Überblick
Der Kurs Introduction to Java 9 richtet sich an erfahrene Softwareentwickler, die bereits in anderen objektorientierten Sprachen programmieren und nun gezielt in die Java-Welt einsteigen oder ihre Kenntnisse auf Java 9 aktualisieren möchten. Im Mittelpunkt stehen solide objektorientierte Programmiertechniken in Java, das neu eingeführte Modulsystem Project Jigsaw, Collections, Generics, Lambda-Ausdrücke und die Stream-API. Teilnehmende verlassen diesen Kurs mit den erforderlichen Fähigkeiten, um eigenständig robuste Java-Anwendungen zu entwickeln und Best Practices der Java-Programmierung anzuwenden. Mit 6 Anbietern und über 240 Angeboten ist dieser Kurs ein etablierter Einstiegspfad für OO-Entwickler, die Java als Produktivsprache einsetzen wollen — etwa bei einem Wechsel von C# zur Java-Ökosystem oder in polyglotten Entwicklerteams.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste thematische Block legt die OOP-Grundlagen in Java. Entwickler mit C#- oder C++-Hintergrund erkennen die Parallelen und Unterschiede schnell; der Kurs baut gezielt auf vorhandenem OO-Wissen auf und übersetzt es in die Java-Syntax und -Idiome.
- Java-Sprachgrundlagen: Typen, Variablen, Operatoren und Kontrollstrukturen
- Klassen und Objekte: Definition, Instantiierung und Garbage Collection
- Konstruktoren, Zugriffsmodifikatoren (public, private, protected, package)
- Kapselung: Getter, Setter und Informationsversteckung
- Vererbung: extends, super-Aufruf, Method Overriding
- Polymorphismus: Laufzeit-Dispatch und Typumwandlung
Der zweite Block behandelt Java 9-spezifische Neuerungen, insbesondere das Modulsystem Project Jigsaw, das die Java-Plattform grundlegend neu strukturiert und Kapselung auf Paketebene ermöglicht.
- Das Java-9-Modulsystem: module-info.java, requires, exports, opens
- Unterschied zwischen benannten Modulen, automatischen Modulen und dem unbenannten Modul
- Migration bestehender Codebasen auf das Modulsystem
- Private Methoden in Interfaces: Anwendungsfälle und Syntax
- Factory-Methoden für unveränderliche Collections (List.of, Map.of, Set.of)
- JShell: interaktiver Java-REPL für schnelles Prototyping
Der dritte Block widmet sich Collections, Generics, Ausnahmebehandlung und funktionaler Programmierung. Diese Inhalte sind unverzichtbar für die professionelle Java-Entwicklung und in der Praxis täglich relevant.
- Das Collections-Framework: List (ArrayList, LinkedList), Set (HashSet, TreeSet), Map (HashMap, TreeMap)
- Generics: parametrisierte Typen, Wildcards und Type Bounds
- Autoboxing und Unboxing: Integer, Long, Double und primitive Typen
- Enumerations (Enums): einfache und komplexe Enum-Typen mit Methoden
- Ausnahmebehandlung: try-catch-finally, try-with-resources, Multi-Catch
- Checked vs. Unchecked Exceptions; eigene Ausnahmen definieren
Der vierte Block behandelt Lambda-Ausdrücke, die Stream-API und den Datenbankzugriff mit JDBC — moderne Java-Kernthemen, die für Backend-Entwicklung unentbehrlich sind.
- Lambda-Ausdrücke: Syntax, Functional Interfaces (Predicate, Function, Consumer, Supplier)
- Method References: statische, Instanz- und Konstruktor-Referenzen
- Stream-API: filter, map, reduce, collect, flatMap und Lazy Evaluation
- Parallele Streams und Performance-Überlegungen
- Optional-Klasse zur sicheren Behandlung von Null-Werten
- JDBC-API: Verbindungsaufbau, PreparedStatement, ResultSet, Transaktionen
Praxisblock — Übungen und Projekte
- Erste Java-9-Anwendung aufbauen: Klassen, Objekte, Methoden
- Vererbungshierarchie modellieren und Polymorphismus demonstrieren
- Modul-Definition mit module-info.java: exports und requires konfigurieren
- JShell nutzen: Ausdrücke evaluieren, Klassen definieren, Methoden testen
- Collections-Aufgaben: Schüler-Verwaltung mit HashMap und TreeMap
- Generics-Übung: generische Stack-Implementierung
- Lambda und Stream: Produktliste filtern, sortieren und transformieren
- JDBC-Übung: einfache Datenbankabfrage mit PreparedStatement und ResultSet
- Ausnahmebehandlung: robuste Eingabevalidierung mit Custom Exceptions
- Enum-Übung: Wochentage mit Methoden und switch-Ausdrücken
- Mini-Projekt: einfaches Bibliotheksverwaltungssystem mit Collections, OOP und JDBC
- Code-Review: Qualitätsmerkmale guten Java-Codes prüfen und korrigieren
Die Übungen werden in einer betreuten Entwicklungsumgebung durchgeführt. Trainerrückmeldungen zu Coding-Style und Best Practices helfen dabei, von Anfang an guten Java-Code zu schreiben.
Lernziele:
Absolventen sind nach dem Kurs zu folgenden Aufgaben befähigt
- Grundkonzepte der objektorientierten Programmierung in Java sicher anzuwenden
- Klassen, Objekte, Konstruktoren und Methoden in Java korrekt zu definieren und zu verwenden
- Kapselung, Vererbung, Polymorphismus und Abstraktion in eigenen Programmen umzusetzen
- Das Java-9-Modulsystem (Project Jigsaw) zu verstehen und eigene Module zu erstellen
- Private Methoden in Schnittstellen (Interface Default- und Private-Methods) einzusetzen
- Java-Ausnahmebehandlung mit try-catch-finally, Checked und Unchecked Exceptions zu implementieren
- Collections wie List, Set, Map und Queue effektiv einzusetzen und mit Generics zu typisieren
- Autoboxing, Unboxing und Enumerations (Enums) in realen Szenarien anzuwenden
- Lambda-Ausdrücke und Functional Interfaces zu verstehen und zu implementieren
- Die Stream-API zur Verarbeitung großer Datenmengen effizient einzusetzen
- Datenbankzugriff mit der JDBC-API zu realisieren
- Vorhandene Java-Entwicklungstools (JDK 9, IDE) sicher zu bedienen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Entwickler mit Erfahrung in einer anderen objektorientierten Sprache, die den strukturierten Einstieg in Java 9 suchen.
- C#-Entwickler, die in ein Java-Umfeld wechseln oder Java als Zweitsprache erlernen möchten
- C++-Programmierer, die zu einer managed-Runtime-Umgebung wechseln wollen
- SmallTalk- oder Ruby-Entwickler mit Interesse am Java-Ökosystem
- Berufsumsteiger mit OO-Vorkenntnissen aus Studienprojekten oder Bootcamps
- Entwickler in polyglotten Teams, die Java-Codebasen lesen und erweitern müssen
Vor Seminarbeginn findet ein Beratungsgespräch statt, in dem Vorkenntnisse und Lernziele besprochen und ein individueller Lernplan erstellt werden. Erfahrung in einer objektorientierten Programmiersprache wie C#, C++ oder SmallTalk ist Voraussetzung; Java-Kenntnisse sind hingegen nicht erforderlich. Teilnehmende sollten die OO-Grundkonzepte Klassen, Objekte, Vererbung und Kapselung bereits aus einer anderen Sprache kennen. Grundlegende Kenntnisse in der Nutzung einer IDE und eines Terminals sind hilfreich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs wird als Combined Learning angeboten, das instrukturgeführte Online- oder Präsenzseminarphasen mit praxisorientierten Übungen verbindet. Trainergeleitete Live-Coding-Sessions zeigen, wie Java-Konzepte in echtem Code umgesetzt werden. Übungsaufgaben werden eigenständig gelöst und anschließend gemeinsam besprochen, um unterschiedliche Lösungsansätze zu reflektieren. Selbststudium anhand von Kursunterlagen ergänzt die betreuten Phasen. Vollzeit- und Teilzeitformate sind verfügbar; individuelle Starttermine können abgestimmt werden.
Die typische Kursdauer beträgt zwei bis vier Wochen in Vollzeit oder entsprechend länger in Teilzeit. Der inhaltliche Umfang ist darauf ausgelegt, Entwickler mit OO-Hintergrund schnell und effizient in die Java-Produktivität zu bringen, ohne unnötige Wiederholungen aus anderen Sprachen.
Teilnehmende erhalten nach Kursabschluss ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers sowie ein Herstellerzertifikat. Eine offizielle Oracle-Java-Zertifizierung erfordert das Bestehen einer separaten externen Prüfung. Der Kurs vermittelt die inhaltlichen Grundlagen für entsprechende Oracle-Java-Prüfungen auf Einstiegsniveau.
Nutzen & Perspektiven
Java ist seit Jahrzehnten eine der meistgenutzten Programmiersprachen weltweit und bildet das Rückgrat zahlloser Unternehmensanwendungen in Bereichen wie Finanzdienstleistungen, E-Commerce, Telekommunikation und öffentlicher Verwaltung. Für Entwickler, die bereits in einer anderen OO-Sprache produktiv sind, ist der Einstieg in Java mit gezielter Unterstützung deutlich effizienter als autodidaktisches Lernen — dieser Kurs bietet genau diese Struktur und bringt Teilnehmende schnell auf ein produktives Niveau in Java 9 und darüber hinaus. Das Modulsystem Project Jigsaw, das in Java 9 eingeführt wurde, ist ein zentrales Architekturkonzept in modernen Java-Projekten und in Stellenausschreibungen für Java-Entwickler-Positionen zunehmend gefragt. Wer dieses Konzept sicher beherrscht, hebt sich von Bewerbern ab, die nur ältere Java-Versionen kennen. Die im Kurs behandelten Lambda-Ausdrücke und die Stream-API sind in der modernen Java-Entwicklung ebenfalls unverzichtbar und finden sich in praktisch jeder größeren Java-Codebasis. Bei AZAV-zertifizierten Trägern kann die Weiterbildung über einen Bildungsgutschein der Agentur für Arbeit oder des Jobcenters gefördert werden. Je nach Situation kommen auch das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr (BFD), Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht. Die Klärung der Förderfähigkeit sollte vor Kursbeginn mit dem Anbieter oder der zuständigen Behörde erfolgen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich bereits Java-Kenntnisse mitbringen?
Nein. Der Kurs richtet sich explizit an Entwickler mit Erfahrung in anderen OO-Sprachen wie C#, C++ oder SmallTalk. Java-Vorkenntnisse sind keine Voraussetzung; das Kursziel ist es, erfahrene OO-Entwickler schnell in der Java-9-Programmierung produktiv zu machen.
Warum Java 9 und nicht eine neuere Java-Version?
Java 9 führte mit Project Jigsaw das Modulsystem ein, das die Grundlage für die moderne Java-Architektur bildet. Viele Unternehmen betreiben noch Java-9-basierte oder darauf aufbauende Systeme. Die in diesem Kurs vermittelten OOP-Grundlagen, Collections und die Stream-API sind in allen neueren Java-Versionen identisch anwendbar.
Welches Zertifikat erhalte ich?
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein Lehrgangszertifikat des Bildungsträgers sowie ein Herstellerzertifikat. Für eine Oracle-Java-Zertifizierung ist eine separate externe Prüfung erforderlich.
Ist der Kurs förderbar?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist der Kurs grundsätzlich über einen Bildungsgutschein förderbar. Darüber hinaus kommen das Qualifizierungschancengesetz, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben oder Förderungen der Deutschen Rentenversicherung in Betracht.
Wie lange dauert der Kurs?
Die typische Kursdauer beträgt zwei bis vier Wochen in Vollzeit. Teilzeitvarianten sind je nach Anbieter verfügbar; individuelle Starttermine können im Beratungsgespräch abgestimmt werden.
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- Softwareentwickler/in14.177 Stellen
- Backend-Entwickler/in475 Stellen
- Technische Informatik (grundständig)406 Stellen
- EDV-Fachkraft282 Stellen
- Informationsmanagement (grundständig)57 Stellen
- Java-Entwickler/in55 Stellen