Überblick
Dieser Kurs richtet sich gezielt an Personen, die aus einem anderen Berufsfeld in die UI-Design-Branche wechseln möchten. Er setzt keine Vorkenntnisse in Grafikdesign oder Webentwicklung voraus, sondern beginnt mit den grundlegenden Designprinzipien und führt Schritt für Schritt in die professionellen Werkzeuge und Methoden des User Interface Designs ein. Besonderes Augenmerk liegt darauf, Stärken aus bisherigen Berufen — ob Kommunikationsfähigkeit, analytisches Denken oder Projektmanagement-Erfahrung — als Qualifikation für die Designrolle zu begreifen und gezielt einzubringen. Am Ende steht ein vorzeigbares Portfolio, das den Einstieg in den Arbeitsmarkt als Junior UI Designer konkret unterstützt. Eine Anmerkung zu den erwähnten Designwerkzeugen: Figma ist das marktführende Interface-Design-Tool und bleibt die wichtigste Plattform im Kurs. Adobe XD, das in früheren Marktteilnehmerlisten noch auftauchte, wurde von Adobe Ende 2023 eingestellt und erhält keine aktiven Weiterentwicklungen mehr. Stattdessen kommen als Alternative zu Figma heute Penpot (Open Source) und Affinity Designer in Betracht. Sketch ist weiterhin im Einsatz, aber macOS-exklusiv. Der Kurs legt den Fokus auf Figma als primäres Werkzeug.
Kursinhalte & Lernziele
Orientierung und Designgrundlagen Der Einstieg schafft Orientierung — sowohl über das Berufsbild UI Designer als auch über die grundlegenden visuellen Prinzipien, auf denen alle späteren Inhalte aufbauen. Quereinsteiger lernen, vorhandene Stärken aus anderen Berufsfeldern bewusst einzubringen und die Denkweise des visuellen Gestaltens zu entwickeln. Dieser erste Block legt das konzeptionelle Fundament, ohne das spätere Werkzeugkenntnisse nicht tragen würden.
- Berufsbilder: UI Designer, Visual Designer, Interaction Designer — Gemeinsamkeiten und Unterschiede
- Visuelles Denken entwickeln: Wie Design Bedeutung kommuniziert
- Designprinzipien in der Praxis: Hierarchie, Weißraum, Ausrichtung, Kontrast, Wiederholung
- Übertragbare Kompetenzen aus anderen Berufsfeldern identifizieren und für Designrollen einsetzen
- Marktüberblick: Wo UI Designer arbeiten und was Unternehmen suchen
- Analyse bestehender Interfaces: Stärken und Schwächen systematisch benennen
Typografie, Farbe, Layout und Komponenten Professionelles UI Design basiert auf einem präzisen Umgang mit typografischen und visuellen Mitteln. Dieser Block vermittelt das handwerkliche Rüstzeug für die Arbeit an realen Designprojekten — von der Auswahl einer gut lesbaren Schriftpaarung bis zur Entwicklung einer konsistenten Komponentenbibliothek.
- Typografie im Interface: Schriftauswahl, Schriftgrößen-Hierarchie, Zeilenabstand und Lesbarkeit
- Farbtheorie angewandt: Farbpaletten entwickeln, Kontrast nach WCAG-Richtlinien sicherstellen
- Grid-Systeme und Layout-Raster für responsive Interfaces aufbauen
- UI-Komponenten designen: Buttons, Formulare, Cards, Navigation und modale Dialoge
- Design-Tokens und Stile in Figma definieren und konsequent einsetzen
- Iteratives Arbeiten: Feedback einfordern, einarbeiten und dokumentieren
Figma und Design-Systeme Figma ist das Standardwerkzeug in der modernen UI-Design-Praxis. Adobe XD wurde 2023 eingestellt und spielt in aktuellen Workflows keine Rolle mehr; wer nach Figma-Alternativen sucht, findet mit Penpot (Open Source, browser-basiert) und Affinity Designer relevante Optionen. Dieser Block führt von den Grundfunktionen bis zu fortgeschrittenen Features wie Auto Layout, Komponenten-Varianzen und interaktiven Prototypen. Ein eigenes, kleines Design-System wird entwickelt — analog zu dem, was in Unternehmen als Basis für konsistente Produktoberflächen dient.
- Figma-Grundlagen: Frames, Gruppen, Ebenen, Stile und Teamarbeit in Echtzeit
- Auto Layout: Responsive Komponenten bauen, die sich flexibel anpassen
- Komponenten und Varianzen: Wiederverwendbare Design-Elemente strukturieren
- Interaktive Prototypen: Navigationspfade, Animationen und Übergänge definieren
- Design Handoff: Spezifikationen und Assets an Entwicklungsteams übergeben
- Design-System-Aufbau: Dokumentation von Stilen, Komponenten und Verwendungsregeln
Prototyping, KI-Tools und Portfolioaufbau Im abschließenden Block entstehen vorzeigbare Designarbeiten, die das Erlernte integrieren. KI-gestützte Werkzeuge werden konkret in den Designprozess eingebettet, und das Portfolio wird als strategisches Kommunikationsmittel für den Berufseinstieg aufgebaut. Das Career-Coaching-Element fokussiert auf die inhaltliche Stärke des eigenen Designprofils.
- Hi-Fi-Prototyping: Mobilapp- und Web-Interfaces vollständig ausgestalten
- KI-Tools im UI-Designprozess: Bildgenerierung, Ideation, Variantenentwicklung und Copywriting
- Designkritik: Eigene Arbeiten präsentieren und Feedback strukturiert aufnehmen
- Portfoliostruktur: Fallstudien aufbauen, die Designentscheidungen erklären
- Case-Study-Dokumentation: Problemstellung, Prozess, Lösung und Lerneffekte darstellen
- Career Coaching: Stärken aus dem Quereinstieg als Alleinstellungsmerkmal kommunizieren
- Netzwerkaufbau in der Designcommunity: Plattformen, Events und Online-Communities
- Recherche zu passenden Einstiegspositionen und Digitalunternehmen
- Feedback-Iterationsrunde: Portfolioarbeiten auf Basis von Praxisfeedback verfeinern
- Abschlusspräsentation: Designprojekte vor Gruppe vorstellen und begründen
- Analyse von Stellenprofilen: Welche konkreten Fähigkeiten werden gesucht?
- Stärken-Mapping: Branchenerfahrung als UI-Kompetenz sichtbar machen
Das Career-Coaching-Element ist nicht trennbar von der inhaltlichen Arbeit: Wer versteht, wie UI-Design in Unternehmen funktioniert, kann auch erklären, warum seine bisherige Berufserfahrung eine Ressource ist. Das unterscheidet diesen Kurs von einem rein technischen Figma-Tutorial.
Lernziele:
- Grundlegende Designprinzipien wie Hierarchie, Kontrast, Ausrichtung und Konsistenz verstehen und anwenden
- Typografie, Farbe und Layout gezielt zur Kommunikation von Information einsetzen
- UI-Komponenten und Design-Systeme strukturiert aufbauen und dokumentieren
- Figma als zentrales Designwerkzeug sicher bedienen — von einfachen Layouts bis zu interaktiven Prototypen
- Wireframes auf verschiedenen Detailstufen entwickeln und für Feedback nutzen
- High-Fidelity-UI-Designs erstellen, die Produkt- und Entwicklungsteams übergeben werden können
- KI-Tools zur Unterstützung des Designprozesses produktiv einsetzen
- Ein aussagekräftiges Portfolio mit realen Designprojekten aufbauen und strukturieren
- Berufsbilder im UI Design und typische Karrierepfade in der Digitalbranche einordnen
- Den eigenen Quereinstieg strategisch vorbereiten und kommunizieren
- Stärken aus anderen Berufsfeldern als Designressource identifizieren und nutzen
- Mit erfahrenen Designerinnen und Designern aus der Praxis lernen und Feedback verarbeiten
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs ist konsequent auf Quereinsteiger ausgerichtet, die keinen designerischen Ausbildungshintergrund mitbringen, aber systematisch in die UI-Design-Branche einsteigen wollen.
- Berufstätige aus anderen Branchen mit Interesse an visuellem Gestalten und Benutzeroberflächen
- Arbeitssuchende, die eine neue berufliche Richtung im Digitalbereich einschlagen möchten
- Berufsrückkehrer und Studienabbrecher, die einen strukturierten Neustart suchen
- Fachkräfte mit Erfahrung in Kommunikation, Marketing oder Produktmanagement, die in Designrollen wechseln
- Personen mit digitalem Interesse, die bereits grundlegend mit digitalen Tools arbeiten
Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Werkzeugen wie Webbrowsern, Textprogrammen und Kommunikationsplattformen genügen als technischer Einstieg. Deutschkenntnisse auf B2-Niveau sind für die aktive Teilnahme am Unterricht erforderlich. Vorkenntnisse in Grafikdesign, Programmierung oder UI-Werkzeugen wie Figma sind ausdrücklich nicht notwendig — der Kurs vermittelt alles von Grund auf.
Ablauf & Abschluss
Der Unterricht findet als virtuelles Klassenzimmer statt — live, mit Kamera, Mikrofon und Chat, wahlweise in Vollzeit oder Teilzeit. Trainer aus der Designpraxis führen durch Demonstrationen, angeleitete Übungen und Designkritik-Runden. Die Verbindung aus strukturiertem Kursprogramm und individuellem Career Coaching ermöglicht es, sowohl die fachlichen Designfähigkeiten als auch die berufliche Neupositionierung gezielt voranzutreiben.
Die Kursdauer beträgt in der Regel mehr als drei bis sechs Monate, je nach gewähltem Lernrhythmus. Vollzeitvarianten ermöglichen einen intensiven Durchlauf, Teilzeitvarianten passen den Lernpfad an laufende berufliche oder familiäre Verpflichtungen an.
Nach Kursabschluss erhalten Teilnehmende ein Zertifikat des Bildungsträgers mit dem Titel „IT Quereinstieg als UI Designer". Dieses trägerinterne Zertifikat dokumentiert die erworbenen Kompetenzen und den abgeschlossenen Kursinhalt. Es handelt sich nicht um ein staatlich anerkanntes oder herstellerspezifisches Zertifikat. Das eigentliche Berufseintrittsdokument ist das Portfolio — die Sammlung eigenständiger Designarbeiten, die im Kurs entstehen.
Nutzen & Perspektiven
Der Einstieg in UI Design aus einem anderen Beruf ist anspruchsvoll, aber realistisch — sofern man systematisch vorgeht. Dieser Kurs bietet genau diese Systematik: kein sprunghafter Übergang, sondern ein strukturierter Pfad von null Designwissen zu einem vorzeigbaren Kompetenzprofil. Die praxisnahe Arbeit in Figma, die Entwicklung eigener Design-Systeme und die Portfolio-Dokumentation schaffen konkrete Belege für die eigene Employability. Arbeitgeber in Digitalagenturen, Softwareunternehmen und Technologiekonzernen suchen heute gezielt nach Junior UI Designern — und schätzen dabei oft, dass Quereinsteiger Perspektiven aus anderen Branchen mitbringen, die reine Design-Absolventen nicht haben. Wer beispielsweise aus dem Vertrieb, aus dem Gesundheitswesen oder aus dem Handwerk kommt, bringt ein Verständnis für reale Nutzerbedürfnisse mit, das sich direkt in bessere Interfaces übersetzen lässt. Das Figma-Ökosystem hat sich seit der Einstellung von Adobe XD als klarer Marktstandard etabliert. Wer Figma beherrscht, ist in nahezu jedem Produktteam sofort einsatzfähig — ob in einer Startup-Umgebung, einer Agentur oder einer Unternehmens-IT-Abteilung. Dieser Kurs endet nicht mit einer Zertifikatsübergabe, sondern dann, wenn Teilnehmende ein Portfolio in der Hand halten, das ihre Designfähigkeiten konkret belegt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Brauche ich Vorkenntnisse in Figma oder einem anderen Designtool?
Nein. Der Kurs führt Figma von Grund auf ein und setzt keine Design- oder Programmierkenntnisse voraus. Grundlegende digitale Kompetenz — Umgang mit Browser, Texteditoren und Videokommunikation — genügt.
Wird auch Adobe XD gelehrt?
Adobe XD wurde Ende 2023 von Adobe eingestellt und erhält keine aktiven Updates mehr. Dieser Kurs setzt deshalb auf Figma als primäres Werkzeug. Wer Open-Source-Alternativen sucht: Penpot ist eine browser-basierte, kostenfreie Alternative mit wachsender Community.
Was ist am Ende des Kurses mein wichtigstes Dokument für die Jobsuche?
Das Portfolio. Ein strukturiertes Portfolio mit drei bis fünf ausgearbeiteten Case Studies — die Problemstellung, Prozess und Lösung zeigen — überzeugt potenzielle Arbeitgeber weit mehr als ein Zertifikat. Der Kurs gibt dem Portfolioaufbau deshalb erheblich Raum.
Gibt es auch Vollzeit-Varianten des Kurses?
Ja. Die Kurse werden sowohl in Vollzeit als auch in Teilzeit angeboten. Vollzeit ermöglicht einen intensiveren, schnelleren Durchlauf; Teilzeit erlaubt es, den Kurs neben laufenden beruflichen oder familiären Verpflichtungen zu absolvieren.
Lohnt sich ein Quereinstieg in UI Design auch ohne Designstudium?
Ja — der Markt für Junior UI Designer fragt aktiv nach Quereinsteigern mit Praxiserfahrung aus anderen Branchen. Entscheidend ist ein nachvollziehbares Portfolio, das eigenständige Designarbeit zeigt, und die Fähigkeit, Designentscheidungen zu begründen. Beides wird in diesem Kurs systematisch aufgebaut.
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