Überblick
Dieser Kurs verbindet zwei thematisch unterschiedliche Module: eine Einführung in die Java-Programmierung mit besonderem Augenmerk auf die in Java 9 eingeführten Neuerungen — allen voran das Modulsystem Project Jigsaw — sowie eine separate Einführung in Microsoft Teams als Kommunikations- und Kollaborationsplattform. Der Java-Teil richtet sich an Einsteiger, die mit der objektorientierten Programmierung in Java beginnen möchten, und behandelt sowohl die Grundlagen der Sprache als auch das Java-9-Modulsystem als konzeptionell wichtige Neuerung. Ein ehrlicher Hinweis zur Version: Java 9 ist seit 2017 verfügbar und war zu diesem Zeitpunkt eine bedeutende Neuerung durch das Jigsaw-Modulsystem. Im Jahr 2026 ist Java 9 kein aktuelles oder empfohlenes Release mehr — die aktuell empfohlene LTS-Version ist Java 21 (veröffentlicht 2023), die nächste LTS-Version Java 25 steht bevor. Java 9 erhielt keinen Long-Term-Support. Das Modulsystem aus Java 9 ist jedoch dauerhafter Bestandteil aller nachfolgenden Java-Versionen — wer das Jigsaw-Modulsystem versteht, versteht einen fundamentalen Bestandteil moderner Java-Projekte auch in Java 17 oder Java 21. Die Grundlagenkonzepte dieses Kurses — Objektorientierung, Collections, Ausnahmebehandlung, Streams — sind versionsneutral gültig.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Java-Grundlagen: Sprache und objektorientierte Programmierung Der erste Block führt in die Java-Programmierung ein und legt das sprachliche Fundament, das für alle weiteren Java-Inhalte benötigt wird. Im Mittelpunkt stehen Syntax, Typsystem und das objektorientierte Programmiermodell von Java.
- Java im Überblick: Geschichte, JVM, Bytecode, Plattformunabhängigkeit, Ökosystem
- Variablen und primitive Datentypen: int, long, double, boolean, char
- Kontrollstrukturen: if/else, switch, while, do-while, for-Schleife, enhanced for
- Methoden definieren: Parameter, Rückgabewerte, Überladung
- Klassen und Objekte: Attribute, Konstruktoren, Zugriffsmodifikatoren (public, private, protected)
- Vererbung und Polymorphismus: extends, super, method overriding
- Abstrakte Klassen und Schnittstellen (Interfaces): wann welche verwenden?
- Interne Klassen und anonyme Klassen
Modul 2 — Das Java-9-Modulsystem (Project Jigsaw) Das Java-9-Modulsystem war die größte strukturelle Änderung in Java seit Jahren. Es führte ein neues, auf Deklarationen basierendes Abhängigkeitsmanagement ein, das Classpath-Konflikte reduziert und die Kapselung von Code auf Paketebene ermöglicht. Dieses Modul erklärt das Konzept und seine praktische Anwendung.
- Motivation für das Modulsystem: Probleme des klassischen Classpaths (JAR Hell, unklare Abhängigkeiten)
- Struktur einer module-info.java: Syntax, module-Deklaration, requires, exports, opens, uses, provides
- Modulare JDK-Struktur: wie Java selbst in Module aufgeteilt wurde (java.base, java.se, java.xml etc.)
- Erstellen einer modularen Anwendung von Grund auf: Verzeichnisstruktur, Kompilierung mit --module-path
- Unnamed Module, Automatic Module und Named Module: Übergangsstrategien für bestehende Projekte
- Rückwärtskompatibilität: wie ältere Bibliotheken und Classpath-Code mit dem Modulsystem koexistieren
- Vergleich mit Build-Tool-Abhängigkeitsmanagement (Maven, Gradle): Ergänzung, kein Ersatz
Modul 3 — Java-Standardbibliothek: Collections, Exceptions und Streams Dieser Block vertieft die praktische Arbeit mit den am häufigsten genutzten Bibliotheken der Java-Standardlaufzeitumgebung. Collections, Ausnahmebehandlung und funktionale Programmierung mit Streams und Lambdas sind in jedem Java-Projekt täglich im Einsatz.
- Collections-Framework: List (ArrayList, LinkedList), Set (HashSet, TreeSet), Map (HashMap, TreeMap)
- Iteration, Suche und Sortierung in Collections; Comparator und Comparable
- Ausnahmebehandlung: try/catch/finally, checked vs. unchecked Exceptions, eigene Exception-Klassen
- Lambda-Ausdrücke und funktionale Interfaces: Function, Predicate, Consumer, Supplier
- Streams-API: filter, map, reduce, collect; parallele Streams im Überblick
- Neuerungen in Java 9: private Methoden in Interfaces, verbesserte Stream-Methoden (takeWhile, dropWhile, iterate)
- Optional: sicherer Umgang mit potenziell null-Werten
Modul 4 — Microsoft Teams: Kommunikation und Kollaboration Das abschließende Teams-Modul ist thematisch unabhängig von den Java-Inhalten. Es führt in die Nutzung von Microsoft Teams als Unternehmenskommunikationswerkzeug ein — relevant für alle, die in Projekten oder remote in Teams arbeiten.
- Teams-Architektur: Workspaces, Kanäle, Chats und deren Verwendungszwecke
- Besprechungen erstellen, planen und durchführen: Audio, Video, Bildschirmfreigabe
- Dateien teilen und gemeinsam bearbeiten via SharePoint-Integration
- Teams mit Microsoft 365: Integration mit Outlook, OneNote, SharePoint
- Apps und Connectors in Teams: externe Dienste einbinden
- Gäste und externe Nutzer zu Teams einladen und Zugriffsrechte verwalten
Lernziele:
- Java als plattformunabhängige, objektorientierte Programmiersprache einordnen und die JVM-Grundidee verstehen
- Ein Java-Entwicklungsumfeld einrichten und erste Programme kompilieren und ausführen
- Grundlegende Sprachkonstrukte verwenden: Variablen, Datentypen, Kontrollstrukturen, Schleifen
- Klassen und Objekte erstellen und die vier Grundprinzipien der Objektorientierung anwenden
- Vererbung, Polymorphismus und Schnittstellen in Java-Programmen umsetzen
- Das Java-9-Modulsystem (Project Jigsaw) verstehen: module-info.java, requires, exports
- Den Unterschied zwischen klassischen Classpath-basierten Anwendungen und modularen Anwendungen erkennen
- Ausnahmen (Exceptions) abfangen und behandeln; eigene Exception-Klassen definieren
- Collections-Framework nutzen: List, Map, Set und deren gängige Implementierungen
- Streams und Lambda-Ausdrücke für funktionale Verarbeitungsmuster einsetzen (Java 8+, in Java 9 weiterentwickelt)
- Microsoft Teams als Kollaborationsplattform bedienen: Chats, Kanäle, Meetings, Dateiablage
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an Personen, die in die Java-Programmierung einsteigen möchten, und daneben eine praxisorientierte Einführung in Microsoft Teams suchen. Der Java-Teil setzt keinerlei Programmiererfahrung voraus; der Teams-Teil ist für alle geeignet, die Microsoft Teams noch nicht oder kaum kennen.
- Berufseinsteiger und Quereinsteiger, die Java als erste Programmiersprache erlernen möchten
- Softwareentwickler anderer Sprachen (Python, JavaScript), die eine strukturierte Java-Einführung suchen
- IT-nahe Fachkräfte, die für Java-Projekte technisches Grundverständnis benötigen
- Mitarbeitende, die gleichzeitig in die Kollaborationsplattform Teams eingeführt werden sollen
- Personen, die Java-Grundlagen als Einstieg in Backend-Entwicklung oder Enterprise-Java (Spring) nutzen möchten
Für den Java-Teil sind logisches Denkvermögen und grundlegende PC-Kenntnisse ausreichend; Programmiervorkenntnisse in einer anderen Sprache sind hilfreich, aber nicht erforderlich. Für den Teams-Teil genügen grundlegende Windows- und Microsoft-365-Kenntnisse. Wer Java bereits in einer älteren Version kennt, findet im Modul-Block neue, konzeptionell wichtige Inhalte.
Ablauf & Abschluss
Der Java-Teil wird durch praktische Programmieraufgaben begleitet, bei denen die Konzepte direkt in eigenen Java-Programmen angewendet werden. Die Übungsaufgaben steigen in Komplexität — von einfachen Syntaxaufgaben bis hin zu modularen Programmen mit mehreren Packages. Der Teams-Teil ist stärker demonstrationsbasiert mit praktischen Übungen in der Benutzeroberfläche. Der Kurs ist in Vollzeit konzipiert; individuelle Starttermine sind möglich.
Der Kurs hat eine moderate Laufzeit, die den kombinierten Inhalt aus Java-Grundlagen, Java-9-Modulsystem, Collections/Streams und Teams-Einführung abdeckt. Individuelle Teilzeitoptionen und Starttermine können vereinbart werden.
Nach Abschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Für Java 9 als solches gibt es keine eigenständige offizielle Zertifizierungsprüfung bei Oracle — Oracle Java-Zertifizierungen beziehen sich auf Java SE allgemein (aktuell Java SE 21). Wer eine Oracle Java-Zertifizierung anstrebt, kann die Inhalte dieses Kurses als Grundlage nutzen und anschließend auf Java 21 aktualisieren.
Nutzen & Perspektiven
Java ist eine der meistgenutzten Programmiersprachen weltweit und in der Enterprise-Softwareentwicklung, Android-Entwicklung und Backend-Systemen allgegenwärtig. Ein solider Einstieg in die Java-Grundlagen — Objektorientierung, Collections, Streams — ist die Basis für viele Karrierewege in der Softwareentwicklung, unabhängig davon, ob man später mit Spring Boot, Jakarta EE oder Android-Entwicklung weiterarbeitet. Das Java-9-Modulsystem ist konzeptionell wichtig, weil es die Art verändert hat, wie Java-Anwendungen strukturiert und Abhängigkeiten deklariert werden. Auch wenn Java 9 selbst veraltet ist, ist das Jigsaw-Modulsystem in Java 11, 17 und 21 vollständig enthalten und in modernen Projekten präsent. Wer das Modulsystem grundlegend versteht, kann mit modernen Java-Projekten umgehen, die Module einsetzen. Die Teams-Einführung ist in der heutigen Arbeitswelt eine praktische Ergänzung: Remote-Arbeit, verteilte Entwicklungsteams und asynchrone Kommunikation sind Standard. Wer beides kann — Java programmieren und in Teams sicher kommunizieren und kollaborieren — ist von Anfang an produktiv in modernen Entwicklungsumgebungen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Java 9 noch aktuell?
Java 9 erhielt keinen Long-Term-Support und ist als Version veraltet. Das in Java 9 eingeführte Modulsystem (Jigsaw) ist jedoch dauerhafter Bestandteil aller nachfolgenden Java-Versionen einschließlich der aktuellen LTS-Version Java 21. Wer das Modulsystem in diesem Kurs lernt, lernt etwas, das in modernen Java-Projekten bis heute relevant ist.
Welche Java-Version sollte ich heute produktiv einsetzen?
Für neue Projekte wird Java 21 als aktuelle LTS-Version empfohlen (veröffentlicht September 2023). Die Grundlagenkonzepte dieses Kurses — Objektorientierung, Collections, Streams, Modulsystem — gelten unverändert für Java 21. Ein Upgrade der Java-Version ist nach dem Kurs ohne weiteres möglich.
Was ist das Java-Modulsystem (Project Jigsaw)?
Das Modulsystem führte in Java 9 ein deklaratives Abhängigkeitssystem ein: Jedes Modul beschreibt in einer module-info.java, welche anderen Module es benötigt und welche Pakete es nach außen freigibt. Das löst das klassische "JAR Hell"-Problem, bei dem Abhängigkeitskonflikte im Classpath schwer zu debuggen waren.
Warum ist Microsoft Teams Teil dieses Java-Kurses?
Dieser Kurs ist als Kombinations-Lehrgang konzipiert, der technische Programmierkenntnisse mit der Nutzung einer Kollaborationsplattform verbindet. Teams ist in vielen Entwicklungsumgebungen das primäre Kommunikationswerkzeug; die Einführung ist praxisorientiert und unabhängig vom Java-Teil absolvierbar.
Gibt es eine Oracle Java-Zertifizierung, auf die dieser Kurs vorbereitet?
Dieser Kurs schließt mit einer trägerinternen Teilnahmebescheinigung ab, nicht mit einer Oracle-Prüfung. Wer eine Oracle Java SE-Zertifizierung anstrebt, kann die in diesem Kurs gelegten Grundlagen nutzen und die Vorbereitung auf die aktuelle Oracle Java SE Programmer-Prüfung anschließen.
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