Überblick
Künstliche Intelligenz verändert, wie Produkte konzipiert, priorisiert und weiterentwickelt werden. Wer als Produktmanager heute KI-Features plant, muss keine Algorithmen schreiben – aber verstehen, was Machine-Learning-Modelle leisten können, welche Daten sie brauchen, wo ihre Grenzen liegen und wie man Erfolg misst. Dieser Kurs vermittelt genau das: das konzeptionelle und strategische Rüstzeug, um KI-Produktentwicklung zu verantworten.
Kursinhalte & Lernziele
Grundlagen der Künstlichen Intelligenz für Produktmanager Bevor strategische Entscheidungen über KI-Produkte getroffen werden können, braucht es ein belastbares Verständnis der zugrunde liegenden Technologien. Dieser Einstiegsblock legt das konzeptionelle Fundament – präzise genug, um mit Entwicklungsteams auf Augenhöhe zu sprechen, ohne in mathematische Tiefe zu gehen.
- Was Machine Learning, Deep Learning und generative KI unterscheidet
- Wie überwachtes, unüberwachtes und bestärkendes Lernen funktioniert
- Welche Datenmengen und -qualitäten verschiedene Modelltypen benötigen
- Wo vortrainierte Foundation-Modelle sinnvoll eingesetzt werden und wo nicht
- Typische Fehlermuster: Overfitting, Label-Noise, Datenbias und ihre Produktauswirkungen
- Wie Modelle in Produktionssystemen aktualisiert, überwacht und abgelöst werden
KI-Anforderungsmanagement und Roadmap-Gestaltung Dieser Block macht den Kern der Produktrolle aus: aus Nutzerbedürfnissen und Geschäftszielen konkrete, umsetzbare KI-Anforderungen ableiten und in eine priorisierte Roadmap überführen. Das schließt auch die ehrliche Einschätzung ein, wann KI der falsche Ansatz ist.
- Anforderungsmuster für KI-Features – was Data-Science-Teams wirklich brauchen
- Definition von Success Metrics: Precision, Recall, F1 und ihre Produktbedeutung
- OKR-Formulierung für KI-Initiativen und Umgang mit probabilistischen Outputs
- Build-vs.-Buy-Framework: API-Dienste, Open-Source-Modelle oder Eigenentwicklung
- Umgang mit Unsicherheit in Produktentscheidungen: Experimente, A/B-Tests, Fallback-Strategien
- Kommunikation von KI-Roadmaps gegenüber nicht-technischen Stakeholdern
Responsible AI und EU AI Act für Produktverantwortliche KI-Produkte unterliegen zunehmend regulatorischen Anforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen. Dieser Abschnitt befähigt dazu, Ethik und Compliance als integralen Bestandteil der Produktentwicklung zu behandeln – nicht als nachgelagerte Prüfung.
- Risikoklassen des EU AI Acts und ihre Auswirkungen auf Produktdesign und Dokumentation
- Fairness-Definitionen und deren praktische Umsetzung in Bewertungsmetriken
- Transparenz- und Erklärbarkeitsanforderungen aus Nutzerperspektive
- Datenschutz-by-Design in KI-Produkten: Minimierung, Anonymisierung, Consent
- KI-Governance-Strukturen im Unternehmen etablieren und in Produktprozesse einbinden
- Checklisten für High-Risk-KI-Systeme im Produktionsbetrieb
Zusammenarbeit mit Data-Science- und Engineering-Teams Gute KI-Produkte entstehen aus echter Kooperation zwischen fachlichen, wissenschaftlichen und technischen Disziplinen. Dieser Block trainiert die Kommunikations- und Koordinationskompetenzen, die in interdisziplinären KI-Teams gefragt sind.
- Rollenklärung: Product Manager, ML Engineer, Data Scientist, AI/ML Ops
- Sprint-Rituale für KI-Projekte: Discovery, Modeling, Deployment und Monitoring
- Modellkarten, Datensheets und technische Dokumentation als PM-Werkzeug
- Umgang mit unerwarteten Modellergebnissen im laufenden Betrieb
- Iteration auf KI-Features: wann nachtrainieren, wann neu konzipieren
- Interne Wissensvermittlung: KI-Kompetenz im Produktteam aufbauen
Praxisarbeit und Fallstudien Theorie verankert sich durch Anwendung auf reale Szenarien. Anhand von Fallstudien aus verschiedenen Produktdomänen – von Empfehlungssystemen bis zu Sprachmodellen in B2B-Software – werden die erlernten Konzepte auf konkrete Produkt- und Entscheidungssituationen übertragen.
- Analyse einer bestehenden KI-Funktion nach Verantwortlichkeits- und Fairnesskriterien
- Ausarbeitung eines Build-vs.-Buy-Entscheidungsdokuments für ein KI-Feature
- Formulierung vollständiger KI-Anforderungen inklusive Datenbedarf und Erfolgsmessung
- Bewertung eines KI-Feature-Pitches auf technische Plausibilität und regulatorische Compliance
- Erstellung einer kompakten KI-Roadmap mit Risikobewertung und Stakeholder-Kommunikation
- Gruppenübung zur Identifikation von Modellfehler-Szenarien und geeigneten Fallback-Strategien
- Diskussion ethischer Zielkonflikte anhand eines realen Produktbeispiels
- Auswertung einer Confusion Matrix und Ableitung produktseitiger Konsequenzen
- Erarbeitung eines Transparent-AI-Konzepts für eine nutzerseitige Erklärung von Modellentscheidungen
- Schritt-für-Schritt-Planung eines Pilot-Experiments für ein neues KI-Feature
- Dokumentationsübung: KI-Modellanforderungen im Produktkontext schriftlich fixieren
- Abschlusspräsentation: KI-Strategie für ein fiktives Produkt vor internem Publikum
Wer heute KI-Features auf eine Roadmap setzt, ohne ihre Grenzen und Risiken zu kennen, schafft technische Schulden und regulatorische Risiken. Dieser Kurs schließt genau diese Lücke: nicht durch Programmierkenntnisse, sondern durch das konzeptionelle Verständnis, das Produktverantwortliche brauchen. Das erworbene Wissen ist unmittelbar anwendbar – in Gesprächen mit Ingenieurteams, bei Investitionsentscheidungen in KI-Infrastruktur und bei der Planung von Produkten, die unter dem EU AI Act einer strengeren Prüfung unterliegen.
Lernziele:
- Grundprinzipien von Machine Learning, Deep Learning und generativer KI erklären und in Produktkontexten einordnen
- KI-Anforderungen formulieren, die Data-Science-Teams tatsächlich umsetzen können
- Build-vs.-Buy-Entscheidungen bei KI-Komponenten mit technischer und wirtschaftlicher Begründung treffen
- KI-Metriken (Precision, Recall, Bias-Kennzahlen) lesen und in Produktziele übersetzen
- Risiken von KI-Fehlern (Halluzinationen, Verteilungsverschiebungen, Fairness-Probleme) im Produktdesign adressieren
- Anforderungen des EU AI Acts auf konkrete Produktfeatures anwenden
- Roadmaps für KI-Features strukturieren und gegenüber Stakeholdern kommunizieren
- Entscheidungen zur KI-Dateninfrastruktur und Modellpflege verstehen und steuern
- Ethische Leitlinien für Responsible AI in der Produktentwicklung verankern
- Prototyping-Ansätze für KI-Features bewerten, ohne selbst zu programmieren
- Zusammenarbeit zwischen Produktmanagement, Data Science und Engineering in KI-Projekten gestalten
- KI-Hype von realem Produktnutzen unterscheiden und strategisch priorisieren
Zielgruppe & Voraussetzungen
Der Kurs richtet sich an Personen, die Produktverantwortung übernehmen oder ausbauen und dabei zunehmend mit KI-Themen konfrontiert sind – unabhängig davon, ob sie aus einem technischen oder nicht-technischen Hintergrund kommen.
- Produktmanager und Product Owner, die KI-Features in ihrer Roadmap haben oder planen
- Digital Product Manager, die KI-Initiativen gegenüber Stakeholdern verantworten
- Fachkräfte aus Projektmanagement oder Strategie, die in KI-Produktdomänen wechseln wollen
- Digitalisierungsmanager, die KI-Entscheidungen in ihrer Organisation begleiten
- Berufseinsteiger in die Produktrolle mit technischem Grundinteresse an KI
Programmierkenntnisse sind ausdrücklich nicht erforderlich. Grundkenntnisse im Umgang mit digitalen Produkten oder Software-Projekten erleichtern den Einstieg, sind aber keine Voraussetzung. Ein Mindestsprachniveau von B2 Deutsch ist für die Teilnahme erforderlich, da Kursmaterialien und Diskussionen überwiegend auf Deutsch stattfinden. Vorhandene Erfahrung im Product Management oder in einer produktnahen Rolle ist hilfreich, aber kein formales Ausschlusskriterium.
Ablauf & Abschluss
Der Kurs findet im Blended-Learning-Format statt, das synchrone Online-Sessions mit assoziiertem Selbststudium kombiniert. In Livesitzungen werden Konzepte erarbeitet, Fallstudien diskutiert und Gruppenaufgaben bearbeitet. Digitaltools wie interaktive Whiteboards und Kollaborationsplattformen unterstützen die gemeinsame Arbeit. Der Anteil praktischer Übungen ist bewusst hoch gehalten, da produktbezogene Urteilsfähigkeit sich nur durch Anwenden entwickelt. Zwischen den Sessions erarbeiten Teilnehmende konkrete Aufgabenstellungen, die in der nächsten Livesitzung besprochen werden.
Die genaue Gesamtdauer richtet sich nach dem gewählten Angebot und ist beim jeweiligen Anbieter zu erfragen. Der Kurs ist als Vollzeit-Weiterbildung konzipiert, was eine intensive Lernphase mit konzentrierter Auseinandersetzung mit den Inhalten ermöglicht.
Nach erfolgreichem Abschluss wird ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Das Dokument bestätigt die behandelten Themenbereiche und die erworbenen Kompetenzen im Bereich KI-Produktmanagement. Es handelt sich nicht um ein herstellerseitig akkreditiertes Zertifikat; der Wert liegt in den dokumentierten Inhalten und der praktisch erworbenen Urteilsfähigkeit.
Nutzen & Perspektiven
KI ist kein Nischenthema mehr – es ist die zentrale technologische Schicht, auf der neue Produktgenerationen entstehen. Wer als Produktmanager nicht versteht, wie Modelle trainiert werden, wo Fehlentscheidungen entstehen und welche regulatorischen Leitplanken gelten, gerät in Abhängigkeit von den Einschätzungen anderer. Dieser Kurs macht unabhängig: durch strukturiertes Wissen, das sofort in Entscheidungsprozesse einfließt. Das Kompetenzprofil, das hier aufgebaut wird, ist in einer wachsenden Zahl von Produktrollen explizit gefragt. Ob im Gespräch mit einem Data-Science-Team, in der Stakeholder-Präsentation eines KI-Feature-Pitches oder bei der Bewertung von Anbietern: Wer die richtigen Fragen stellt und die Antworten einordnen kann, gestaltet Produkte statt sie nur zu verwalten. Darüber hinaus schafft die intensive Auseinandersetzung mit dem EU AI Act und Responsible-AI-Prinzipien eine Qualifikation, die über klassisches Produktmanagement hinausgeht. Unternehmen, die KI-Produkte auf dem europäischen Markt anbieten, suchen zunehmend Produktverantwortliche, die Compliance nicht als Bremse, sondern als Designprinzip verstehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Muss ich programmieren können, um am Kurs teilzunehmen?
Nein. Der Kurs richtet sich explizit an Produktverantwortliche ohne technischen Coding-Hintergrund. Konzepte werden so erklärt, dass sie für Produktentscheidungen nutzbar sind – nicht für die Implementierung.
Welches Zertifikat erhalte ich nach dem Abschluss?
Nach erfolgreicher Teilnahme wird ein trägerinternes Zertifikat bzw. eine qualifizierte Teilnahmebescheinigung ausgestellt. Es handelt sich nicht um ein extern akkreditiertes Industriezertifikat.
Ist der EU AI Act wirklich Bestandteil des Kurses?
Ja. Da der EU AI Act für KI-Produkte auf dem europäischen Markt unmittelbar relevant ist, werden seine Risikoklassen und Compliance-Anforderungen direkt auf Produktentscheidungen übertragen. Das umfasst Dokumentationspflichten, Hochrisiko-Kategorien und Transparenzanforderungen.
Für wen ist dieser Kurs besonders geeignet?
Für Produktmanager und Product Owner, die bereits Berührungspunkte mit KI-Themen haben oder bald haben werden, sowie für Fachkräfte aus Strategie und Digitalisierung, die produktnahe KI-Entscheidungen verantworten.
Wie unterscheidet sich dieser Kurs von einem Kurs zum maschinellen Lernen?
ML-Kurse vermitteln mathematische Grundlagen und Implementierungskompetenz. Dieser Kurs setzt eine Ebene höher an: Er trainiert die Urteilsfähigkeit für strategische und anforderungsbezogene Produktentscheidungen rund um KI, ohne in Algorithmen oder Code einzusteigen.
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