Überblick
Diese Weiterbildung gibt einen fundierten Einstieg in drei zentrale Handlungsfelder moderner Personalarbeit: Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitssicherheit und Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung. Gerade in mittelständischen und großen Unternehmen gehören Kenntnisse in diesen Bereichen zum unverzichtbaren Standardwissen für Personalsachbearbeiter:innen, Personalleiter:innen sowie für Führungskräfte mit Personalverantwortung. Der Kurs vermittelt rechtlich sichere Grundlagen, praxisrelevante Handlungskonzepte und einen breiten Überblick über die strukturellen Zusammenhänge, die das betriebliche Personalwesen in Deutschland prägen.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Block widmet sich dem Arbeitsschutz und der gesetzlichen Unfallversicherung als Pflichtthemen für Unternehmen jeder Größe. Teilnehmende lernen, die relevanten Gesetze, Verordnungen und Berufsgenossenschaftlichen Regelwerke zu kennen und in der Praxis anzuwenden.
- Rechtsgrundlagen des Arbeitsschutzes: ArbSchG, ArbStättV, BetrSichV
- Aufgaben und Pflichten von Arbeitgebern, Führungskräften und Sicherheitsbeauftragten
- Struktur und Aufgaben der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften)
- Melde- und Dokumentationspflichten bei Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten
- Haftungsfragen und Regressmöglichkeiten im Bereich Arbeitsschutz
Im zweiten Block wird das Betriebliche Gesundheitsmanagement als strategisches Instrument der Personalführung behandelt. BGM ist längst kein Optionalthema mehr, sondern Bestandteil moderner Compliance und Führungsqualität. Teilnehmende erarbeiten die Bausteine eines funktionierenden BGM-Systems.
- Ziele und Nutzen von BGM aus Unternehmens- und Mitarbeiterperspektive
- Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung: Sitzen, Stehen, Bildschirmarbeit, Heben
- Psychische Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG
- Maßnahmen zur Förderung der psychischen Gesundheit im Betrieb
- Integration von BGM in integrierte Managementsysteme (ISO 45001, OHSAS)
Der dritte Block behandelt die Grundlagen der Zeitarbeit und Arbeitnehmerüberlassung aus der Perspektive des entleihenden Unternehmens. Die gesellschaftliche Bedeutung der Zeitarbeit und ihre rechtlichen Rahmenbedingungen werden ebenso beleuchtet wie praktische Abläufe der Zusammenarbeit mit Personaldienstleistern.
- Aktuelle gesellschaftliche Situation und Bedeutung der Zeitarbeit in Deutschland
- Überblick über Personaldienstleistungsunternehmen und ihre Strukturen
- Relevante Verbände: BAP, iGZ sowie die tariflichen Regelungen
- Gesetzliche Grundlagen: Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG), Equal-Pay-Grundsatz
- Vertragsformen in der Arbeitnehmerüberlassung und Haftungsrisiken für Entleiher
Der vierte Block beleuchtet die Aufgaben von Personaldisponenten und die betriebliche Praxis der Zeitarbeit. Teilnehmende lernen, wie eine professionelle Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen aussieht und welche internen Prozesse dabei zu beachten sind.
- Rolle und Aufgaben des Personaldisponenten als Schnittstelle
- Anforderungsprofile und Kandidatenauswahl in der Zeitarbeit
- Einführung und Integration von Zeitarbeitnehmern im Betrieb
- Arbeitsschutz und Fürsorgepflichten gegenüber Zeitarbeitnehmern
- Beendigung und Verlängerung von Überlassungsverträgen
Praxisblock: Anhand von Fallstudien und Planspielen üben Teilnehmende die Anwendung der gelernten Inhalte in realitätsnahen HR-Situationen. Die Übungen fördern das vernetzte Denken und die sichere Handlungsfähigkeit in allen drei Themenfeldern.
- Fallstudie 1: Erstellung einer einfachen Gefährdungsbeurteilung für einen Büroarbeitsplatz
- Fallstudie 2: Konzeption einer BGM-Maßnahme zur Reduktion krankheitsbedingter Fehlzeiten
- Fallstudie 3: Bewertung eines Zeitarbeitsvertrages auf haftungsrechtliche Risiken
- Übung zur psychischen Gefährdungsbeurteilung in einem Callcenter-Szenario
- Planspiel: Entscheidung zwischen Festanstellung und Zeitarbeit für einen saisonalen Engpass
- Analyse eines realen Arbeitsunfallberichts und Ableitung von Verbesserungsmaßnahmen
- Recherche aktueller BGM-Best-Practices in Branchen mit hoher Krankheitsquote
- Gruppenarbeit zur Identifikation von Ergonomieproblemen an Modellarbeitsplätzen
- Erstellung eines Gesprächsleitfadens für das Erstgespräch mit einem Personaldienstleister
- Diskussion von Fallbeispielen aus der Zeitarbeitspraxis: Equal Pay, Überlassungshöchstdauer
- Präsentation von Kurzkonzepten zum BGM oder zur Arbeitsschutzstrategie
- Reflexion und Feedback in der Gruppe
Am Ende des Kurses steht eine systematische Zusammenfassung aller drei Themenfelder sowie ein Ausblick auf weiterführende Qualifizierungen im HR-Bereich, etwa im Arbeitsrecht, in der Entgeltabrechnung oder im strategischen Personalmanagement.
Lernziele:
Teilnehmende verstehen die rechtlichen und organisatorischen Grundlagen des Arbeitsschutzes in Deutschland und kennen die relevanten gesetzlichen Anforderungen. Sie sind in der Lage, eine systematische Gefährdungsbeurteilung durchzuführen und geeignete Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Sie kennen die Strukturen der gesetzlichen Unfallversicherung und können Meldepflichten sowie Haftungsfragen einordnen. Teilnehmende verstehen die Grundlagen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements (BGM) und können erste BGM-Konzepte für ihr Unternehmen entwickeln. Sie kennen die Bedeutung von Ergonomie und Arbeitsplatzgestaltung für die Mitarbeitergesundheit und können Handlungsbedarfe identifizieren. Sie sind mit den Grundlagen der psychischen Gefährdungsbeurteilung vertraut und können Risiken im Bereich der psychischen Gesundheit erkennen. Teilnehmende kennen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Arbeitnehmerüberlassung und können die Interessen des Unternehmens als Entleiher sachgerecht wahrnehmen. Sie verstehen die Vertragsformen und Haftungsfragen im Zusammenhang mit Zeitarbeit und Personaldienstleistungsunternehmen. Sie kennen die wichtigsten Verbände und gesetzlichen Regulierungen im Bereich der Zeitarbeit. Teilnehmende können eigenständig entscheiden, wann und wie Zeitarbeit als Instrument der Personalplanung eingesetzt werden kann. Sie sind in der Lage, Kolleg:innen und Vorgesetzte in den behandelten Bereichen kompetent zu beraten.
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen mit Personalverantwortung und an Fachkräfte der Personalverwaltung, die für die Ausgestaltung von Arbeitsverhältnissen Verantwortung tragen oder diese Verantwortung übernehmen möchten.
- Personalsachbearbeiter:innen und HR-Assistentinnen und -Assistenten
- Personalreferentinnen und -referenten sowie Personalleiterinnen und -leiter
- Führungskräfte mit Personalverantwortung in kleinen und mittleren Unternehmen
- Mitglieder von Betriebs- und Personalräten mit Interesse an Arbeitsschutz und BGM
- Personen in Umschulung oder Weiterbildung mit Zielrichtung Personalwesen
Neben guten Deutschkenntnissen auf dem Niveau B2 werden eine abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland sowie gute PC- und Office-Kenntnisse vorausgesetzt. Der Kurs baut auf vorhandene Basiskenntnisse der Personalverwaltung und Organisation sowie grundlegendem arbeitsrechtlichem Wissen auf, wie es in aktuellen kaufmännischen Ausbildungen vermittelt wird. Betriebswirtschaftliche Grundlagenkenntnisse sind von Vorteil, aber keine zwingende Voraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten, das Präsenz- und Online-Phasen miteinander verbindet. Theoretische Inhalte werden durch Lehrvorträge, Diskussionen und die Bearbeitung von Fallstudien vertieft. Gruppenarbeiten und kollegiale Fallbesprechungen fördern den Praxistransfer. Aktuelle Rechtsentwicklungen fließen direkt in den Unterricht ein, sodass Teilnehmende stets auf dem neuesten Stand bleiben.
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis maximal einen Monat und wird als Vollzeitkurs durchgeführt. Die Unterrichtszeit ist so strukturiert, dass alle drei Themenfelder ausreichend Tiefe erhalten. Je nach Anbieter können die genaue Stundenzahl und der Kursplan leicht variieren.
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses erhalten Teilnehmende ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des jeweiligen Bildungsträgers. Dieses Dokument weist die erworbenen Kompetenzen in den Bereichen Betriebliches Gesundheitsmanagement, Arbeitssicherheit und Zeitarbeit nach und kann gegenüber Arbeitgebenden als Nachweis zusätzlicher HR-Fachqualifikation vorgelegt werden.
Nutzen & Perspektiven
Personalverantwortliche, die die drei Themenfelder Arbeitsschutz, BGM und Zeitarbeit sicher beherrschen, sind in Unternehmen jeder Größe unverzichtbar. Fehlende Kenntnisse in diesen Bereichen können zu rechtlichen Risiken, Haftungsfragen und betrieblichen Ineffizienzen führen. Dieser Kurs schließt diese Lücken systematisch und macht Teilnehmende zu kompetenten Ansprechpersonen für ihre Teams und Führungsebenen. Das breite Themenspektrum des Kurses bietet zudem strategische Vorteile auf dem Arbeitsmarkt: Wer Kenntnisse in BGM, Arbeitsschutz und Zeitarbeit vereint, kann in HR-Generalisten-Positionen oder als interne Fachberatung eingesetzt werden. Besonders in wachsenden Unternehmen, die zunehmend auf flexible Beschäftigungsformen und ein proaktives Gesundheitsmanagement setzen, sind solche Qualifikationen sehr gefragt. Bei AZAV-zertifizierten Bildungsträgern ist der Kurs in der Regel über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters förderbar. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr sowie Leistungen zur Rehabilitation oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Eine individuelle Beratung beim zuständigen Vermittlungsdienst hilft, die passende Förderquelle zu identifizieren.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Voraussetzungen muss ich für diesen Kurs mitbringen?
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung in Deutschland, Basiskenntnisse in Personalverwaltung und Arbeitsrecht sowie gute PC- und Office-Kenntnisse. Deutschkenntnisse auf dem Niveau B2 sind erforderlich. Betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse sind hilfreich.
Warum sind BGM und Arbeitssicherheit für Personaler wichtig?
Kenntnisse in Arbeitssicherheit sind gesetzlich gefordert und gehören zum Pflichtrepertoire jeder Personalfachkraft. BGM hilft, die Mitarbeitergesundheit zu erhalten und Fehlzeiten zu reduzieren. Wer beide Themen beherrscht, minimiert rechtliche Risiken und trägt zu einer gesunden Unternehmenskultur bei.
Was ist bei der Zusammenarbeit mit Zeitarbeitsunternehmen zu beachten?
Als entleihendes Unternehmen trägt man arbeitsschutzrechtliche Mitverantwortung für Zeitarbeitnehmer:innen und muss u. a. den Equal-Pay-Grundsatz und die gesetzliche Überlassungshöchstdauer beachten. Der Kurs vermittelt die wichtigsten Regelungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) und typische Haftungsfragen.
Ist der Kurs über einen Bildungsgutschein förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Anbietern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters in der Regel möglich. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Wie lange dauert der Kurs und in welchem Format findet er statt?
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis maximal einen Monat und wird im Combined Learning Format als Vollzeitkurs durchgeführt. Präsenz- und Online-Phasen wechseln sich je nach Anbieter ab.
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