Überblick
Wer im internationalen Handel tätig ist, bewegt sich an der Schnittstelle von Logistik, Zollrecht, Außenwirtschaft und globaler Kommunikation. Diese Weiterbildung deckt genau diesen Querschnitt ab: Sie vermittelt fundierte Kenntnisse in der Zollabwicklung mit dem elektronischen Zollsystem ATLAS, vertieft Logistik- und Transportprozesse, behandelt die Grundlagen der Außenwirtschaft und schließt mit einem Wirtschaftsenglisch-Modul auf Niveau B1/B2 ab — inklusive TOEIC-Prüfung. Damit unterscheidet sich dieser Kurs klar von reinen Import-Export-Qualifikationen: Der Englisch-Schwerpunkt ist nicht ein optionales Add-on, sondern ein eigenständiger, zeitintensiver Bestandteil, der auf sprachliche Handlungsfähigkeit in internationalem Kontext abzielt.
Kursinhalte & Lernziele
Außenhandel und Zollabwicklung mit ATLAS ist das erste Modul und bildet das fachlich-rechtliche Rückgrat der Weiterbildung. Rund vier Wochen sind für die Einführung in das Zollwesen vorgesehen — von den Grundprinzipien des Außenhandels bis zur praktischen Arbeit mit dem deutschen Zollanmeldungssystem.
- Grundprinzipien des Außenhandels und Aufgaben der Zollverwaltung
- Warenursprung, Zollwert und Tarifierung im Überblick
- Versandverfahren und Zolllagerverfahren: Abläufe und Voraussetzungen
- Zollanmeldungen mit ATLAS: Einfuhr, Ausfuhr und Abgaben
- Elektronischer Zolltarif (EZT) und TARIC der Europäischen Union
- Regelungen zur vorübergehenden Verwahrung
- Veredelungsverfahren: aktive und passive Veredelung im Zollrecht
Spezielle Lager- und Transportprozesse vertieft die logistischen Kernkompetenzen, die für Fachpersonal im Import- und Exportbereich unerlässlich sind. Vier Wochen stehen für die Arbeit mit Lagersystemen, Risikoanalyse und Transportrecht zur Verfügung.
- Aufbau und Typen von Lagersystemen im Außenhandelskontext
- Logistiksteuerung und Durchsatz-/Bestandsoptimierung
- ABC- und XYZ-Analyse zur Klassifizierung von Lagerbeständen
- Haftungsfragen und Versicherungsgrundlagen im Transport
- Zollrelevante Aspekte in der Lagerlogistik
Produkt- und Außenwirtschaft / Außenhandel verbindet die logistischen Kenntnisse mit übergeordneten wirtschaftlichen Strukturen des globalen Handels. In acht Wochen werden Zahlungsverkehr, Frachtabwicklung und Zollverfahren aus einer übergeordneten Perspektive behandelt — mit Bezug zu realen Handelssituationen.
- Außenwirtschaftssysteme: Institutionen, Abkommen und Rahmenbedingungen
- Internationaler Zahlungsverkehr: Akkreditiv, Inkasso und SEPA im Außenhandel
- Frachtabwicklung: Incoterms, Frachtpapiere und Lieferbedingungen
- Zollverfahren und -abwicklung im internationalen Kontext
- Außenwirtschaftskontrollen und Exportkontrollrecht im Überblick
Wirtschaftsenglisch B1/B2 mit TOEIC-Zertifizierung ist das umfangreichste Modul und unterstreicht den Charakter dieser Weiterbildung als Kombination aus Fach- und Sprachqualifikation. Zwölf Wochen sind dafür vorgesehen — ein klares Zeichen, dass Englisch hier nicht als Anhang, sondern als zentrales berufliches Werkzeug behandelt wird.
- Grammatik, Satzbau und Textverständnis auf B1/B2-Niveau
- Allgemeine Geschäftssprache: Meetings, Verhandlungen, Präsentationen
- Kommunikationstraining: mündliche Interaktion in typischen Handelssituationen
- Schreibtraining: E-Mails, Berichte, Anfragen und Angebote auf Englisch
- Fachvokabular für Import, Export, Logistik und Zoll
- Vorbereitung auf und Ablegen der TOEIC-Prüfung
Übungen verbinden die theoretischen Inhalte mit konkreten Handelssituationen und bereiten auf die Prüfungsanforderungen des TOEIC sowie auf berufliche Alltagssituationen vor.
- Zollanmeldung für eine fiktive Einfuhr in ATLAS-Simulationsumgebung durchführen
- Tarifierung einer Ware nach EZT/TARIC üben
- ABC-Analyse für einen Lagerbestand berechnen und interpretieren
- Frachtpapiere für eine fiktive Sendung ausfüllen
- Incoterms-Szenario analysieren und den richtigen Liefertyp wählen
- Akkreditiv-Ablauf schematisch darstellen und erläutern
- Zolltechnische Besonderheiten eines Veredelungsverfahrens beschreiben
- Englischsprachige Anfrage auf eine Lieferanfrage formulieren
- TOEIC-Übungstests unter Prüfungsbedingungen absolvieren
- Außenwirtschaftskontroll-Szenario auf Exportkontrollrelevanz prüfen
- Logistikkonzept für einen Importvorgang von A bis Z skizzieren
- Zollwert einer Sendung berechnen und Ergebnis begründen
Die Weiterbildung richtet sich konsequent an realen Handelsprozessen aus. Die Kombination aus Systemkenntnissen (ATLAS), rechtlichem Wissen (Außenwirtschaft) und sprachlicher Qualifikation (TOEIC) bereitet auf ein breites Aufgabenspektrum in Außenhandels- und Logistikabteilungen vor.
Lernziele:
- Sie verstehen die grundlegenden Prinzipien des Außenhandels und der Zollverwaltung im deutschen und europäischen Kontext
- Sie bedienen das elektronische Zollsystem ATLAS für Zollanmeldungen im Ein- und Ausführbereich
- Sie kennen Versandverfahren, Zolllagerverfahren und Veredelungsverfahren im Zollrecht
- Sie lesen und interpretieren den elektronischen Zolltarif (EZT) und TARIC der EU
- Sie verstehen Lagersysteme, ABC/XYZ-Analysen und Haftungs- sowie Versicherungsfragen in der Logistik
- Sie koordinieren spezielle Lager- und Transportprozesse im nationalen und internationalen Umfeld
- Sie kennen die Strukturen des internationalen Zahlungsverkehrs und der Frachtabwicklung
- Sie wenden Außenwirtschaftsinstrumente und -systeme für den globalen Handel an
- Sie kommunizieren auf Englischniveau B1/B2 in beruflichen Kontexten der Import-/Export-Branche
- Sie schreiben und verstehen englischsprachige Geschäftskorrespondenz und Fachtexte
- Sie legen die TOEIC-Prüfung ab und weisen Ihre Englischkompetenz international nach
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs eignet sich für Personen, die eine Tätigkeit im internationalen Handel, in der Logistik oder im Zollbereich anstreben oder sich für diese Bereiche neu qualifizieren möchten. Die integrierte Sprachqualifikation macht ihn besonders für Personen interessant, die ihre Fremdsprachenkompetenz beruflich belegen wollen.
- Berufswechsler, die in Logistik, Außenhandel oder Speditionswesen einsteigen möchten
- Kaufmännische Fachkräfte, die ihr Wissen um Zoll- und Außenwirtschaftsrecht erweitern wollen
- Lageristinnen und Lageristen mit Interesse an einer Qualifikation für Handelsprozesse
- Personen mit englischsprachigen Berufserfahrungen, die dieses Niveau formal nachweisen möchten
- Fachkräfte im Import/Export, die Lücken in Zollrecht oder ATLAS-Kenntnissen schließen wollen
Für die Teilnahme werden Deutschkenntnisse in Wort und Schrift vorausgesetzt. Vor Aufnahme findet ein persönliches Eignungsgespräch statt. Vorkenntnisse im kaufmännischen Bereich sind hilfreich, aber nicht zwingend. Das Wirtschaftsenglisch-Modul setzt grundlegende Englischkenntnisse voraus, da es auf dem Niveau B1 ansetzt. Falls ein Kostenträger beteiligt ist, gelten zusätzlich dessen Zugangsvoraussetzungen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft im Vollzeitformat mit Combined-Learning-Ansatz: Präsenz- und Online-Phasen wechseln sich ab. Das ermöglicht eine intensive Auseinandersetzung mit Systemen wie ATLAS und gleichzeitig flexible Lernphasen für das umfangreiche Sprachmodul. Praktische Übungen, Fallbeispiele aus dem Handelsleben und begleitete Lerneinheiten sorgen dafür, dass die Inhalte greifbar bleiben.
Der Gesamtumfang liegt bei mehr als sechs Monaten bis zu einem Jahr in Vollzeit. Das Sprachmodul allein umfasst zwölf Wochen; Außenhandel, Logistik und Außenwirtschaft nehmen jeweils mehrere Wochen in Anspruch. Die lange Gesamtdauer reflektiert den Anspruch, echte Berufsbefähigung zu vermitteln — keine oberflächliche Einführung.
Absolventinnen und Absolventen erhalten ein trägerinternes Zertifikat über die Weiterbildung „Fachpersonal im Import/Export inklusive Logistik und Wirtschaftsenglisch". Als eigenständiger Abschluss kommt das TOEIC-Zertifikat hinzu, das nach Bestehen der standardisierten Prüfung ausgestellt wird und einen international gültigen Nachweis der Englischkompetenz auf Niveau B1/B2 darstellt. Das TOEIC-Zertifikat ist in vielen Unternehmen und Ländern als belastbarer Sprachnachweis anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
In der globalisierten Handelswelt gehören Zollkenntnisse, Logistikverstehen und Englischkompetenz zu den Grundvoraussetzungen für viele Positionen in Außenhandels- und Logistikabteilungen. Wer alle drei Felder auf einem soliden Niveau beherrscht, ist für international ausgerichtete Unternehmen besonders attraktiv — denn solche Profile sind auf dem Arbeitsmarkt nicht häufig. ATLAS als zentrale Plattform der deutschen Zollabwicklung ist dabei ein konkreter, praxiswirksamer Bestandteil: Kenntnisse in diesem System sind für Zollsachbearbeiterinnen und -sachbearbeiter, Speditionskaufleute und Import-/Export-Sachbearbeiter nahezu unverzichtbar. Wer ATLAS kennt, kann in einer neuen Stelle produktiv eingesetzt werden — ohne lange Einarbeitungszeit. Der TOEIC-Abschluss auf Niveau B1/B2 ergänzt das fachliche Zertifikat um eine international verständliche Sprachqualifikation. Gerade für Positionen, in denen direkter Kontakt mit ausländischen Lieferanten, Kunden oder Behörden besteht, ist ein nachweisbares Sprachniveau ein Wettbewerbsvorteil im Bewerbungsverfahren. Diese Weiterbildung liefert beides: das fachliche Rüstzeug und die sprachliche Nachweisbarkeit in einem einzigen Kursformat.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was unterscheidet diesen Kurs von einem reinen Import-Export-Kurs?
Der wesentliche Unterschied liegt im integrierten Wirtschaftsenglisch-Modul mit TOEIC-Abschluss, das zwölf Wochen umfasst. Damit ist Englisch kein Anhang, sondern ein gleichwertiger Bestandteil der Qualifikation. Außerdem sind Logistikprozesse und das Zollsystem ATLAS eigenständige Modulblöcke.
Was ist ATLAS, und warum ist es wichtig?
ATLAS ist das elektronische Zollabwicklungssystem der deutschen Zollverwaltung. Alle Ein- und Ausfuhranmeldungen in Deutschland laufen über dieses System. Kenntnisse in ATLAS sind für Zollsachbearbeiter und Speditionskaufleute nahezu unverzichtbar.
Welches Sprachniveau wird im Wirtschaftsenglisch-Modul erreicht?
Das Modul setzt auf Niveau B1 auf und führt bis B2. Der Abschluss erfolgt über die TOEIC-Prüfung, die nach Bestehen ein international anerkanntes Zertifikat über die Englischkompetenz ausstellt.
Wie lange dauert die Weiterbildung insgesamt?
Die Weiterbildung dauert im Vollzeitformat mehr als sechs Monate bis zu einem Jahr. Den größten Anteil nimmt das Sprachmodul mit zwölf Wochen ein; Zoll, Logistik und Außenwirtschaft sind auf mehrere weitere Wochen verteilt.
Kann die Weiterbildung gefördert werden?
Ja. Der Kurs ist nach AZAV zugelassen. Bei erfüllten Voraussetzungen ist eine Förderung über Bildungsgutschein durch die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter möglich. Fragen zur individuellen Förderfähigkeit beantwortet die zuständige Förderstelle.
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