginnen?
Vorausgesetzt wird eine bereits vorhandene Fahrerlaubnis der Klasse B. Darauf aufbauend werden im Ausbildungsgang die Klassen D und DE erworben.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Der Ausbildungsgang ist auf zwei Jahre angelegt und wird in Vollzeit als Präsenzausbildung durchgeführt, mit schrittweisem Aufbau von Theorie und Fahrpraxis.
Was ist der Unterschied zwischen Klasse D und Klasse DE?
Klasse D berechtigt zum Führen von Kraftomnibussen, Klasse DE zusätzlich zum Führen solcher Fahrzeuge mit Anhänger. Der Ausbildungsgang vermittelt beide Klassen nacheinander.
Welche Voraussetzungen muss ich mitbringen?
Erforderlich sind ein Mindestalter von 24 Jahren, die Fahrerlaubnis Klasse B, sichere Deutschkenntnisse sowie die gesundheitliche und körperliche Eignung zum Führen von Personenkraftverkehrsmitteln.
Welchen Abschluss erhalte ich am Ende?
Der Ausbildungsgang schließt mit der Qualifikation Berufskraftfahrer Personenverkehr sowie den erworbenen Fahrerlaubnisklassen D und DE ab.
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