Überblick
Führungskräfte stehen heute vor einer doppelten Herausforderung: KI-Technologien verändern Geschäftsprozesse in einem Tempo, das fundierte Einschätzungen erfordert — und gleichzeitig müssen Menschen durch diese Veränderung geführt werden. Dieser Kurs verbindet beides. Im Kern stehen drei aufeinander abgestimmte Inhaltsbereiche: das konzeptionelle Verständnis von KI-Terminologie und -Prinzipien, die praktische Einordnung von Azure-KI-Diensten in Unternehmensumgebungen sowie generative KI in der Unternehmenssteuerung. Das vierte Element ist transformationale Führung — die Fähigkeit, Menschen in Phasen des Wandels zu motivieren, Vertrauen aufzubauen und eine Lernkultur zu schaffen. Das Programm ist als Vollzeitkurs im Combined-Learning-Format ausgelegt und richtet sich ausdrücklich an Führungsverantwortliche ohne Programmierausbildung.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Künstlichen Intelligenz Der erste Inhaltsstrang legt das konzeptionelle Fundament des Programms. Führungskräfte erarbeiten sich die Terminologie der KI-Disziplin: von klassischen regelbasierten Systemen über maschinelles Lernen bis hin zu neuronalen Netzen und modernen Sprachmodellen. Das Modul behandelt ausdrücklich den Unterschied zwischen Hype und Substanz — welche KI-Aussagen belastbar sind, welche nicht.
- Kernbegriffe der KI: Algorithmen, Trainingsdaten, Inferenz, Modelltypen
- Unterschied zwischen schwacher und starker KI, Supervised und Unsupervised Learning
- Neuronale Netze und Deep Learning als konzeptionelle Grundlage moderner KI-Systeme
- Gesellschaftliche und ethische Implikationen des KI-Einsatzes im Unternehmenskontext
- KI-Regulierung: EU AI Act im Überblick und was er für Unternehmen bedeutet
- Risikokategorien: Hochrisiko-KI-Systeme und die Pflichten, die damit verbunden sind
Azure-KI-Dienste für Führungsentscheidungen Das zweite Modul vermittelt, wie KI-Dienste auf der Azure-Plattform bereitgestellt und genutzt werden. Das Wissen ist nicht für die technische Umsetzung gedacht, sondern für fundierte Kaufentscheidungen, Vendor-Gespräche und die Einschätzung von Fähigkeiten des eigenen IT-Teams.
- Überblick über Azure Cognitive Services: Sprachverarbeitung, Bildanalyse, Entscheidungsunterstützung
- Azure Machine Learning: Grundprinzipien von Modelltraining und Deployment
- Responsible AI bei Microsoft: Fairness, Zuverlässigkeit, Datenschutz, Erklärbarkeit
- Azure OpenAI Service: Einsatzszenarien für GPT-Modelle in Unternehmensanwendungen
- Datenschutzrelevante Aspekte bei cloudbasierter KI-Verarbeitung
- Entscheidungskriterien für Make-or-Buy bei KI-Infrastruktur
Generative KI in der Unternehmenssteuerung Das dritte Modul fokussiert auf den strategischen Nutzen generativer KI für das Management. Es geht nicht um Programmierkenntnisse, sondern um das unternehmerische Verständnis: Welche Prozesse lassen sich automatisieren, welche Risiken entstehen, und wie gestaltet man die interne Einführung von KI-Werkzeugen nachhaltig?
- Grundlagen und Mechanismen generativer KI-Modelle: Large Language Models, Bildgeneratoren, Audio-KI
- Text- und Codeerstellung, Medienproduktion mit KI aus Managementperspektive bewerten
- Herausforderungen: Halluzinationen, Bias, Urheberrecht, Datenschutz im Unternehmenseinsatz
- Implementierungsstrategien für generative KI auf Abteilungs- und Unternehmensebene
- Governance-Rahmen: interne Nutzungsrichtlinien für KI-Tools entwickeln und durchsetzen
Transformationale Führung im KI-Zeitalter Dieser Abschnitt rundet das Programm mit Führungskompetenz ab. Wer KI-Transformation verantworten will, braucht nicht nur technisches Einordnungsvermögen, sondern auch die Fähigkeit, Menschen durch Unsicherheit zu führen und eine Lernkultur zu fördern.
- Prinzipien transformationaler Führung: Vision entwickeln, Inspiration vermitteln, individuelle Stärken fördern
- Authentizität und Selbstreflexion als Grundlage wirksamer Führung in Veränderungsprozessen
- Mitarbeitende bei der Einführung datengetriebener Systeme motivieren und Widerstände produktiv nutzen
- Vertrauen aufbauen beim Einsatz von Algorithmen in Personalentscheidungen oder Kundenprozessen
- Führungsexperimente: Fallstudien aus Unternehmen, die KI-Transformation durchlaufen haben
Praxismodul — KI-Strategie für die eigene Führungsrolle
- Analyse des eigenen Verantwortungsbereichs auf KI-Automatisierungspotenziale
- Aufbau eines persönlichen KI-Toolkits für Führungsaufgaben (Briefings, Analysen, Kommunikation)
- Prompt-Strategien für Management-Textentwürfe, Entscheidungsvorlagen und Präsentationen
- Bewertung kommerzieller KI-Lösungen anhand strukturierter Governance-Kriterien
- Entwicklung eines internen KI-Einführungsplans für die eigene Abteilung
- Stakeholder-Kommunikation bei KI-Projekten: interne und externe Erwartungssteuerung
- Datenschutz und EU AI Act als konkrete Rahmenbedingungen für Führungsentscheidungen
- Umgang mit ethischen Dilemmata beim Einsatz von Empfehlungsalgorithmen oder Personalauswahl-KI
- Lessons Learned aus realen KI-Implementierungen in Vertrieb, HR, Produktion und Finanzwesen
- Abschlusspräsentation: eigener KI-Strategieentwurf für den eigenen Verantwortungsbereich
- Peer-Feedback und Diskussion zur KI-Governance im Führungskreis
Das Praxismodul verknüpft alle Wissensstränge und erzwingt die Übertragung auf den konkreten beruflichen Kontext der Teilnehmenden. Wer den Kurs abschließt, hat nicht nur Wissen angehäuft, sondern einen persönlichen Handlungsrahmen für den KI-Einsatz in der eigenen Führungsrolle erarbeitet.
Lernziele:
- Grundprinzipien und Terminologie der Künstlichen Intelligenz sicher einordnen und im Leitungsgremium kommunizieren
- Generative KI-Modelle und deren Funktionsweise in Unternehmenskontexten bewerten
- Text, Code und multimediale Inhalte mit KI-Werkzeugen gezielt produzieren und deren Qualität beurteilen
- Azure-KI-Dienste für Sprache, Computer Vision und Entscheidungsunterstützung identifizieren und für Investitionsentscheidungen einordnen
- Herausforderungen und Risiken generativer KI — von Halluzinationen bis zu Urheberrechtsfragen — realistisch bewerten
- Organisationsweite Strategien zur verantwortungsvollen KI-Einführung entwickeln und kommunizieren
- KI-Geschäftsanforderungen erkennen und in umsetzbare Lösungsansätze übersetzen
- Mitarbeitende in KI-getriebenen Veränderungsprozessen durch transformationale Führung begleiten
- Die eigene Führungspersönlichkeit authentisch reflektieren und weiterentwickeln
- KI-Projekte abteilungsübergreifend initiieren und koordinieren
- EU AI Act und Datenschutzanforderungen als Rahmenbedingungen für Führungsentscheidungen anwenden
- Interne Governance-Richtlinien für den KI-Einsatz in der eigenen Abteilung entwickeln
Zielgruppe & Voraussetzungen
Das Programm wurde für Führungskräfte konzipiert, die verantwortungsvolle Entscheidungen im Bereich KI treffen müssen, ohne selbst Programmierkenntnisse zu besitzen. Der Fokus liegt auf strategischen und kommunikativen Kompetenzen, nicht auf technischer Implementierung.
- Abteilungsleiterinnen und Abteilungsleiter aus Vertrieb, Marketing, HR, Operations oder Finanzwesen
- Team- und Projektleitende, die KI-Tools in ihre Arbeitsprozesse integrieren und verantworten wollen
- Führungspersonen aus mittelständischen Unternehmen ohne eigene KI-Abteilung
- Fachkräfte, die in absehbarer Zeit Führungsverantwortung übernehmen werden
- Digitalisierungsverantwortliche, die KI-Projekte gegenüber Geschäftsleitung und Stakeholdern vertreten
Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Grundlegende Vertrautheit mit digitalen Arbeitsmitteln und Begriffen wie Cloud Computing oder Datenanalyse ist ausreichend. Nützlich, aber nicht zwingend, sind erste Berührungspunkte mit Microsoft 365 oder cloudbasierten Unternehmensanwendungen. Da der Kurs in kombinierter Lernform stattfindet, sollten Teilnehmende eigenverantwortlich digitale Lernmodule bearbeiten und aktiv an geführten Lerneinheiten teilnehmen können.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs arbeitet im Combined-Learning-Format: Selbstlernphasen auf einer digitalen Plattform wechseln sich mit geführten Online- oder Präsenzeinheiten ab, in denen Inhalte vertieft und an praxisnahen Führungsszenarien erprobt werden. Das Führungsmodul nutzt Fallstudien, Reflexionsübungen und Peer-Diskussionen. KI-Grundlagen und Azure-Inhalte werden mit erklärenden Videos und interaktiven Quizformaten aufbereitet. Die Vollzeitform ermöglicht eine intensive, konzentrierte Auseinandersetzung mit den Inhalten ohne monatelange Unterbrechungen.
Die Weiterbildung dauert mehr als einen und bis zu drei Monate und wird in Vollzeit absolviert. Innerhalb dieser Laufzeit werden alle vier Inhaltsbereiche — KI-Grundlagen, Azure-Dienste, generative KI und transformationale Führung — vollständig behandelt. Der genaue Stundenumfang pro Tag richtet sich nach dem jeweiligen Anbieter.
Nach erfolgreichem Abschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung für das Gesamtprogramm. Das Programm legt die inhaltliche Grundlage für externe Zertifizierungsprüfungen wie die EXIN BCS Artificial Intelligence Foundation und die Microsoft AI-900, die bei akkreditierten Testcentern separat abgelegt werden können.
Nutzen & Perspektiven
Führungskräfte, die KI lediglich aus der Distanz beobachten, bleiben von technischen Teams oder externen Beraterinnen und Beratern abhängig. Dieser Kurs verändert das Verhältnis grundlegend: Teilnehmende erwerben ein ausreichend tiefes Verständnis, um KI-Projekte aktiv mitzusteuern, Chancen frühzeitig zu erkennen und Risiken realistisch zu bewerten — ohne in Details zu verlieren, die Fachteams besser kennen. Besonders in mittelständischen Unternehmen, wo es selten eigene KI-Abteilungen gibt, wird die Kombination aus strategischem KI-Verständnis und Führungskompetenz zum echten Unterscheidungsmerkmal. Führungspersonen, die KI-Projekte seriös beurteilen, Anbietergespräche fundiert führen und Mitarbeitende überzeugend begleiten können, sind in der gegenwärtigen Transformationsphase gesucht und geschätzt. Das Führungsmodul rundet das Programm so ab, dass KI nicht als isoliertes Technologiethema behandelt wird, sondern als integraler Bestandteil moderner Unternehmensführung. Wer Menschen in Phasen digitaler Transformation verlässlich begleiten will, braucht genau diese Verbindung: technisches Einordnungsvermögen, strategische Klarheit und die menschliche Kompetenz, Wandel glaubwürdig zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um an diesem Kurs teilzunehmen?
Nein, der Kurs setzt keine Programmierkenntnisse voraus. Die Inhalte sind bewusst auf strategische und kommunikative Kompetenzen ausgerichtet. Grundlegende Vertrautheit mit digitalen Arbeitsmitteln genügt für den Einstieg.
Was unterscheidet diesen Kurs von allgemeinen KI-Einführungskursen?
Der Kurs ist explizit für Führungsverantwortliche konzipiert und verbindet KI-Grundlagenwissen mit Governance, Strategie und transformationaler Führungskompetenz. Das Ziel ist nicht technische Umsetzungsfähigkeit, sondern fundierte Entscheidungs- und Führungskompetenz in KI-Projekten.
Wie viel Zeit muss ich täglich einplanen?
Der Kurs läuft in Vollzeit über ein bis drei Monate. Der genaue Stundenumfang pro Tag hängt vom gewählten Anbieter ab. Das Combined-Learning-Format ermöglicht eine Mischung aus geführten Einheiten und selbstgesteuertem Lernen.
Welche Zertifizierung erhalte ich nach dem Kurs?
Mit Kursabschluss erhalten Teilnehmende eine trägerinterne Teilnahmebescheinigung. Der Kurs bereitet inhaltlich auf externe Prüfungen wie EXIN BCS AI Foundation und Microsoft AI-900 vor, die separat bei akkreditierten Testcentern abgelegt werden können.
Ist der Kurs auch für Führungskräfte ohne IT-Hintergrund geeignet?
Ja, der Kurs ist genau für dieses Profil entwickelt worden. Der Fokus liegt auf strategischem Verständnis und Kommunikationsfähigkeit rund um KI, nicht auf technischer Implementierung. Führungskräfte aus HR, Vertrieb, Marketing oder Operations profitieren genauso wie solche aus IT-nahen Bereichen.
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