Überblick
Die Koordination von IT-Produkten erfordert ein spezifisches Kompetenzprofil: technisches Grundverständnis, strategisches Denken in Bezug auf Produktwert und Nutzernutzen sowie die Fähigkeit, selbstorganisierte Entwicklungsteams durch klare Backlog-Priorisierung zu führen. Diese Weiterbildung qualifiziert Sie für genau diese Schnittstellenrolle — als IT-Produktkoordinator, der Entwicklung, Stakeholder und Marktanforderungen zusammenbringt. Den zertifizierbaren Abschluss bildet der Professional Scrum Product Owner I (PSPO I) von Scrum.org, einer der weltweit angesehensten Scrum-Zertifizierungsorganisationen.
Kursinhalte & Lernziele
Modul 1 — Scrum-Framework: Überblick und Product-Owner-Perspektive Bevor die spezifische Produktkoordinations-Rolle vertieft wird, legt dieses Modul das konzeptionelle Fundament des Scrum-Frameworks. Dabei wird Scrum konsequent aus der Perspektive des Product Owners betrachtet: Welche Verantwortlichkeiten hat der Product Owner gegenüber dem Entwicklungsteam, gegenüber dem Scrum Master und gegenüber den Stakeholdern?
- Das Scrum-Framework im Überblick: Werte, Säulen, Rollen
- Die drei Rollen im Detail: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam
- Artefakte in Scrum: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment und Definition of Done
- Events in Scrum: Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Sprint Retrospective
- Transparenz, Inspektion und Anpassung als Scrum-Kernprinzipien
- Einführung von Scrum in unterschiedlichen Unternehmensgrößen und -kulturen
Modul 2 — Spezielles IT-Produktmanagement Dieses Modul vertieft die produktspezifische Dimension: Wie werden IT-Produkte in agilen Entwicklungsumgebungen koordiniert? Was unterscheidet IT-Produktmanagement von klassischem Projektmanagement? Und wie behält man in dynamischen Umfeldern — mit sich ändernden Anforderungen, technischen Schulden und wachsenden Backlog-Einträgen — den Überblick?
- Grundlagen des IT-Produktmanagements: Produkt vs. Projekt
- Methoden zur Steuerung von IT-Produkten in agilen Entwicklungsumgebungen
- Produktvision entwickeln und kommunizieren
- Umgang mit technischen Schulden und nicht-funktionalen Anforderungen
- Koordination zwischen Produktteam, Stakeholdern und Endanwendern
- Agile Entwicklung von IT- und Non-IT-Produkten mit Scrum
Modul 3 — Backlog-Management und Priorisierung Das Product Backlog ist das zentrale Steuerungsinstrument des Product Owners — und seine Qualität entscheidet maßgeblich über den Erfolg eines Scrum-Teams. In diesem Modul lernen Sie, ein Backlog professionell zu erstellen, zu strukturieren und kontinuierlich zu verfeinern (Backlog Refinement). Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Priorisierung: Wie entscheiden Sie, was als nächstes entwickelt wird?
- Erstellung und Strukturierung eines Product Backlogs
- User Stories formulieren: Format, Akzeptanzkriterien und INVEST-Kriterien
- Backlog-Priorisierungsmethoden: MoSCoW, Kano-Modell, Wertorientierung
- Backlog Refinement: Wann, wie oft und in welchem Tiefgang?
- Umgang mit Abhängigkeiten zwischen Backlog-Einträgen
- Transparente Backlog-Kommunikation gegenüber Stakeholdern
Modul 4 — Teamentwicklung, Kommunikation und Stakeholder-Management Der Product Owner steht an der Schnittstelle zwischen dem Entwicklungsteam und den externen Stakeholdern — und muss in beide Richtungen kommunizieren können. Dieses Modul behandelt die soziale und kommunikative Dimension der Rolle: Wie baut man ein leistungsfähiges, selbstorganisiertes Team auf? Wie managt man Stakeholder-Erwartungen, ohne das Team zu überlasten?
- Aufbau leistungsfähiger, selbstorganisierter Teams
- Effektive Kommunikationsstrukturen in agilen Produktteams
- Stakeholder-Mapping und -Management im Product-Owner-Kontext
- Sprint-Review als Feedback- und Kommunikationsformat
- Konflikte zwischen Team-Kapazität und Stakeholder-Erwartungen lösen
- Vertrauensaufbau zwischen Product Owner und Entwicklungsteam
Modul 5 — Forecasting, Release-Planung und agile Strategien Produktkoordination bedeutet auch, Erwartbarkeit herzustellen — ohne die Flexibilität agiler Entwicklung zu opfern. Dieses Modul vermittelt Methoden zur vorausschauenden Planung: Wie schätzt man Velocity und Kapazität ein? Wie kommuniziert man realistische Release-Termine? Und wie entwickelt man eine Release-Strategie, die sowohl Marktanforderungen als auch Team-Rhythmus berücksichtigt?
- Velocity messen und für Forecasts nutzen
- Sprint-Kapazitätsplanung und Team-Auslastung
- Vorausschauende Release-Strategien unter Berücksichtigung von Backlog und Kapazität
- Kommunikation von Release-Terminen gegenüber Stakeholdern
- Umgang mit Unsicherheit in der agilen Produktplanung
- Roadmap-Erstellung und -Kommunikation im agilen Kontext
Die vermittelten Konzepte werden durchgängig in praxisnahen Szenarien angewandt. Die Aufgaben spiegeln typische Situationen des IT-Produktkoordinators wider.
- Erstellung eines vollständigen Product Backlogs für ein fiktives IT-Produkt
- User-Story-Workshop: Anforderungen gemeinsam mit Stakeholdern erarbeiten
- Backlog-Refinement-Simulation mit Priorisierungsentscheidungen
- Sprint-Planning durchführen und Sprint-Ziel definieren
- Release-Forecast auf Basis von Team-Velocity erstellen
- Stakeholder-Meeting vorbereiten und Backlog-Priorisierung erklären
- Sprint-Review-Präsentation für unterschiedliche Zielgruppen aufbereiten
- Umgang mit plötzlich veränderten Anforderungen im laufenden Sprint
- Kommunikationsübung: Technische Schulden gegenüber Führungskräften vermitteln
- Agile Roadmap für eine Produktentwicklung über mehrere Quartale erstellen
- Konfliktsituation zwischen Team-Kapazität und Stakeholder-Deadline lösen
- Abschlussprojekt: vollständige Produktkoordination von der Vision bis zum ersten Release
Lernziele:
Die Weiterbildung vermittelt das vollständige Kompetenzspektrum der IT-Produktkoordination im agilen Umfeld. Die vermittelten Kompetenzen umfassen folgende Bereiche.
- Das Scrum-Framework in seiner Gesamtheit verstehen und gezielt in der Product-Owner-Rolle einsetzen
- Ein Product Backlog von Grund auf erstellen, strukturieren und kontinuierlich pflegen
- Anforderungen und User Stories formulieren und nach Mehrwert priorisieren
- Forecasting und Release-Planung auf Basis von Velocity und Team-Kapazität durchführen
- Selbstorganisierte Entwicklungsteams durch klare Backlog-Verantwortung führen
- Kommunikationsstrukturen und Teamdynamiken in agilen Produktteams gestalten
- Scrum branchenübergreifend — für IT- und Non-IT-Produkte — anwenden
- Agile Produktentwicklungsprinzipien von der Vision bis zum Increment umsetzen
- Stakeholder-Erwartungen mit Team-Kapazität und Sprint-Zielen in Einklang bringen
- Agile Release-Strategien entwickeln und unter realen Bedingungen kommunizieren
- Produktvisionen klar formulieren und im Team verankern
Zielgruppe & Voraussetzungen
Diese Weiterbildung richtet sich an Personen, die eine Karriere als IT-Produktkoordinator oder Product Owner anstreben und dabei eine anerkannte Scrum-Zertifizierung erwerben möchten. Sie ist besonders geeignet für folgende Profile.
- Berufstätige mit abgeschlossener Ausbildung oder Studium, die in agile IT-Produktrollen einsteigen wollen
- IT-Fachleute, die ihre technischen Kenntnisse um Produktmanagement-Kompetenzen ergänzen möchten
- Personen aus Projekt- oder Koordinationsberufen, die den Wechsel in agile Produktteams planen
- Quereinsteiger:innen mit ausreichender Berufserfahrung und IT-Affinität
- Fachkräfte, die gezielt das Product-Owner-Handwerk auf Scrum.org-Niveau erlernen wollen
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Berufsausbildung, ein Studium oder ausreichende Berufserfahrung. Grundlegende PC-Kenntnisse und solide Deutschkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich. Gute Englischkenntnisse sind wichtig, da die PSPO-I-Prüfung von Scrum.org auf Englisch abgelegt wird und englischsprachige Lernmaterialien genutzt werden. Vorkenntnisse in Scrum sind von Vorteil, aber keine Pflichtvoraussetzung.
Ablauf & Abschluss
Die Weiterbildung wird in Vollzeit im Combined-Learning-Format durchgeführt: betreute Lerneinheiten wechseln sich mit strukturierten Eigenarbeits- und Übungsphasen ab. Praktische Aufgaben — insbesondere zu Backlog-Management, Sprint-Planung und Release-Forecasting — nehmen einen substanziellen Anteil der Lernzeit ein. Die Lernumgebung ist digital und erlaubt eine ortsunabhängige Teilnahme. Simulierte Produktszenarien und Team-Übungen stehen im Mittelpunkt des zweiten Kursdrittels.
Der Kurs ist auf Vollzeitdurchführung ausgelegt und dauert üblicherweise mehr als eine Woche bis etwa einen Monat, je nach gewähltem Umfang und individuellem Vorwissen.
Der Kurs bereitet auf die Prüfung Professional Scrum Product Owner I (PSPO I) von Scrum.org vor — einer der weltweit angesehensten Scrum-Zertifizierungen für Product-Owner-Rollen. Die Prüfung wird extern bei Scrum.org abgelegt; sie ist wissensbasiert und nicht an den Kursbesuch gekoppelt. Zusätzlich erhalten alle Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat sowie eine Teilnahmebescheinigung über die absolvierten Kursinhalte.
Nutzen & Perspektiven
Die Rolle des Product Owners oder IT-Produktkoordinators gehört zu den gefragtesten Positionen in agilen IT-Organisationen. Unternehmen suchen nach Fachleuten, die nicht nur das Scrum-Framework verstehen, sondern es aktiv leben — die ein Backlog führen, Produktvisionen kommunizieren und Entwicklungsteams durch klare Priorisierungsentscheidungen leiten. Diese Weiterbildung vermittelt genau dieses Kompetenzprofil und schließt mit einer international anerkannten Zertifizierung von Scrum.org ab. Der besondere Wert von PSPO I liegt in seiner Glaubwürdigkeit: Scrum.org-Prüfungen sind für ihren anspruchsvollen, wissensbasierten Charakter bekannt — es gibt keine automatische Zertifizierung durch Kursbesuch, sondern eine eigenständige Prüfungsleistung. Ein bestandenes PSPO I signalisiert Arbeitgebern daher eine belastbare Scrum-Kompetenz, nicht nur Kurserfahrung. Die Verbindung aus IT-Produktmanagement, Backlog-Führung, Kommunikation und Forecasting macht diese Qualifikation in der Breite einsetzbar — in Softwareentwicklung, Produktorganisationen, IT-nahen Diensten und branchenübergreifenden agilen Transformationen. Wer nach Abschluss als IT-Produktkoordinator tätig wird, kann von Anfang an eigenverantwortlich Backlogs führen, Sprints planen und Stakeholder-Kommunikation gestalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist PSPO I und wer stellt diese Zertifizierung aus?
PSPO I steht für Professional Scrum Product Owner Level I und wird von Scrum.org ausgestellt — der von Ken Schwaber (einem der Scrum-Mitbegründer) gegründeten Non-Profit-Organisation. Die Prüfung ist wissensbasiert, wird online abgelegt und ist nicht an einen Kursbesuch gekoppelt. Das macht die Zertifizierung besonders glaubwürdig: Sie müssen das Wissen wirklich beherrschen.
Welche Vorkenntnisse sind für diesen Kurs erforderlich?
Vorausgesetzt werden eine abgeschlossene Ausbildung, ein Studium oder ausreichende Berufserfahrung sowie grundlegende PC-Kenntnisse und solide Deutschkenntnisse. Gute Englischkenntnisse sind wichtig, da die PSPO-I-Prüfung auf Englisch abgelegt wird. Vorkenntnisse in Scrum sind von Vorteil, aber keine Pflicht.
Unterscheidet sich dieser Kurs von einem allgemeinen Scrum-Training?
Ja. Der Kurs ist konsequent auf die Product-Owner-Rolle zugeschnitten und geht über ein allgemeines Scrum-Training hinaus: Er vertieft IT-spezifisches Produktmanagement, Backlog-Führung, Forecasting und Stakeholder-Kommunikation aus der Perspektive des Product Owners — und schließt mit der PSPO-I-Prüfung ab.
Wie lang dauert die Weiterbildung?
Der Kurs ist auf Vollzeitdurchführung ausgelegt und dauert üblicherweise mehr als eine Woche bis etwa einen Monat, je nach Umfang und individuellem Vorwissen. Das genaue Format und die Dauer können je nach Anbieter variieren.
Kann ich Scrum auch für Non-IT-Produkte einsetzen?
Ja. Der Kurs behandelt ausdrücklich den Einsatz von Scrum über branchenspezifische Grenzen hinweg — sowohl für IT-Produkte als auch für Non-IT-Produkte in agilen Entwicklungsumgebungen. Damit qualifiziert Sie das Programm auch für Produktkoordinations-Rollen außerhalb der klassischen Softwareentwicklung.
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