Überblick
Viele IT-Fachleute kennen die Theorie hinter agilen Methoden — aber wenden sie im Projektalltag nicht konsequent an. Dieser Kurs setzt genau da an: Er hilft, vorhandenes IT-Projektmanagement-Wissen mit strukturierter Scrum-Methodik zu verbinden, methodische Lücken zu schließen und die eigene Rolle in agilen Projekten — als Foundation-zertifizierter Praktiker oder als Scrum Master — klar zu definieren und auszufüllen. Das Programm richtet sich an Fachleute, die bereits im IT-Projektumfeld arbeiten und ihre agilen Kompetenzen gezielt zertifizieren wollen.
Kursinhalte & Lernziele
Agiles Projektmanagement — Grundlagen und Kontext Der Einstieg schafft ein klares Bild davon, warum agile Methoden entstanden sind, welche Probleme klassische Modelle in bestimmten IT-Projekten erzeugen und was das Agile Manifest konkret bedeutet. Teilnehmende verorten ihren eigenen Arbeitskontext in diesem Bild und identifizieren, wo agile Optimierungspotenziale in ihrer Praxis liegen.
- Ursprung und Philosophie des agilen Ansatzes: vom Wasserfall zum iterativen Modell
- Kernaussagen des Agilen Manifests und ihre praktischen Konsequenzen
- Vergleich klassischer und agiler PM-Ansätze: Wann welcher Ansatz passt
- Überblick über agile Frameworks: Scrum, Kanban, SAFe, Extreme Programming
- Agile Rollen und ihre Abgrenzung zu klassischen PM-Rollen
- Häufige Missverständnisse beim Einstieg in agile Methoden und wie man sie vermeidet
Scrum Foundation — Framework, Prinzipien und Artefakte Scrum Foundation bedeutet: das Scrum-Framework vollständig und korrekt verstehen — nicht oberflächlich, sondern in seiner Logik und seinen Regeln. Dieses Modul legt dieses Fundament und bereitet gezielt auf die Foundation-Zertifizierungsprüfung vor.
- Der empirische Prozessansatz: Transparenz, Inspektion, Adaption in der Praxis
- Scrum-Theorie: Iterativität, Inkrementalität, Selbstorganisation
- Scrum-Rollen: Product Owner, Scrum Master, Entwicklungsteam — Verantwortlichkeiten und Abgrenzung
- Artefakte: Product Backlog, Sprint Backlog, Increment — Aufbau und Pflege
- Definition of Done als Qualitätsstandard des Teams
- Events: Sprint, Sprint Planning, Daily Scrum, Sprint Review, Retrospektive — Zweck und Zeitrahmen
Scrum Master — Rolle, Verantwortung und Praxis Die Scrum-Master-Rolle wird in der Praxis oft missverstanden: kein klassischer Projektleiter, kein Team-Manager, sondern Servant Leader und Prozesshüter. Dieses Modul definiert die Rolle klar, zeigt typische Situationen aus dem Scrum-Master-Alltag und vermittelt Techniken für Moderation, Impediment-Management und Team-Coaching.
- Servant Leadership als Grundhaltung des Scrum Masters
- Facilitation: Sprint-Events strukturiert moderieren und im Zeitrahmen halten
- Impediments identifizieren, priorisieren und systematisch beseitigen
- Zusammenarbeit mit dem Product Owner: Backlog Refinement begleiten
- Team-Coaching: Selbstorganisation fördern, Abhängigkeiten sichtbar machen
- Scrum in der Organisation verankern: Kommunikation mit Management und Stakeholdern
Agile Methoden — Kanban, Metriken und hybride Ansätze Scrum ist nicht die einzige agile Methode — und in der Praxis wird es selten allein eingesetzt. Dieses Modul erweitert den Methodenkasten: Kanban als ergänzende Visualisierungsmethode, agile Metriken zur Projektsteuerung und Ansätze für hybride Umgebungen, in denen agile Teams innerhalb klassischer Projektstrukturen arbeiten.
- Kanban: Visualisierung von Arbeit, WIP-Limits, Durchlaufzeiten
- Agile Metriken: Velocity, Burndown-Charts, Cumulative Flow Diagrams
- Sprint-Prognosen und Release-Planung auf Basis von Velocity-Daten
- Hybrides PM: Scrum innerhalb eines PRINCE2- oder PMI-Rahmens
- Agile Transitionen: Teams und Organisationen schrittweise auf Scrum umstellen
- Retrospektiven-Formate: verschiedene Techniken für verschiedene Team-Situationen
Praxisblock — Agile Optimierung in IT-Projekten
- Product Backlog für ein fiktives IT-Projekt von Grund auf aufbauen
- User Stories schreiben: Format, Akzeptanzkriterien, Story-Point-Schätzung
- Sprint-Planung durchführen: Velocity, Kapazität, Sprint-Ziel formulieren
- Daily Scrum simulieren: typische Situationen und Lösungsansätze
- Sprint Review vorbereiten und Ergebnisse stakeholdergerecht präsentieren
- Retrospektive mit verschiedenen Formaten durchführen und Ergebnisse dokumentieren
- Impediment-Log führen und Beseitigungsstrategien entwickeln
- Kanban-Board für ein IT-Support-Team aufbauen und Durchlaufzeiten analysieren
- Velocity-Diagramm interpretieren und Release-Prognose ableiten
- Hybride Projektstruktur entwerfen: Scrum-Team in klassisch geführter Organisation
- Fallstudie: Agile Transition in einem mittelständischen IT-Unternehmen analysieren
- Übungsaufgaben zu Foundation- und Scrum-Master-Prüfungsthemen mit Lösungsdiskussion
Die Kursstruktur ist darauf ausgelegt, dass Teilnehmende sowohl die Scrum-Foundation- als auch die Scrum-Master-Prüfung ablegen und bestehen können. Die theoretischen Inhalte werden stets durch praktische Anwendungsszenarien geerdet, sodass das Wissen nicht abstrakt bleibt, sondern sofort auf die eigene Projektpraxis übertragen werden kann.
Lernziele:
- IT-Projektmanagement-Praxis systematisch mit agilen Prinzipien verknüpfen
- Scrum-Framework von Grund auf durchdringen: Rollen, Artefakte, Events
- Als Scrum Foundation-zertifizierter Praktiker agile Grundsätze nachweislich beherrschen
- Die Rolle des Scrum Masters verstehen und in realen Teams ausüben können
- Product Backlog aufbauen, priorisieren und pflegen
- Sprint-Planung, Sprint-Durchführung und Sprint-Abschluss-Events strukturiert moderieren
- Impediments erkennen, dokumentieren und systematisch beseitigen
- Kanban und weitere agile Methoden einordnen und ergänzend zu Scrum einsetzen
- Agile Transitionen in IT-Projektumgebungen vorbereiten und begleiten
- Metriken für agile Projekte erheben und zur Steuerungsentscheidung nutzen
- Klassisches und agiles Projektmanagement situativ kombinieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Angesprochen sind IT-Fachleute, die bereits im Projektumfeld tätig sind und ihre agile Methodenkompetenz strukturieren, vertiefen und zertifizieren wollen — sowie Personen, die gezielt in die Scrum-Master-Rolle wechseln möchten.
- IT-Projektmitarbeitende, die Scrum-Methodik nachweislich beherrschen wollen
- Projektleiter, die klassisches PM mit agilen Elementen optimieren möchten
- Teamleiter in IT-Abteilungen, die Scrum einführen oder begleiten sollen
- Entwickler und Analysten, die in die Scrum-Master-Rolle wechseln wollen
- Berater und Coaches, die agile Transitionen in Unternehmen begleiten
Gute Deutsch- oder Englischkenntnisse in Wort und Schrift werden vorausgesetzt. Grundlegende Computerkenntnisse und Vertrautheit mit IT-Projekten erleichtern den Einstieg. Spezifische Vorkenntnisse in Scrum oder anderen agilen Methoden sind nicht erforderlich — das Programm startet auf Foundation-Niveau und baut konsequent auf.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs kombiniert strukturierten Theorieunterricht mit aktivem Üben in realistischen Projekt-Szenarien. Neben Vorträgen und Lehreinheiten stehen Gruppenübungen, Sprint-Simulationen und Fallstudien im Mittelpunkt. Die Lernatmosphäre ist auf praktische Kompetenz ausgerichtet — weniger Frontalunterricht, mehr moderiertes Arbeiten in Projekt-Szenarien.
Die Weiterbildung umfasst mehrere aufeinander aufbauende Module und ist auf mehrere Wochen ausgelegt. Die genaue Dauer hängt vom konkreten Zuschnitt des Kurses ab. Auf Anfrage sind Teilzeitvarianten möglich.
Das Programm bereitet auf externe Zertifizierungsprüfungen vor: Scrum Foundation (z. B. bei SCRUMstudy oder einer vergleichbaren Organisation) und Scrum Master. Die Prüfungen werden bei den jeweiligen Zertifizierungsorganisationen abgelegt. Trägerintern erhalten Teilnehmende eine qualifizierte Bescheinigung über die absolvierten Kursmodule.
Nutzen & Perspektiven
Agile Kompetenz ist im IT-Arbeitsmarkt heute keine Zusatzqualifikation mehr — sie ist Voraussetzung. Wer Scrum nicht nur kennt, sondern es mit Foundation- und Scrum-Master-Zertifikat nachweisen kann, ist in IT-Projekten, agilen Teams und Unternehmensberatung klar positioniert. Das Zertifikat schafft Vertrauen bei Auftraggebern und Arbeitgebern, weil es einen definierten Methodenstand belegt. Darüber hinaus ist der Nutzen dieses Kurses praktisch: Die Sprint-Simulationen, Backlog-Übungen und Retrospektiven-Formate sind so gestaltet, dass Teilnehmende sie direkt in ihrer nächsten Projektrunde einsetzen können. Das Wissen bleibt nicht im Seminarraum — es wird sofort anwendbar gemacht. Wer nach dem Kurs in ein agiles Team zurückkehrt, kann sofort einen strukturierten Beitrag leisten. Schließlich öffnet das Programm den Weg zu weiterführenden Qualifikationen: Scrum Product Owner, SAFe-Zertifikate, agiles Coaching oder klassische Hybridprogramme wie PRINCE2 Agile bauen direkt auf den hier erworbenen Grundlagen auf. Die agile Karriere beginnt mit diesem Fundament — solide, praxisgerecht und zertifiziert nachweisbar.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Scrum-Zertifikate kann ich in diesem Programm erwerben?
Das Programm bereitet auf Scrum Foundation und Scrum Master vor. Beide Prüfungen werden bei externen Zertifizierungsorganisationen abgelegt — nicht beim Kursanbieter. Wer Interesse hat, auch die Scrum-Product-Owner-Zertifizierung anzustreben, sollte das in der Kursplanung ansprechen.
Ist der Kurs für absolute Einsteiger in agiles PM geeignet?
Ja. Das Programm startet auf Foundation-Niveau und setzt keine Vorkenntnisse in Scrum voraus. Berufserfahrung in IT-Projekten ist hilfreich, um die Praxisbeispiele besser einordnen zu können, aber kein formales Kriterium.
Was unterscheidet Scrum Foundation von Scrum Master?
Scrum Foundation belegt, dass man das Scrum-Framework korrekt versteht — Rollen, Artefakte, Events und Prinzipien. Scrum Master geht darüber hinaus und zertifiziert die Fähigkeit, ein Scrum-Team aktiv als Prozesshüter und Servant Leader zu begleiten. Beide Zertifikate bauen aufeinander auf.
Kann ich den Kurs berufsbegleitend absolvieren?
Auf Anfrage sind Teilzeitvarianten möglich. Die Vollzeit-Variante ist auf konzentrierte, schnelle Kompetenzentwicklung ausgelegt; Teilzeit ermöglicht die Kombination mit laufender Berufstätigkeit.
Welche Karrierewege eröffnet dieser Kurs?
Mit Scrum-Foundation- und Scrum-Master-Zertifikat sind typische Einstiegsrollen agiler Projektmanager, Scrum Master oder Agile Coach. Weiterführende Qualifikationen wie Scrum Product Owner oder SAFe-Zertifikate bauen direkt auf den hier erworbenen Grundlagen auf.
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