Überblick
Jira ist das meistgenutzte Tool für agiles Projektmanagement in der Softwareentwicklung und gewinnt auch in anderen Branchen zunehmend an Verbreitung. Wer in einem agilen Team arbeitet — als Scrum Master, Product Owner oder Tech Lead — kommt an Jira kaum vorbei. Doch das volle Potenzial des Tools wird häufig nicht ausgeschöpft: Viele Teams beschränken sich auf einfache Issue-Listen, ohne Sprints, Burndown Charts oder Dashboards systematisch zu nutzen. Dieser Kurs vermittelt den vollständigen, strukturierten Umgang mit Jira aus der Perspektive der Agilisten: von der Projekt- und Backlog-Struktur über Sprint-Management und Kanban-Boards bis hin zu Reporting-Funktionen und konfigurierbaren Workflows, die für echte Teambedürfnisse maßgeschneidert sind.
Kursinhalte & Lernziele
Der erste Themenblock legt das Fundament: Was ist Jira, warum hat es sich als De-facto-Standard in agilen Teams durchgesetzt, und wie ist das Tool grundlegend aufgebaut? Die Teilnehmenden lernen die Kernkonzepte kennen — Projekte, Issues, Boards — und richten ihre erste Arbeitsumgebung ein.
- Überblick über Jira als Projektmanagement-Plattform und seine Stellung im agilen Ökosystem
- Grundlegende Konzepte: Projekte, Issues, Boards, Sprints und Workflows im Zusammenspiel
- Unterschied zwischen Scrum-Board und Kanban-Board in Jira: wann welches Format passt
- Navigationskonzepte: Suchfunktionen, Filter, Tastaturkürzel und JQL-Abfragen
- Jira-Projektverwaltung: Projekt anlegen, konfigurieren und Teamzugänge einrichten
- Aufgaben, Unteraufgaben und Epics erstellen, verknüpfen und in sinnvolle Hierarchien bringen
Im zweiten Block steht das Scrum-Projektmanagement mit Jira im Mittelpunkt. Es geht nicht nur um das Klicken auf Buttons, sondern um die inhaltliche Logik dahinter: Wie wird das Backlog in Jira so strukturiert, dass Priorisierung und Sprint-Planung reibungslos funktionieren?
- Product Backlog in Jira aufbauen, pflegen und für Sprint-Planung nutzbar machen
- User Stories und Akzeptanzkriterien in Jira-Issues hinterlegen und verständlich formulieren
- Sprint anlegen, Items zuweisen, Story Points und Aufwandsschätzungen eintragen
- Sprint starten, den täglichen Fortschritt im Board abbilden und Engpässe erkennen
- Sprint abschließen: Was passiert mit unfertigen Items, wie werden sie bewertet?
- Backlog Refinement als kontinuierlichen Prozess in Jira sinnvoll unterstützen
Der Kanban-Block zeigt, wie Jira Kanban-Workflows abbildet — und wo die wesentlichen Unterschiede zu Scrum-Boards liegen. Dieser Teil ist besonders relevant für Teams, die kein Sprint-Framework nutzen, sondern kontinuierlich und im Flow liefern.
- Kanban-Board in Jira einrichten: Spalten definieren, Statusübergänge festlegen, WIP-Limits setzen
- Kanban-Workflow auf bestehende Team-Prozesse anpassen und schrittweise optimieren
- Jira-Filter für Kanban-Queues konfigurieren und für das Team freigeben
- Wann Kanban statt Scrum in Jira die passendere Wahl ist und wie man den Wechsel gestaltet
- Kombination aus Kanban und Jira-Berichten für Teams mit kontinuierlichem Lieferrhythmus
Der Konfigurations- und Anpassungs-Block zeigt, wie Jira über die Standardkonfiguration hinaus an spezifische Anforderungen angepasst werden kann. Das ist entscheidend, wenn Teams besondere Prozesse haben oder Jira in Nicht-Standardumgebungen einsetzen.
- Custom Fields und Feldkonfigurationen für projektspezifische Anforderungen anlegen
- Workflows definieren: Statusübergänge festlegen, Bedingungen und Genehmigungsschritte einbauen
- Benutzerrollen und Berechtigungen konfigurieren und granular steuern
- Filterabfragen mit JQL schreiben: von einfachen Suchen bis zu komplexen Reporting-Abfragen
- Projektvorlagen für wiederkehrende Projekttypen nutzen und eigene Templates erstellen
Im Praxis- und Reporting-Block lernen die Teilnehmenden, wie Jira-Daten zur Grundlage für echte Entscheidungen werden — im Sprint-Review, in Stakeholder-Präsentationen und in der Kapazitätsplanung.
- Jira-Dashboard erstellen: Gadgets auswählen und ein sinnvolles Layout für das Team gestalten
- Burndown Chart lesen und typische Interpretationsfehler erkennen und vermeiden
- Velocity-Report verstehen: Was sagt er aus, was sagt er nicht — und wie verändert er Sprint-Planung?
- Sprint-Report und Cumulative Flow Diagram gezielt für Team-Reflexion und Retrospektiven nutzen
- Eigene Berichte für Stakeholder-Kommunikation konfigurieren und verständlich aufbereiten
- Jira für Sprint-Reviews vorbereiten: welche Daten zeigen, welche weglassen
- Retrospektiven-Daten in Jira dokumentieren und als Grundlage für Teamverbesserungen nutzen
- Jira mit anderen Tools verbinden: Confluence, Slack und Kalenderintegration im Überblick
- Häufige Konfigurationsfehler erkennen, diagnostizieren und beheben
- Jira-Nutzung im Team vereinheitlichen: Konventionen, Housekeeping und Onboarding neuer Mitglieder
- Praktische Übung: ein vollständiges agiles Projekt von der Backlog-Erstellung bis zum Sprint-Review in Jira durchspielen
- Abschlussprojekt: eigenes Team-Setup entwickeln, konfigurieren und im Kurs vorstellen
Das praktische Abschlussprojekt ist ein wesentlicher Bestandteil des Kurses: Die Teilnehmenden richten ein vollständiges Jira-Projekt ein — Backlog-Struktur, Sprint-Planung, Dashboard und Reporting — und nehmen das Ergebnis direkt in die eigene Arbeitspraxis mit.
Lernziele:
- Jira-Projekte anlegen, strukturieren und für verschiedene Teamgrößen und Projekttypen konfigurieren
- Ein Product Backlog in Jira aufbauen, befüllen, priorisieren und kontinuierlich pflegen
- Sprints in Jira planen, starten, tagesgenau überwachen und sauber abschließen
- Kanban-Boards in Jira einrichten und den Workflow gezielt auf Teambedürfnisse anpassen
- Jira-Dashboards erstellen und für Teamkommunikation, Sprint-Reviews und Stakeholder-Berichte aufbereiten
- Standardberichte in Jira auswerten: Burndown Charts, Velocity-Reports, Sprint-Reports und Cumulative Flow Diagrams
- Jira an spezifische Projektanforderungen anpassen: Custom Fields, Workflows, Statusübergänge einrichten
- Scrum-Rituale — Sprint Planning, Daily, Review, Retrospektive — durch Jira-Funktionen strukturell unterstützen
- Epics, Stories, Aufgaben und Unteraufgaben in einer durchdachten Hierarchie anlegen und verwalten
- JQL (Jira Query Language) für gezielte Filterabfragen und eigene Dashboards schreiben
- Häufige Konfigurationsfehler erkennen, diagnostizieren und beheben
- Jira-Nutzung im Team vereinheitlichen und Housekeeping-Konventionen einführen
Zielgruppe & Voraussetzungen
Dieser Kurs richtet sich an alle, die in agilen Teams mit Jira arbeiten oder die Einführung von Jira in ihrem Team verantworten.
- Scrum Master, die Sprints, Retrospektiven und Impediments in Jira transparent und effizient verwalten wollen
- Product Owner, die ihren Backlog, ihre Priorisierung und das Stakeholder-Reporting in Jira professionalisieren möchten
- Tech Leads und Entwicklungsleitungen, die Team-Workflows in Jira konfigurieren und langfristig optimieren wollen
- Projektleiterinnen und -leiter, die agile Methoden in Jira-gestützten Projekten einführen oder standardisieren wollen
- Personen, die Jira bisher intuitiv und ohne Schulung nutzen und ihr Wissen systematisch aufbauen möchten
Grundkenntnisse in agilen Methoden erleichtern den Einstieg, sind aber keine Pflichtvoraussetzung — der Kurs erklärt Scrum und Kanban konsequent im Kontext der Jira-Nutzung. Erfahrung in der Projektarbeit ist nützlich, um Konfigurationsoptionen auf eigene Situationen zu übertragen. Ein individuelles Beratungsgespräch vor Seminarbeginn klärt die Ausgangssituation und hilft, den Lernfokus sinnvoll zu setzen.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs läuft überwiegend im Combined-Learning-Format; einzelne Anbieter bieten ihn auch als reines Online-Seminar an. Der Praxisanteil ist hoch und durchgängig: Die Teilnehmenden arbeiten von Anfang an an einem eigenen Jira-Projekt und wenden Lerninhalte sofort an — nicht als Aufgabe am Ende, sondern begleitend durch den gesamten Kurs. Ergänzend gibt es theoretische Einführungen in agile Methoden, die den Kontext für die Jira-Konfigurationen liefern. Vollzeit- und Teilzeitvarianten werden angeboten.
Die Kursdauer liegt je nach Anbieter und Lernmodus zwischen einer Woche und einem Monat; in einigen Fällen ist eine Verlängerung auf bis zu drei Monate möglich. Individuelle Starttermine können auf Anfrage vereinbart werden.
Jira selbst bietet keine eigene Herstellerzertifizierungsprüfung an, die im Kurs abgenommen würde. Der Kurs schließt mit einem Lehrgangsnachweis ab, der die behandelten Themenbereiche dokumentiert und die Teilnahme an der praxisorientierten Ausbildung bestätigt. New Horizons stellt ein international anerkanntes Lehrgangszertifikat aus.
Nutzen & Perspektiven
Jira-Kenntnisse sind in Stellenanzeigen für agile Rollen inzwischen eine Standardanforderung, die oft als selbstverständlich vorausgesetzt und selten explizit trainiert wird. Wer diesen Kurs absolviert, kann Jira nicht nur bedienen, sondern konfigurieren: Workflows anlegen, Benutzerrollen zuweisen, Dashboards für verschiedene Zielgruppen aufbauen und JQL-Abfragen für individuelle Auswertungen schreiben. Das ist der Unterschied zwischen jemandem, der Jira nutzt, und jemandem, der ein Team-Setup in Jira verantwortet. Für Product Owner hat ein gut konfiguriertes Jira direkten Einfluss auf die Teamproduktivität. Ein strukturiertes Backlog, klar formulierte Sprint-Ziele und aussagekräftige Berichte für Stakeholder sind leichter erreichbar, wenn man die Möglichkeiten von Jira vollständig kennt. Burndown Charts richtig zu interpretieren — nicht nur zu wissen, dass eine Linie nach unten gehen soll, sondern zu verstehen, was eine flache Kurve am fünften Sprint-Tag bedeutet — ist eine Kernkompetenz, die dieser Kurs gezielt aufbaut. Für Scrum Master ist Jira das primäre Werkzeug für Transparenz im Team: Das Board zeigt, wo das Team steht; Velocity-Daten helfen bei der Kapazitätsplanung; ein gepflegtes Impediment-Log macht Hindernisse für das Management sichtbar. Wer diese Funktionen systematisch einzusetzen weiß, schafft die Grundlage für wirklich datengetriebene agile Arbeit und verlässliche Sprint-Prognosen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welchen Abschluss erhalte ich?
Jira selbst bietet keine eigene Herstellerzertifizierungsprüfung an. Der Kurs schließt mit einem Lehrgangsnachweis ab, der die behandelten Themenbereiche dokumentiert. New Horizons stellt ein international anerkanntes Lehrgangszertifikat aus.
Muss ich Jira bereits kennen?
Nein. Der Kurs beginnt mit den Grundlagen: Projekte anlegen, Issues strukturieren, Boards einrichten. Erfahrenere Nutzende steigen schneller in die Konfigurationsthemen ein — das individuelle Beratungsgespräch klärt den sinnvollen Einstiegspunkt.
Was ist der Unterschied zwischen einem Scrum-Board und einem Kanban-Board in Jira?
Scrum-Boards in Jira sind an Sprint-Zyklen gebunden: Items werden einem Sprint zugewiesen, der gestartet und abgeschlossen wird. Kanban-Boards haben keinen Sprint-Zyklus und eignen sich für Teams, die kontinuierlich liefern. Beide Board-Typen werden im Kurs detailliert behandelt.
Was ist JQL und wozu brauche ich es?
JQL (Jira Query Language) ist die Abfragesprache von Jira. Mit JQL lassen sich Issues nach beliebigen Kriterien filtern und durchsuchen — zum Beispiel alle offenen Bugs eines Sprints oder alle Items, die seit mehr als fünf Tagen nicht bewegt wurden. JQL ist Grundlage für eigene Dashboards und Berichte.
Wie lange dauert der Kurs?
Je nach Anbieter und Lernmodus liegt die Kursdauer zwischen einer Woche und einem Monat; in einigen Fällen ist eine Verlängerung auf bis zu drei Monate möglich. Vollzeit- und Teilzeit-Varianten werden angeboten.
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