Überblick
Java ist seit Jahrzehnten eine der tragenden Säulen der serverseitigen Webentwicklung und bildet das Fundament für enterprise-taugliche Anwendungen, die auf nahezu allen Betriebssystemen lauffähig sind. Dieser Aufbaukurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler, die bereits grundlegende Kenntnisse der Java Enterprise Edition besitzen und ihr Wissen in gezielt ausgewählten Bereichen vertiefen möchten. Im Mittelpunkt stehen Session Listeners, Filter, Tag Handler, Sicherheitskonzepte und die Java Persistence API — Themen, die in der professionellen Praxis täglich benötigt werden und über bloße Grundkenntnisse hinausgehen.
Kursinhalte & Lernziele
Das erste Modul behandelt die Lifecycle-Mechanismen in Java-EE-Webanwendungen. Session Listeners bilden dabei einen zentralen Baustein für Monitoring, Ressourcenverwaltung und Sicherheitsimplementierungen. Wer versteht, wie Sitzungen entstehen, leben und enden, kann Webanwendungen robuster und wartbarer gestalten.
- HttpSessionListener: Sitzungen zählen, protokollieren und begrenzen
- HttpSessionAttributeListener: auf Änderungen von Session-Attributen reagieren
- ServletContextListener: Ressourcen beim Start und Stopp der Anwendung verwalten
- ServletRequestListener: Anfragen messen und protokollieren
- Praktische Anwendung: automatische Session-Invalidierung nach Inaktivität
- Konfiguration von Listenern in web.xml und über Annotationen
Das zweite Modul widmet sich Filtern — einem der mächtigsten Erweiterungspunkte im Servlet-Modell. Filter lassen sich verketten und ermöglichen es, Querschnittsbelange sauber vom eigentlichen Anwendungscode zu trennen.
- Filter-Interface und FilterChain: Aufbau und Ausführungsreihenfolge
- Zeichenkodierungs-Filter: UTF-8-Sicherstellung für alle Requests und Responses
- Logging-Filter: Laufzeitmessung und Request-Protokollierung
- Authentifizierungs-Filter: Zugangskontrolle vor dem Eintritt in geschützte Bereiche
- Filter-Mapping: URL-Patterns und Servlet-Namen als Anwendungsziele
- Konfiguration und Reihenfolge mehrerer Filter in einer Kette
Das dritte Modul behandelt Tag Handler — die Technik, mit der JSP-basierte Webanwendungen um benutzerdefinierte Tags erweitert werden. Eigene Tag-Bibliotheken sorgen für saubere Templates und bessere Wiederverwendbarkeit.
- Classic Tag Handler: TagSupport und BodyTagSupport im Vergleich
- Simple Tag Handler: SimpleTagSupport als moderner Ansatz
- Tag Library Descriptor (TLD): Beschreibung und Deployment von Tag-Bibliotheken
- Attribute und Body-Verarbeitung in eigenen Tags
- Integration eigener Tags in JSP-Seiten
- Abgrenzung zu JSTL und Expression Language (EL)
Praxisblock — In umfangreichen Übungseinheiten entwickeln die Teilnehmenden eine vollständige Webanwendung, die alle Kursinhalte integriert.
- Aufbau einer Java-EE-Webanwendung mit Maven-Projektstruktur
- Konfiguration eines Applikationsservers (z. B. WildFly oder GlassFish)
- Implementierung eines Filter-basierten Authentifizierungssystems
- Erstellung eigener JSP-Tags für wiederkehrende UI-Muster
- Konfiguration von JAAS-basierter Sicherheit und Benutzerrollen
- Modellierung einer Entitätsklasse mit JPA-Annotationen (Entity, Id, Column)
- Konfiguration von persistence.xml und Datenbankverbindung
- CRUD-Operationen über EntityManager: persist, merge, remove, find
- Abfragen mit JPQL: SELECT, WHERE, JOIN FETCH und ORDER BY
- Named Queries und TypedQuery für typsichere Abfragen
- Transaktionsmanagement: @Stateless Session Beans und CMT
- Behandlung von LazyLoadingExceptions und Fetch-Strategien
Durch die durchgehende Arbeit an einer realen Anwendungsarchitektur erwerben die Teilnehmenden nicht nur Einzelkenntnisse, sondern ein Verständnis dafür, wie die verschiedenen Technologien zusammenwirken. Das ist eine Fähigkeit, die im Berufsalltag den Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Entwickler ausmacht. Am Ende des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, einen wesentlichen Teil eines Java-EE-Projekts eigenständig zu verantworten — von der Persistenzschicht über die Sicherheitsarchitektur bis hin zu wiederverwendbaren UI-Komponenten.
Lernziele:
Nach erfolgreichem Abschluss des Kurses sind die Teilnehmenden in der Lage, folgende Aufgaben professionell zu bewältigen.
- Sie implementieren Session Listeners und verstehen den vollständigen Lebenszyklus von HTTP-Sitzungen in Java-EE-Anwendungen
- Sie entwickeln und konfigurieren Servlet-Filter für Querschnittsaufgaben wie Logging, Authentifizierung und Zeichenkodierung
- Sie erstellen benutzerdefinierte Tag Handler mit der JSP Tag Library API und nutzen diese zur sauberen Trennung von Logik und Darstellung
- Sie konfigurieren deklarative und programmatische Security-Mechanismen in Java-EE-Anwendungen
- Sie nutzen Rollen-basierte Zugriffskontrolle (RBAC) und schützen sensitive Bereiche einer Webanwendung
- Sie modellieren Datenbankentitäten mit JPA-Annotationen und definieren Beziehungen zwischen Entitäten korrekt
- Sie führen CRUD-Operationen über den EntityManager durch und verstehen den Persistenzkontext
- Sie schreiben JPQL-Abfragen für komplexe Datenbankoperationen und setzen Named Queries ein
- Sie verstehen Transaktionsmanagement in Java EE und konfigurieren CMT (Container Managed Transactions) korrekt
- Sie kombinieren Filter-Chains und Listener in einer produktiven Anwendungsarchitektur
- Sie analysieren und beheben typische Probleme in JPA-Anwendungen, etwa N+1-Abfrageprobleme oder LazyLoadingExceptions
- Sie strukturieren eine Java-EE-Webanwendung nach Best Practices und bereiten sie für den Einsatz auf einem Applikationsserver vor
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Entwicklerinnen und Entwickler mit bestehenden Kenntnissen in Java EE, die gezielt in den Bereichen Lifecycle-Management, Filter, Sicherheit und Datenpersistenz tiefer einsteigen möchten. Konkret angesprochen sind.
- Java-EE-Entwickler/innen, die täglich mit Servlets und JSPs arbeiten und fortgeschrittene Mechanismen wie Filter und Listener beherrschen müssen
- Backend-Entwickler/innen, die Webanwendungen bisher mit reinen Servlets umgesetzt haben und nun eine sauberere Architektur anstreben
- Full-Stack-Entwickler/innen, die die serverseitige Java-Seite ihrer Applikationen robuster und sicherer gestalten wollen
- Softwareentwickler/innen, die in ein Projekt mit Java-EE-Codebasis einsteigen und fehlende Tiefenkenntnisse schnell aufholen müssen
- Absolvent/innen von Java-Grundlagenkursen, die einen strukturierten Weg in Richtung professionelle Webanwendungsentwicklung suchen
Teilnehmende müssen über solide Kenntnisse in Java sowie ein grundlegendes Verständnis der Java Enterprise Edition mitbringen. Konkret vorausgesetzt werden Kenntnisse in JavaServer Pages (JSP), Servlets und der JSP Standard Tag Library (JSTL). Gute Deutschkenntnisse sind für das Kursformat erforderlich, ebenso ein sicherer Umgang mit Windows und dem Dateisystem. Grundlegende Kenntnisse in HTML und SQL erleichtern die Mitarbeit erheblich.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet als Combined Learning statt und kombiniert synchrone Live-Einheiten mit selbstgesteuerten Lernphasen. In den geführten Sitzungen werden Konzepte erklärt und an laufenden Code-Beispielen demonstriert, die die Teilnehmenden in ihrer eigenen Entwicklungsumgebung nachvollziehen. Übungsaufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad und kommentierte Musterlösungen sichern den Lernerfolg. Der Austausch über Plattform-Foren oder Video-Kanäle ermöglicht schnelle Unterstützung bei Fragen.
Dieser Aufbaukurs ist kompakt konzipiert und dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit. In diesem Zeitraum werden alle fünf Kernthemen — Session Listeners, Filter, Tag Handler, Security und JPA — strukturiert erarbeitet und in Praxisprojekten angewandt. Die kompakte Dauer setzt voraus, dass die erforderlichen Java-EE-Vorkenntnisse wirklich vorhanden sind.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmenden ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung des durchführenden Bildungsträgers. Diese bescheinigt die erworbenen Kenntnisse in den behandelten Java-EE-Themenfeldern. Es handelt sich um kein staatlich anerkanntes Abschlusszeugnis, jedoch wird ein solches Dokument von Unternehmen im IT-Bereich als valider Weiterbildungsnachweis anerkannt.
Nutzen & Perspektiven
Java bleibt eine der meistgefragten Programmiersprachen im Backend-Bereich — insbesondere in größeren Unternehmensumgebungen, Finanzinstituten und im öffentlichen Sektor. Wer über tiefes Wissen in fortgeschrittenen Java-EE-Themen wie JPA, Sicherheitsarchitektur und Filter verfügt, hebt sich deutlich von Kandidatinnen und Kandidaten ab, die lediglich die Grundlagen kennen. Die Fähigkeit, Webanwendungen sicher zu gestalten und Persistenzschichten professionell zu implementieren, ist ein unmittelbarer Mehrwert bei Bewerber- und Projektgesprächen. Mittelfristig eröffnet der Kurs den Weg zu spezialisierten Rollen wie Java-Backend-Architekt, Senior-Entwickler im Enterprise-Umfeld oder Spezialist für API-Sicherheit. Die im Kurs vermittelten Konzepte — insbesondere rund um JPA und Transaktionsmanagement — sind auch auf moderne Frameworks wie Spring Boot übertragbar, was die Investition in diesen Kurs besonders nachhaltig macht. Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters möglich. Zusätzliche Förderwege wie das Qualifizierungschancengesetz, die Berufsförderung der Bundeswehr, Rehabilitationsförderung oder Leistungen der Deutschen Rentenversicherung können je nach persönlicher Situation ebenfalls greifen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was sind die Unterschiede zwischen Classic Tag Handler und Simple Tag Handler?
Classic Tag Handler basiert auf den Interfaces Tag und BodyTag und bietet volle Kontrolle über den Body-Inhalt, ist aber in der Implementierung aufwendiger. Simple Tag Handler mit SimpleTagSupport ist der modernere Ansatz, der einfacher zu implementieren ist und für die meisten Anwendungsfälle ausreicht. Beide Varianten werden im Kurs behandelt.
Ist JPA-Wissen auch für Spring-Boot-Projekte relevant?
Ja, definitiv. Spring Data JPA basiert auf der JPA-Spezifikation, und wer die grundlegenden Konzepte — EntityManager, Annotationen, JPQL, Transaktionen — versteht, kann Spring Data JPA wesentlich effizienter einsetzen. Das im Kurs erworbene Wissen ist also direkt auf Spring-Boot-Projekte übertragbar.
Welchen Applikationsserver verwenden wir im Kurs?
Die Trainerinnen und Trainer geben zu Beginn des Kurses konkrete Empfehlungen. Typischerweise werden WildFly oder GlassFish/Payara als freie und weit verbreitete Java-EE-Server eingesetzt. Beide stehen kostenlos zur Verfügung und werden in produktiven Unternehmensumgebungen verwendet.
Wie lange dauert dieser Aufbaukurs?
Der Kurs dauert mehr als eine Woche bis zu einem Monat in Vollzeit. Der kompakte Zuschnitt setzt voraus, dass Vorkenntnisse in JSP und Servlets wirklich vorhanden sind, damit die fortgeschrittenen Themen ohne Basiswiederholung zügig erschlossen werden können.
Kann ich den Kurs fördern lassen?
Bei AZAV-zertifizierten Trägern ist eine Förderung über den Bildungsgutschein möglich. Zudem können das Qualifizierungschancengesetz sowie weitere Programme der Bundesagentur für Arbeit oder der Deutschen Rentenversicherung greifen. Sprechen Sie vorab mit Ihrer zuständigen Vermittlerin oder Ihrem Vermittler.
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Arbeitsmarkt-Report
IT-Berufe sind seit fünf Jahren der größte Fachkräfteengpass am deutschen Arbeitsmarkt. Der Bestand offener IT-Stellen ist 2024 auf einen Rekordstand gestiegen; AI- und Cloud-Skills werden in den nächsten Jahren weiter überdurchschnittlich nachgefragt.
Zielberufe & offene Stellen
Berufe, in denen Absolvent:innen dieses Kurses typischerweise arbeiten — mit bundesweit offenen Stellen der letzten 12 Monate.
- Informatik (grundständig)42.335 Stellen
- Webentwickler/in526 Stellen
- EDV-Fachkraft282 Stellen
- Java-Entwickler/in55 Stellen
- Betriebswirt/Betriebswirtin (Fachschule) für Informationsverarbeitung/Bachelor Professional in Wirtschaft40 Stellen
- Full-Stack-Entwickler/in28 Stellen