Überblick
Wer noch nie programmiert hat, steht vor einem besonderen Schritt: dem Wechsel von einer intuitiven, anweisungsbasierten Denkweise hin zu strukturiertem, formalem Problemlösen in Code. Dieser Kurs begleitet genau diesen Übergang — praxisnah, schritthaltend und ohne Vorkenntnisse vorauszusetzen. Im Mittelpunkt stehen drei aufeinander aufbauende Lernbereiche: Erstens die allgemeinen Grundlagen der Computerprogrammierung, die unabhängig von einer bestimmten Sprache gelten. Zweitens die Grundkonzepte der objektorientierten Programmierung (OOP), die heute in den meisten modernen Softwareprojekten die Basis bilden. Drittens die konkrete Umsetzung dieser Konzepte in Java — einer der am weitesten verbreiteten und am Arbeitsmarkt relevantesten Programmiersprachen. Die Schulung findet als Combined Learning statt und dauert in der Regel mehr als eine Woche bis zu einem Monat.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1: Einführung in die Computerprogrammierung — was bedeutet es, zu programmieren? Bevor man eine Programmiersprache lernt, hilft es zu verstehen, was ein Computerprogramm überhaupt ist: eine präzise Folge von Anweisungen, die einem Computer beschreibt, wie er ein Problem lösen soll. Dieser Modulblock legt das konzeptionelle Fundament, indem er zeigt, wie Computer Informationen verarbeiten, was Quellcode ist und wie der Weg von einer Idee zu einem lauffähigen Programm aussieht.
- Wie arbeiten Computer? Hardware, Betriebssystem und Programm im Zusammenspiel
- Was ist Quellcode, Kompilierung und Ausführung?
- Algorithmen als Rezepte: Schritt-für-Schritt-Denken für Computerlösungen
- Einführung in Variablen: Informationen im Programm speichern und verändern
- Datentypen: Ganzzahlen, Dezimalzahlen, Text und Wahrheitswerte unterscheiden
- Erste einfache Programme: Ausgaben erzeugen und Berechnungen durchführen
Modul 2: Grundlagen der Programmierung — Kontrollstrukturen und Methoden In diesem Modulblock lernen Teilnehmende die Bausteine, die nahezu jedes Programm verwendet: Entscheidungen (soll das Programm diesen oder jenen Weg nehmen?) und Wiederholungen (soll eine Aufgabe mehrfach ausgeführt werden?). Dazu kommen Methoden als Werkzeug, um Code sinnvoll zu strukturieren und Logik wiederverwendbar zu machen.
- Bedingte Ausführung mit if, else if und else
- Vergleichsoperatoren und logische Ausdrücke: wann ist eine Bedingung wahr?
- Schleifen mit for und while: Aufgaben automatisch wiederholen
- Abbruchbedingungen und Schleifensteuerung mit break und continue
- Methoden definieren: Parameter, Rückgabewerte und Methodenaufrufe
- Lokale und globale Variablen: Gültigkeitsbereiche im Programm
Modul 3: Objektorientierte Programmierung — Klassen, Objekte und Vererbung in Java Objektorientierung ist ein Denkmodell, das Software als Sammlung von interagierenden Objekten betrachtet. Jedes Objekt hat Eigenschaften (Attribute) und Fähigkeiten (Methoden). In Java ist dieses Konzept tief in der Sprache verankert. Dieser Modulblock führt die OOP von der Idee bis zur ersten praktischen Umsetzung.
- Was ist ein Objekt? Alltagsbeispiele und deren Übersetzung in Code
- Klassen als Baupläne für Objekte definieren und instanziieren
- Attribute (Felder) und Konstruktoren in Java
- Zugriff auf Attribute über Methoden (Getter und Setter)
- Vererbung: gemeinsame Merkmale in Elternklassen zusammenfassen
- Überschreiben von Methoden und einfache Polymorphie
Modul 4: Übungseinheiten — Java-Programmierung von Grund auf In diesem abschließenden Modul wenden Teilnehmende alle Kursinhalte direkt in Java an. Die Aufgaben sind so gestaltet, dass auch Personen ohne jede Programmiererfahrung schrittweise Sicherheit gewinnen.
- Installation und Einrichtung einer Java-Entwicklungsumgebung (JDK und IDE)
- Erstes Java-Programm: "Hello World" schreiben, kompilieren und ausführen
- Übungen zu Variablen und Datentypen in Java-Syntax
- Programmierung einfacher Berechnungen und Textausgaben
- Implementierung von if/else-Entscheidungslogik in kleinen Szenarien
- Schreiben von for- und while-Schleifen für typische Wiederholungsaufgaben
- Entwicklung einer selbstdefinierten Methode mit Parametern und Rückgabewert
- Erstellen einer einfachen Klasse mit Attributen, Konstruktor und Methoden
- Instanziieren von Objekten und Zugriff auf deren Eigenschaften
- Einfaches Vererbungsbeispiel: Elternklasse und abgeleitete Unterklasse
- Grundlegendes Debugging: Fehlermeldungen lesen und häufige Anfängerfehler beheben
- Abschlussprojekt: ein kleines Java-Programm von Anfang bis Ende entwickeln
Die Übungen werden schrittweise komplexer; Trainer geben direktes Feedback und erklären Fehler als Lernmöglichkeit. Das Ziel ist nicht ein vollständiges Entwicklerprofil, sondern ein solides Fundament, auf dem weitere Programmierausbildungen aufbauen können.
Lernziele:
Nach diesem Kurs können Teilnehmende einfache Programme selbständig entwickeln und verstehen, wie Software grundsätzlich aufgebaut ist. Die folgenden Kompetenzen werden erworben.
- Den Aufbau und die Funktionsweise von Computerprogrammen konzeptionell verstehen
- Algorithmen als Folge von Anweisungen formulieren und schrittweise denken
- Variablen, Datentypen und Wertzuweisungen in Java korrekt einsetzen
- Kontrollstrukturen wie Bedingungen (if/else) und Schleifen (for, while) anwenden
- Methoden definieren, aufrufen und mit Parametern und Rückgabewerten arbeiten
- Das Konzept der Objekte und Klassen in der OOP verstehen und anwenden
- Klassen in Java erstellen, instanziieren und über Attribute und Methoden definieren
- Vererbung als Grundprinzip der OOP erklären und einfach umsetzen
- Fehlerquellen in Java-Programmen erkennen und grundlegende Debugging-Techniken einsetzen
- Einfache Java-Programme kompilieren und in der Entwicklungsumgebung ausführen
- Die grundlegende Struktur eines Java-Projekts verstehen und navigieren
- Den Unterschied zwischen prozeduraler und objektorientierter Programmierung benennen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich explizit an Personen ohne Programmiererfahrung, die sich einen ersten fundierten Einblick in die Welt der Softwareentwicklung verschaffen möchten.
- Berufstätige ohne IT-Hintergrund, die Programmierung verstehen und grundlegend anwenden möchten
- Quereinsteiger, die sich für eine Karriere in der Softwareentwicklung interessieren und erste Schritte machen wollen
- Studienabsolventen aus nicht-technischen Fächern, die ihr Berufsprofil um technische Grundlagen erweitern möchten
- Arbeitnehmende, die im Rahmen des Qualifizierungschancengesetzes eine Weiterbildung absolvieren
- Personen, die nach einem einführenden Kurs entscheiden möchten, ob eine tiefergehende Programmierausbildung der richtige Weg ist
Programmierkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich — der Kurs ist explizit für Nicht-Entwickler konzipiert. Grundlegende Computerkenntnisse im Sinne sicherer PC-Bedienung sind hilfreich. Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem Ausgangslage und Lernziele besprochen werden. Individuelle Starttermine können vereinbart werden.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet als Combined Learning statt — eine Mischung aus angeleiteten Live-Sessions (meist in Vollzeit, teils in Teilzeit) und begleiteten Übungsphasen. Da Programmieren ein handwerkliches Können ist, das durch Üben entsteht, liegt ein hoher Anteil der Lernzeit auf eigenständigen Coding-Aufgaben mit Trainer-Feedback. Die Lernmaterialien und Übungen sind auf die spezifischen Herausforderungen von Einsteigern ohne Vorkenntnisse ausgerichtet.
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat. In Vollzeit läuft er deutlich kompakter ab; Teilzeitvarianten sind ebenfalls möglich. Individuelle Starttermine werden vorab vereinbart.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat von New Horizons. Da der Kurs explizit als Einstiegskurs konzipiert ist, gibt es keine externe Hersteller- oder Verbandsprüfung am Ende. Das Zertifikat dokumentiert die erworbene Grundkompetenz in Programmierung, OOP-Konzepten und Java und bildet die Grundlage für weiterführende Qualifizierungen.
Nutzen & Perspektiven
Der Einstieg in die Programmierung ist für viele Menschen der schwierigste Schritt — nicht wegen des technischen Umfangs, sondern wegen der mentalen Umstellung auf algorithmisches Denken. Dieser Kurs baut genau diese Grundfähigkeit auf: das strukturierte Denken in Anweisungsfolgen, Bedingungen und Wiederholungen. Wer einmal diesen Denkwechsel vollzogen hat, erschließt sich eine ganz neue Art, Probleme zu lösen — eine Fähigkeit, die in zunehmend digitalisierten Berufsfeldern direkt nutzbar ist. Java ist dabei eine besonders lehrreiche Wahl für Einsteiger: Die Sprache erzwingt explizite Typangaben und eine klare Struktur, was das Verständnis für Grundprinzipien fördert und gleichzeitig eine der realen Karriereoptionen bei der Wahl einer Programmiersprache darstellt. Java wird in Unternehmensanwendungen, Android-Entwicklung und Backend-Systemen eingesetzt und ist seit Jahrzehnten einer der meistgefragten Sprachen am Arbeitsmarkt. Wer diesen Kurs absolviert, kann anschließend fundierter einschätzen, ob eine vollständige Umschulung in Richtung Softwareentwicklung der richtige Weg ist — oder ob die erworbenen Grundkenntnisse ausreichen, um in der eigenen Berufsrolle besser mit Entwicklungsteams zusammenzuarbeiten, technische Anforderungen besser zu formulieren oder erste kleine Skripte und Automatisierungen eigenständig umzusetzen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich diesen Kurs wirklich ohne Vorkenntnisse besuchen?
Ja, der Kurs ist explizit für Personen ohne jede Programmiererfahrung konzipiert. Er beginnt mit den absoluten Grundlagen — was ein Computerprogramm ist und wie algorithmisches Denken funktioniert — und baut schrittweise auf.
Warum wird Java als Einstiegssprache gewählt?
Java ist eine weitverbreitete, gut lesbare Sprache mit klarer Struktur, die objektorientiertes Denken aktiv einübt. Sie wird in vielen Unternehmensanwendungen, Backend-Systemen und der Android-Entwicklung eingesetzt und ist damit eine praxisrelevante Wahl für den Einstieg.
Werde ich nach diesem Kurs als Entwickler arbeiten können?
Dieser Kurs ist ein Einstiegskurs, der ein solides Fundament legt, aber keine vollständige Entwicklerausbildung ersetzt. Er hilft dabei, einzuschätzen, ob eine vertiefte Programmierausbildung der richtige nächste Schritt ist, und bereitet auf weiterführende Kurse vor.
Wie lange dauert der Kurs?
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat. In Vollzeit läuft er kompakter ab, Teilzeitvarianten sind ebenfalls möglich. Individuelle Starttermine können vereinbart werden.
Kann dieser Kurs über das Qualifizierungschancengesetz gefördert werden?
Ja, förderfähige Arbeitnehmer können je nach persönlicher Situation das Qualifizierungschancengesetz, auch in Verbindung mit Kurzarbeit oder Transfergesellschaften, nutzen. Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber oder die Agentur für Arbeit an, um die Fördermöglichkeiten zu klären.
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