Überblick
Diese Weiterbildung bringt drei Ansätze der IT-Projektsteuerung zusammen, die in der Praxis selten isoliert vorkommen: klassisches Projektmanagement für Planung, Budget und Steuerung, die visuelle Kanban-Methode für laufende Arbeitsströme und DevOps als Brücke zwischen Entwicklung und Betrieb. Wer IT-Projekte leitet oder koordiniert, muss heute mit allen drei Denkweisen umgehen können, weil reale Vorhaben selten nur nach einem Lehrbuch-Modell ablaufen. Der Kurs vermittelt dafür ein gemeinsames Vokabular und praxisnahe Werkzeuge, mit denen Teilnehmende Projekte unterschiedlichen Zuschnitts – vom klar abgegrenzten IT-Rollout bis zum kontinuierlichen Softwarebetrieb – strukturieren und begleiten können.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock behandelt die Grundlagen des klassischen IT-Projektmanagements. Teilnehmende lernen, wie ein Projekt von der Initiierung bis zum Abschluss strukturiert wird und welche Rolle Planung, Steuerung und Kontrolle dabei spielen.
- Projektdefinition, Projektziele und Abgrenzung zum Tagesgeschäft
- Phasenmodelle und deren Anwendung auf IT-Vorhaben
- Projektstrukturplan, Terminplanung und Meilensteine
- Budgetierung und Ressourcenplanung in IT-Projekten
- Rollen im Projekt: Auftraggeber, Projektleitung, Team
- Grundlagen des Risikomanagements in der Projektarbeit
Im zweiten Block steht die Kanban-Methode im Mittelpunkt. Anders als im klassischen Projektmanagement, das auf klar abgegrenzte Phasen setzt, arbeitet Kanban mit einem kontinuierlichen Fluss von Aufgaben, der sichtbar gemacht und begrenzt wird.
- Herkunft und Grundprinzipien der Kanban-Methode
- Aufbau eines Kanban-Boards mit Spalten und Karten
- Work-in-Progress-Limits und deren Wirkung auf Durchlaufzeiten
- Zugpull-Prinzip statt Push-Planung
- Kennzahlen wie Durchlaufzeit, Durchsatz und kumulierte Flussdiagramme
- Kontinuierliche Verbesserung des Arbeitsflusses im Team
Der dritte Block widmet sich DevOps als Denkweise, die Entwicklung und Betrieb enger verzahnt. Für IT-Projektleitende ist dieses Verständnis wichtig, weil viele Projekte nicht mit der Software-Übergabe enden, sondern in einen laufenden Betrieb übergehen.
- Grundidee von DevOps: Zusammenarbeit statt getrennter Zuständigkeiten
- Konzept der kontinuierlichen Integration und Auslieferung
- Automatisierung von Tests, Builds und Deployments als Prinzip
- Monitoring und Feedback-Schleifen zwischen Betrieb und Entwicklung
- Typische Werkzeugkategorien in DevOps-Umgebungen
- Auswirkungen von DevOps auf Projektplanung und Zeithorizonte
Der vierte Block verbindet die drei Ansätze und überträgt sie in konkrete Projektsituationen. Hier geht es darum, situativ zu entscheiden, welches Vorgehen für welche Projektphase oder welchen Projekttyp passt.
- Auswahl des passenden Steuerungsansatzes je nach Projekttyp
- Kombination von Meilensteinplanung und Kanban-Board im selben Projekt
- Übergabe von Projektergebnissen in einen DevOps-geprägten Betrieb
- Umgang mit wechselnden Prioritäten in laufenden IT-Vorhaben
- Kommunikation und Reporting gegenüber Auftraggebenden bei gemischten Methoden
- Dokumentation von Entscheidungen und Lessons Learned
- Bewertung von Projektfortschritt anhand unterschiedlicher Kennzahlen
- Umgang mit Schnittstellen zwischen Fachabteilung, Entwicklung und Betrieb
- Vorbereitung auf Rollenwechsel zwischen operativer Mitarbeit und Projektleitung
- Aufbau eines persönlichen Werkzeugkastens aus klassischen und agilen Elementen
- Rückschau typischer Stolperstellen bei der Einführung von Kanban in bestehende Teams
- Übertragung der Lerninhalte auf ein durchgängiges Beispielprojekt
Durch die Bearbeitung eines zusammenhängenden Beispielprojekts über mehrere Themenblöcke hinweg erleben Teilnehmende, wie sich Planungssicherheit aus dem klassischen Projektmanagement mit der Flexibilität von Kanban und der technischen Perspektive von DevOps ergänzt. Diese Verzahnung unterscheidet den Kurs von reinen Methodentrainings, die nur einen Ansatz isoliert behandeln. Am Ende der Weiterbildung können Teilnehmende nicht nur einzelne Methoden benennen, sondern begründet auswählen, welches Vorgehen für ein konkretes IT-Projekt sinnvoll ist – und wie sich klassische Steuerung, visuelles Aufgabenmanagement und Betriebsnähe im Projektalltag verbinden lassen.
Lernziele:
- Grundbegriffe und Phasenmodelle des klassischen Projektmanagements sicher einordnen und anwenden
- Projektstrukturpläne, Meilensteine und Ressourcenpläne für IT-Vorhaben erstellen
- Risiken in IT-Projekten systematisch identifizieren und bewerten
- Stakeholder in IT-Projekten unterscheiden und ihre Interessen in der Projektsteuerung berücksichtigen
- Die Kanban-Methode als visuelles Steuerungsinstrument für laufende Arbeit einsetzen
- Kanban-Boards mit sinnvollen Spalten, Limits und Zugpull-Prinzip gestalten
- Engpässe im Arbeitsfluss erkennen und mit Kanban-Kennzahlen wie Durchlaufzeit und Durchsatz sichtbar machen
- Grundprinzipien von DevOps als Zusammenspiel von Entwicklung und IT-Betrieb erklären
- Kontinuierliche Integration und Auslieferung (CI/CD) als Konzept einordnen und deren Nutzen für Projektlaufzeiten benennen
- Automatisierung wiederkehrender Betriebsaufgaben als Beitrag zur Projektstabilität verstehen
- Klassisches Projektmanagement, Kanban und DevOps situativ kombinieren statt sie als konkurrierende Methoden zu betrachten
- Kommunikation zwischen Projektleitung, Entwicklungsteam und Betrieb strukturieren und Reibungsverluste reduzieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Die Weiterbildung eignet sich für Personen, die IT-Projekte leiten, koordinieren oder künftig übernehmen möchten und dafür ein methodisch breites Fundament suchen. Angesprochen sind sowohl Berufserfahrene, die ihr Methodenwissen um Kanban und DevOps erweitern wollen, als auch Quereinsteigende mit IT-Affinität, die sich Richtung Projektsteuerung orientieren.
- IT-Projektleiterinnen und -leiter, die klassische und agile Ansätze kombinieren möchten
- Projektkoordinatorinnen und -koordinatoren in IT-Abteilungen
- Fachkräfte mit technischem Hintergrund, die in die Projektsteuerung wechseln wollen
- Personen im Rahmen einer beruflichen Neuorientierung mit Interesse an IT-Projektarbeit
- Mitarbeitende, die Kanban-Boards in ihrem Team einführen oder verantworten sollen
Vorausgesetzt werden grundlegende Computerkenntnisse sowie ein Verständnis für Abläufe in IT-Projekten, wie es etwa aus praktischer Berufserfahrung oder einem technischen Hintergrund entsteht. Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift sind erforderlich, da Fachbegriffe teils aus dem Englischen stammen. Vertiefte Programmierkenntnisse sind nicht notwendig, da der Kurs auf Steuerung und Methodik statt auf technische Umsetzung im Detail zielt. Ein grundsätzliches Interesse an strukturiertem, methodischem Arbeiten erleichtert den Einstieg.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs verbindet theoretische Einheiten mit praktischen Übungen an einem durchgehenden Beispielprojekt, sodass Methoden nicht nur erklärt, sondern unmittelbar angewendet werden. Die Weiterbildung findet überwiegend in Teilzeit statt, wodurch sich Lernphasen mit beruflichen oder privaten Verpflichtungen kombinieren lassen; einzelne Abschnitte können auch in Vollzeit belegt werden. Der Unterricht nutzt digitale Werkzeuge zur Visualisierung von Projektplänen und Kanban-Boards, damit die Arbeit mit diesen Instrumenten von Beginn an vertraut wird.
Der zeitliche Umfang richtet sich nach der gewählten Kursvariante und dem individuellen Vorwissen der Teilnehmenden. Da die Weiterbildung überwiegend in Teilzeit angeboten wird, verteilen sich die Lerneinheiten über einen längeren Zeitraum, was eine gründliche Auseinandersetzung mit allen drei Methodenblöcken ermöglicht. Wer bereits Vorerfahrung in einem der Bereiche mitbringt, kann sich stärker auf die neuen Inhalte konzentrieren.
Die Weiterbildung schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung des Kursanbieters ab, die die behandelten Themen und den zeitlichen Umfang dokumentiert. Ein externes Prüfungszertifikat einer Zertifizierungsstelle ist nicht Bestandteil dieses Kurses; wer eine offizielle Zertifizierung in einem der Bereiche anstrebt, kann darauf aufbauend gezielt weiterführende Prüfungsvorbereitungen belegen.
Nutzen & Perspektiven
Der zentrale Mehrwert dieser Weiterbildung liegt in der Kombination dreier Ansätze, die im Berufsalltag oft getrennt gelehrt, aber gemeinsam gebraucht werden. Statt sich für „klassisch“ oder „agil“ entscheiden zu müssen, lernen Teilnehmende, situativ zu bewerten, welches Vorgehen für welche Projektphase passt – eine Fähigkeit, die in heterogenen IT-Projektlandschaften zunehmend gefragt ist. Für den beruflichen Alltag bedeutet das: Wer nach dieser Weiterbildung ein IT-Projekt übernimmt, kann sowohl einen klassischen Projektplan mit Meilensteinen aufsetzen als auch ein Kanban-Board für die laufende Teamarbeit gestalten und versteht zugleich, warum Softwareprojekte heute selten mit der Übergabe an den Betrieb enden. Diese Bandbreite erleichtert den Einstieg in unterschiedlich organisierte Teams und Unternehmen. Langfristig schafft der Kurs eine Grundlage, auf der sich vertiefende, zertifizierte Weiterbildungen in einzelnen Methoden – etwa im klassischen Projektmanagement oder in agilen Rollen – gezielter aufbauen lassen, weil die grundlegenden Zusammenhänge zwischen Planung, visueller Steuerung und Betriebsnähe bereits verstanden sind.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für wen eignet sich diese Weiterbildung?
Für Personen, die IT-Projekte leiten oder koordinieren und dafür sowohl klassische Planungswerkzeuge als auch Kanban und DevOps-Grundlagen beherrschen wollen. Auch für Quereinsteigende mit IT-Bezug geeignet, die in die Projektsteuerung wechseln möchten.
Muss ich programmieren können, um DevOps zu verstehen?
Nein. Der Kurs vermittelt DevOps als Konzept für die Zusammenarbeit von Entwicklung und Betrieb, nicht als technische Umsetzung. Grundlegende IT-Kenntnisse reichen aus, um den Inhalten zu folgen.
Wie unterscheidet sich Kanban vom klassischen Projektmanagement?
Klassisches Projektmanagement arbeitet mit klar abgegrenzten Phasen und Meilensteinen, während Kanban einen kontinuierlichen Arbeitsfluss visualisiert und über Limits steuert. Der Kurs zeigt, wie beide Ansätze im selben Projekt zusammenwirken können.
Erhalte ich eine Zertifizierungsprüfung am Ende?
Der Kurs schließt mit einer qualifizierten Teilnahmebescheinigung ab. Eine externe Zertifizierungsprüfung ist nicht Bestandteil dieser Weiterbildung, kann aber im Anschluss gezielt aufgebaut werden.
Kann ich die Weiterbildung neben dem Beruf absolvieren?
Ja, die Weiterbildung findet überwiegend in Teilzeit statt und ist so gestaltet, dass sich Lernphasen mit beruflichen Verpflichtungen kombinieren lassen. Einzelne Varianten sind auch in Vollzeit möglich.
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