Überblick
Digitale Transformation ist mehr als die Einführung neuer Software. Sie verändert Geschäftsmodelle, Arbeitsweisen, Kommunikationsstrukturen und Unternehmenskulturen grundlegend. Wer diesen Wandel aktiv gestalten will, braucht sowohl strategisches Denken als auch konkrete Methoden-Kompetenz. Diese Weiterbildung zum Experten für digitale Transformation verbindet beide Dimensionen: Sie vermittelt das Wissen über Trends, Technologien und Geschäftsmodelle der digitalen Wirtschaft und gibt gleichzeitig das methodische Rüstzeug für die Umsetzung — insbesondere in Form agiler Arbeitsweisen und professionellem Change Management. Der Kurs schließt mit der Möglichkeit ab, das international anerkannte Zertifikat Professional Scrum Master I (PSM I) von Scrum.org zu erwerben.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen und Kontext der digitalen Transformation Digitale Transformation beginnt mit dem Verständnis der Kräfte, die sie antreiben. Dieser Einstiegsblock ordnet technologische Entwicklungen in ihren wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext ein — ohne Buzzword-Bingo, aber mit klarem Blick auf das, was wirklich relevant ist.
- Understanding Digital Business: Plattformökonomie, Netzwerkeffekte, digitale Wertschöpfungsketten
- Historische Einordnung: erste bis vierte industrielle Revolution und ihre Parallelen
- Globalisierung und Digitalisierung als wechselseitige Verstärker
- Perspektiven und Megatrends: KI, IoT, Cloud, Automatisierung, 5G
- Disruption erkennen: Geschäftsmodellanalyse unter Digitalisierungsdruck
- Regulatorischer Rahmen: DSGVO, Datenstrategie der EU, AI Act als Orientierungsrahmen
Arbeit 4.0, New Work und Selbstmanagement Die Veränderung der Arbeitswelt durch Digitalisierung ist nicht nur eine technische, sondern auch eine menschliche Herausforderung. Dieser Block widmet sich konsequent dem Faktor Mensch: Wie verändern sich Rollen, Kompetenzen und Arbeitsweisen? Wie bleibt man in einer permanenten Veränderungsumgebung handlungsfähig?
- Arbeit 4.0: plattformbasierte Arbeit, Gig Economy, Remote Work, hybride Teams
- New-Work-Prinzipien: Sinn, Selbstbestimmung, Gemeinschaft — Konzepte und Anwendung
- Skill-Gap-Analyse: Methoden zur Standortbestimmung eigener Kompetenzen
- Selbstmanagement in digitalen Arbeitsumgebungen: Zeitkompetenz, Informationsmanagement
- Kollaboration: digitale Kollaborationswerkzeuge (Cloud-Plattformen, Videokonferenz, Wikis)
- Arbeitsorganisation 4.0: Kanban, OKR, hybride Arbeitsmethoden im Alltag
Datengetriebene Geschäftsmodelle, Big Data und IT-Sicherheit Daten sind das Rohmaterial der digitalen Wirtschaft. Wer Transformationsprojekte verantwortet, muss nicht Datenwissenschaftler sein — aber er muss verstehen, wie datengetriebene Entscheidungsprozesse funktionieren, welche Datenschutzvorgaben gelten und wo IT-Sicherheit zur Geschäftsrisiko-Frage wird.
- New Business Thinking: Daten als Geschäftsmodell, Monetarisierung von Datenprodukten
- Big Data: Grundkonzepte, Architekturprinzipien, Anwendungsfelder in Unternehmen
- KI und maschinelles Lernen: Einsatzgebiete, Nutzen, Grenzen — für Entscheider und Projektverantwortliche
- IT-Datenschutz: DSGVO-Pflichten in Projekten, Rollen (DSB, Verarbeiter), Privacy by Design
- IT-Sicherheit: Bedrohungsszenarien, grundlegende Schutzmaßnahmen, Notfallkonzepte
- Ethik und Governance in der KI: Grundprinzipien des EU AI Act für die Praxis
Scrum als agiles Rahmenwerk und PSM-I-Vorbereitung Scrum ist das weltweit meistgenutzte agile Rahmenwerk für die Entwicklung und Lieferung komplexer Produkte. Die Weiterbildung enthält eine vollständige Ausbildung in Scrum, die auf die externe Prüfung Professional Scrum Master I (PSM I) bei Scrum.org vorbereitet.
- Der Scrum Guide: Werte, Theorie, Grundprinzipien von Scrum
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Developer — Aufgaben und Zusammenspiel
- Scrum-Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Scrum-Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment, Definition of Done
- Scrum Master als Servant Leader und Change Enabler in der Organisation
- Skalierung: Nexus und andere Ansätze für grosse Produkt-Teams
Change Management und digitale Führung
- Change-Management-Modelle: Kotter-8-Stufen-Modell, ADKAR, Veränderungskurve im Wandelprozess
- Widerstand im Wandel: Ursachen, Umgang, kommunikative Strategien
- Führen in der Transformation: Rolle des Digital Transformation Managers
- Kommunikation digitaler Strategie: intern, extern, gegenüber verschiedenen Stakeholdergruppen
- Transformation-Roadmap: Struktur, Inhalte, Erfolgsmessung
- Digitale Kultur: Lernorganisation, psychologische Sicherheit, Fehlerkultur
- Innovationsmethoden: Design Thinking, Lean Startup im Transformationskontext
- Stakeholder-Management in Transformationsprojekten
- Agile Führung und klassisches Projektmanagement: Schnittstellen und Kompatibilität
- Fallstudie: digitale Transformation in einem mittelständischen Unternehmen
- Lessons Learned aus gescheiterten Digitalisierungsprojekten
- Persönliche Transformation-Agenda: eigene Rolle im digitalen Wandel definieren
Lernziele:
- Die Dimensionen der digitalen Transformation — technologisch, kulturell, organisatorisch — erklären und analysieren können
- Trends der Globalisierung und Digitalisierung von Arbeit in ihrer Relevanz für konkrete Branchen einschätzen
- Ein fundiertes Verständnis von Arbeit 4.0 und New-Work-Konzepten entwickeln
- Skill-Gap-Analysen durchführen und persönliche Entwicklungsbedarfe im digitalen Kontext bestimmen
- Grundprinzipien von New Business Thinking und datengetriebenen Geschäftsmodellen verstehen
- Big Data und KI als Entscheidungsgrundlage in Organisationen einordnen
- Datenschutz und IT-Sicherheit in digitalen Transformationsprojekten berücksichtigen
- Selbstmanagement und Produktivitätstechniken in digitalen Arbeitsumgebungen anwenden
- Kollaborationswerkzeuge und verteilte Arbeitsorganisation professionell nutzen
- Scrum als agiles Framework vollständig verstehen: Rollen, Events, Artefakte
- Change-Management-Konzepte auf Transformationsprojekte anwenden
- Digitale Transformation als Führungsaufgabe wahrnehmen und kommunizieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung richtet sich an Personen, die den digitalen Wandel in Unternehmen oder Organisationen aktiv vorantreiben und dabei methodisch und strategisch kompetent agieren wollen.
- Fachkräfte aus beliebigen Branchen mit erster Berufserfahrung, die in Richtung digitaler Transformation wechseln möchten
- Projektleiterinnen und Projektleiter, die agile Methoden in ihr Repertoire aufnehmen wollen
- Führungskräfte, die Transformationsverantwortung übernehmen oder ausbauen wollen
- Absolventinnen und Absolventen mit Berufserfahrung, die eine Spezialisierung im Digitalisierungsbereich anstreben
- Berater und Beraterinnen, die ihre Kunden in Digitalisierungsprojekten begleiten
Erste Berufserfahrung oder ein Studienabschluss sind die formalen Einstiegsvoraussetzungen — dieser Kurs setzt kein Informatikstudium und keine Programmierkenntnisse voraus. Entscheidend ist die Bereitschaft, strategische und methodische Inhalte zu verbinden und eigenständig in Lernphasen zu arbeiten. Offenheit gegenüber Veränderungen und eine grundlegende digitale Alltagskompetenz (Umgang mit Online-Tools, Cloud-Diensten) sind hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert konzeptionelle Einheiten mit anwendungsorientierten Formaten: Fallstudien aus der Transformationspraxis, Scrum-Simulationen in Teams und Change-Management-Übungen mit realen Szenarien. Digitale Kollaborationstools werden nicht nur gelehrt, sondern auch im Kursverlauf selbst eingesetzt. Das PSM-I-Modul beinhaltet gezielte Übungen mit Fragetypen, wie sie in der Scrum.org-Prüfung vorkommen. Der Kurs läuft digital und erlaubt damit ortsunabhängiges Lernen.
Die Weiterbildung ist als mehrmonatige Vollzeit-Lernmaßnahme konzipiert. Beide am Markt vertretenen Anbieter bieten vergleichbare Lehrpläne an. Verbindliche Angaben zu Stundenumfang und Kurswochen sind vor der Buchung beim jeweiligen Träger zu erfragen.
Der Kurs schließt mit einem trägerinternen Zertifikat als Experte für digitale Transformation ab. Darüber hinaus bereitet er auf die externe Prüfung zum Professional Scrum Master I (PSM I) bei Scrum.org vor. Die PSM-I-Prüfung wird eigenständig bei Scrum.org abgelegt und ist ein international anerkanntes Zertifikat ohne Ablaufdatum. Das PSM-I-Zertifikat ist kein Anhang des Kurszertifikats, sondern wird separat nach bestandener Online-Prüfung ausgestellt.
Nutzen & Perspektiven
Die Kombination aus strategischem Transformationsverständnis und dem agilen PSM-I-Zertifikat ist auf dem Arbeitsmarkt ausgesprochen gut positioniert. Change Manager, Digital Transformation Manager und Scrum Master werden von Unternehmen aller Branchen gesucht — oft sogar zusammen in einer Rolle. Wer beide Kompetenzen mitbringt, ist für diese hybriden Stellen prädestiniert. Das PSM-I-Zertifikat von Scrum.org ist besonders wertvoll, weil es ohne Rezertifizierungspflicht gilt und von Arbeitgebern weltweit anerkannt wird. Im Gegensatz zu manchen anderen Agile-Zertifizierungen ist es nicht an Trainingskurse gebunden — die bestandene Prüfung zählt. Diese Weiterbildung bereitet gezielt auf diese Prüfung vor und liefert damit eine nachweisbare, externe Qualifikation. Die steigende Nachfrage nach Fachkräften für digitale Transformation speist sich aus einer einfachen Realität: Ohne qualifizierte Begleitung scheitern Digitalisierungsprojekte häufig nicht an der Technologie, sondern am Change Management und an fehlender methodischer Struktur. Wer nach diesem Kurs die Transformationsverantwortung übernimmt, bringt genau die Kompetenz mit, die Unternehmen in dieser Situation brauchen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Programmierkenntnisse für diesen Kurs?
Nein. Die Weiterbildung richtet sich an Gestalter und Führungsverantwortliche von Transformationsprojekten, nicht an Entwickler. Technologische Grundkonzepte (KI, Big Data, Cloud) werden erklärt, aber nicht programmiert. Erste Berufserfahrung und eine grundlegende digitale Alltagskompetenz reichen als Voraussetzung aus.
Was ist das PSM-I-Zertifikat von Scrum.org?
Das Professional Scrum Master I (PSM I) ist ein international anerkanntes Zertifikat, das von Scrum.org — der von Scrum-Mitgründer Ken Schwaber gegründeten Organisation — ausgestellt wird. Es wird durch eine Online-Prüfung erworben, hat kein Ablaufdatum und ist nicht an regelmäßige Rezertifizierungen geknüpft. Es gilt als eines der respektiertesten Scrum-Zertifikate auf dem Markt.
Was macht ein Digital Transformation Manager konkret?
Ein Digital Transformation Manager analysiert, welche Geschäftsprozesse und Strukturen digitalisiert werden sollen, entwickelt eine Transformations-Roadmap und begleitet deren Umsetzung. Er koordiniert Stakeholder, managt Widerstände und sorgt dafür, dass technische Projekte auch kulturell verankert werden. Die Rolle verbindet Strategie, Change Management und Projektsteuerung.
Was unterscheidet einen Change Manager von einem Scrum Master?
Ein Change Manager begleitet den menschlichen und kulturellen Wandel in Organisationen — er arbeitet mit Widerständen, kommuniziert Veränderungen und sichert die Akzeptanz. Ein Scrum Master hingegen ist ein agiler Teamcoach, der ein Entwicklungs- oder Produktteam bei der Anwendung des Scrum-Frameworks unterstützt. In Transformationsprojekten überlappen sich beide Rollen, weshalb diese Weiterbildung beide Kompetenzen integriert.
Für welche Branchen ist diese Weiterbildung relevant?
Digitale Transformation betrifft nahezu alle Branchen — von produzierendem Gewerbe über Finanzdienstleistungen und Gesundheitswesen bis hin zu öffentlicher Verwaltung und Handel. Diese Weiterbildung ist bewusst branchenübergreifend konzipiert, sodass Teilnehmende die erlernten Konzepte auf ihren jeweiligen beruflichen Kontext anwenden können.
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