Überblick
DevOps hat sich in den letzten Jahren vom Trendthema zur Arbeitsgrundlage moderner IT-Organisationen entwickelt. Dieser Kurs vermittelt das konzeptionelle Fundament des DevOps-Ansatzes — von den kulturellen Grundprinzipien (CALMS) über agile Methoden und Teamstrukturen bis zur Automatisierung der Deployment-Pipeline und den Grundlagen von Cloud und Virtualisierung. Das Training ist offiziell auf die EXIN DevOps Foundation-Prüfung ausgerichtet, die in Deutsch oder Englisch abgelegt werden kann. Ziel ist ein solides Einstiegsverständnis, das es erlaubt, in DevOps-Projekten kompetent mitzuwirken und die Fachsprache der beteiligten Teams zu sprechen.
Kursinhalte & Lernziele
Geschichte, Notwendigkeit und Grundbegriffe von DevOps Der Ausgangspunkt jeder seriösen DevOps-Einführung ist die Frage: Warum entstand DevOps überhaupt? Dieses Modul beleuchtet die strukturellen Reibungspunkte zwischen Entwicklung und Betrieb, die DevOps als Bewegung auslösten, und definiert die zentralen Konzepte, auf denen das gesamte Themenfeld aufbaut.
- Der klassische Konflikt Development vs. Operations: Ursachen, Symptome, Konsequenzen
- DevOps als kulturelle und organisatorische Antwort, nicht nur als Toolset
- Der Begriff „DevOps" und seine unterschiedlichen Interpretationen in der Praxis
- Three Ways of DevOps: Flow, Feedback, Continual Learning and Experimentation
- Geschäftswert von DevOps: Deployment-Frequenz, Wiederherstellungszeit, Fehlerrate
- Schlüsselkennzahlen (DORA-Metriken): wie Organisationen ihre DevOps-Reife messen
CALMS und DevOps-Kultur CALMS ist das konzeptionelle Herzstück der DevOps-Foundation-Prüfung und das wichtigste Rahmenmodell für Organisationen, die DevOps einführen oder bewerten möchten. Dieses Modul geht jeden der fünf Aspekte systematisch durch.
- Culture: psychologische Sicherheit, Blameless Post-Mortems, Lernkultur
- Automation: Ziele der Automatisierung, typische Einsatzbereiche, Grenzen
- Lean: Wertströme, Verschwendung identifizieren, Fluss verbessern
- Measurement: Metriken erheben, interpretieren und zur Entscheidung nutzen
- Sharing: Wissenstransfer, Dokumentation, gemeinsame Verantwortung für Systeme
- Transformative Führung in DevOps-Umfeldern: Servant Leadership, psychologische Sicherheit
DevOps-Teamstrukturen und organisatorische Modelle Wie DevOps-Teams strukturiert werden, entscheidet maßgeblich über Erfolg oder Misserfolg. Dieses Modul stellt die gängigen Organisationsmodelle vor und beleuchtet die Vor- und Nachteile jedes Ansatzes.
- Stream-aligned Teams, Enabling Teams, Platform Teams, Complicated-Subsystem Teams
- Conway's Law: warum Teamstruktur die Systemarchitektur spiegelt
- Anti-Pattern: DevOps-Team als eigene Silo-Einheit
- DevOps und Agile: Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Synergien
- Scrum-Methodik im DevOps-Kontext: Sprint-Rhythmus und Deployment-Frequenz
- Cross-funktionale Teams: Zusammenspiel von Dev, Ops, Security und QA
Automatisierung und die Deployment-Pipeline Die Deployment-Pipeline ist das operative Herzstück von DevOps. Dieses Modul erklärt Konzepte und Zweck jeder Stufe — ohne Fokus auf spezifische Tools, sondern auf das strukturelle Verständnis.
- Continuous Integration: was ist sie, was leistet sie, was setzt sie voraus?
- Continuous Delivery vs. Continuous Deployment: konzeptionelle Unterscheidung
- Pipeline-Stufen: Build, Unit Test, Integration Test, Staging, Production
- Automatisiertes Testen im Pipeline-Kontext: Teststufen und Feedback-Geschwindigkeit
- Infrastructure as Code: Grundidee, Vorteile, Zusammenhang mit Deployment-Automatisierung
- Release-Strategien: Blue/Green Deployment, Canary Releases, Feature Flags
Cloud-Technologie und Virtualisierung im DevOps-Kontext Cloud und Virtualisierung sind keine DevOps-Themen an sich, aber untrennbar mit moderner DevOps-Praxis verbunden. Dieses Modul liefert das konzeptionelle Grundverständnis, das für die EXIN-Prüfung und für den Alltag in DevOps-Projekten benötigt wird.
- Cloud-Service-Modelle: IaaS, PaaS, SaaS — Definition und Beispiele
- Deployment-Modelle: Public, Private, Hybrid Cloud
- Virtualisierung: Container vs. VMs, Grundkonzept Docker und Kubernetes ohne Tiefentraining
- Elastizität und Skalierbarkeit als Architektureigenschaften
- Cloud-Sicherheit: shared-responsibility-Modell in Grundzügen
- Verbindung Cloud-Infrastruktur mit Deployment-Pipelines
Praktische Anwendungen und EXIN-Prüfungsvorbereitung Alle Konzepte werden anhand von Szenarien geübt, die typisch für die EXIN DevOps Foundation-Prüfung sind. Die Prüfung ist multiple-choice-basiert und verlangt konzeptuelles Verständnis, keine Tool-Kenntnisse.
- CALMS anhand von Fallstudien aus echten Unternehmenstransformationen einordnen
- Deployment-Pipeline-Architektur für ein fiktives Szenario skizzieren
- Blameless Post-Mortem zu einem fiktiven Incident strukturieren
- DORA-Metriken auf einen Beispiel-Datensatz anwenden und interpretieren
- Unterscheidung CI/CD/CD in typischen Prüfungsfragen klären
- Three Ways auf konkrete Situationen anwenden
- Teamstruktur-Analyse: welches Modell passt zu welchem Unternehmenstyp?
- Prüfungsformat kennenlernen: Fragetypen, Zeitlimit, Bestehensgrenze
- Musterfragen mit Lösungserläuterungen aus dem EXIN-Curriculum
- Anti-Pattern-Erkennung: was funktioniert in der Theorie, scheitert aber in der Praxis?
- Sicherheitskonzepte in DevOps (DevSecOps) in Grundzügen
- Zusammenfassung: die 15 wesentlichen DevOps-Praktiken systematisch wiederholen
Das Prüfungsformat der EXIN DevOps Foundation ist multiple-choice mit 40 Fragen in 60 Minuten. Die Bestehensgrenze liegt bei 65 % (26 von 40 richtig). Wer die Kursmodule durchgearbeitet hat, ist auf dieses Format gut vorbereitet.
Lernziele:
- Die Geschichte und Entstehungsgründe von DevOps im Kontext von IT-Organisationsversagen verstehen
- Das CALMS-Modell (Culture, Automation, Lean, Measurement, Sharing) auf eigene Organisationen anwenden
- Schlüsselkonzepte von DevOps benennen und voneinander abgrenzen
- Den Geschäftswert von DevOps gegenüber Stakeholdern argumentieren
- DevOps-Teamstrukturen und transformative Führungsmodelle beschreiben
- Agile Projektmethodik und Scrum im DevOps-Kontext korrekt einordnen
- Die 15 wesentlichen DevOps-Praktiken kennen und deren Zweck erläutern
- Grundkonzepte der Cloud-Technologie und Virtualisierung verstehen
- Deployment-Pipelines im Konzept beschreiben: Build, Test, Stage, Production
- Continuous Integration und Continuous Delivery als Konzepte voneinander unterscheiden
- Blameless Post-Mortems als Kulturinstrument einsetzen
- Auf die EXIN DevOps Foundation-Prüfung vorbereitet sein
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Training richtet sich an IT-Fachleute und Führungskräfte, die ein fundiertes Verständnis von DevOps als Konzept, Kultur und Praxis entwickeln möchten.
- Softwareentwicklerinnen und -entwickler, die den Betriebskontext ihrer Arbeit besser verstehen wollen
- IT-Betriebsverantwortliche, die mit agilen Entwicklungsteams zusammenarbeiten
- Projektmanagerinnen und Projektmanager in IT-Projekten mit DevOps-Bezug
- Führungskräfte in der IT, die eine DevOps-Transformation begleiten oder verantworten
- Einsteiger in DevOps-Rollen, die eine anerkannte Grundlagenzertifizierung anstreben
Ein grundlegendes Verständnis von IT-Konzepten — Softwareentwicklung, Netzwerke, Betriebssysteme — ist hilfreich, aber keine formale Bedingung. Der Kurs ist als Foundation-Training konzipiert und setzt keine DevOps-Vorkenntnisse voraus. Gute Deutschkenntnisse oder Englischkenntnisse sind nötig, da die Prüfung in beiden Sprachen angeboten wird.
Ablauf & Abschluss
Das Training findet im Combined-Learning-Format statt, das instruktive Vermittlung mit szenariobasierter Gruppenarbeit verbindet. Fallstudien aus realen Unternehmenstransformationen illustrieren die Konzepte und machen das CALMS-Modell greifbar. Der Kurs wird mehrheitlich in Vollzeit durchgeführt, vereinzelt auch in Teilzeit — beide Optionen führen zur gleichen Prüfungsvorbereitung. Die Prüfung selbst kann auf Deutsch oder Englisch abgelegt werden.
DevOps-Foundation-Kurse nach EXIN-Standard umfassen typischerweise zwei bis drei Präsenztage. Der konkrete Rahmen variiert je nach Anbieter — bei zwei Anbietern mit 48 Angeboten werden sowohl Vollzeit- als auch Teilzeitvarianten durchgeführt. Genaue Stundenangaben sind beim jeweiligen Anbieter zu erfragen.
Das Training bereitet auf die EXIN DevOps Foundation-Prüfung vor. EXIN ist ein international tätiger IT-Zertifizierungsanbieter; die DevOps-Foundation-Zertifizierung ist in der Branche als Einstiegszertifikat anerkannt. Daneben stellen die Anbieter eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung aus. Die Prüfung wird separat bei EXIN gebucht und kann auf Deutsch oder Englisch abgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
DevOps ist in IT-Organisationen kein Experiment mehr, sondern Betriebsrealität. Wer als Entwickler, Betriebsverantwortlicher oder Projektmanager nicht weiß, was CALMS bedeutet, was eine Deployment-Pipeline ist oder wie Blameless Post-Mortems funktionieren, läuft Gefahr, in Meetings und Entscheidungsprozessen außen vor zu bleiben. Das EXIN-Zertifikat ist der Nachweis, dass man diesen Kontext beherrscht. Besonders wertvoll ist das Zertifikat für Personen, die von klassischen IT-Rollen in DevOps-geprägte Teams wechseln. Das Foundation-Level schafft ein gemeinsames Vokabular mit Entwicklern und SREs, ohne selbst Coding-Kompetenz vorauszusetzen. Für Führungskräfte bedeutet das: man kann DevOps-Vorhaben fachlich einordnen, Risiken benennen und Fortschritte messbar machen. Die DORA-Metriken — Deployment-Frequenz, Lead Time for Changes, Time to Restore Service, Change Failure Rate — sind inzwischen Standardindikatoren für die IT-Performance vieler Unternehmen. Wer sie versteht und interpretieren kann, spricht die Sprache, die in CTO- und CIO-Berichten verwendet wird. Das ist ein konkreter Mehrwert, der über das Bestehen einer Prüfung weit hinausgeht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was prüft die EXIN DevOps Foundation genau?
Die Prüfung umfasst 40 Multiple-Choice-Fragen in 60 Minuten mit einer Bestehensgrenze von 65 %. Geprüft werden konzeptuelles Verständnis von CALMS, DevOps-Teamstrukturen, Deployment-Pipelines, agilen Methoden im DevOps-Kontext und Cloud-Grundlagen — keine spezifischen Tool-Kenntnisse.
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Der Kurs ist auf konzeptionelles Verständnis ausgerichtet und setzt keine Entwicklungserfahrung voraus. Er eignet sich gleichermaßen für Entwickler, Betriebsmitarbeiter und Führungskräfte.
In welcher Sprache findet die Prüfung statt?
Die EXIN DevOps Foundation-Prüfung kann wahlweise auf Deutsch oder Englisch abgelegt werden. Der Kursunterricht wird je nach Anbieter überwiegend auf Deutsch geführt.
Was ist der Unterschied zwischen DevOps Foundation und anderen DevOps-Zertifikaten?
Die Foundation ist das Einstiegslevel — sie prüft konzeptuelles Grundverständnis. Weiterführende Zertifikate wie EXIN DevOps Professional setzen auf der Foundation auf und verlangen tiefere Methodenkenntnisse. Andere Anbieter wie das DevOps Institute bieten eigene Tracks an, die sich teilweise überschneiden.
Wie lange ist das Zertifikat gültig?
Das EXIN DevOps Foundation-Zertifikat ist unbefristet gültig. Eine Rezertifizierung ist nicht verpflichtend vorgeschrieben. Da sich DevOps-Praktiken weiterentwickeln, empfehlen viele Organisationen trotzdem regelmäßige Weiterbildung.
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