Überblick
Hochziehbare Personenaufnahmemittel (HPA) sind Arbeitsmittel, mit denen Personen an Fahrzeugkranen oder ähnlichen Hebezeugen in die Höhe transportiert werden. Sie unterliegen strengen sicherheitstechnischen Anforderungen: Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und die Technische Regel für Betriebssicherheit TRBS 1203 legen fest, wer solche Prüfungen durchführen darf und welche Qualifikation dafür notwendig ist. Diese Qualifizierung vermittelt das notwendige Fachwissen, um als befähigte Person im Sinne von BetrSichV und TRBS 1203 anerkannt zu werden. Sie umfasst rechtliche Grundlagen, Prüfkriterien, Verschleißbeurteilung, Dokumentation und die praktische Bewertung des Zustands hochziehbarer Personenaufnahmemittel. Das Seminar schließt mit einem Zertifikat der DEKRA Akademie ab.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Rechtliche Grundlagen und Pflichten der befähigten Person Das Fundament jeder Prüftätigkeit ist das Wissen um die einschlägigen Rechts- und Regelwerke. Dieses Modul klärt, welche Pflichten der Arbeitgeber gegenüber dem Prüfpersonal hat, was die TRBS 1203 konkret fordert und welche Voraussetzungen eine Person erfüllen muss, um als befähigte Person anerkannt zu werden.
- Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV): Prüfpflichten und Verantwortlichkeiten
- TRBS 1203: Anforderungen an befähigte Personen — fachliche Ausbildung, praktische Erfahrung, zeitnahe berufliche Tätigkeit
- Abgrenzung: befähigte Person vs. Sachkundige Person vs. zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS)
- DGUV Vorschriften und Informationen zu hochziehbaren Personenaufnahmemitteln
- Haftung und Dokumentationspflichten bei der Prüftätigkeit
- Meldepflichten und Konsequenzen bei festgestellten Mängeln
Modul 2 — Technik hochziehbarer Personenaufnahmemittel HPA werden in vielfältigen Ausführungen gebaut: als Körbe, Käfige, Plattformen oder Einzelhängekonstruktionen. Dieses Modul vermittelt das technische Grundwissen über Konstruktionsprinzipien, Normen und Einsatzbereiche.
- Bauarten und Konstruktionsprinzipien hochziehbarer Personenaufnahmemittel
- Zulässige Einsatzbereiche und unzulässige Verwendungen
- Normative Anforderungen an Bau und Ausrüstung
- Tragfähigkeit und Lastannahmen: Personenlasten, Werkzeuglasten, dynamische Einflüsse
- Anschlagmittel: Auswahl, Tragfähigkeitskennzeichnung, Anschlagarten
- Schnittstellen zum Hebezeug: Kran, Bagger, Stapleranbaugerät
Modul 3 — Prüfung, Schäden und Dokumentation Im Kern dieser Qualifizierung steht die Prüftätigkeit selbst. Die Teilnehmenden lernen, welche Prüfschritte einzuhalten sind, wie Schäden systematisch bewertet werden und welche Dokumentation eine rechtssichere Prüfung erfordert.
- Prüfplan: Sichtprüfung, Funktionsprüfung, Belastungsprüfung
- Visuelle Kontrolle von Schweißnähten: Schweißnahtfehler erkennen und beurteilen
- Schäden an Strukturbauteilen: Risse, Verformungen, Korrosion
- Verschleiß und Ablegereife: Kriterien nach DGUV und Herstellervorgaben
- Anschlagmittel: Drähte, Ketten, Hebebänder — Prüfung und Ablegereife
- Prüfbuch: Aufbau, Pflichtinhalte, Aufbewahrungsfristen
Praxisanwendung — Prüfszenarien und Fallanalysen Das Seminar ist praxisorientiert aufgebaut. Anhand von Fallbeispielen, Bilddokumentationen und realen Prüfobjekten werden die erlernten Prüfkriterien angewendet. Die Teilnehmenden üben die Beurteilung von Schäden und Verschleiß und füllen Prüfprotokolle unter Anleitung aus.
- Erkennen und Dokumentieren typischer Schäden anhand von Praxisfotos
- Ausfüllen von Prüfbuch-Einträgen für verschiedene Prüfszenarien
- Fallstudie: Beurteilung einer ablegereifen, verdächtigen Schweißnaht
- Übung: Auswahl geeigneter Anschlagmittel für einen definierten HPA-Typ
- Diskussion von Grenzfällen: Wann ist ein Prüfbefund meldepflichtig?
- Kurzprüfung eines Anschlagmittels auf Verschleiß und Kennzeichnung
Das Seminar dauert bis zu drei Tage und ist als Vollzeitlehrgang konzipiert, was eine intensive Auseinandersetzung mit allen Themenbereichen innerhalb eines überschaubaren Zeitrahmens ermöglicht. Die Unterrichtsform ist präsenznah und erlaubt direkten Austausch zwischen Teilnehmenden und Kursleitern.
Lernziele:
- Sie benennen die rechtlichen Grundlagen für den Einsatz und die Prüfung hochziehbarer Personenaufnahmemittel (BetrSichV, TRBS 1203, DGUV-Regelwerk).
- Sie definieren die Anforderungen, die eine befähigte Person im Sinne von TRBS 1203 erfüllen muss.
- Sie erläutern die technischen Merkmale und Konstruktionsprinzipien hochziehbarer Personenaufnahmemittel.
- Sie beurteilen die Tragfähigkeit und die korrekte Auswahl von Anschlagmitteln für HPA.
- Sie wenden die relevanten Prüfkriterien auf konkrete Prüfsituationen an.
- Sie erkennen sicherheitsrelevante Schäden an Schweißnähten, tragenden Bauteilen und Anschlagmitteln.
- Sie beurteilen Verschleißzustand und Ablegereife von Bauteilen anhand anerkannter Kriterien.
- Sie planen und dokumentieren Prüfungen vollständig im Prüfbuch.
- Sie unterscheiden zwischen regulärer Wartung und prüfpflichtiger Inspektion.
- Sie identifizieren geeignete Einsatzbereiche von HPA und grenzen diese von unzulässigen Anwendungen ab.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Seminar richtet sich an Fachkräfte, die in ihrem Betrieb mit der Prüfung hochziehbarer Personenaufnahmemittel beauftragt werden sollen oder bereits sind. Vorausgesetzt wird eine einschlägige technische Berufsausbildung und praktische Erfahrung in einem relevanten Bereich.
- Industrie-Mechaniker, Kfz-Mechatroniker und vergleichbare Berufsgruppen mit metalltechnischem Hintergrund
- Fachkräfte aus Instandhaltung, Herstellung oder Prüfung von Arbeitsmitteln
- Sicherheitsfachkräfte, die ihre Prüfkompetenz für HPA nachweisen müssen
- Betriebliche Prüfer, die eine dokumentierte Qualifikation für HPA anstreben
Für die Anerkennung als befähigte Person nach TRBS 1203 sind eine abgeschlossene metalltechnische Berufsausbildung (z. B. Industrie-Mechaniker oder Kfz-Mechatroniker oder vergleichbar) sowie mindestens ein Jahr praktische Erfahrung in der Instandhaltung, Herstellung, Verwendung oder Prüfung von Personenaufnahmemitteln, Lastaufnahmemitteln, Fahrzeugaufbauten, Fahrzeugkranen oder vergleichbaren Arbeitsmitteln erforderlich. Außerdem wird eine zeitnahe berufliche Tätigkeit in diesem Bereich gemäß TRBS 1203 vorausgesetzt.
Ablauf & Abschluss
Das Seminar wird in Präsenzform (Vollzeitformat) durchgeführt und verbindet Fachvortrag mit praxisnahen Übungen an Anschauungsmaterial und Fallbeispielen. Die kompakte Dauer von bis zu drei Tagen erfordert eine konzentrierte Arbeitsweise; der Präsenzrahmen ermöglicht direktes Feedback und Diskussion von Grenzfällen aus der eigenen beruflichen Praxis der Teilnehmenden.
Das Seminar dauert bis zu drei Tage und wird als Vollzeitkurs angeboten. Der überschaubare Zeitrahmen erlaubt eine gezielte, fokussierte Qualifizierung ohne längere Abwesenheit vom Betrieb.
Nach erfolgreichem Abschluss des Seminars erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat der DEKRA Akademie. Dieses Zertifikat bestätigt die erfolgte Qualifizierung zur befähigten Person für das Prüfen hochziehbarer Personenaufnahmemittel gemäß den Anforderungen von TRBS 1203 und BetrSichV. Es dient als betrieblicher Qualifikationsnachweis gegenüber dem Arbeitgeber und bei behördlichen Überprüfungen.
Nutzen & Perspektiven
Personenaufnahmemittel sind sicherheitskritische Arbeitsmittel: Ein Versagen bei der Prüfung kann schwere Unfälle mit Personenschäden verursachen. Die Rechtsverantwortung liegt beim Arbeitgeber, der qualifiziertes Personal für die Prüfung einsetzen muss. Diese Qualifizierung gibt Fachkräften die formale und inhaltliche Grundlage, um diese Verantwortung rechtsicher zu übernehmen und die Prüfpflichten nach BetrSichV und TRBS 1203 vollständig zu erfüllen. Das DEKRA-Zertifikat ist ein anerkannter Nachweis, der in vielen Unternehmen und bei Berufsgenossenschaften als Qualifikationsbeleg gilt. Es dokumentiert, dass die befähigte Person nicht nur praktische Erfahrung mitbringt, sondern sich auch systematisch mit den normativen und technischen Anforderungen auseinandergesetzt hat. Das unterscheidet eine dokumentierte Qualifizierung von einer rein betrieblich erworbenen Routine. Das kompakte Seminarformat ist auf den Berufsalltag von Fachkräften in Instandhaltung, Prüfung und Arbeitssicherheit abgestimmt: Innerhalb weniger Tage wird ein vollständiges, dokumentiertes Qualifizierungsbild erstellt, das sofort im Betrieb einsetzbar ist. Wer als befähigte Person für HPA tätig ist, kann damit souveräner prüfen — mit klarem Wissen um Prüfumfang, Ablegekriterien und Dokumentationspflichten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist eine befähigte Person nach TRBS 1203?
Eine befähigte Person ist eine Fachkraft, die aufgrund ihrer Berufsausbildung, Berufserfahrung und zeitnahen beruflichen Tätigkeit die notwendigen Kenntnisse besitzt, um bestimmte Arbeitsmittel — hier hochziehbare Personenaufnahmemittel — eigenverantwortlich zu prüfen. Die TRBS 1203 legt die Anforderungen im Detail fest.
Welchen Abschluss erhalte ich?
Nach erfolgreichem Seminarabschluss erhalten Sie ein Zertifikat der DEKRA Akademie. Es bestätigt Ihre Qualifizierung zur befähigten Person für das Prüfen hochziehbarer Personenaufnahmemittel und dient als formaler Nachweis gegenüber Arbeitgeber und Behörden.
Welche Voraussetzungen muss ich für die Teilnahme erfüllen?
Sie benötigen eine abgeschlossene metalltechnische Berufsausbildung und mindestens ein Jahr Berufserfahrung im Bereich Instandhaltung, Herstellung oder Prüfung von Personenaufnahmemitteln oder vergleichbaren Arbeitsmitteln. Außerdem ist eine zeitnahe berufliche Tätigkeit in diesem Bereich gemäß TRBS 1203 erforderlich.
Wie lange dauert das Seminar?
Das Seminar dauert bis zu drei Tage und findet in Vollzeit statt. Dieses kompakte Format ermöglicht eine intensive Qualifizierung ohne längere Abwesenheit vom Betrieb.
Gilt das DEKRA-Zertifikat bundesweit?
Das DEKRA-Zertifikat wird in Deutschland von Berufsgenossenschaften und Unternehmen als Qualifikationsnachweis für die befähigte Person anerkannt. Es belegt, dass die Anforderungen aus TRBS 1203 und BetrSichV inhaltlich erarbeitet wurden.
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